Daimler-Chef propagiert EU-Beitritt der Türkei

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat heute in einem Interview mit der BILD am SONNTAG mehr Einwanderung gefordert und den EU-Beitritt der Türkei gefordert. „Die Türkei hat alles, was wir an asiatischen oder südamerikanischen Staaten bewundern: eine junge Bevölkerung, die wissbegierig und leistungsbereit ist“, so der in Istanbul geborene Zetsche.

Auszug aus dem Interview:

BILD am SONNTAG: Generell klagt die Wirtschaft über einen Mangel an Fach­arbeitern. Gilt das auch für Daimler und hat das bereits Auswirkungen auf die Produktion?

Zetsche: Wir können nach wie vor bei freien Stellen unter vielen Bewerbern aussuchen, weil die Bedingungen entsprechend attraktiv sind. Aber wir sehen die Schwierigkeiten, die zum Beispiel unsere Zulieferer mit ausreichend qualifizierten Arbeitskräften haben. Deswegen ist es lebensnotwendig für die Zukunft Deutschlands, dass wir eine aktive Einwanderungspolitik betreiben. Wir müssen Leistungsträger aus dem Ausland zu uns holen. Ich halte es daher aus humanistischen ebenso wie wirtschaftlichen Gründen für unverantwortlich, wenn hier ausländerfeindliche Stimmungen geschürt werden. Wir müssen ein Einwanderungsland werden.

BILD am SONNTAG: Wie stehen Sie zum EU-Beitritt der Türkei?

Zetsche: Für mich ist es schlicht unverständlich, dass wir einen „Tigerstaat“ wie die Türkei, der vor unserer Haustür liegt und zu uns kommen will, nicht hereinlassen. Die Türkei hat alles, was wir an asiatischen oder südamerikanischen Staaten bewundern: eine junge Bevölkerung, die wissbegierig und leistungsbereit ist. Wir haben Fabriken in der Türkei, die Vorzeigewerke weltweit sind. Daraus ergeben sich riesige Wachstumspotenziale für ein etwas behäbig gewordenes Europa. Wir müssten der Türkei die Tür nach Europa ganz weit öffnen, statt immer neue Hindernisse zu errichten, bis eines Tages die Türkei sich von uns abwendet.

Ein Armutszeugnis, wenn sich neben der Politik-Elite (Meldung heute: „Westerwelle fordert engere Anbindung an die Türkei“) jetzt auch die Herren Wirtschaftsführer dermaßen pro-türkisch äußern.

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(Dank an alle Spürnasen)