Keine Einbürgerung wegen „Integrationsdefizits“

Frankreich ImmigrationDas druckfrische Immigrationsgesetz erlaubt der französischen Regierung, Personen wegen „Unwürdigkeit oder mangelnder Integration“ die Einbürgerung zu verweigern. Dies hat ein Algerier jetzt bereits zu spüren bekommen. Das französische Innenministerium verweigerte ihm trotz vierjähriger Ehe mit einer Französin die Staatsbürgerschaft wegen eines Integrationsdefizits: Er hat die Gleichheit zwischen Mann und Frau nicht respektiert.

Laut Ermittlungsbericht, durfte die Ehefrau des Algeriers nur nach entsprechender Erlaubnis des Ehemanns das Wort ergreifen. Überdies habe der Mann nicht gewollt, dass seine Frau alleine die Wohnung verlässt oder eine Berufstätigkeit ausübe. Dieses Verhalten wurde von den Behörden als „unvereinbar“ mit dem Gleichheitsprinzip zwischen den Geschlechtern eingestuft.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy stellte jüngst das Thema der nationalen Identität sowie der Rolle des Islam in der französischen Republik in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Der Präsident verschärfte seine Ausländer-Politik seit dem vergangenen Sommer, als er sogar Roma rumänischer und bulgarischer Nationalität vom Land auswies, obwohl die beiden Länder zur EU gehören. Innenminister Gueant erregte jüngst großes Aufsehen, als er sagte, viele Franzosen fühlten sich „nicht mehr zu Hause“, weil es so viele Ausländer im Lande gebe.

Das neue Immigrationsgesetz ist seit vergangenen Donnerstag in Kraft und offenbar ist es den Franzosen bislang ernst damit.

(Spürnase: melli39ibk)