Brandanschlag auf Kirche bei Aalen

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es in dem ostschwäbischen 3.500-Einwohner-Flecken Abtsgmünd zu einem Brandanschlag auf die örtliche St.-Michaels-Kirche (siehe Bild). Das Vorgehen der Täter legte dabei beträchtliche kriminelle Energie an den Tag. Nicht nur, dass in eine Tür ein Loch gewuchtet wurde, um eine brennbare Flüssigkeit ins Innere der Kirche zu schütten. Es wurden auch noch drei weitere Türen mit Brandbeschleuniger präpariert und angezündet. Es ist daher davon auszugehen, dass man es darauf anlegte, die jahrhundertealte Kirche bis auf die Grundmauern abzubrennen.

(von Thorsten M.)

Nur durch glückliche Umstände blieb es bei einem Sachschaden von etwa 5.000 €. Die „Schwäbische Zeitung“ berichtet weiter:

Abtsgmünd Samstag gegen 8 Uhr: Die Mesmerin Birgit Braun macht sich auf den Weg zur katholischen Kirche St. Michael. Bereits beim Öffnen der Tür kommen ihr Rauchschwaden entgegen, das Kirchenschiff ist voller Qualm und es riecht verbrannt. Sofort alarmiert die Abtsgmünderin die Polizei. Wenig später sind die Beamten der Spurensicherung vor Ort und nehmen den Tatort vier Stunden lang unter die Lupe.

„Wir hatten Glück im Unglück, dass die Feuer nach kurzer Zeit von selbst erloschen sind und nicht auf das Kircheninnere übergegriffen haben“, sagt der zweite Kirchengemeinderatsvorsitzende Maximilian Dreher, der gleich am Samstag selbst vor Ort war und auch mit den Anwohnern gesprochen habe. Sie hätten von dem Vorfall nichts mitbekommen.

Über die kriminelle Energie des Täters oder der Täter sei Dreher mehr als schockiert. Auch Pfarrer Andreas Ehrlich, der derzeit im Urlaub ist, und von dem Vorfall erst am Telefon erfahren hat, habe den Brandanschlag nicht fassen können. Sein Pfarrhaus liegt nur wenige Meter neben der Kirche. Den Tränen nahe sei die Mesmerin Brigit Braun beim Anblick der verkohlten Nordseitentüre gewesen, die erst vor einem Jahr repariert und renoviert wurde.

„Die Tat ist für uns mehr als bitter, vor allem, da unsere Kirche derzeit saniert wird“, sagt Dreher. Er und auch Pfarrer Ehrlich könnten sich nicht vorstellen, wer hinter dem Anschlag steht. Bereits vor drei Jahren hätten Unbekannte in der Zeit des Summer-Breeze-Festivals eine Gartenbank vor der Tür an der Nordseite der Kirche abgebrannt. Unklar sei auch, ob es sich um einen Dummen-Jungenstreich handelt – wenn man die Tat überhaupt als einen solchen bezeichnen kann – oder um eine Tat mit kriminellem Hintergrund. Eine Antwort darauf werden die Ermittlungen der Polizei ergeben, die noch bereits am Tatort das Loch an der Türe des Südflügels versiegelt hat.

Nun kann man trefflich darüber mutmaßen, ob es sich bei dem oder den Tätern um einen Irren, einen Christenhasser oder gar um einen Jihadisten z.B. aus der benachbarten 66.000-Einwohner-Stadt Aalen handelt. Ganz sicher hat dieser Vorgang aber nicht einmal im Ansatz etwas mit der Begrifflichkeit „Dummer-Jungenstreich“ zu tun, die hier Kirchenvorstand Dreher und/oder die Zeitung halb entschuldigend ins Erklärungsangebot mit aufnehmen.

Einem Land, dessen Einwohner sich gegen das eigene kulturelle Erbe wenden, stehen nach aller historischer Erfahrung gewalttätige und entbehrungsreiche Zeiten bevor.