Kirche gegen Rassismus & Fremdenfeindlichkeit

Wie immer wieder festzustellen, folgt die Katholische Kirche in Deutschland (das ja – Gott sei’s gedankt – nicht der Nabel der Welt ist) mit Eifer dem Beispiel der Käßmänner-EKD, versäumt also keine Gelegenheit, sich mit dem Hauptstrom gleichzuschalten und den Vorgaben der rot-grün dominierten Meinungsindustrie im Buhlen um ein paar anerkennende Worte zu entsprechen. Kein Wunder also, dass die deutschen Bischöfe sich auch als Vorkämpfer gegen „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ in Position bringen – wie man das heute eben so macht.

In einer Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz heißt es:

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf seiner heutigen Sitzung in Würzburg „eine neue Entschlossenheit“ von Staat und Gesellschaft im Kampf gegen rassistische und rechtsextremistische Tendenzen in Deutschland gefordert. „Der Gipfel gegen Rechtsextremismus, der heute auf Einladung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder abgehalten wird, muss zu einem starken Zeichen des Zusammenstehens des Staates und der demokratischen Kräfte gegen alle Formen der Menschenverachtung werden. Wer Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe oder Religion ausgrenzt, wer sie diskriminiert oder gar physisch attackiert, der muss mit Reaktionen der staatlichen Gewalt und dem Widerstand der freiheitlichen Gesellschaft rechnen“, erklären die Bischöfe.(dbk)

Nun ist es eine Sache, Rassismus in dem natürlich-naiven Wortsinn zu verurteilen, dass Menschen auf die äußeren Merkmale ihrer Herkunft reduziert und abgewertet werden, so dass die Gottebenbildlichkeit und Individualität des Gegenüber gar nicht mehr durchdringt. Auch dürfen „Rasse“ und „Nation“ nicht zu Götzen, zu höchsten Gütern einer säkularen Heilsverheißung werden. Wie gesagt, das ist die eine Sache – und die versteht sich eigentlich von selbst.

Auf einem anderen Blatt aber steht, wie in diesem Land der „Diskurs“ über „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ geführt und dazu missbraucht wird, Konzepte, Ideologien und Unterstellungen zu transportieren, die das originäre Anliegen gegen den vorgenannten Rassismus überdehnen, entstellen und kompromittieren.

Die eine Sache ist das Thema für sich genommen, eine andere aber der Kontext, in dem ein Thema abgearbeitet und mit zusätzlichen Inhalten und Motiven aufgeladen wird. Eine eigene, authentische Positionierung sollte, namentlich bei einem „Reizthema“, den gesamten Assoziationszusammenhang in den Blick nehmen und ansprechen.

Hier ein paar Anregungen im Rahmen des von den Hirten so sehr geschätzten „Dialoges“ (Konservative ausgenommen), was sich vom christlichen Standpunkt aus zum Daueraufreger „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ auch einmal in den öffentlichen „Diskurs“ einbringen ließe und die Kirche als nachdenkliche, kritische wenn auch unliebsame Stimme vernehmbar machen könnte:

– Unchristlich ist, die „Mitte der Gesellschaft“, zu der auch das  Gros der noch verbliebenen Kirchgänger zählen dürfte, unter Verweis auf vermeintliche „Studien“ und Aussagen von „Kommissionen“ oder Experten“ permanent unter den Generalverdacht des verkappten Rassismus zu stellen.

– Unchristlich ist auch die Sozial-Utopie des Multikulturalismus, weil alle politischen Utopien, die die Apotheose einer bestimmten Form von Gesellschaft zum „summum bonum“ betreibt und daraus – seien es nun Demokratie, Rasse, Nation, Staat, Sozialismus oder eben Multikultopia – einen Götzen macht, als Perversion christlicher Heilsverheißungen zu verwerfen sind.

– Unchristlich ist, Fremde zum Objekt für die Erlösungssehnsüchte, den moralisierenden Hochmut und gönnerhaften Paternalismus der „Gutmenschen“ (ehedem „Pharisäer“) zu degradieren.

– Unchristlich ist es, die Fremden auf ihre ethnischen und kulturellen Merkmale zu reduzieren und sie zu verzwecken, einen Teil des übersättigten und gelangweilten Bürgertums zu „bereichern“.

– Unchristlich ist die Hybris, unter Verweis auf eine wie auch immer begründete, exklusive moralische Mission der eigenen Nation mit den Ressourcen des Gemeinwesens die ganze Welt retten zu wollen und dabei dessen Zukunft leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

– Unchristliche Anmaßung ist es, in die Welt hinauszuposaunen: „Kommt zu uns alle, die ihr mühselig und beladen seid, wir wollen euch erquicken!“

– Unchristlich ist es, wenn saturierte Politiker oder Medienmächtige, die für die Rettung der Welt geforderte Solidarität und Opferbereitschaft bevorzugt bei anderen anmahnen, die darum ringen müssen, ihre und ihrer Familien Existenz zu sichern.

– Unchristlich ist, wenn man das Christentum gegenüber dem vordringenden Islam nicht mehr selbstbewusst vertreten darf, weil dies heutzutage gleich als „Rassismus“ gescholten wird.

Sehr christlich wäre hingegen die Bereitschaft, nicht den bequemsten Weg zu gehen, den Finger in die Wunde zu legen und dagegen zu sprechen, dass ein zutiefst humanes, dem christlichen Menschenbild gemäßes Anliegen politisch-utopisch überfrachtet wird. Wenn es dafür, wie zu erwarten, wieder eine Tracht medialer Prügel setzt – wohlan, das wäre doch ganz im Sinne des Erfinders.

Kontakt:

Deutsche Bischofskonferenz
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(Bitte wie immer im Ton höflich, aber bestimmt!)