Erdogan: Deutsch verletzt Menschenrechte

Wie bereits gestern vermutet, sorgt Erdogan heute für Schlagzeilen, dabei ist er noch nicht einmal in Berlin gelandet. BILD hat zu seinem Besuch anläßlich 50 Jahre türkische Gastarbeiter ein Interview mit ihm geführt. Bevor wir auf seine Antworten eingehen, noch einmal der Hinweis, daß in Berlin und Deutschland weder 50 Jahre italienische, spanische, portugiesische, kroatische, serbische, slowenische Gastarbeiter noch sonst so etwas gefeiert wurde. Man hat auch nie die Ministerpräsidenten der genannten Länder zu diesem Behuf eingeladen.

Bei den Deutschkenntnissen, die gegen die Menschenrechte verstoßen, bezieht sich Erdogan auf die Importbräute aus Anatolien, bei denen die Sprache der Liebe spreche und kein Verlangen auf Deutschkurse. Daß die meisten dieser Ehen arrangiert sind und es sich oft noch um nahe Verwandte wie die Cousine handelt, vergißt der türkische Premier, obwohl er es natürlich weiß. Erdogan:

Wie ich schon sagte, müsste die deutsche Politik die zugezogenen Türken nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung sehen. Und das ganze Thema mit dieser Mentalität anfassen. Ein Beispiel: Wenn ein junger türkischer Mann ein Mädchen aus der Türkei liebt und heiraten möchte, wird dies als ein Fehler angesehen, denn die Bundesregierung verlangt, dass diese Frauen vorher Deutsch lernen müssen. Aber ich bitte Sie, welche Sprache spricht die Liebe? Es kann doch nicht sein, dass die Liebe junger Menschen per Verordnung nur auf Deutsch funktionieren darf.
Nein, wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte. Auch in den relevanten EU-Richtlinien steht von einer solchen Voraussetzung nichts. So etwas verletzt uns.

Ansonsten sieht Erdogan drei Millionen Türken in Almanya als Bereicherung, er hätte gerne die doppelte Staatsbürgerschaft und fordert weiterhin den EU-Beitritt der Türkei. Daß der Islam zu Deutschland gehöre, sieht er bei fünf bis sechs Millionen Moslems hier als Realität. Lesen Sie das Original-Interview hier!