Mord an Israelin: Göttinger Polizei sucht Syrer

Im Mordfall an der israelischen Studentin gehen die Staatsanwaltschaft und die Polizei Göttingen mittlerweile von einer „Beziehungstat“ aus. Dringend tatverdächtig, die Israelin am 18.12 in ihrer Wohnung getötet zu haben, ist ein 24 Jahre alter Syrier.

In einer heute veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung heißt es:

Im Fall der Ermordung einer 26 Jahre alten Göttinger Medizinstudentin (siehe unsere Pressemitteilung Nr. 844 vom 22.12.11) laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, der Mordkommission (MOKO) „21/12“ und des Landeskriminalamts weiter auf Hochtouren.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen ist ein 24 Jahre alter Medizinstudent dringend verdächtig, die Israelin am Wochenende des 18.12.11 in ihrer Wohnung in einem Göttinger Studentenwohnheim getötet zu haben. Wie bekannt, wurde das Opfer erst am Nachmittag des 21.12.11 aufgefunden. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen syrischen Staatsangehörigen. Aufgrund der bislang ermittelten Gesamtumstände gehen die Staatsanwaltschaft Göttingen und die aus 25 Beamten bestehende MOKO inzwischen von einer Beziehungstat aus. Anhaltspunkte für einen politischen Hintergrund bestehen nicht.

Die Ermittlungsbehörden haben zwischenzeitlich gesicherte Erkenntnisse darüber, dass sich der mutmaßliche Mörder schon vor dem Zeitpunkt der Entdeckung der Leiche ins Ausland abgesetzt hat. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Göttingen hat das Amtsgericht Göttingen inzwischen einen Haftbefehl gegen den flüchtigen Studenten erlassen. Die Staatsanwaltschaft fahndet nunmehr international nach ihm.

Nach dem Ergebnis der Obduktion des Leichnams der getöteten Studentin ist von einem Erstickungstod auszugehen. Weitere Details hierzu werden aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt. Die intensiven Ermittlungen zur Klärung der genauen Tatumstände dauern an. Das Ergebnis der Spurenauswertung steht noch aus.

Presseauskünfte erteilt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen Staatsanwalt Andreas Buick unter Telefon 0551/403-1620.

Am 26.12. hatte der Redakteur des Göttinger Tageblatts, Matthias Heinzel, jüdischen Internetagenturen noch „religiöse und rassistische Propagandazwecke“ unterstellt (PI berichtete). Erst gestern schrieb Heinzel in einer Email-Antwort an einen PI-Leser:

Sehr geehrter …,

unsere Aufgabe ist es nicht, falsche oder erfundene Nachrichten zu verbreiten. Das Märchen von dem festgenommenen Araber, der die 26-jährige Studentin ermordet haben soll, fällt in diese Kategorie. Bei der Göttinger Polizei haben bis heute keine ausländischen Medien angefragt. Die ganze Araber-Geschichte ist von A bis Z erfunden, und jetzt wird daran eine Schmierenkampagne gegen uns angehängt, weil die Urheber schlicht keine Beweise haben.

Statt uns zu kritisieren, sollten Sie sich ebenso wie viele ähnlich „gut“ informierte Kommentatoren fragen, weshalb Sie jeden Blödsinn glauben, der im Internet verbreitet wird. Oder meinen Sie etwa auch, das World Trade Center sei von Amerikanern und Juden in die Luft gesprengt worden?

Aber: Falls Sie über irgendwelche BEWEISBARE und ÜBERPRÜFBARE Informationen verfügen, dass an der Araber-Geschichte doch etwas Wahres ist, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich wäre der erste, der solchen Spuren nachgeht.

Beste Grüße,

Matthias Heinzel

Matthias Heinzel
Göttinger Tageblatt
Fon: 0551/901-741
Fax: 0551/901-720
m.heinzel@goettinger-tageblatt.de

Inzwischen geht auch das Göttinger Tagblatt nicht mehr von einer erfundenen Araber-Geschichte aus – der Autor des Artikels mit dem Kürzel „fh“ ist zweifellos nicht mehr Matthias Heinzel…