Medienpreis: Ehrt Roman Herzog Antisemiten?

Israel-Gegner Mitri RahebHeute Abend soll in Baden-Baden der palästinensische Pastor der lutherischen Kirche und bekennende Israel-Gegner Mitri Raheb (Foto) von Ex-Bundespräsident Roman Herzog für dessen angeblichen „Versöhnungsleistungen“ mit dem Deutschen Medienpreis geehrt werden. Die gesamte jüdische und christliche Welt läuft Sturm, aber zwei Kirchenfürsten der Landeskirche, die Medienpreis-Jury und der Bundespräsident a.D. bleiben bisher bei ihrer Entscheidung.

Die Israelfreunde Norddeutschland haben jetzt in einem Offenen Brief an Roman Herzog gegen diese Entscheidung protestiert:

Sehr verehrter Herr Bundespräsident Prof. Dr. Herzog,
sehr geehrter Herr Geschäftsführer Kögel,

mit Erschrecken haben wir festgestellt, dass der palästinensische Pastor Mitri Raheb für den diesjährigen Deutschen Medienpreis nominiert wurde. In der offiziellen Preisbegründung heißt es dazu:

„Nahe der Mauer zwischen Israelis und Palästinensern setzt sich der evangelische Pfarrer trotz vieler Rückschläge und Bedrohungen für die Verständigung von Christen, Moslems und Juden ein. ..Dr. Rahebs Wirken ist die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung.“

Bei allen auch positiv zu bewerteten Teilen der Arbeiten von Pastor Raheb sind doch die Kernsätze der Juroren hier unhaltbar und falsch! Denn Mitri Raheb setzt sich keineswegs für Versöhnung zwischen Juden und Moslems ein – und leider auch nicht zwischen Muslimen und Christen. Herr Raheb ist europaweit für folgende problematischen Punkte bekannt:

1. Mitri Raheb läßt keine Gelegenheit aus, das jüdische legitime Recht auf den Staat Israel zu bestreiten.

2. Raheb klagt Israel auf jede denkbare Weise an. So behauptet er, dass Israel ein „Apartheitsstaat“ sei, obwohl dort 1,2 Mio. Araber wie andere Volksgruppen gleichberechtigt im Land leben, während der Aufenthalt für Juden in den palästinensischen Gebieten nach Lynchfällen wegen Lebensgefahr verboten werden musste. Die Wahrheit wird von Herrn Raheb auf den Kopf gestellt. Allein deshalb kann gar keine von Raheb initiierte Versöhnungsarbeit mit Juden in Bethlehem existieren.

3. Geschichtsklitterung: Israel wird von Raheb als „Eroberer palästinensischen Landes“ dargestellt. Das ist historisch und völkerrechtlich Unfug. Es gibt kein arabisches Patent auf Israel, denn alle Juden – auch Ben Gurion – waren vor der Staatsgründung laut Pass ebenfalls „Palästinenser“. Juden haben seit etwa 1900 Ländereien in großem Stil von Arabern erworben. Darüber hinaus wurde Niemandsland besiedelt, was vorher zu Jordanien gehörte und völkerrechtlich korrekt und von der Staatengemeinschaft damals ausdrücklich erwünscht war. Der Sicherheitszaun wird als „Mauer“ dargestellt (obgleich nur ca. 3 % der Strecke Mauer und der Rest Zaun ist) und als Beleg für „Schikane“ durch die Israelis gewertet. Tatsächlich wurde die Sperre erst ab 2003 errichtet, um mit Erfolg die Menschen vor Terror und Selbstmordattentaten zu schützen. Diese Maßnahme hat nicht nur tausenden unschuldigen jüdischen Bürgern und Soldaten, sondern auch palästinensischen Attentätern und Kämpfern das Leben bewahrt.

4. Raheb bestreitet die jüdische Herkunft Jesu und bezeichnet ihn als Palästinenser, was für jeden ernsten Theologen ein Affront darstellt. Auch viele regimetreue ‘Theologen’ in der Nazizeit stellten die abstruse Behauptungen auf, Jesus sei „Arier“ – und die z.B. ein landeskirchliches „Institut für Entjudung“ in Eisenach hatte die Aufgabe, alles Jüdische aus der Bibel zu entfernen. Diese Art des Denkens wollen wir in Deutschland nicht mehr!

5. Raheb predigt die „Ersatztheologie“, welche letztlich die geistliche Grundlage für den Holocaust bildete. Die Ersatztheologie besagt, dass Juden von Gott verworfen und die Christen das „neue Volk Gottes“ seien. Es handelt sich um eine falsche und rassistische (Juden abwertende) Grundlehre, die dazu beitrug, dass es in Europa immer wieder Pogrome gab – und die eine geschichtliche Ablehnung und Passivität der Christen u.a. im 3. Reich gegenüber allem Jüdischen erklärt. Die „Ersatztheologie“ läßt sich aber nicht von der Bibel ableiten, auch im Neuen Testament werden die Juden als Volk Gottes angesehen – und die Christen werden vor Überheblichkeit den Juden gegenüber gewarnt (vgl. Römer 11).

6. Raheb wird von bekannt israelfeindlichen Gruppen eingeladen, um dort die Stimmung gegen Israel zu schüren. Ein Beispiel ist ein bestimmter Zweig der presbyterianischer Kirche in den USA. Herr Raheb unterstützt hier antisemitische Kirchenresolutionen, die weltweit von der überwiegenden Anzahl der Christen abgelehnt werden.

7. Dass arabischen Christen in den palästinensischen Gebieten mehr Leid durch ihre moslemischen Nachbarn zugefügt wird, wird von Herrn Raheb niemals öffentlich thematisiert. Pfarrer Raheb und seine Geschwister wissen, dass Kritik an Israel keine das eigene Leben gefährdende Konsequenz zur Folge hat, wie es bei der Kritik an palästinensischen Terroristen der Fall wäre. In der Sache bewegt sich Rahebs Gedankenwelt nahe im Bereich von palästinensischen Fundamentalisten, die Israel hassen und ihr eigenes Volk gegenüber allen anderen erhöhen. Diese Form eines Israel-ablehnenden, unbiblischen Grundverständnisses kann nicht Basis für einen fruchtbaren Dialog oder für eine Versöhnungsarbeit sein. Statt echte Versöhnung durch Jesus Christus zu predigen, wird der Glaube für israelfeindliche Zwecke missbraucht.

Es ist demnach ein Skandal, dass Herr Raheb einen Medienpreis erhält, wenn gleichzeitig dessen antiisraelische und ausdrücklich anti-judaistische Haltung in diesen Punkten mitgeehrt werden – und ein Bundespräsident dazu in einer Laudatio noch seinen Segen gibt. Das Gedenken an den Holocaust wird dadurch im übrigen auf subtile Weise ad absurdum geführt.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Herzog, wir bitten Sie höflich, von einer Laudatio unter diesen Umständen abzusehen.

Wir bitten Sie, Herr Kögel, und die Jury mit Nachdruck, die Ehrung von Herrn Raheb fallen zu lassen. Es ist keineswegs hinnehmbar, dass derartige Geschichtsklitterungen, theologische Verdrehungen und anti-israelische Hetze unter dem Deckmantel von „Versöhnungsarbeit“ wie die von Herrn Raheb in Deutschland noch mit einem Preis belohnt werden.

Wer sich dem Protest anschließen will, schreibe eine Email an:

» Prof. Roman Herzog: buerobprherzog@gmx.de
» Karlheinz Kögel (Medienpreis): dmp-pressebuero@media-control.de


Siehe auch:

» BZ: Deutscher Medienpreis für Mitri Raheb?