„Zeitungszeugen“ zurück am Kiosk

Von der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis zur bedinungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 – „Zeitungszeugen“ druckt Presseerzeugnisse dieser für Deutschland wie für die ganze Welt einschneidenen Epoche nach und ergänzt sie mit Analysen von Historikern. Seit dem 5. Januar wird die Serie nun in zweiter und überarbeiter Auflage wöchentlich auf den Markt gebracht.

In der aktuellen Ausgabe sind neben acht Seiten Historikeranalysen das NSDAP-Organ „Der Angriff“, die KPD-Gazette „Der Kämpfer“ und die bürgerliche „Deutsche Allgemeine Zeitung“ enhalten. Hat man sich erst einmal an die altdeutsche Schrift gewöhnt, kann man einiges entdecken. Etwa einen Dr. Goebbels, der sich bereits damals politisch korrekt an „Parteigenossen! Parteigenossinen!“ wandte. Dabei war das Projekt anfangs nicht unumstritten.

So berichtet „Der Westen“:

Die Nachdrucke hatten bei der Erstedition im Jahr 2009 für Wirbel gesorgt. Das Land Bayern scheiterte unter anderem mit einer Urheberrechtsklage. Der Zentralrat der Juden bezeichnete die lediglich lose in den Mantelteil gelegten Nachdrucke damals als „Kopiervorlagen für Nachwuchsnazis“.

Der Kritik wollen die Macher der „Zeitungszeugen“ mit einer Verdopplung des von Historikern zusammengestellten Kommentar- und Analyseteils auf acht Seiten, einem Verzicht von Poster- und Plakatbeilagen und einer Erweiterung der ausgewählten Blätter aus dem In- und Ausland begegnen. Zudem sollen die Originalzeitungen fortan mit einem Aufdruck markiert werden, um sie eindeutig als historisches Dokument auszuweisen, wie Kiesewetter [Chefredakteurin, Anmerkung PI] erläuterte.

Die Erstausgabe ist für 1 Euro, alle weiteren Ausgaben zum Preis von jeweils 3,90 Euro erhältlich.