Wer hat schon einen Asylanten schuften sehen?

Alex Rühle, seit zehn Jahren  im Feuilleton der linkspopulistischen Süddeutschen, drückt kurz vor Weihnachten auf die Asyl-Tränendrüse. Nur 44 Millionen Flüchtlinge gebe es, und wir ließen viel zu wenige herein. Daß nach diesen 44 Millionen vielleicht noch einmal 44 Millionen und noch einmal 44 Millionen kämen, sagt Rühle natürlich nicht. Stattdessen behauptet er, wir hätten im Mittelmeer das größte Massengrab aller Zeiten geschaffen, in dem seit 1988 über 10.000 Menschen ertrunken seien. Quellen nennt er keine, und die Idee, daß wir zu niemand gesagt haben, er solle zu uns übers Mittelmeer schwimmen, ist ihm fremd.

Rühle fällt dies alles ein, während er in seinem Marokko-Urlaub den Flüchtling und Autor des obigen Buches, Fabien Didier Yene aus Kamerun, trifft, und er läßt sich von diesem allerhand Stories erzählen, die er alle glaubt. Dabei hätte Rühle Yene vor zwei Wochen noch billiger auf Lesereise in Österreich bei der Promotion des obigen Buches treffen können, aber wir müssen sehr froh sein, daß Rühle keine Frau ist. Eine französische Journalistin, die Yene ebenfalls in Marokko interviewte, kam nämlich mit einem Kind von ihm nach Paris zurück – ziemlich wahrscheinlich, daß auch diese Perle ihrer Zunft Yene alles geglaubt hat, sogar „Je t’aime“!

Kommen wir aber zum Thema zurück – der Artikel steht in der heutigen Wochenendbeilage der SZ -, Rühle will wissen, ob Yene überhaupt noch nach Europa wolle, und dann geht der Text so weiter:

‚Wozu‘, fragt er fast perplex, so als habe man ihm einen absurden Trip ins Nirgendwo angeboten. ‚Wenn ich Glück habe, darf ich bei euch im Discounter Dosen einräumen. Aber die meisten haben Pech. Ich seh’s doch über Facebook. All meine Freunde, die tatsächlich drüben ankommen, geben erst mal euphorisch an. Eldorado! Hab“s geschafft! Und dann verstummen sie. Alle. Sie posten einfach nichts mehr. Entweder weil sie so deprimiert sind, oder weil sie dermaßen schuften, dass aus ihnen die Kraft ausläuft wie aus einer alten Batterie.“

Ui! Tut mir sehr  leid, habe schon viele Asylanten herumhängen sehen, aber einen, der geschuftet hat, daß ihm die Batterie ausgelaufen ist, noch nie!