Ribéry nennt Sohn „Schwert des Islam“

Vor jedem Spiel betet Ribery zu seinem ProphetenDer zum Islam konvertierte französische Fußball-Profi des FC Bayern München, Franck Ribéry, ist vor einer Woche Vater eines Sohnes geworden. In einem Interview auf der Vereinshomepage sagte er: „Ich bin sehr glücklich in München, meine Familie fühlt sich hier total wohl – und mein Sohn ist ja jetzt auch ein richtiger Bayer“. Was lag also näher, als ihm den typisch bayerischen Namen Sepp, Franz-Josef, Ludwig, Xaver „Saif al-Islam“ (Schwert des Islam) zu geben. JETZT mit Video – Ribéry in Mekka!

Eurosport schreibt:

Am 16. September hat Wahiba Ribéry ihren ersten Sohn zur Welt gebracht. Der Vorname des ersten männlichen Sprösslings war bisher noch nicht bekannt. Nun gab der Mittelfeldstar des FC Bayern gegenüber der „tz“ die Entscheidung bekannt.

Saif al-Islam soll der erste Sohn des im Jahre 2006 zum Islam konvertierten Ribéry heißen. Bitterer Beigeschmack bei der Namenswahl: Der junge Ribéry wird dann künftig den gleichen Vornamen tragen wie einer der Söhne des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Was steckt hinter dieser Entscheidung?

Saif al-Islam galt als einer der potenziellen Nachfolger seines Vaters. Münzt man diese Option auf die Famille Ribéry um, mag es dem inzwischen dreifachen Vater wohl einfach nur darum gehen, der Welt zu zeigen, dass seit Mitte September sein eigener Nachfolger auf der Welt ist. Oder man wählt die plausiblere Variante: Saif al-Islam bedeutet nichts anderes als „Schwert des Islam“ und ist Ausdruck für die tiefe Verbundenheit eines Menschen zu seinem Glauben.

…wohl eher Ausdruck für eine geistige Nähe zu (durch den Islam legitimierte) Gewalt und Tyrannei.

In Mekka war der rechtgläubige Ribéry (Foto links) auch schon. 2009 mit seinem damaligen Clubkollegen Hamit Altintop (im Bild rechts). Beim FC Bayern freute man sich darüber und glaubte, dass ihn dieser Besuch beim schwarzen Würfel fußballerisch noch stärker mache. In diesem Video sieht man, wie tiefgläubig er, Altintop und auch der französische Fußballstar Nicolas Anelka sind. Man darf sich allen Ernstes fragen, was sie von ihren „ungläubigen“ Mannschaftskameraden halten, die laut Koran schließlich alle minderwertige Menschen sind. Welche Koranverse zitiert Ribéry, der seit seiner Konversion zum Islam im Jahre 2002 auch den muslimischen Namen „Bilal“ trägt, vor jedem Spiel? Welche Hilfe erbittet sich der begnadete Fußballer von dem Kriegsgott im Himmel? Möglicherweise etwas in der Art: „Allah, lass mich über meine ungläubigen Gegner siegen, so wie der Islam über alle anderen Religionen siegen soll. Und verzeih mir, dass ich dabei auf Hilfe von anderen Ungläubigen angewiesen bin“..? Wir wissen es nicht. Wenn er den Koran aufmerksam durchgelesen hat, ist etwas in dieser Form durchaus denkbar.

Hier ein Video von Franck „Bilal“ Ribéry, wie er sich vor der Kaaba in Mekka niederwirft:

(Spürnase: schenefelder / Foto oben: Vor jedem Spiel betet Ribery zu seinem Propheten)




Die „verlorene Generation“ bald auch bei uns?

Das „über die Verhältnisse leben“ der letzten 30 Jahre in Verbindung mit dem brutalen Wettbewerb der Globalisierung bedroht den gewohnten Wohlstand in immer mehr westlichen Ländern. Insbesondere auch die westliche Leitnation USA droht in den nächsten Jahren in einen Einbruch des Lebensstandards zu schlittern, wie man ihn nicht einmal zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Dabei ist es unerheblich, ob es durch kaputte Finanzmärkte zum großen Knall kommen wird oder ob wir es weiterhin mit einem schleichenden Prozess zu tun haben werden.

(Von Thorsten M.)

Was dabei in den Wohlstandsnationen passiert, beschreibt aktuell Lars Halter sehr anschaulich auf n-tv. Der Bericht ließe sich eins zu eins auf viele europäische Lander übertragen. Nur sicher würde sich dann niemand getrauen, so politisch inkorrekt das Problem Einwanderung mit zu thematisieren:

Hohe Arbeitslosigkeit, fallende Löhne, die Börsen auf Talfahrt: Dass die USA vor einer neuen Rezession stehen, lässt sich nicht verhehlen. Das hat dramatische Folgen für das Land, auch jenseits der Bankkonten. Statistiker sorgen sich um eine „verlorene Generation“.

Wir haben ein monströses Job-Problem“, sagt Andrew Sum vom Center for Labor Market Studies an der Northeastern University, „und die jungen Leute sind die größten Verlierer.“ Ganze Jahrgänge von Schul- und Studienabgängern schlügen sich zurzeit mit Gelegenheitsjobs durch und müssten, wenn sich der Arbeitsmarkt einmal erhole, mit einem ganzen Schwung jüngerer Bewerber um neue Stellen konkurrieren. Es könne mehr als zehn Jahr dauern, bis sich die Arbeitssuche bei jungen Menschen wieder normalisiert habe.

Die jüngsten Daten aus der Volkszählung zeigen, welche sozialen Folgen das hat. Dass immer mehr Amerikaner in ihren Zwanzigern und Dreißigern keinen Job finden können, verschiebt das gesellschaftliche Gefüge. Wichtigster Wandel: Immer mehr Heranwachsende verschieben Umzüge und Familienplanung, bleiben bei ihren Eltern wohnen. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen ist die Zahl der Umzüge über weite Strecken um fast 5 Prozent auf 3,2 Millionen gefallen – das ist der niedrigste Stand und damit die niedrigste Mobilität seit dem Zweiten Weltkrieg.

Unter den 25- bis 34-Jährigen wohnen derzeit fast 6 Millionen Amerikaner bei ihren Eltern – ein Anstieg von 25 Prozent seit Beginn der Rezession. Fast ein Fünftel der jungen Männer hat das Nest noch nicht verlassen. Damit bleibt das „starke Geschlecht“ doppelt so häufig unter dem schützenden Dach des Elternhauses wie die jungen Damen. Parallel zu dieser Entwicklung ist die Zahl der Eheschließungen dramatisch eingebrochen. Im vergangenen Jahr haben nur 51,4 Prozent der jungen Erwachsenen geheiratet, im Jahr 2000 waren es noch mehr 57 Prozent.

Wo junge Leute bereits geheiratet haben, fehlt in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld die Stabilität in der Beziehung. Jeder vierte Haushalt mit Kindern wird zurzeit von einer alleinerziehenden Mutter geführt. Unter allen Haushalten mit einer jungen Mutter unter dreißig Jahren liegen 30 Prozent unter der Armutsgrenze. Unter allen Haushalten bezieht aktuell jeder achte Lebensmittelmarken, die Hälfte davon sind junge Familien mit Kindern.

Richard Freeman, Volkswirt an der Harvard University, fürchtet psychologische Folgen dieser Entwicklung. „Diese jungen Leute werden Narben davontragen, unter denen sie ein Leben lang leiden. Man wird sie wohl die ‚verlorene Generation‘ nennen.“ Es sei klar, dass ihr Leben und ihre Karriere „ohne die aktuelle Wirtschaftskatastrophe anders verlaufen wären.“

Licht am Ende des Tunnels gibt es nicht, wie die Statistik zeigt. So zeigen die aktuellen Zahlen einen anhaltenden Zustrom von Einwanderern, die in den USA offensichtlich eher einen Job finden als Amerikaner. Das liegt daran, dass Unternehmen vor allem billige, und auch oft illegale und unterbezahlte stellen schaffen. Andere lassen lieber Senioren weiterarbeiten als neue Leute einzustellen. Jeder sechste Senior in Amerika arbeitet zurzeit, der höchste Stand seit den Sechzigerjahren.

Schlimm ist nur, dass die Politik in diesem Zusammenhang mit dem Bürger nicht ehrlich ist. Immer noch irrlichtern in Europa von Sarkozy bis zur FDP in Deutschland Volksvertreter mit „mehr netto vom brutto“-Parolen durch die Politik. Die Wahrheit ist: Für die Masse der Bevölkerung in den westlichen Ländern wird es dies nie wieder geben, weil eben nicht z.B. die Chinesen gänzlich zu unseren Löhnen aufschließen werden, sondern wir uns dauerhaft „irgendwo in der Mitte“ treffen.

Unsere einzige Chance, darüber nicht unglücklich zu werden, ist es, uns von der einseitigen Fixierung auf Konsum zu verabschieden. Verzweifelt seinen Konsum aufrecht zu erhalten, indem man nämlich auf Kinder verzichtet oder keine Rücklagen mehr für das Alter bildet, wird den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niedergang nur beschleunigen. Vielleicht birgt diese Krise ja die Chance, auf den auch vom Papst beschworenen Wertewandel in sich? Wenn die Menschen wieder akzeptieren, dass eine Familie zu gründen der wichtigste Lebenszweck ist, wird das den Konsumverlust zumindest relativieren.

Nur eine Generation, die die Herausforderungen ihrer Zeit nicht annimmt und in Agonie verfallen die Ärmel nicht hochkrempelt, ist tatsächlich eine verlorene Generation.




Vom heiligen Zeitgeist

Als liberaler Katholik von mir an dieser Stelle ein Vorab-Disclaimer: Was ich glaube ist meine Sache und was Sie glauben ist die Ihre. Ich mache niemandem Vorschriften und niemand möge mir Vorschriften machen! Ob Sie an Gott, Allah, das Spaghettimonster, den Klimawandel oder gar nichts glauben wollen, ist Ihnen überlassen.

(Von StresemannClub)

Das zuerst. Eigentlich widerstrebt es mir ja, Selbstverständliches in Form politischer Glaubensbekenntnisse zu wiederholen, aber ich mache es sicherheitshalber: Atheistische Dünnhäutigkeit tritt gerade besonders scharf in den Vordergrund und da geht man lieber auf Nummer sicher.

Atheistische Dünnhäutigkeit, anders kann man das Affentheater des dildoschwingenden und kondomwerfenden Mobs nicht nennen, der in Berlin, Erfurt und Freiburg fröhliche Urständ feiert. Wie gesagt, man kann glauben und nicht glauben, was man möchte, und man darf sich in unserem freien Land auch auf der Straße zum Deppen machen. Aber man muss ja nicht.

Die Ekelhaftigkeiten, die da dargeboten werden, schmerzen manche Christen, aber sie wissen, dass es der Preis einer freien Gesellschaft ist. Bemerkenswert, dass sie überwiegend aus der Ecke kommen, wo man sonst immer schnell den Kotau vor burka- und kopftuchtragenden Fundamentalisten macht, wenn es mal wieder um Schweinfleisch in Schulen, Karikaturen, Minarette und andere Beglückungen aus Nahost geht.

Dort tritt die eigene, vermeintlich aufgeklärte Überlegenheit schnell hinter der eigene Feigheit zurück. Die Verteidigung des Laizismus in Deutschland gegen die katholische Kirche ist in etwa so mutig und hat soviel mit aufständischem Rebellentum zu tun, wie die Verteidigung von Kondomen auf dem CSD. Wenn die ach so fortschrittlichen Atheistenmenschen tatsächlich gegen Unrecht im Namen des Glaubens protestieren wollten, dann sollten sie vor der Iranischen Botschaft oder vor der nächsten Moschee demonstrieren, gegen einen Glauben, dessen radikale Zweige für den Mord an Schwulen und Ehebrecherinnen verantwortlich zeichnen. Aber da niemand gerne Dynamit im Briefkasten hat und da Islamkritik ja etwas für Nazifaschistenchauvinistenrassisten ist, beschränkt man sich auf Papstkritik. Die Katholiken sprengen ihre Gegner ja nicht, sondern beten auch noch für sie.

Die zeitgeistige „Elite“ in Politik und Medien darf assistieren: Der Spiegel druckt den unvermeidlichen Titel (Hitler ist nächste Woche wieder dran.), der Staatsfunk ist dabei und überhaupt jeder Politiker, der mal eine Kirche gesehen hat, darf seine ganz eigene Glaubenslehre verbreiten. Gebetsmühlenhaft werden die immer selben Themen heruntergeleiert. Ein paar Worte dazu:

Missbrauchsskandal

Jeder einzelne Missbrauch von Kindern ist schlimm und muss streng verfolgt werden. Mehr als seine Vorgänger hat Benedikt sich dafür eingesetzt und versucht, zu den Opfern solcher Untaten Brücken zu bauen und Ausgleich zu schaffen.

Fest steht auch, dass es sich um kein katholisches Phänomen handelt: Vielmehr scheinen hierarchische, abgeschlossene Einrichtungen, in denen Erwachsene und Kinder auf engem Raum zusammenleben, einen besonderen Nährboden für Missbrauch zu bilden. Hier muss man besonders wachsam sein. Evangelische Einrichtungen und auch besonders progressive, wie die Odenwaldschule, stehen katholischen Schulen da in nichts nach, es gibt nur nicht so viele davon.

Wie gesagt, jeder Fall ist verabscheuungswürdig und schrecklich und durch nichts zu entschuldigen. Es geht hier aber um individuelles Versagen und nicht um die Kirche als ganzes.

Zölibat

Im selben Atemzug wird üblicherweise das Zölibat genannt. Denn, so die verquere Logik, wer keinen Sex haben dürfe, greife irgendwann auf kleine Kinder zurück. Wissenschaftlich ist das freilich Blödsinn und zeugt auch von einem sehr sehr düsteren Menschenbild.

Ja, Priester sollen nach katholischer Lehre ehelos, in Armut und Gehorsam leben und sich ganz ihrem Dienst an Gott widmen. Kompromisslos.

Wer Familie hat, wird wissen, dass Beruf und Familie kaum unter einen Hut zu bringen sind, ohne dass man Kompromisse eingeht. Das ist normal, aber nach katholischer Lehre für einen Priester, der ja berufen ist, nicht wünschenswert.

Dass hier ein kausaler Zusammenhang zum Priestermangel besteht, ist wahrscheinlich, aber auch kein Grund, einfach jahrhundertealte Traditionen über Bord zu werfen. Die Ansprüche an Gottesdiener sind hoch, man sollte sie nicht senken, nur um ein quantitatives Ziel zu erreichen.

Sexualmoral

Scheinbar das allerwichtigste Thema überhaupt: Jeder soll mit jedem dürfen. Was ja grundsätzlich auch schon erfüllt ist, aber jetzt will man dazu auch noch einen päpstlichen Segen haben. Auch wenn man eigentlich säkular ist, sicher ist sicher.

Auch hier ist klar und wird von niemandem bestritten: Was erwachsene Menschen gemeinsam im Schlafzimmer treiben, ist ihre Sache. Die Kirche aber ist nicht Gesetzgeber, sondern moralische Instanz, die sich zuallererst an ihre Mitglieder richtet.

Sie vertritt eine traditionelle Auffassung von der Ehe, als einen nur durch den Tod zu beendenden Bund. Dafür hat sie ganz England geopfert und sie wird diese Position sicher nicht deshalb räumen, weil ein geschiedener Bundespräsident und der rote Berliner Pöbel das sich wünschen.

In einer Zeit, in der 13jährige „Gangbangs“ veranstalten und Grundschulkinder schon mit Gendererziehung und Masturbationsunterricht an staatliche Zwangsschulen „oversexed“ werden, ist das ein angenehmer Kontrast.

Und eines muss man auch ganz klar sagen: Die Kirche wendet sich nicht von ihren Schäfchen ab. Nicht von den Geschiedenen und nicht von den Schwulen und Lesben. Sie missbilligt zwar deren Lebensstil, bietet ihnen aber Beistand, wie sie das für alle Menschen tut, die nach ihrem Verständnis sündigen. Sie hängt niemanden an Baukräne oder steinigt ihn.

Abtreibung

Im Strafgesetzbuch steht, sie sei rechtswidrig und bliebe in Ausnahmefällen straffrei. Hört man aber unseren „Meinungsmachern“ zu, könnte man meinen sie sei ein Menschenrecht. Ich bin gegen die Tötung von Leben, ich bin gegen die Todesstrafe und bin gegen Abtreibung, außer die Schwangerschaft ist eine Gefahr für die Mutter. Ausnahmslos. Das Recht auf Leben ist das fundamentale Menschenrecht, da gibt es nichts zu relativieren oder abzuwägen.

Niemand kann mit abschließender Gewissheit sagen, wo Leben beginnt. Der vierte Schwangerschaftsmonat ist ein völlig willkürlich festgesetzter Zeitpunkt.

Es gibt andere Meinungen und ich respektiere sie. Aber ich würde mir auch etwas Respekt von der Gegenseite erwarten. Hier bekommt man aber oft nur Hass: Kürzlich fand in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt. Abtreibungsgegner protestierten gegen die hunderttausendfache Tötung von Embryonen in Deutschland.

Wie gesagt, man kann anderer Meinung sein und meinetwegen kann man das auch per Demonstration kundtun. Aber die Gehässigkeit, Geschmacklosigkeit und Militanz der teilweise handgreiflichen Abtreibungsbefürworter lässt doch tief blicken.

Was mich ärgert, ist nicht die andere Meinung. Es ist die Selbstgerechtigkeit und Intoleranz mit der sie vorgebracht wird.

Und es ist auch nicht so, dass man die jungen Mütter mit ihren Sorgen alleine lasse, wie das oft behauptet wird. Gerade die Kirche tut sich mit einer Vielzahl von Hilfen für Mütter in Not hervor.

Und wer mir jetzt das Liberalsein absprechen möchte, dem gebe ich zu bedenken, dass die Ikone der Libertären, Ron Paul, der über 2000 Babies zur Welt brachte und ganz sicher kein evangelikaler Fanatiker ist, sich in seinem letzten Buch „Liberty Defined“ ganz klar gegen Abtreibung ausspricht. Wie auch andere führende Libertäre. Ihm fällt auf, was auch mich immer wieder verwundert: Leute, die für jeden Polizistenmörder, der hingerichtet wird Lichterketten bilden, scheinen gar nicht genug unschuldige und wehrlose Embryonen töten zu können.

Laizismus

Dann ist da noch die Trennung von Kirche und Staat, die ich persönlich auch für wünschenswert halte. Allerdings muss man festhalten, dass sie in Deutschland noch nie konsequent verwirklich wurde und auch im Grundgesetz keinesfalls festgeschrieben ist. Es ist ein inexistenter Verfassungsgrundsatz, der aber umso öfter beschworen wird.

Formell stellt der Papstbesuch da kein Problem dar, kommt er doch als Staatsoberhaupt, wenn auch als Chef eines sehr kleinen Staates. Aber darum geht es wahrscheinlich auch nicht: Warum darf er vor dem Bundestag sprechen und nicht andere? Dass die Frage sich niemand beim Borderline-Diktator Putin stellte, möchte ich gar nicht weiter hinterfragen. Aber heißt Trennung von Staat und Kirche wirklich, dass man dem Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt und immerhin einem guten Viertel aller Deutschen im Bundestag kein Gehör schenken darf?

Zum Thema Kirchensteuer und Staatsleistungen auch noch ein paar Worte, denn auch die Diskussion wird ständig aufgewärmt:

1. Der Papst ist gegen die Kirchensteuer.

2. Die Kosten für das Eintreiben der Kirchensteuer werden von der Kirchensteuer abgezogen.

3. Alle Glaubensgemeinschaften können grundsätzlich Kirchensteuern erheben.

4. Staatsleistungen sind keine Subventionen, sondern Entschädigungen für staatliche Enteignungen. Das Grundgesetz sieht vor, dass sie beendet werden können, indem die Länder eine endgültige Abfindung zahlen („ablösen“), das wäre aber teuer.

Die bemerkenswert offene Aussprache des Papstes gegen das deutsche Kirchensteuersystem ist leider ungehört verhallt. Kein großes Medienecho. Schließlich passt sie ja auch nicht ins Bild vom raffgierigen, halsstarrigen und veränderungsresistenten Mann in Rom.

Am wenigsten haben sie die so genannten progressiven Kräfte innerhalb der Kirchen (ganz ökumenisch) begrüßt. Schließlich hat man es sich bei stattlichem Gehalt, Haushälterin und Dienstwagen ganz bequem eingerichtet.

Ach ja, diese progressiven Kräfte. „Kirche von unten“ und wie sie auch heißen mögen. Sie hätten den Katholizismus gerne ein bisschen protestantischer. Käßmanniger. Wo man Konfirmanden eine zurechtgegenderte „Gerechte Bibel“ überreicht und auch ansonsten alles gut findet, was auch im SPD-Parteivorstand gut ankommt. Der liebe Gott soll da eher eine untergeordnete, allegorische Rolle spielen. „Religiöses Abklingbecken“ nennt das Matthias Mattusek sehr zutreffend im Spiegel dieser Woche. (Der Quotenkatholik durfte ganz hinten unter der Überschrift „Polemik“ auch was sagen.)

Man gibt sich dem Glauben hin, dass eine geschmeidigere Kirche, die nicht sooft aneckt, auch ihre Bänke wieder füllt. Welch ein kolossaler Trugschluss! Die evangelischen Kirchen erodieren geradezu, dagegen ist die Abwanderung bei den Katholiken fast harmlos. Die Menschen suchen im Glauben doch keine Zeitgeistinstitution. Im Gegenteil: Was gestern richtig war, ist nicht schon deshalb falsch, weil es heute unpopulär ist. Deshalb ist auch eine Demokratisierung der Kirche aus katholischer Sicht (Und die ist maßgeblich.) nicht wünschenswert. Wahrheit ist nicht teilbar, über Glauben wird nicht abgestimmt. Und das wäre für mich als Liberalen und Demokraten nur dann ein Problem, wenn die Kirche einen Zwang auf mich ausüben könnte.

Das und ihre globale Ausdehnung hat die Kirche en gros allen zeitgeistigen und weltlichen Versuchungen widerstehen lassen. Wer irdische Himmelreiche erschaffen wollte, musste die Vertreter des göttlichen erstmal ins Gulag/KZ sperren, wie viel einfacher war es da, die Vertreter von „fortschrittlichen“ Landeskirchen ins Boot zu holen, bei allen lobenswerten Ausnahmen.

Und so haben alle Weltveränderer seit Bismarck sich an der alten Kirche gerieben. Sie hat sie alle überlebt und sie ist auch gar nicht so schwach, wie man es ihr unterstellt. Weltweit ist sie am wachsen, sogar dort, wo Christsein mit Lebensgefahr verbunden ist. Dass sie in Deutschland zahlenmäßig auf dem Rückzug ist, kann man zwar nicht übersehen, aber die Summe der Kirchensteuerzahler ist nicht die Größenordnung, in der man Glauben misst, genausowenig wie man durch einen Vermerk auf der Lohnsteuerkarte zum Katholiken wird.

Es ist ja auch kein Wunder, dass 40 Jahre Unterdrückung durch ein atheistisches Regime im einen Teil und gut 40 Jahre Kulturkampf der 68er im anderen Teil Spuren hinterlassen. Die deutschen Kirchenbeamten waren da oft auch zu behäbig und konfliktscheu. Insofern ist das Schrumpfen wahrscheinlich auch ein Gesundungsprozess, wer die Kirchensteuer nur zahlt, weil er seine prächtige Pfarrkirche als Background für Familienfeste braucht, der wird dem Katholizismus nicht weiterhelfen.

Und wer meint, er Glaube zwar an Gott, aber der habe seine Meinung alle paar Jahre ans aktuelle Zeitgeschehen anzupassen, der kann ja immer noch Protestant werden. Da kann er dann mit Margot Käßmann für die heilige Gendergerechtigkeit beten. Da ist dann zwar Kirche und Liturgie nicht so schön wie bei unserer Truppe, aber man kann nicht alles haben.

Zurück zum Papstbesuch. Ich habe eingangs die atheistische Dünnhäutigkeit angesprochen, die mich immer wieder verblüfft. Angeblich rationale und aufgeklärte Zeitgenossen entwickeln einen missionarischen Eifer wenn es um ihren Nichtglauben geht, der manchem Großinquisitor gut zu Gesicht gestanden hätte. Die bloße Anwesenheit von Gläubigen scheint schon Hysterie zu verursachen. Warum eigentlich? Wenn Kirche und der ganze Kram Unfug sind, warum wendet man sich nicht einfach lächelnd ab. Warum sagt man Missionaren an der Tür nicht freundlich, dass man kein Interesse hat? Woher dieser Hass? Ich kann nur spekulieren: Hat man Zweifel am eigenen (Un-) Glauben und will lieber nicht daran erinnert werden? Fühlt man sich unwohl bei dem Gedanken, dass es über den Menschen noch eine höhere Instanz geben könnte? Oder ist man einfach nur das, was man dem anderen vorwirft: Intolerant?

Wenn heute ein strammer Liberaler twittert, dass man den 68ern doch zumindest für den Atheismus dankbar sein muss, dann lässt mich das mit Befremden zurück. Wenn ein anderer meint, Katholizismus und Liberalismus gingen nicht zusammen, dann finde ich das schon fast lächerlich.

Papst Benedikt sprach heute im Bundestag vom Naturrecht, von gottgegebenem, nicht menschengemachtem Recht. Was der Mensch aber nicht gibt, kann er auch nicht nehmen. Das Recht auf ein freies Leben gehört ganz sicher dazu. Immer wenn Menschen geglaubt haben, alles stünde zu ihrer Disposition, hat das schrecklich geendet. Die schlimmsten Mörderbanden des 20. Jahrhunderts waren Vertreter atheistischer Staatsideologien.

Es stünde vermeintlich aufgeklärten und liberalen Menschen gut zu Gesicht, mit Demut zur Kenntnis zu nehmen, dass auch sie nicht im Besitz aller Weisheit sind. Sie müssen keine Katholiken werden. Aber ein wenig Respekt wäre wünschenswert.


(Der Artikel ist im Original erschienen auf dem Blog „Streseman Club – Rechtsliberale in der FDP“)




Eine Frage der Perspektive

© 2011 by Daniel Haw

Daniel Haw - Vater der jüdischen Comicfigur Moishe HundesohnDaniel Haw ist Dramatiker, Maler, Komponist, Autor, Regisseur und Leiter des jüdischen Theaters Schachar in Hamburg. Der Vater der jüdischen Comicfigur Moishe Hundesohn veröffentlicht seine Cartoons jeden Freitag exklusiv auf PI. Zuletzt erschien sein Roman „Saphir“ und der neue Bildband „Ein Hundejahr: Moishe Hundesohn“.

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