Der Untergang der FDP

Die FDP ist so gut wie tot, sie weiß es nur noch nicht. Die Gründe sind ganz einfach. Es ist schleierhaft, warum das die Unterbelichteten an der Spitze dieses geschrumpften Vereins nicht wissen. Die FDP bekam bei der letzten Bundestagswahl 14,6% der Stimmen und lag damit komfortabel vor der SED-Linkspartei und den Grünen. Viele waren über dieses Wahlergebnis erstaunt, und es war ein Zeichen der Hoffnung, daß noch nicht ganz Deutschland von der roten Seuche erfaßt war. 

Und was hat die FDP aus ihrem Wahlergebnis gemacht? Eine Mehrwertsteuersenkung für Hotels. Das war alles. Warum hat sie keine Mehrwertsteuersenkung für alle durchgesetzt, und sei es auch nur um einen Punkt? Ansonsten war die FDP – mit einer perfiden Ausnahme – immer nur ein lemmighaftes  CDU-Anhängsel mit denselben linken Ambitionen, zum Beispiel der Forderung nach Mindestlohn. Beim Atomausstieg schwenkte Lindner nach fünf Minuten auch um und ein. Brauchen wir wirklich fünf Parteien, welche den Mindestlohn fordern und auch sonst in allem einig sind?

Und dann kam die große Chance, der Euro! Anstatt sich mit ökonomischem Wissen (?) konsequent gegen die permanenten Rettungsversuche zu positionieren, ist sie auch hier nur allen anderen Parteien hinterher gerannt. Die Mehrheit der Bürger des Landes will aber nicht für griechische Schulden zahlen. Die FDP hätte leicht Traumergebnisse mit 25% und mehr einfahren können. Die lächerliche Idiotie, daß wer nicht die Schulden der EUdSSR zahlt ein Neonazi ist, hätte man souverän auf die Seite wischen können.

Und warum das alles? Die Karrieregeilen wollten an der Macht bleiben, denn natürlich hätte man die Koalition mit der CDU notfalls aufkündigen müssen. Aber der Verlust von ein paar Minister- und Staatssekretärsposten und anderen Pfründen wäre durch ein tolles Wahlergebnis mehr als ausgeglichen gewesen. Die Zukunft der FDP hätte glänzend ausgesehen.

Und nun? Wer will die alten Knacker in der FDP? Keiner! Und wer will die jungen Versager aus der Boygroup? Auch keiner. Dies heißt aber nicht, daß hier Frank Schäffler angegriffen werden soll. Seine Initiative war richtig, nur den Herren Rösler, Lindner & Co, denen nimmt niemand mehr etwas ab. PI hat erst gestern darüber geschrieben. Der Zug ist abgefahren!

Bin gespannt, was morgen Hans-Olaf Henkel aus dem Zylinder zaubert. Er wollte ja den FDP-Entscheid abwarten. Es sieht alles danach aus, daß die Freien Wähler da irgendetwas vorhaben. Es kann nicht sein, daß in diesem Land auf Dauer fünf Parteien von der CDU bis zur SED in den meisten Fragen derselben Meinung sind! Hier zwei externe Links, die in die ähnliche Richtung argumentieren:

FAZ: FDP – der Untergang!
EF-Magazin: FDP-Untergang!