Konzernchef: Europa stellt sich selbst infrage

Wolfgang EderDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine ändert seine Unternehmensstrategie und investiert bis zum Jahr 2020 mehrere Milliarden Euro in Werke außerhalb Europas. Die Begründung des Konzernchefs Wolfgang Eder (Foto): Das niedrigere Wachstum, aber auch die industriefeindliche Politik in Europa. Eder wörtlich: „Die Umorientierung erfolgt nicht zuletzt deswegen, weil sich Europa als Industriestandort immer stärker selbst infrage stellt.“

Das Unternehmen mit rund 40.000 Mitarbeitern will seinen Umsatzanteil in anderen Kontinenten von 22 auf 50 Prozent steigern. Geplant sind zwei neue Werke in Brasilien. Im Autobereich entstehen neue Standorte in China und den USA, auch Südafrika ist ein Thema.

Nachdem vor Jahrzehnten wichtige Wirtschaftszweige wie zum Beispiel die Textilindustrie aus Europa abwanderten und Hunderttausende Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gingen, scheint sich nun eine zweite große Welle anzubahnen. Eine schleichende Abwanderung ist sowohl in der Automobilindustrie als auch in der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu verzeichnen. Die Energiekostenfrage wird künftig bei Entscheidungen über den Investitionsstandort eine Schlüsselrolle spielen. Deutschland ist dabei nicht konkurrenzfähig.