Mord im Wedding

In der Migrantenhochburg Berlin-Wedding, dort, wo die SED-Regierung nach den Sommerferien deutsche Erstklässler aus Mitte zwangsweise einschult, um die Statistiken der Gewaltschulen zu schönen (wir berichteten), ist es auf offener Straße zu einem Doppelmord im Türkenmilieu gekommen. Weitere Personen wurden verletzt. Die Presse spricht von Eifersucht als Tatmotiv. So vernebelt man einen typischen Ehrenmord, um tödliche Gewalt gegen Frauen als ein spezifisch männliches anstelle eines spezifisch muslimisch-orientalischen Problems vorschieben zu können.

Der Tagesspiegel deutelt:

Familiendrama in Gesundbrunnen: Ein 25-Jähriger hat heute früh auf mehrere Menschen geschossen. Eine Frau starb sofort, eine weitere Frau erlag am Nachmittag ihren Verletzungen. Ein Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Das Motiv: Eifersucht. Der Täter ist flüchtig und bewaffnet. (…)

Angelika S. ist fassungslos, als sie von dem Beziehungsdrama berichtet, von den Schüssen, die am Donnerstag um 10 Uhr in der Kolberger Straße in Gesundbrunnen gefallen sind. Ein 25-jähriger Berliner türkischer Herkunft hatte auf fünf Menschen in dem blauen Wagen geschossen.

Dabei starb dem Vernehmen nach die 50-jährige Nevin C.; ihr 27-jähriger Sohn und ihre 23-jährige Tochter wurden lebensgefährlich verletzt. Die Tochter erlag am Donnerstagnachmittag in einem Krankenhaus ihren Verletzungen.

Die 24-jährige Tochter Feride blieb unverletzt, steht aber unter Schock. Sie und ein weiteres Kind der 50-Jährigen wurden in eine Klinik gebracht. Geschossen haben soll Mehmet Y., der Ex-Freund von Feride. Sie soll sich schon vor Monaten von ihm getrennt haben – er soll sie des öfteren aufgesucht haben, konnte das Ende der Beziehung womöglich nicht akzeptieren. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der bewaffnete Mann noch flüchtig. Ein Spezialeinsatzkommando fahndet nach ihm.

Dass der Täter vermutlich aus Eifersucht gehandelt hat, bestätigte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen soll der Schütze in der Nähe gelauert haben, als der Mitsubishi ausparkte. Vier Menschen saßen im Wagen, eine weitere Person wollte gerade einsteigen, hieß es bei der Polizei. Dann habe der 25-Jährige mit einer Pistole auf die Insassen gefeuert. Am Donnerstagnachmittag ließ die Polizei das Auto, das schon am Tatort von der Spurensicherung begutachtet worden war, abtransportieren. Andere Zeugen berichteten, dass ein auffälliges Messer – angeblich mit einem Ziegenkopfhandgriff – in einer Tür des Wagens gesteckt haben soll. Ob dieses vom Täter stammte, blieb unklar. Woher der Täter die Schusswaffe hatte, mit der er auf die Familie schoss, konnte die Polizei nicht sagen.

Immer wieder kommt es zu Eifersuchtsdramen, bei denen sich Männer mit Gewalttaten an früheren Partnerinnen rächen wollen. In einigen traditionell geprägten Milieus würden durchaus Werte vermittelt, die Männer darin bestärkten, Konflikte gewaltsam zu lösen, sagte Peter Walschburger, Psychologe an der Freien Universität und Spezialist für Geschlechterrollen. Nicht jeder Eifersuchtsmord sei allein psychopathologisch zu erklären, vieles habe einen soziokulturellen Hintergrund. Lebten Eltern gewaltsame Beziehungen vor, etwa wenn Väter auf Niederlagen gewalttätig reagieren, könnten Söhne dies übernehmen. Allerdings kämen bis zu einer Bluttat wie am Donnerstag oft viele Kleinigkeiten zusammen, so spiele schlicht die Gelegenheit – etwa der Zugang zu Waffen – eine große Rolle.

Nach Einschätzungen mehrerer Psychologen trennen sich Frauen hierzulande häufiger von ihrem Partner als umgekehrt. Doch auch wenn eine Frau von ihrem Freund verlassen wird, reagiert sie kaum derart gewaltsam. „Männer neigen dazu, ihren Anspruch mit Gewalt geltend zu machen“, sagte Walschburger. Ursache sei neben einer von Männern dominierten Gesellschaft auch das „natürliche Profil der Handlungsbereitschaften“, das die Geschlechter unterscheide. Psychiater berichten, dass Eifersuchtsmorde wie „Dramen aus einem Drehbuch“ abliefen. Häufig hat der Verlassene seiner Ex-Freundin zuvor nachgestellt und versucht, einen (vermeintlichen) Nebenbuhler auszumachen, um dann oft in einer Kurzschlusshandlung zuzuschlagen. Die emotionale Instabilität vieler Männer werde vor allem dann gefördert, wenn sich die Frau zwischendurch wieder mit ihrem Partner versöhnt hatte.

In Berlin an eine Schusswaffe zu kommen, ist für „engagierte Täter“ oft leichter als gemeinhin angenommen, berichten Kenner. In der Stadt sind mehr als 56 000 Waffen in den Händen von rund 11 000 Sportschützen, Sammlern und Jägern – also Privatpersonen. Hinzu kommen Dienstwaffen von Sicherheitsbehörden. In Brandenburg sind 110 000 Schusswaffen bei 29 000 Privathaltern registriert. Hinzu kommen Ermittlern zufolge mehrere tausend illegale Waffen, die etwa in bestimmten Rotlichtkreisen kursieren. Berlin sei Drehscheibe für Waffenschieber aus Osteuropa.

Männer, Jäger, Sportschützen – alle üblichen Klischees werden wieder ausgepackt, in der Hoffnung, darüber würden die passenden Begriffe vergessen, die tatsächlich auf das Verbrechen passen: Türke, Islam, Integrationskatastrophe, Parallelgesellschaft.

(Vielen Dank allen Spürnasen! Foto: Tatort Wiesenstraße, Berlin)


Ein Beitrag vom Autorenteam QUOTENQUEEN