Willkommen bei den Nimbys!

Willkommen bei den Nimbys!Nein, es geht nicht um die Bewohner der dänischen Gemeinde Nimby. Es geht auch nicht um von Südfrankreich in den Norden versetzte Postbeamte. Nein, es geht um postmoderne deutsche BessermenschInnen: Not in my backyard (Nimby)!

(Von Eurabier)

Der Nimby ist gegen alles und für nichts, außer er ist selbst davon betroffen, wasch‘ mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

Der Nimby will raus aus der Kernkraft aber er will auch nicht im Dunkeln sitzen. Also will der Nimby „erneuerbare“, ökologische und vor allem „grüne“ Energie. Kohlestrom geht nicht, wegen des bösen CO2 oder so, weil dann die Eisbären sterben oder so, weil sich doch die Eisbärpopulation seit 1945 vervierfacht hat, welch brutales Artensterben! Also muss die Landschaft verspargelt werden, aber natürlich nicht vor des Nimbys Haus, wegen der schönen Aussicht ins Breisgau und so. Daher muss die Nordsee verspargelt werden, nur, wie kommt der launische Spargelstrom nach Freiburg-Vauban oder nach Tübingen-Spießgrün?

Mit einer Stromtrasse durch das Ländle natürlich! Aber das Ländle ist voller Nimbys, die nun keine Trasse vor ihrer Haustür wollen.

Auch müssen der launische Spargelstrom und der sündhaft teure Solarstrom des linksgrünen Oberstudienrats für Deutsch und Geschichte irgendwie gespeichert werden, z.B. mit einem Stausee als Pumpspeicher oder so.

Nur sollte der Deutschlehrer nicht mit seinem Kollegen für Mathematik und Physik darüber reden, denn wenn dieser ideologiefrei über Energieerhaltungssätze nachdenkt, dann wäre der Schwarzwald eine Seenplatte und dennoch würden die Konstanzer am Bodensee im Dunkeln sitzen. Physik ärgert die Nimbys noch stärker als Dr. Sarrazin, weil Physik stärker ist als jede Ideologie! Die Nimbys in Biberach an der Riß wollen aber keine Rißtalsperre, weil ja ein Riss durch die Staumauer gehen könnte und da haben sie ausnahmsweise einmal recht: Wussten Sie, dass die Kraftswerkshavarie mit der größten Zahl an Todesopfern in Deutschland kein KKW sondern ein Speicher regenerativer Energien war, mit 1600 Toten? Es war die Möhnetalsperre im ehemaligen NRW, die 1943 durch „Dam Buster“ zerstört wurde. Und Talsperren lassen sich vor Terroranschlägen schlecht schützen!

Aber ein echter Nimby fordert auch andere Dinge:

Nehmen wir das Thema Schule: Der Nimby will die Gesamtschule für alle Kinder, naja, mit Ausnahme der eigenen Kinder, denn die sollen aufs Gymnasium oder auf die Privatschule. Ein prominentes Beispiel war die hessische Nichtministerpräsidentin Ypsilanti. Manchmal macht Not erfinderisch, wie im demnächst grün-regierten PISA-Schlusslicht Bremen. Dort betrieben linksgrüne Nimbys 14 Jahre lang illegal eine Privatschule, die Kinder wurden formal in Niedersachsen zur Schule geschickt. Wer die Bremer Justiz kennt, der kann sich denken, welche Konsequenzen die Eltern fürchten mussten, als der Schwindel aufflog: Keine!

Oder die multikulturellen Nimbys aus Berlin-Kreuzberg, die ihre Kinder monokulturell-deutsch beschulen lassen und dafür eine Privatschule gründen wollten. An der Zwangsbeschulung scheiterte übrigens der grün-schwarze Senat Hamburgs, nun regieren dort die Roten.

Der Nimby will den ÖPNV ausbauen, aber aus „Sachzwängen“ und „Termindruck“ nimmt er den eigenen PKW, ist auch viel sicherer als der ÖPNV, nicht nur wegen des Airbags, auch wegen der „Jugendlichen“ und so. Der linksgrüne MdB Hans-Christian Ströbele fährt die letzten 100 m zum Reichstag immer mit dem Fahrrad, die ersten 10.000 m lag das Fahrrad in seinem komfortablen Van.

Und dieser Van muss irgendwo produziert werden, aber nicht in der Nachbarschaft. Auch muss der edle Rotwein irgendwie nach Berlin kommen, aber bitte ohne Autobahn und ohne Brummis. Not in my backyard!

Linksgrüne Nimbys fordern korrektes Verhalten stets von den Anderen ein, sind aber privat gleicher. Man denke an die hart erkämpfte Zone 30 vor der Haustür, aber wenn die eigenen Kinder außer Sicht sind, wird mit dem Hybrid-Cayenne auf die Tube gedrückt, weil man auf dem Weg zum Altpapiercontainer noch schnell zum Weinhändler wollte, bevor er Feierabend macht.

Als moralische Vorbilder taugen die moralinsauren Nimbys nur bedingt, die Fassade bröckelt schnell.

Das ist auch das große Problem der Nimbys: Echte Verantwortung! Als Oberstudienrat kommt das Geld automatisch aus dem Geldautomaten wie das Wasser aus der Wand oder der Strom (noch) aus der Steckdose. Als Ministerpräsident hingegen hat man keinen Lehrplan, muss man Haushaltspläne erstellen. Der Nimby ist lieber der Jäger, der politische Gegner jagt, der die Themen vorgibt.

Ich glaube nicht, dass die Mappus-Ablösung tatsächlich geplant war, ein Erdbeben am anderen Ende der Eurasischen Platte brachte die GrünlinkInnen unbeabsichtigt an die Macht. Viel schöner ist es doch, von der Oppositionsbank zu fordern, zu fordern und vor allem: zu fordern, sollen sich doch die anderen in der Regierungsverantwortung die Hände schmutzig machen.

Man stelle sich Claudia Roth als Bundeskanzler_in vor, die über die Erstürmung der Landshut durch die GSG9 zu entscheiden hätte, die Geiseln wären wohl alle tot, dafür hätte das Leben der TerroristInnen humanitär gerettet werden können!

Ministerpräsident_In Kretschmann aus Beben-Württemberg hat die Sache wie ein Nimby elegant gelöst: Die Sonnenscheinressorts für die GrünlinkInnen, die undankbaren Ministerien wie Inneres, Justiz und Finanzen an die Sozen, die immerhin so etwas wie Regierungserfahrung und Restfragmente von Regierungsverantwortung aufzuweisen haben. So müssen die Sozen die Schmutzarbeit verrichten!

Die Nimby-GrünInnen regieren aber seit den 1980ern unser Land und zwar geschickt: Durch die Luftherrschaft über den Stammtischen der Talkshows und der Rotweingürtel. Da werden vormals konservative Innenminister von Empörungsbeauftragten unter lautem Beifall linksgrüner JubelperserInnen vorgeführt, die LinksgrünInnen mit der Moral auf ihrer Seite, die Innenminister mit der Verantwortung für die Sicherheit in unserem Land.

Ein Paradebeispiel linksgrünen Nimby-Regierens aus der Opposition heraus ist die Sache um die Laufzeitverlängerung: Noch im Februar stand die schwarz-gelbe Bundesregierung hinter der Laufzeitverlängerung, nach dem Erdbeben vor der japanischen Küste mobilisierten die LinksgrünInnen Hunderttausende, gewannen die Wahlen und die CDU bekam derart kalte Füße, dass sie nun so schnell wie möglich den Industriestandort Deutschland abschaffen möchte. Die Massenentlassungen bei VW, Porsche und Daimler wegen hoher Energiekosten für die Industrie hat dann die CDU zu verantworten und nicht die GrünInnen, das ist schon genial.

Hatten wir noch vor kurzem vier sozialdemokratische und eine kommunistische Partei, so haben wir jetzt fünf grüne Parteien, die sich in der Umsetzung grüner Politik übertrumpfen wollen. Galt es bis vor ein paar Monaten noch als besorgniserregend, dass „rechtes Gedankengut“ die Mitte der Gesellschaft erreicht habe, so hat nun linksgrün die Mitte erobert.

Ob dieses unser Land durch die WutbürgerInnen-Nimbys abgeschafft wird oder werden sich langfristig die Vernunftbürger durchsetzen?