Wahlkommentar Berlin, PI, Zukunft

Dieser Artikel wurde vor 18 Uhr, also vor den Hochrechnungen zur Berlin-Wahl, geschrieben, aber nicht vorher veröffentlicht, weil ich im Gegensatz zu manchen Co-Schreibern in den letzten Wochen keinen weiteren Parteien-Streit anzetteln wollte. Wie seit Tagen zu erwarten war, rangieren sowohl die Freiheit als auch PRO um die 1%, also an der Bedeutungslosigkeit, in Berlin. Ich habe nie verstanden, wie man angesichts dieser Größenverhältnisse vor den Wahlen laufend streiten mußte. Man sollte sich nur mit den Hauptgegnern offensiv anlegen und sich nicht auf Befehl des linken Mainstreams laufend von irgendwas und irgendjemand distanzieren, wie das vor allem die Freiheit praktiziert hat.

Die rote Systempresse macht jeden zum Neonazi, Rechtsradikalen und zumindest zum bösen Rechtspopulisten, der nicht devot ihren Gessler-Hut grüßt! Ich erinnere mal an die Bürgerbewegung Pax Europa, die vor den gewalttätigen, verbrecherischen Antifanten in Stuttgart nur bei den Piusbrüdern Unterschlupf fand.

Was folgt aus allem? Wir brauchen nicht unbedingt eine rechte Einheitspartei, aber auch kein gegenseitiges Sich-Beharken. Ich selbst würde in Köln natürlich immer Pro Köln wählen, und in NRW Pro-NRW. In Berlin hätte ich wahrscheinlich dieses Mal die Freiheit gewählt, ob dazu eine zweite Chance besteht, darf bezweifelt werden. Bei der letzten Bundestagswahl habe ich übrigens für die Piraten gestimmt, was mir ein paar Rechtsextreme bis heute haßerfüllt vorwerfen. Hatte aber den durchaus richtigen Gedanken, daß die Piraten direkte Stimmenfresser der Grünen sind, und daß dies zu einem kleinen linken Chaos hätte führen können, falls sie in den Bundestag gekommen wären. Bei der Baden-Württemberg-Wahl war meine Stimme natürlich für Mappus (CDU)! Wer will ernsthaft bestreiten, daß es der ganzen Republik besser ginge, hätte er gewonnen.

Viel zuviele Kommentatoren hier sind viel zu naiv. Sie warten auf eine Partei, die 100% ihren Ansichten entspricht. Diese Partei wird es nie geben. Warten Sie nicht darauf! Wählen Sie immer das kleinere Übel. Mehr gibt es nie! Die FREIHEIT ist zu etepetete, die PROs sind viel robuster, die REPs etc. sind längst verbrannt. Viele Leser unterschätzen aber die tägliche Parteiarbeit. Eine neue Partei aufzubauen ist eine Herkulesaufgabe. Und selbst dann wird es nichts, wenn nicht außergewöhnliche Ereignisse mitspielen. Ohne den islamischen Mord an Theo van Gogh, gäbe es Wilders nicht. Ohne einen wahnsinnig charismatischen Charakter als Parteiführer wird in Deutschland keine rechte Partei eine nennenswerte Chance haben.

Und dann noch was. Man sollte auch bezüglich des Auslands nicht über hingehaltene rote Stöckchen springen. Die FPÖ in Österreich hat bestimmt schon viel Mist geredet – welche Partei eigentlich nicht -, trotzdem ist es lächerlich, wenn sich deutsche Nobodys mit 1% an der FPÖ reiben, die aktuell laut Umfragen die stärkste Partei Austrias ist. Freuen wir uns doch über die Erfolge der FPÖ, der Wahren Finnen, der SVP in der Schweiz, an Marine Le Pen in Frankreich, am Vlaams Belang in Belgien, an der Lega Nord in Italien, an der Partei für Freiheit in Holland und so weiter. Alle diese Leute geben uns Auftrieb, man muß nicht das letzte Komma in deren Wahlprogrammen auseinandernehmen. Deutsche Kritik an denen ist kontraproduktiv und blöd!

Wählen Sie also, wen Sie wollen, es gibt keine Orthodoxie. Und das auch nicht bei PI. Wir sind kein Sprachrohr irgendeiner Partei. PI vertritt auch nicht bei jedem Thema eine einzige bestimmte Meinung. Insofern sollten sich sowohl die Beiträge, als auch die Kommentare endlich wieder mit Sachthemen beschäftigen! Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. Der Kater nach der Wahl ist in dieser Hinsicht für manche sicher hilfreich!