Orthodoxe Christen begehen heute Heiligabend und feiern ab Mitternacht Weihnacht. Die Verschiebung zu unseren Weihnachten beruht darauf, dass orthodoxe Christen immer noch den Julianischen Kalender nutzen, während bei uns seit 1582 gemäß päpstlicher Verordnung der gregorianische Kalender gilt.

(Von felixhenn)

Das Jahr nach dem Julianischen Kalender ist elf Minuten länger als ein Sonnenjahr und somit verschiebt sich alle 128 Jahre der Frühlingsanfang um einen Tag auf ein früheres Kalenderdatum. Der Gregorianische Kalender führte unter anderem auch die Regel ein, dass bei allen vollen Jahrhunderten nur alle 400 Jahre ein Schaltjahr ist. So war das Jahr 2000 ein Schaltjahr, das Jahr 1900 aber nicht.

(…) Gregorianischer Kalender

1582 fand das astronomische Ereignis Primar-Äquinoktium schon am 11. März statt. Die aufgelaufene Differenz des Julianischen Kalenders gegenüber dem Sonnenjahr betrug also 10 Tage (Festlegung des Frühlingsanfangs auf den 21. März durch das ersten Konzils von Nicäa im Jahr 325). Papst Gregor XIII. ließ deshalb zum Ausgleich im Jahr 1582 auf den 4. Oktober den 15. Oktober folgen, wobei die Abfolge der Wochentage nicht verändert wurde; auf einen Donnerstag folgte ein Freitag.
Außerdem wurde die julianische Schalttagsregelung um eine Ausnahme-Vorschrift ergänzt, der zur Folge die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schalttage enthielten. Nach der neuen Schaltregel sind diejenigen Säkularjahre, deren Zahl dividiert durch 400 keine Natürliche Zahl ergibt auch keine Schalt-Jahre. Dies war bei den Säkular-Jahren 1700, 1800 und 1900 der Fall. Nur noch jedes vierte Säkularjahr (zum Beispiel das Jahr 2000) ist somit ein Schaltjahr geblieben. Das gregorianische Kalenderjahr hat eine durchschnittliche Länge von 365,2425 Tagen. Der Fehler hat sich auf 1 Tag in mehr als 3000 Jahren verringert, so dass voraussichtlich erst im Jahre 4800 ein Schalttag zusätzlich entfallen muss, um das Kalender-Datum 21. März in der Nähe des Zeitpunkts des Primar-Äquinoktiums zu positionieren.

Auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders war es noch üblich, in einem Schaltjahr den 24. Februar zu verdoppeln.

Missale Romanum: Extra Tag(e) im Schaltjahr

Bei der Zählung der Kirchentage in der katholischen Kirche galt diese Praxis uneingeschränkt noch bis 2001. Betroffen waren Feiertage und Namenstage. Seitdem wird in den Ausgaben des Martyrologium Romanum die Durchnummerierung der Kalendertage zugrundegelegt.
(…)

Soviel zum Grund warum die Orthodoxen ein anderes Datum für das Weihnachtsfest haben.

Wenn wir jetzt aber mal betrachten, unter welchen Umständen die Kopten, die auch zu den Orthodoxen zählen, ihr Weihnachtsfest begehen müssen, mit welchen Sicherheitsvorkehrungen, dann kann einem nur Angst werden. So sieht nämlich unsere Zukunft aus. Kopten waren einmal die überwiegende Mehrzahl in Ägypten, bevor sich der Islam aufdrängte. Dann gab es zwar immer wieder Perioden, in denen es ruhig blieb, aber in letzter Zeit nehmen die Übergriffe der Moslems wieder zu. Auf Wikipedia wird dann wieder relativiert und von „Auseinandersetzungen zwischen Kopten und Muslimen“ gefaselt, wo es heißen müsste: „Durch Islam begründete Angriffe von Moslems auf Kopten“.

Die Aufzählung der Angriffe sprechen Bände. Von den Führern der hiesigen Islamverbände hört man dazu nichts, außer von Zeit zu Zeit, dass das alles nichts mit dem Islam zu tun hat, wie ja auch der Islam nichts mit dem Islam zu tun hat und Mohammed schon gar nicht, oder manchmal eben doch. Gerade wie es eben gebraucht wird. Wenn sich der Herr Mazyek den Respekt des Schreibers dieses (Formulierung gestohlen bei Ephraim Kishon) erwerben will, soll er nach Ägypten reisen und den Moslems dort erzählen, dass ihr Verhalten unislamisch ist und nichts mit dem Islam zu tun hat und deshalb einzustellen ist. Auf dem Rückweg kann er dasselbe auch in der Türkei verbreiten.

Auch in Deutschland werden schon Kopten von Moslems bedroht. Hat eigentlich Herr Wulff schon einmal erklärt, dass Kopten und andere orthodoxe Christen auch zu Deutschland gehören? Wenn ja, muss ich das übersehen haben.

Aber stellen wir uns mal vor, Kopten hätten Moslems bedroht. Was da wohl los gewesen wäre? Der gesamte Staatsschutz wäre herumgerannt wie die Kakerlaken, die Lichterketten hätten nie endende Ausmaße erreicht, die Ausweisung aller Kopten wäre nur noch eine Frage der Zeit und Frau Merkel hätte eine CD pressen lassen mit permanenter Bitte um Entschuldigung an die Moslems und unter der gesamten Bevölkerung verteilt, mit der Pflicht verbunden, diese CD mindestens zweimal am Tag anzuhören. So, oder so ähnlich, wenn das auch weit überspitzt formuliert war, wäre das abgelaufen. Aber es handelte sich im beschriebenen Fall ja nur um koptische Christen.

Es bleibt mir als nichtorthodoxer Christ nur noch, allen orthodoxen Christen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen. Möge der Herr den Kopten endlich den lang ersehnten und wohlverdienten Frieden bringen. Aber das wird wohl ein Traum bleiben in Anbetracht der Tatsache, dass sich die neuen Herrscher in Ägypten weigern, den Kopten zu Weihnachten zu gratulieren, wie es zu Mubaraks Zeiten üblich war.

Ich wiederhole mich jetzt absichtlich: Frohe Weihnachten liebe Orthodoxen und vor allem liebe Kopten!

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25 KOMMENTARE

  1. Lesen bildet, wie auch hier!

    Besonders bei PI.

    Frohe Weihnachten an alle koptischen und orthodoxen Christen. An alle anderen natürlich auch, aber das dauert noch etwas.

  2. Möge der Herr den Kopten endlich den lang ersehnten und wohlverdienten Frieden bringen.

    „Der Herr“ hat offensichtlich kein Interesse an den Kopten.

  3. Ja, bei diesem Linksdruck und Gutmenschentum kann einem wirklich nur noch schlecht werden. Es ist die gezielte Abschaffung unserer Kultur und Zivilisation.

  4. #4 prinz eisenherz (06. Jan 2012 10:06)

    Seit wann lehrt das Christentum, so was zu tun????
    Der Fall ist ein Beispiel für den perversen afrikanischen Aberglauben, der sich -trotz oberflächlichem Bekenntnis zum Christentum- vielerorts noch erhalten hat.

    Oft wird beklagt, daß das Christentum bei der weltweiten Missionierung einheimische Kulturen zerstört hat. O.g. Fall zeigt aber, daß das heutige Christentum oft auch zu tolerant ist gegenüber den z.T. verbrecherischen Sitten einheimischer Völker, insbesondere in Afrika.

  5. Ab 1582 galt der neue Kalender vielleicht im Kirchenstaat des Papstes, aber Skandinavien beispielsweise hat noch Ewigkeiten gebraucht, diesen Kalender einzuführen. Auch die protestantischen Herrschaften im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation taten sich schwer, ihre Tageszählung nach gregorianischen Regeln auszurichten.

  6. Auch von mir an schönes Weihnachten an alle orthodoxen Christen in aller Welt.

    Seit ich einige Kopten, die vor dem Islam aus Ägypten fliehen musste, kennen gelernt habe, kann ich nachfühlen was das heißt als christliche Minderheit in einem islamischen Land zu leben.

    Da werden heute zum orthodoxen Weihnachtsfest noch einige Kirchen brennen und einige Christen sterben müssen, nur weil der Koran seinen Anhängern vorschreibt alles nicht-islamisches auszurotten.

    Unsere rotgrünen Gutmenschen wollen das einfach nicht wahrhaben und hätscheln die Anhänger des Faschischto-Islam bei uns auf bis auch unsere Kirchen brennen!

  7. Die ägyptische Kopten z.B. sind ganz anständige Menschen. In ihrer Heimat wurden Sie von den Anhängern des Islam brutal verfolgt, zusammengeschlagen, getötet und ihre Kirchen und Häuser wurde von Moslems angezündet. Sie haben hier in Deutschland Zuflucht gefunden und sind dankbar hier aufgenommen zu werden.

    Ihre Töchter laufen ohne Kopftuch oder mobiles Einmannzelt rum und die Kopten sprechen fließend deutsch, obwohl manche von ihnen kaum ein halbes Jahr bei uns sind. Sie achten unsere Kultur und unsere Gesetze. Den Einheimischen sind sie freundlich gesinnt und dank ihrem christlichen Glaubens sind diese Menschen offenherzlich, freundlich und nett!

    Danke liebe orthodoxe Christen dass ihr hier seit und schöne Weihnachten!

  8. @ #11 dragonslayer.
    ich kann sie nur bestaetigen:
    die koptischen christen, die mich zu ihrem weihnachten 2011 nach hamburg einluden, waren fuer mich – trotz bedrohung und medienignoranz auch hier –
    allesamt angenehm freundlich und offen, unauffaellig leise, voller naechstenliebe.
    menschen, die vorbildlich fuer ihren glauben einstehen, wie meine juedischen freunde in hamburgs grindelviertel. hut ab davor.

    und so sah die feier in hamburg aus:
    „Weihnachstmesse 2011 der aegyptischen Christen der koptisch-orthodoxen Kirche in „St Peter der letzte Maertyrer“, Schroederstift, Hamburg.“

    http://www.youtube.com/playlist?list=PL7400C12F6DBBAD0C

    auch von meiner seite beste glueck- und segenswuensche an meine koptischen freunde.

  9. Ja, Frohe Weihnachten, liebe Brüder und Schwestern in Christo!
    Auf dass wir eines Tages wieder vereint sind.

  10. Hat der UN-Rat schon Schutztruppen nach Mohammedanistan entsandt, um die Religionsfreiheit für Nichtmohammedaner durchzusetzen, die nichtmohammedanischen Minderheiten zu schützen und Frieden nach Mohammedanistan zu bringen?

    Im Kosovo war es dem UN-Rat ein wichtiges Anliegen, den Mohammedanern mit Truppen und Krieg beizustehen und Mohammedanistan um ein weiteres Land zu erweitern.

    Warum werden nur Mohammedaner vom UN-Rat ünterstützt, wenn doch die Gewalt gegen Andersgläubige von Mohammedanern ausgeht?

  11. #18 nicht die mama
    „…Warum werden nur Mohammedaner vom UN-Rat ünterstützt, wenn doch die Gewalt gegen Andersgläubige von Mohammedanern ausgeht?“

    Es sind antichristliche Kräfte, die überall, wo sie nur können, den islamischen Dschihad unterstützen.
    Schau mal, was heute in der einst prosperierenden Elfenbeinküste vor sich geht, nachdem die UNO und Nato den Christen Gbagbo durch den Moslem Quattara mit dessen „Rebellen“ a`la UCK weggebombt haben.
    Abidjan 2012 auf einem Schulhof:
    Guck mal das Video unten
    http://ivoirtv.net/index.php/news/education/item/8155-des-lyceens-ivoiriens-tabasses-par-leur-proviseur-avec-laide-de-soldats

  12. Ja, ein frohes Weihnachtsfest wünsch auch ich allen orthodoxen Christen besonders in der afrikanischen und arabischen Diaspora.

    Terra christiana est et deus caritas est !

  13. Liebe Kopten, liebe orthodoxe Christen!Frohe Weihnachten und Gottes Segen!Ihr seid nicht allein, wir sind auf euerer Seite!

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