Oslo: Ja zum Kopftuch – Nein zur Mütze

Ein Osloer Lokalpolitiker und Schulvater monierte die Ungleichbehandlung von Schülern, die für ihn darin bestand, dass norwegische Schüler ihre Mützen und Kappen im Klassenzimmer abnehmen mussten, während Kopftuchträgerinnen ihren Hijab anbehalten durften. Die Sache landete beim Landrat, und er entschied, dass es keine Ungleichbehandlung gäbe, denn während ein Verbot des Hijab ein Eingriff in eine Form der Religionsausübung bedeuten würde, sei ein Verbot gegen Mützen und Kappen von „weniger eingreifendem Charakter“.

Der Vater, Bjoern Vesten, meinte dazu – die Entscheidung kommt nicht unerwartet, aber es ist altmodisch, wenn man religiöse Kopfbedeckungen zulässt und säkulare nicht. Kappen und Mützen sind ein wichtiger Identitätsausdruck für viele Kinder und Jugendliche, da bekommen sie keine Unterstützung. Der Landrat dazu: Auch wenn viele Schüler das Tragen von Mützen und Kappen als ein Teil ihrer Jugendkultur ansehen, wird dieser Brauch nicht durch Regeln der Religionsfreiheit geschützt.

Damit hat der Landrat politisch korrekt jeden Konflikt vermieden, aber Papa Vesten will die Sache jetzt dem Zivil-Ombudsmann vortragen: „Mein primäres Ziel ist es nicht, dass die Schüler im Klassenraum Kopfbedeckungen tragen. Aber ich reagiere auf die gängige Praxis, dass eine umstrittene Kopfbedeckung wie der Hijab zugelassen ist, während andere Kopfbedeckungen verboten sind.“

Die blonde Kristina Lund meint dazu: „Es ist für mich eine morgendliche Standardprozedur geworden, eine Mütze aufzusetzen. Die Kopfbedeckung ist ein Teil meiner Identität geworden, entweder Mütze oder Kappe. Ich bin regelrecht irritiert, wenn ich morgens meine Mütze nicht finde.“ – „Trägst Du die Kopfbedeckung drinnen?“ – „Ja. Das ist ja ein Teil von mir. Aber in der Schule habe ich sie abgenommen, wenn Lehrer darum baten. Ich verstehe diejenigen, die es als ungerecht ansehen, dass es verschiedene Regeln für Mützen und Hijabs gibt. Ich empfinde, dass meine Mütze mehr als eine Kopfbedeckung ist, und ich fühle mich nackt ohne.“

Die Hijab betuchte Iram Abbas mit den versteckten Haaren meint dazu: „In meiner Schulklasse sind fünf Mädchen, die Kopftücher tragen, und wir haben nie irgendwelche Kommentare dazu erhalten. Die meisten Lehrer akzeptieren nicht, dass die anderen Schüler die Kappe im Klassenraum tragen.“ – „Glaubst du, dass die Lehrer diese diskriminieren?“ – „Die Mütze ist äußerlich und hat mehr mit Mode zu tun, während das Kopftuch ein religiöses Symbol ist. Es kann nicht verglichen werden. Aber ich persönlich habe nichts gegen eine Mütze oder Kappe.“ – „Kann das Kopftuch auch ein modisches Accessoire sein?“ – „Hijab ist in erster Linie ein religiöses Symbol, aber man kann es auf unterschiedliche Weise binden und auf diese Weise verschiedene Hijab-Stile kreieren. Vielleicht kann es beides sein.“

Leider wurde Iram nicht gefragt, ob sie das Kopftuch abnehmen würde, wenn die Lehrer sie darum bitten würden. Vielleicht sollte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Aydan Özoguz mit ihren kriminellen Brüdern in Oslo eine Kopftuch-Debatte anstoßen, denn wir haben eigentlich reichlich das islamische dschihadistische separierende Sexualsymbol diskutiert.

(Quelle: Aftenposten / Übersetzung: Alster, PI-Hamburg)


Kleiner Nachtrag aus der Weihnachtszeit: In der Schule in Drammen, Norwegen, wurden die sonst üblichen Weihnachts-Zipfelmützen (Nisseluer) mitsamt den Weihnachtskleidern aus Rücksicht auf muslimische Mitschüler verboten. Hier geht es um eine skandinavische Traditionsverkleidung, die schon der uns bekannte Carl Larson gezeichnet hat (Bild links: Carl Larsens Tochter Brita im Weihnachtskleid mit Zipfelmütze).