Alkoholverbot in Bahn und Bus! Wirklich?

„Hamburg legt den Nahverkehr trocken“, summt es durch den Blätterwald, der Städtetag möchte das im ganzen Land durchsetzen, und aus Stuttgart wird berichtet, das sei dort längst eingeführt. Wirklich? Gibt es nicht auch ein Rauchverbot im Nahverkehr? Und als ein Münchner Rentner es wagte, zwei Mihigrus in der S-Bahn darauf hinzuweisen, rauchten die weiter, er landete im Koma, und die ZEIT lachte ihn aus! Die alles entscheidende Frage ist nämlich nicht, wieviel neue Gesetze und Verordnungen wir noch kriegen, sondern ob die alten überhaupt durchgesetzt werden.

Und hier versagt die Presse total. Der Bürger wird täglich angelogen. Zwei Täter wurden geschnappt und festgenommen, steht in der Zeitung. Daß sie zwei Stunden später wieder auf freiem Fuß waren, erscheint nicht mehr im Polizeibericht. Die Jugendlichen wurden zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Echt hart, dieses Urteil. Ob sie jedoch überhaupt eine einzige Stunde im Altersheim oder bei den Maltesern abgeleistet haben, das untersucht keiner. Gemeinnützige Organisationen sind meist froh, wenn sie das störende, renitente Gesindel nicht beschäftigen müssen, und unterschreiben den Zettel blanko.

Das weinende 13-jährige Geldautomaten-Mädchen in BILD wird mit seinen Eltern bestimmt ausgewiesen. Daß sie nach zwei Wochen wieder auf neuen Raubzügen hier sind, diese Vermutung wird taktvoll übergangen.

Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens und muß dem Opfer eine Entschädigung von 500 Euro zahlen. Na klasse, bei uns herrscht Ordnung. Aber greifen Sie mal einem nackten Mann, der zusätzlich noch untergetaucht ist, in die Tasche. (Hunderttausende leben laut WISO in Berlin unter falscher Adresse!) Da beißt sich jeder Gerichtsvollzieher die Zähne aus. Auch dies steht nicht mehr im Kurier, der Morgen- oder Abendpost. So wird dem braven, steuerzahlenden Michel täglich eine heile Welt vorgegaukelt, die in der Realität gar nicht existiert.

Sollten Sie also im Hamburger Nahverkehr künftig trotz Verbot auf Alkohol stoßen, sagen Sie lieber nichts, berufen Sie sich nicht auf den Städtetag, sonst kriegen Sie die Flasche vielleicht ins Gesicht, ähnlich wie der Polizist auf diesem Weinfest, dem ein Intensivtäter einen Schädelbruch verpaßt hat. Was das Recht angeht, merke: Mehr Schein als Sein!