Nietzsche hat einmal geschrieben: „Nie Etwas zurückhalten oder dir verschweigen, was gegen deine Gedanken gedacht werden kann! Gelobe es dir! Es gehört zur ersten Redlichkeit des Denkens. Du musst jeden Tag auch deinen Feldzug gegen dich selber führen.“ Einem, der sich mit Wissenschaftstheorie auskennt und der die öffentlichen Debatten verfolgt, muss dieses Zitat beinahe zwangsläufig einfallen. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, war keine Debatte, von einer Sarrazindebatte kann genausowenig die Rede sein wie von einer Zivilklauseldebatte oder einer Walser-Bubis-Debatte, zumindest was die Kommentatoren angeht. Zu einer Debatte gehört konstitutiv, dass man den Standpunkt des Gegners ernst nimmt und auf Argumente eingeht. In dieser Hinsicht sticht die Walser-Bubis-Debatte positiv aus der Masse. Denn gleich auf wessen Seite man sich stellen wollte, man konnte sich versichern, dass die Auseinandersetzung zwischen Walser und Bubis noch ein gewisses Niveau hatte. Dieses Niveau geht zusehends verloren.

(Von MEB)

Es kann heute vermehrt beobachtet werden, dass in vielen Debatten eine bestimmte Seite sehr häufig an das moralische Gefühl der Zuhörenden appelliert. Daran allein ist nichts Verwerfliches, da jeder Debattierende nach Zustimmung sucht. Verwerflich wird es jedoch, wenn der moralische Appell als Argument gegen alles Mögliche hinhalten muss, wenn der Appell das Argumentieren vollständig ersetzt und in den Augen des Appellierenden auch wirklich eine Form der Widerlegung darstellt.

Angefangen mit den Revolten der 33er, der 68er über das Habermas’sche Fälschen von Zitaten zu den Eiferern von Occupy und der Studentenbewegung heute kann eine Kontinuität beobachtet werden. Es ist der blinde moralische Eifer, der sich im Zweifel auch gegen das Faktische Geltung verschaffen will. Es wird gegen eine Gesellschaft rebelliert, die zuerst als moralisch minderwertig charakterisiert wird, wonach sich jedes Argument der Gegenseite in ein genuin antimoralisches Argument transformieren lässt, und in der Folge teilt sich die Welt in die Anständigen und die Feinde der Menschheit. Womit ich nicht, was man heute ja leider betonen muss, behauptet habe, dass die 33er und die 68er wesentlich gleich gewesen wären, sondern dass sie sich in diesem Punkt gleichen.

Selten war das Prädikat der Weisheit so einfach zu erwerben wie dieser Tage. Es genügt ja völlig, darauf hinzuweisen, dass man in der Sarrazindebatte zwischen der faktischen und der normativen Ebene unterscheiden muss. So hat Sarrazin die genetische Komponente von Intelligenz betont und ein Beispiel mit Lipizzanerpferden gebracht. Das ist eine wissenschaftlich gut fundierte Hypothese, nichts weiter. Aus dieser Hypothese kann nun, wie jedem Philosophen bekannt sein dürfte, kein normativer Anspruch abgeleitet werden. Der sog. naturalistische Fehlschluss besagt ja gerade, dass von einem „Sein“ nicht auf ein „Sollen“ geschlossen werden kann. Wenn wir Sarrazin verhandeln, verhandeln wir also offenbar nicht, ob Intelligenz erblich sei, sondern in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, d.h. die anderen mit mir leben sollen.

Über derartige Erwägungen sind die modernen Ayatollahs des Westens jedoch erhaben. Mithilfe ihrer moralischen Kodizes, die sie leider allzuselten aufdecken und kritisch reflektieren – was sie freilich nicht davon abhält, genau das permanent von anderen zu verlangen – wachsen ihnen die Flügel, die uns Normalsterblichen fehlen, um zwischen der Welt des Normativen und der Realität hin und her zu wechseln. Man muss sich, um dies zu überprüfen, nur einmal die Bilder von den radikalen Kräften der Casinobesetzung an der Frankfurter Uni anschauen, um zu verstehen, mit was für einer Art von Bewegung wir es hier zu tun haben, wenn das Interieur kaputtgemacht und Auschwitz plakatiert wird.

Das wäre im Einzelfall auch ganz unbedenklich; einen einzelnen Eiferer kann man ignorieren. Aber wenn der moralische Zeigefinger sich wieder einmal zur Faust ballt und aggressiv die Meinungsfreiheit unterminiert, indem er relevante und interessante Debatten mit einem unberechtigten normativen Anspruch aushebelt, ohne konstruktiv an diesen teilzunehmen, dann steht mehr auf dem Spiel als die intellektuelle Tradition neben der Tradition einer Frankfurter Schule und ihrer Zitatefälscher.

Traurig wird es, wenn sogar die großen Zeitungen, von Politikern erwartet man ohnehin schon länger nichts Besseres mehr, in beinahe nur polemischer und appellierender Manier auf die Thesen eines Sarrazin reagiert. Absurderweise teilweise sogar sich zu ereifern, ohne das Buch gelesen zu haben. Man könnte argumentieren, dass sich der ein oder andere Schreiberling entlarvt hat, dass ihm nichts Besseres einfiel, als in dieselbe Kerbe zu hauen, so wie wir es aktuell bei Christian Wulff erleben. Was auch immer man von Christian Wulff halten will, so sollte doch klar sein, was man von einer solchen Schreiberkaste halten sollte.

Es ist doch bemerkenswert, wenn eine Seite, die sich permanent moralisch im Recht sieht, dies offenbar nur durch Appelle und zurechtgedrechselte Zitate und – leider sehr oft – durch das Verprügeln von frei erfundenen Gegenargumenten belegen kann. Hier geht nicht nur der Anstand verloren, es geht zugleich auch der Anspruch flöten, Recht haben zu können. Denn ein Standpunkt, der sich stets nur als moralische Entrüstung präsentiert und der Debatte ausweicht, wird wohl einfach keine echten Argumente haben.

image_pdfimage_print

 

37 KOMMENTARE

  1. Der aktuelle Kreuzberger KinderInnenstürmer TAZ mit seiner Ersatzreligion:

    http://www.taz.de/Streit-der-Woche/!87199/

    Streit der Woche

    Soll man Klimaskeptikern zuhören?

    Mit dieser Frage wird schon suggeriert, dass anthropogene Erderwärmung als unumstößliches Faktum gilt und Zweifler nicht ernstzunehmen sind.

    Von dort aus ist es nicht weit zu:

    “Kein Kölsch den Klimaskeptikern”!

    oder:

    “Kein Fußbreit den Klimaskeptikern!”

  2. Die PC-Schlinge zieht sich immer enger um unsere Hälse – bis keinerlei Unkorrektes mehr zu vernehmen ist.
    Heute noch von Meinungsfreiheit zu sprechen – dies bleibt nur mehr Linken, Köpfchen-in-den-Sand-Stecker und Vollidioten vorbehalten.

  3. Du musst jeden Tag auch deinen Feldzug gegen dich selber führen.

    bestimmt der leitspruch von „kewil“.

  4. Du musst jeden Tag auch deinen Feldzug gegen dich selber führen

    Und halten sich auch alle schön brav daran? Oder sind alle schon zu beschäftigt mit ihrem Feldzug gegen linksgrüne Faschisten und EUdSSR-lern?

    Hier lese ich oft große Worte. Tatsächlich davon sehen tue ich aber hier genauso so wenig wie bei all den anderen Moralpredigern.

  5. #9 Der_Demokrat (07. Feb 2012 23:21)

    Du hast den Witz dabei nicht verstanden! Wir führen jeden Tag den Feldzug gegen uns selber!

    Willkommen im Club!

    Vor lauter Selbstfeldzüge kommen wir ja zu nix…

  6. Schön geschrieben. Leider lassen sich nicht alle Konflikte durch Kritik und Debatten lösen.

    Das ist wohl auch dem Widerstand um von Stauffenberg gegen Hitler klar geworden.

    Viele Probleme heute haben tatsächlich eine wahre oder gefühlte existenzielle Bedeutung. Es ist dann psychologisch verständlich, wenn Menschen sehr schnell in eine kämpferische Haltung übergehen.

    Umso bewunderswerter sind z.B. Islamkritiker, insb. auch auch auf diesem Blog, wenn sie trotz Verteufelung der Islamkritik immer noch auf den argumentativen Gedankenaustausch setzen.

  7. Bei diesem Feldzug gibt es kein „Wir“. Und ich denke als Witz war das auch nicht gedacht 🙂

  8. #12 Kahlenberg 1683 (07. Feb 2012 23:32)

    Meiner Meinung nach gibt es auch noch keinen Anlass, trotz allem, für Hyperventilation!

    Das große Umdenken ist im vollen Gange, deswegen auch die verstärkten Angriffen von Links-Faschisten!

  9. #10 WahrerSozialDemokrat   (07. Feb 2012 23:30)

    Wir führen jeden Tag den Feldzug gegen uns selber!

    **************
    Hat nicht ein grosser Prophet so den wahren Jihad beschrieben?

  10. #15 WahrerSozialDemokrat (07. Feb 2012 23:36)

    Umso besser, wenn es so ist mit dem großen Umdenken.

  11. #17 1. Advent 2009 (07. Feb 2012 23:44)

    Ja so ähnlich, nur Nietzsche meinte wohl den inneren Schweinehund und Mohammed den äusseren…

    Deswegen reite ich auch so auf das „Wir“ so herum…??? Ob berechtigt, weiß ich nicht…

  12. #11 1. Advent 2009

    Mal ehrlich, diskriminiert ihr die etwas nicht 😉
    Also bei uns ist es schon Diskriminierung wenn wir zur Fußball EM/WM unsere Nationalhymne auf dem Balkon singen

  13. Woran erkenne ich einen glühenden Gutmenschen?

    Sieglinde Abd El Aziz

    Deutscher Vorname und arabischer Nachname.

    Sie beobachtet gut und stellt Dinge und Fragen plausibel. Leider ist sie im linksgrünen Milieu verhaftet. Ein Typ, der fast immer Entscheidungen gegen seine Natur trifft.

    Fehler habe ich bewusst übersehen.

    Grüß Gott,

    wie viele hier erachte ich das Gerede über Menschen gemachte Klimaerwärmung für völlig überzogen. Wir leben am Ende einer Wärmeperiode und dadurch ist die Klimaerwämung ein völlig normaler Vorgang. In diesem Zusammenhang sehen einige Wissenschaftler das Azssterben der Arten, sowohl in Fauna als auch Fauna.

    Einigen Quellen zufolge soll die nördliche Hemisphäre bis ca. 150km nördlich der Donau mit bis zu 20 ! km dicken Gletschern bedeckt gewesen sein. Ist nun dieses ganze Wasser, oder doch ein Großteil dessen in der Atmosphäre gelöst und stellt man sich weiter vor wie unendlich viele kleine Prismen dies bedeutet, wovon ein jedes das Sonnenlicht verstärkt, ist das, was der Mensch zur Erderwärmung beiträgt wohl vernachlässigbar.

    Zumal ich gehört habe anhand von Bohrkernen aus der (Ant)Arktis hätten Wissenschaftler eine ähnlich hohe CO2 Belastung der Luft zu Zeiten des Römischen Reich festgestellt, wäre es dann nicht vernünftiger die Ursache in einem Vulkanausbruch zu suchen?

    Wenn wir schon bei physichen statt chemischen Ursachen sind: wer sagt uns das es am CO2 liegt?; denkbar wäre auch, das die heißen Industrieabgase, welche in der Regel wohl selten unter 230°C liegen das Klima deutlich stärker belasten. Wäre es nicht sinniger diese Abgase zur Stromerzeugung bzw. zum Heizen zu nutzen anstatt dem Bürger die Wahl der Leuchtmittel vorzuschreiben?

    Wobei die Regierung zur Abwendung einer Energiekrise besser die Subventionen für den Transport von Agragütern streichen sollte anstatt die Aufgaben des Millitärs dahingehend zu erweitern, unseren Bedarf mit Waffengewalt gegen die Erdölexportierenden Länder durchsetzen zu wollen; das nur am Rande.

    Es grüßt

    Sieglinde Abd El Aziz

    Nachfolgend wird offenbar, wie Fakten zurechtgebogen werden auf der Website Klimafakten.de

    07.02.2012 18:40 Uhr
    von Carel Mohn:

    Der Begriff „Klima-Skeptiker“ ist in der Tat hoch problematisch, denn an sich ist Skepsis Grundlage jeder Wissenschaft und insofern uneingeschränkt zu begrüßen. Tatsächlich geht es aber weniger um Skepsis als darum, Wissenschaft zu diskreditieren und empirisch überprüfbare Befunde in Zweifel zu ziehen. Der Antrieb ist insofern ideologisch begründet, weil vielen „Klimaskeptikern“ – aus den unrerschiedlichsten Motiven – die politischen Schlüsse nicht passen, die man ziehen müsste, wenn man die Befunde der Klimaforschung ernstnimmt.
    Wir haben uns deshalb bei der Redaktion von klimafakten.de entschieden, den Begriff möglichst zu meiden.

  14. #19 WahrerSozialDemokrat   (07. Feb 2012 23:50)

    Dafür geht es dann beim Ramadan an die Substanz! Vielleicht hilft dort das „Wir“-Gefühl doch noch? Jeder muss da selber leer schlucken – aber mit dem Gedanken an die weltweite Ummah fühlt sich jeder kleine Abdallah den dekadenten Kuffar wieder überlegen?

  15. #22 Saubermann   (08. Feb 2012 00:10)  

    Auf unserer Fahne und den offiziellen Dokumenten befindet sich sogar ein Kreuz!

  16. Individuell- oder Kollektiv-Selbstverständnis einer Gesellschaft oder Gemeinschaft?

    Sozialisten, Kommunisten, Islamisten und Kapitalisten gehen von einer kollektiven Entwicklung der Gesellschaft aus und sind bestrebt den widerstrebenden Individualismus möglichst gering oder zumindest Systemtreu anzupassen und jegliche fremde Gemeinschaft als systemgefährdend zu bekämpfen. Zeitweilige und oder dauerhafte Zusammenarbeit der Kollektiven bestätigen das System als gegenseitig relevant.

    Dagegen gibt es die individuelle entwurzelte und frei von allen Konfirmationen und rein nihilistische Gesellschaftsbefürworter verschiedener Couleur und Intensivität, die schon selbst Gesellschaft als Bedrohung des Eigenen ablehnt, deren Streben läuft auf Selbstauflösung der Gemeinschaft hinaus und das ist deren selbstschuldtilgende Erfüllung für alle.

    Und dann gibt es noch die, die meinen, dass das Individuum Teil der Natur und Umwelt ist, es im Ich und Freiheit gefördert werden muss, bei möglichst gerechten Anspruch an die Gesellschaft ohne jedoch alle ausser sich zu verteufeln oder zu verengeln, da jeder Einzelne seinen Platz entsprechend sich selber (demütig oder rebellierend) zuordnet. Die Gesellschaft wird nicht mit Gemeinschaft verwechselt und dient als Mittel um individuell innerhalb der Gemeinschaft äusserlich ordnend in einer Gesellschaft zu überleben und wenn möglich zu gestalten.

    Die Gesellschaft ist der Zeitrahmen des Individuums und die Gemeinschaft das Kontinuum der Individuen im kollektiven Kontext.

  17. Also ganz ehrlich, als vernunftinteressierter Mensch, der Aufklärung, die griechische Philosophie der Antike, und den Gebrauch des Verstandes als hohe menschliche Tugenden betrachtet, fühle ich mich in einer Gruppe der vielgescholtenen amerikanischen Kreationisten wohler, als in einer Gruppe, die aus scheinheiligen Moralidioten wie Ströbele, Trittin, Gysi und Gabriel besteht, die wie Bin Laden stets den moralischen Zeigefinger heben, wenn sie ihren täglichen Sülz absondern.

    Die Jünger dieser Politikmullahs wurden wirklich mit dem Kammerbeutel gepudert, Hillbillies die zum selbstständigen Denken nicht fähig sind. Die fragen immer ersmal ihren roten Mullah, bevor sie auf eine unerwartete Frage antworten, einfach erbärmlich, eine Todsünde des Homo Sapiens Sapiens der eigentlich sein eigenes Gehirn benutzen sollte.

    Habt ihr auch schonmal bemerkt das es die Selben sind, die einerseits die amerikanischen Kreationisten auslachen und sich selbst für schlauer halten, weil sie die Evolutionsbiologie dem Kreationismus vorziehen und die andererseits auf Sarrazin wütend und moralisierend herum dreschen, weil er Fakten der Evolutionsbiologie anspricht? Wie nennt man dies? Sozialistischer Kreationismus? Sozialkreationismus?

    Es sind auch die selben, die ständig versuchen den perfekten Sozialismus-Menschen zu züchten und dafür zwischen dem Edlen Wilden als rassisches Rohmaterial und der Erschaffung des Sozialistischen Massenmenschen (Herrenrasse) schweben. Da kommen wie wieder zu den linken Nazis: Denn die wollten auch diesen perfekten Menschen erschaffen, genau wie die sowjetischen Sozialisten, den Sozialisten der Roten Khmer, und den Sozialisten, die in ihrem Rassendenken in dem Muslim geeignetes Rohmaterial für einen weniger denkenden, unkritischen Kollektivmenschen erblicken. Den Sozialisten geht es immer um die Schaffung einer sozialistischen Herrenrasse, der Anpassung des minderwertigen Menschen an die höherwertige Ideologie, sowas nennt man auch Wahn, sozialistischer Rassenwahn den die Roten mit den Braunen teilen.

  18. “ ‚Ich bin Alexanderplatz‘ –
    Den vom Arabischen und Türkischen beeinflußten Jugendslang der Großstädte lehnen viele Menschen ab. Zu Unrecht, sagt Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese. “

    SZ von heute, Seite 9.

    Zentrum Sprache, Variation und Migration an der Universität Potsdam:

    http://www.uni-potsdam.de/svm

  19. #30 Kahlenberg 1683 (08. Feb 2012 07:57)

    Sorry, das ist natürlich OT, was ich vergaß zu erwähnen.

  20. bei diskussionen mit linken denke stets daran, dass sie dich auf ihre emotionale ebene herunterziehen wollen und dich dann durch erfahrung schlagen 😉

  21. #33 TanjaK (08. Feb 2012 09:24)

    Wissenschaftliche Debatte sind auf dem Rückzug, gefragt ist die politisch korrekte Einstellung.

    Gut auf den Punkt gebracht.

    Ich glaube, die Vehemenz dieser „Gesinnung statt Fakten“-Haltung lässt sich nur noch aus dem Versuch erklären, dem Schmerz, der bei Bewusstwerdung der eigenen Lebenslüge entsteht, zu entgehen.

    Wer (wie „Linksgrün“) die letzten 20 Jahre immer mehr unangenehme Realitäten ausblenden musste, kommt irgendwann an den Punkt, wo die schmerzhafte Erkentnis des eigenen Irrtums nur mehr mit Gewalt unterdrückt werden kann.

    Und wer mit sich selbst gewalttätig ist, geht auch mit denen gewalttätig um, die den Finger in seine mühsam verdrängte Wunde legen.

  22. Sehr guter Artikel.

    Nachdenklich muss man auch werden, wenn sich diese moralische Rechthaberei darauf auswirkt, ob man sein Demonstrationsrecht bspw. in Köln oder Brüssel wahrnehmen kann.

Comments are closed.