„Der letzte Tango des Kapitalismus“

Credit SuisseZürichs Linksradikale sind beleidigt: Sie durften am 1. Mai nicht so wüten, wie sie es sich gewünscht hätten. Aus Rache hören sie jetzt mit ihren „Aktionen“ gar nicht mehr auf. In den letzten elf Tagen verübten sie in der Stadt Zürich mindestens acht Farb- und Brandanschläge und prahlen stolz im Internet über ihre möchtegern Heldentaten gegen „Bankster + Bullen„.

Als Motiv nennen die Täter: „Nicht aus Frust – sondern mit Lust und Liebe, und zu unserem (und hoffentlich auch zu eurem) größten Vergnügen im Wissen, dass das System – lokal und global – jetzt seinen letzten Tango tanzt, bevor es mit seinen Günstlingen und Profiteuren zur Hölle fährt.“

Der Tagesanzeiger berichtet:

Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei, erklärt, dass es rund um politische Ereignisse, wie dem WEF oder dem 1. Mai immer wieder zu Farb- oder Brandanschlägen komme. Aber: „Es ist neu, dass sie über längere Zeit andauern.“ Besonders die Containerbrände seien keine Sachbeschädigungen, sondern Delikte, die gefährlich enden können.

Nur wenige Täter werden sofort gefasst. Drei 17-Jährige, die Mitte Mai einen Einsatzwagen im Kreis 10 verschmierten, gingen der Polizei noch in derselben Nacht ins Netz. Nach den Urhebern der anderen Vorfälle wird noch gefahndet. „Wir sichern immer Spuren, es kann aber sein, dass wir diese erst Jahre später einem Täter zuordnen können. Manchmal auch gar nicht“, erklärt Cortesi.

Dass von der Anschlagsserie bisher kaum etwas berichtet wurde, hat einen Grund. Die Polizei hält sich laut Cortesi mit Meldungen über politisch motivierte Anschläge zurück. „Die Urheber wollen mediale Aufmerksamkeit, dem wollen wir keine Plattform bieten.“

Wären die Urheber Rechtsradikale, wäre diese Zurückhaltung wohl weit weniger groß.