Siegfried Kohlhammer: Die Feinde und die Freunde des Islam

Ein kleines Juwel! Es dürfte einmalig gewesen sein, daß im altehrwürdigen MERKUR von Klett-Cotta, Untertitel „Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken“, derselbe Artikel zweimal erschien. Genau das passierte aber mit einem Essay von Siegfried Kohlhammer, den er „Die Feinde und die Freunde des Islam“ betitelt hatte. Der Text erschien erstmals in Merkur, Nr. 558/559, Sept./Okt. 1995, und wurde wieder veröffentlicht im Merkur, Nr. 631, Nov. 2001, nach den islamischen Anschlägen in den USA. 

Nun findet man in der Wüstenei des Internets manches, wenn man Glück hat, der Artikel ist jedenfalls auf einer offensichtlich toten Seite immer noch präsent, optisch schlecht aufbereitet, denn da hat einer den Text der Fußnoten immer gleich zu den Fußnoten mitten in den Essay hineinverpflanzt, aber man kommt leicht mit und könnte bei Interesse auch alles speichern, selber redigieren und ausdrucken, was je nachdem 17 Seiten ergibt.

Das Frappierende an diesem Essay ist, daß es auch schon vor zwanzig Jahren und vor der terroristische Islam mit 9/11 sichtbarer wurde, in Presse, Wissenschaft und Politik den gleichen Reflex gegeben hat wie heute, man dürfe den Islam nicht verteufeln und zum Feindbild machen, es gebe nicht DEN Islam, sondern viele Richtungen, der Islam sei durchaus auch modern, die Frauen nicht unterdrückt, der Harem eine Bereicherung, alles gewürzt mit dem üblichen westlichen Selbsthaß und mit dem Schuldkult wegen christlicher Kreuzzüge und so weiter.

Wie gesagt, speichern Sie diesen Essay bei Interesse am Thema lieber, vor er aus dem Internet verschwindet. Siegfried Kohlhammer ist ein exzellenter Wissenschaftler, der sich bis heute nicht einlullen läßt. Wir werden bald auf ihn zurückkomen und auch einigen der im Essay genannten Quellen nachgehen.