Patrick Bahners folgt Milli Görüs-Einladung, Teil 1

„Gehört der Islam jetzt zu Deutschland?“, war das Thema eines Vortrags von FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners am 6. Oktober in Esslingen am Neckar. Er folgte damit einer Einladung, bei der als Mitveranstalter der örtliche Moscheeverein der vom Verfassungsschutz als extremistisch und antisemitisch eingestuften IGMG wirkte. Vertreter der nationalistischen antisemitischen ATIB-Moschee gesellten sich ebenso dazu und die Esslinger DITIB-Moschee hatte auch keine Berührungsängste mit Nationalisten.

(Von Werner Sigel)

Anlass der Veranstaltung war das 10-jährige Bestehen der Gesprächsreihe „Christen und Muslime im Gespräch“. Ein Grundsatz, den ich selbst aktiv unterstütze und auch weiterhin unterstützen werde, bin ich doch seit Jahren, obwohl ich kein Christ bin, im christlich-islamischen Dialog in der Umgebung. Allerdings besteht in der Praxis eine massiv unterschiedliche Auffassung, werden doch von diesen Organisationen Antisemiten und Nationalisten der Grauen Wölfe völlig unkritisch ins Boot geholt. Veranstalter im Alten Rathaus Esslingen war die Evang. und Kath. Gesamtkirchengemeinde Esslingen in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungswerk Esslingen, die lokale DITIB-Moschee und die lokale Eroberer-(Fatih-)Moschee der IGMG. Zusätzlich waren laut Stuttgarter Zeitung Vertreter der ATIB-Moschee aus Plochingen erschienen. Auf diese Plochinger ATIB-Moschee möchte ich näher eingehen. Ihre Homepage ist aktuell passwortgeschützt, aber auf deren Facebookseite sind die eingestellten Bilder absolut aufschlussreich. Einige Bilder wurden zwischenzeitlich gelöscht, ich stell sie trotzdem ins Netz. Sie finden dort durchgestrichene, blutige und brennende Israelflaggen, das Standardbild einer Muslima, welche sich schützend vor ihre Kinder stellt gegen einen israelischen Soldaten, heroische Bilder im Leni Riefenstahl-Stil, das Logo der Grauen Wölfe, und indoktrinierende Schulungen Jugendlicher über Nihal Atsız, der Vordenker der der Grauen Wölfe. Besonders interessant finde ich auch das Bild wo auf der Leinwand steht „Ufuklarin (=Horizonte) Sultan Fatih (=Eroberer) Sultan Mehmed“. Um diesen Sinn deuten zu können braucht man keine türkischen Sprachkenntnisse. Als Sultan Mehmed 1453 das christliche Konstantinopel eroberte, wurden am Folgetag 10.000 Einwohner ermordet. Anschließend wurde Konstantinopel in Istanbul umbenannt.

Über die auch von Patrick Bahners hofierte IGMG Esslingen als Veranstalter möchte ich nicht weiter berichten, nur kurz zu deren Tag der Offenen Moschee letzte Woche. Am Eingang zum Jugendbereich hing ein Plakat mit Erbakan aus der MILLI GAZETE. Die Männer aßen weiträumig getrennt von den Frauen (sie vor dem Haus, die Frauen hinter dem Haus). Auffallend viele ganz schwarz gekleidete junge Frauen waren im Gelände zu sehen, so auch einige Salafisten, wie schon in den letzten Jahren.

Interessant ist auch dass die Esslinger DITIB-Moschee keine Berührungsängste zu Nationalisten hat – also den Wurzeln von Erdogan – berichtet sie doch auf ihrer Homepage über folgendes „Zusammensitzen mit Nachbarvereinen“. „Ülkü Ocagi“ auf dem Bild bedeutet frei übersetzt Ideallistenverein.

Am Ende der Veranstaltung mischte sich noch ein Vertreter der IGMG-Moschee in mein Gespräch mit Patrick Bahners ein. Was ich gegen Milli Görüs habe, war seine Frage. Ich antwortete ihm, deren antisemitische Einstellung, welche sich unter anderem daran zeige, dass auf dem Muslim-Markt jährlich für die antisemitische Al-Quds-Demonstration in Berlin geworben wird, die nach dem arabischen Namen für Jerusalem benannt ist. Darauf stellte sich der IGMG-Vertreter dumm, Al-Quds kenne er nicht. Ich sprach ihn daraufhin auf seinen Moscheenamen Fatih, also Eroberer an. Nee, das mit Eroberer stimme nicht, und würde was ganz anders heißen. Er rief dann den auf PI schon bekannten Taher Al-Radwany hinzu, der mich fragte „Wie heißt die erste Sure?“. Das war wohl die leichteste Frage, Al Fatiha, auf deutsch die Eröffnende. „Also, sehen Sie, jetzt wissen Sie, was Fatih übersetzt bedeutet.“ Gratulation Herr Al-Radwany, das war wieder einmal Taqiyya vom allerfeinsten. Selig sind die Belogenen, so schrieb schon Bassam Tibi in der ZEIT. Unsere Kirchenvertreter sind aus meiner Sicht ganz besonders selig.


» Esslinger Zeitung vom 10.10.2011 über den Bahners-Vortrag:

» Morgen folgt Teil 2: Patrick Bahners verteidigt Schariaurteile bei uns und schießt sich auf PI ein.