Schwarz-weiße Rosen am 20. Juli

Graf von StauffenbergDer 20. Juli ist der Symboltag des Deutschen Widerstands, ein Tag also, den es in dieser politisch korrekten Zeit gar nicht geben dürfte: Ein deutsches Tätervolk leistet per Definition keinen Widerstand. Die politische Schickeria wird den 20. Juli daher auch dieses Jahr wie eine lästige Pflichtübung begehen.

(Von Stefan Winter)

Ein paar nichtssagende Worte im Bundestag, die pflichtschuldige Kranzniederlegung, und dann werden wieder die richtigen, die politisch korrekten Feiertage gefeiert: der Tag der Arbeit am 1. Mai, der Weltfrauentag, der Tag der offenen Moschee.

In den Schulen wird der 20. Juli heutzutage mit kaum mehr als einem kurzen Absatz behandelt. Der genaue Ablauf des Tages, die Heldenhaftigkeit Graf von Stauffenbergs (Fotos oben), der zugleich die Rolle des Attentäters und Anführers übernahm, die Ausbreitung auf andere Städte im damaligen deutschen Machtraum, Wien, Paris, die gesamte jahrelange Vorgeschichte der vielen kleinen Widerstandsgruppen in der Wehrmacht, in den Kirchen und der Verwaltung – dies alles hat im Schulunterricht der linksgrün gewendeten Republik nichts zu suchen. Die staatliche Indoktrination konzentriert sich allein auf die Vervollkommnung des Bilds vom deutschen Tätervolk. Deutsche Helden wie von Stauffenberg, von Moltke und von Tresckow stören dieses Bild. Außerdem wurde der Deutsche Widerstand überwiegend vom traditionellen Feindbild der Linken, d.h. Adel, Kirche, Bürgertum, getragen, während das Proletariat begeistert Hakenkreuzfahnen schwenkte. Ein Grund mehr, den Symboltag des 20. Juli in der Versenkung der Geschichte verschwinden zu lassen.

In freiheitlichen und politisch-inkorrekten Kreisen sollten wir uns mit dieser zunehmenden Verdrängung des 20. Juli aus dem öffentlichen Umfeld nicht länger abfinden. Stauffenbergs Leistung des 20. Juli ist eine heroische Tat, die weltweit ohne Parallele ist: Vergleichbare Anschläge auf Stalin, Mao, Talaat Pascha, Pol Pot oder Saddam Hussein sind nicht bekannt. Statt uns einreden zu lassen, wir seien ein obrigkeitshöriges Volk tumber Mitläufer, sollten wir sehr viel aktiver als bisher an all jene erinnern, die durch ihr mutiges Vorbild und ihre Tatkraft solche Behauptungen für alle Zeiten Lügen strafen.

Um zumindest im privaten Umfeld ein Zeichen der Erinnerung und gleichzeitig unserer Verpflichtung zu setzen, sei vorgeschlagen, diesen Tag mit einer gewissen Feierlichkeit zu begehen und unsere Wohnungen am 20. Juli mit einem Strauß aus schwarzen und weißen Rosen zu schmücken: Weiß als Symbolfarbe der Weißen Rose, Schwarz als Trauerfarbe für die nach dem 20. Juli Hingerichteten, die Hunderten, vielleicht Tausenden von Toten, die in den Folgemonaten nach Stauffenbergs Attentat ihr Leben lassen mussten. Diesen Menschen sind wir verpflichtet, nie wieder eine Diktatur, nie wieder ein Regime des Unrechts, nie wieder einen Verlust der demokratischen Kontrolle in Deutschland zuzulassen.

Scharz-Weiß, die alten preußischen Farben, steht aber auch symbolhaft für die Werte unserer preußischen Kulturtradition, d.h. für den freidenkenden, aufgeklärten, humanistischen Geist im friderizianisch-humboldtschen Sinne, die klassisch preußischen Werte der persönlichen Bescheidenheit und der Selbstlosigkeit, sich für eine höhere Sache einzusetzen, der soldatischen Ehre und Tapferkeit. Genau diese Tradition hat sich am 20. Juli 1944 gegen den national-sozialistischen Zwangsstaat der Jasager und Duckmäuser, der Günstlinge und einer ehrlosen, feigen Unmenschlichkeit empört.

Ein Strauß schwarz-weißer Rosen am 20. Juli – nur eine flüchtige Idee, ein Gedanke, der eine Brücke schlagen möchte zwischen den zunehmend düsteren Verhältnissen unserer heutigen Tage und jenen unbeugsamen, heldenhaften Vorfahren, die uns in unserem unbedingten Willen zur Freiheitlichkeit als Vorbild dienen.

(Der Autor ist Verfasser des Buches „Angela Mogel und Kollegen: So kriegen Sie das Land kaputt“, DKM Verlag Augsburg 2010)