Zet-Aktion: Offener Brief an die Berlin Biennale

Sehr geehrte Damen und Herren, anlässlich der geplanten „Kunst“aktion des Herrn Martin Zet (Foto l.) möchte ich Ihnen meine Meinung anhand dreier Zitate nahebringen. Das erste, von Heinrich Heine stammende, kennen Sie sicherlich, das dürfte man Ihnen mittlerweile oft genug, und insbesondere auch wohlverdient, um die Ohren gehauen haben:

(Von Le Waldsterben)

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Und da Ihr „Künstler“, soweit ich weiß, gerne darauf hinweist, dass er die Bücher nicht verbrennen wird, vielmehr noch gar nicht feststeht, wie mit ihnen verfahren wird, möchte ich Ihnen zeigen, dass das Zitat den Handlungen Ihres „Künstlers“ zu folgen vermag:

„Dort wo man Bücher entsorgt, entsorgt man auch am Ende Menschen.“

Das war das erste Zitat. Das zweite ist eines, das SIE auf erschreckende Weise als immer noch, auch im Jahr 2012, gültig belegen:

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ (Brecht)

Und dass und warum Menschen wie Sie, die sich selbst als unheilbar dauer-gut einzuschätzen scheinen, vor dem Grauen, das wir in der deutschen Geschichte zu verantworten und zu erinnern haben, nicht gefeit sind, wusste schon der Schriftsteller Ignazio Silone vor 70 Jahren.

Und dieses ist das dritte Zitat, welches Sie sich hinter den Spiegel stecken müssten, aber nicht tun werden, weil Sie sonst in selbigen nicht mehr hineinschauen könnten:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Nein, er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

Und an dieser Stelle möchte ich betonen, dass mein ganzes bisheriges Schreiben völlig unabhängig davon ist, ob die Thesen des Herrn Sarrazin falsch, verhetzend, ‚krude‘ oder sonst irgendwas sind oder nicht. Aber wenn dies Betrachtung findet, kommt zu allem noch hinzu, dass für Menschen, die an faktenbasierter, reiner Wahrheit interessiert sind – unabhängig davon, wie unerwünscht manche Wahrheiten wären – , nicht eine einzige These in Sarrazins Buch belastbar widerlegt worden ist!

Unglückliche Formulierungen – meinetwegen, darüber soll man gerne streiten. Aber sogar die am meisten beschossenen Thesen, wie die zum Fragenkreis der Genetik, entsprechen dem Stand der Wissenschaft. Wer das nur schwer glauben kann – hier zum Beispiel kann man mit einer Speichelprobe selbst, wenn auch nicht kostenfrei, ein persönliches jüdisches Erbe genetisch überprüfen lassen!

Aber für Sie sind, erkennbar allein an der Unterstützung des besagten „Künstlers“, Sarrazins Thesen überwiegend oder völlig falsch, was nichts anderes bedeutet als: an Wahrheiten sind Sie absolut nicht interessiert. Wahrheit ist unerwünscht ist Lüge. Orwell lässt grüßen!

Sie, meine Damen und Herren, widern mich an!

Das wollte ich Sie, mit höflichen Grüßen (da ich gegenüber Menschenverächtern wie Ihnen nicht freundlich sein möchte), wissen lassen.

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