Reisetipp: ÖBB-IC „atomkraftfrei“ Wien-Salzburg

Wenn Sie abends von Wien-Westbahnhof nach Salzburg möchten und Atomkraftgegner sind, dann nehmen Sie den IC der Österreichischen Bundesbahnen um 17.44 Uhr. Der Zug heißt – kein Witz – „atomkraftfrei leben“! Es sind normale Waggons ohne Fukushima-Lüftlmalereien, aber durch die Lautsprecher kommen zehnmal die Durchsagen durch das ganze Bahnhofsareal: Der IC „atomkraftfrei leben“ nach Salzburg auf Gleis 10 hat 5 Minuten Verspätung, „atomkraftfrei leben“ fährt in 3 Minuten, und so weiter, und das vermutlich auf jedem Bahnhof, den er streift. Ein anderer Zug heißt „Fachhochschule Kufstein“, ein dritter „Licht für die Welt“, wer immer das gesponsert hat!

Da könnten die Berliner S-Bahn und die Bundesbahn noch was lernen, oder warum nicht auch Lufthansa und Air Berlin. Laßt euch sponsern – von Politik, Wirtschaft, Presse, von den NGOs! Wir fahren dann mit der S-Bahn „Gysi, Che und Fidel“ nach Lichtenberg, mit dem Regio „Wutbürger“ nach Stuttgart, mit dem ICE „Kampf gegen Rechts“ nach Rostock, mit dem ICE „Hühnerkäfig = KZ“ nach Hannover, mit „Die Rente ist sicher“ nach Baden-Baden, mit „Gott ist tot“ nach Altötting. Wir fliegen mit dem Airbus „Claudia Fatima Roth“ an die türkische Riviera, mit der Boeing „Ich bin schwul, und das ist gut so“ nach San Francisco, mit dem Lufthansa-Jumbo „Islam is Peace“ nach Bagdad. Es gibt keine Grenzen, es sei denn die Reisenden streiken.