In einem Artikel des in Mecklenburg-Vorpommern erscheinenden Nordkurier stellt Autor Andreas Bayer ohne Beweise eine komplette Generation Kinder unter den Verdacht der Verherrlichung des Nationalsozialismus und spricht Ihnen Bildung zu diesem Thema ab. Als Grund dafür führt er gesprühte Hakenkreuze und ominöse „kleine Aufkleber“ an, deren Inhalt er den Lesern jedoch vorenthält.

(Von MadFool)

Er führt dazu drei Gegenstimmen an, nur um diese dann als falsch abzutun:

1. Der Schulleiter der KGS Altentreptow glaubt nicht daran, dass es Schüler seiner Schule waren. Hierzu ist zu sagen, dass es in Altentreptow nur eine Schule gibt, die die Klassen 5.-12. umfasst (Schulen). Bei einer Einwohnerzahl von 5950 Menschen ist dies praktisch die einzige Schule (die Grundschule der 1. bis 4. Klässler ausgenommen, aber diesen „nationalsozialistische Tendenzen“ zu unterstellen, geht wohl selbst dem Autor zu weit) und umfasst somit alle Kinder und Jugendlichen Altentreptows. Demjenigen, der es am zweitbesten nach den Eltern wissen müsste, nun die Kenntnis über Entwicklungstendenzen der Kinder abzusprechen, ist – vorsichtig ausgedrückt – ziemlich arrogant.

2. Die Polizei bestätigt dem Autor, keine Erkenntnisse über die Täter zu haben.

3. „Ein intimer Kenner“ und „Experte“ hat ebenfalls keine Erkenntnisse über Neonazis in Altentreptow.

Da für den Autor bei diesen nichts zu holen ist, wird die Abwesenheit von Vorfällen zum Beweis für das Vorhandensein einer Nazi-Szene vorgebracht. So zitiert der Autor einen Opferberater, der genau das behauptet. Was für ein Zufall, der ins Spiel gebrachte Opferverband ist ein Opferverband für „Betroffene rechter Gewalt“. Man fragt sich, ob dort Fördermittel im „Kampf gegen Rechts“ eingesetzt werden und ob der Verband von diesen abhängig ist. Anders ist mir diese Logik nicht erklärbar (gibt es eigentlich einen Opferverband für Betroffene linker Gewalt?).

Auch möchte ich seiner Behauptung, dass „in der Wahlkabine das Kreuz hinter Braun“ gemacht werde, widersprechen. Weder mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2009 noch mit dem Ergebnis der Landratswahl 2011 ist dies zu belegen. Was veranlasst den Autor Andreas Bayer zu dieser Behauptung?

Um es kurz zu machen, wie kann ein Journalist es verantworten, aufgrund des vereinzelten Auftretens von Nazi-Schmierereien die ganze Jugend einer Stadt, ohne jeglichen Beweis, unter generellen Nazi-Verdacht zu stellen?

Leider ist auf den Seiten des Nordkuriers kein Kommentarbereich, so dass man diese Frage dort nicht direkt stellen kann.

(Foto oben: Die KGS Altentreptow)

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32 KOMMENTARE

  1. Kinder und Jugendliche machen das, was von den Erwachsenen verboten oder verpönt ist. Manche werden „Autonome“, das ist gut, weil unsere Journaille ihre Ausbildung in den wilden sechzigern gemacht und ihre wirren Ideale den Nachfolgern aufgezwungen hat.

    Manche malen Hakenkreuze und kleben kleine Aufkleber an Laternen, weil man die Erwachsenen damit im Kreis treiben kann, das ist natürlich höchst gefährlich, weil unsere Journaille …

    Manche werden tatsächlich Rechtsradikale, das finden wir alle nicht gut, aber dem Geschrei nach müssten es Millionen sein, die ich einfach nicht finden kann.

  2. Ich glaube die haben alle eine Naziphobie. Bei den vielen Berichten über Nazis müsste unser Land sowas von voll sein, dabei sieht man nie welche…

  3. In Altentreptow soll also eine weitere Filiale „Kampf gegen Rechts“ (!) eröffnet werden.

    Dazu aber muss der Markt erst studiert und vorbereitet werden; sprich, die Nachfrage muss erst mal kreiert werden.

  4. „Der Kampf gegen Rechts“ sucht krampfhaft nach Legitimation. In ein paar Schiererein das Entstehen von Kameradschaften hinein zu interpretieren ist schon absurd. Für den erwartbaren Fall das es in Zuknunft wieder still wird, jedoch eine Entablierung dieser zu unterstellen ist einfach nur dumm.
    Artikel wie diese, die das Krackeln von Hackenkreuzen unter dem Aspekt eines handfesten Naziproblems untersuchen sind eine Schande für unser Land!

  5. Um es kurz zu machen, wie kann ein Journalist es verantworten, aufgrund des vereinzelten Auftretens von Nazi-Schmierereien die ganze Jugend einer Stadt, ohne jeglichen Beweis, unter generellen Nazi-Verdacht zu stellen?

    Das ist mir ein bisschen zu kurz.

    Um die Motivation dieses Journalisten wirklich zu verstehen, muss man sich nur einmal den Aufgabenbereich des Großteils heutiger Journalisten näher betrachten.

    Es geht nicht mehr darum, objektiv und neutral über Sachverhalte oder Mißstände zu informieren.

    Es geht darum, den eigenen Job zu erhalten.

    Das klappt am besten, in dem man sich mit dem politischen mainstream sozial vernetzt, um so möglichst viele Krümel vom großen Steuerkuchen abzubekommen.

    Journalisten berichten also über “Rechte” Schmierereien und liefern den Mitarbeitern des sozialindustriellen Komplex alle erforderlichen Argumente, mit denen neue Gelder im Kampf gegen “Rechts” zusammengetrommelt werden.

    Mit diesen Geldern werden dann überflüssige Forschungsprojekte angeleiert, wodurch ein paar Soziologen, Politiologen und sonstigen Schwurbel-Spezialisten eine Zeit lang vor den Abstieg in Hartz4 bewahrt werden können.

    Als Gegenleitung dürfen Journalisten über die “erschreckenden Resultate” berichten und in stereotypen Kommentaren ihren Visionen von heranziehenden Neonazi-Legionen freien Lauf lassen.

    Und wenn sich wieder mal eine Saure-Gurken-Zeit abzeichnet, weil sich Germany’s Next Super-Nazis blöderweise selbst erschossen haben oder hinter Gittern sitzen – tja, dann muss man eben nachhelfen.

    Ein Sprühdose vom Baumarkt für wenige Euro kann wahre Winder bewirken.

  6. Bei der angeblichen Anzahl an Nazi V-Männern bzw Frauen im Osten kann man sich natürlich nicht ganz sicher sein ob die Aufkleber nicht mehr als Job Erhalt für staatlich bezahlte V – Leute dienen ? Denn wo keine Nazis da auch kein Anspruch auf V -Leute ?-ob im Osten aber nicht wirklich im Gegensatz zum Westen Nazis zu finden sind ?Dazu muss man sagen das Nazis sicher nichts gegen Moscheen haben ,aber im Osten doch davon weniger zu finden sind ?Sollte das heissen im Westen gibt es mehr Nazis als im Osten aber weniger V-Leute?

  7. @ #4 Saubermann

    Ich glaube die haben alle eine Naziphobie. Bei den vielen Berichten über Nazis müsste unser Land sowas von voll sein, dabei sieht man nie welche…

    Und – was ist der Effekt davon: Alle schauen aufgeregt nach rechts – wann kommt er, der pöse Nazi, wann werden wir alle massakriert, geschändet und ausgeraubt?

    In der Zwischenzeit können Linke und Mohammedaner unbehelligt ihr Unwesen treiben – und wer sie angreift, ist ein Nazi!

    Das perpetuum mobile ist erfunden.

  8. Die linken Spinner haben jetzt Rückenwind glauben sie, jede „rechte“ Untat macht sie zu kleinen Verteidigern der Freiheit.

    Warum interessieren sich diese Bettnässer eigentlich nicht für die 30 Ehrenmorde pro Jahr.

    Angstbeisser !

  9. … Sozialismus egal welcher Farbe sollte bekämpft werden! Egal ob „National“ oder „International“

  10. Wieviel Minusgrade sind gerade in Altentreptow?
    Da musste sich Andreas Bayer wohl mal ein paar lauwarme Gedanken machen ….

  11. Wenn man den Schlusssatz liest, sagt der Reporter allerdings nichts anderes, als dass es sich wahrscheinlich um eine Art Streich von Kindern und Jugendlichen handelt, den man nicht zu hoch hängen sollte:

    Insofern sprechen momentan alle Anzeichen eher dafür, dass eine Clique von frustrierten Kindern und Jugendlichen dahinter steckt.

    Hier habe ich doch eher Mitgefühl für den Journalisten, der jeden Abend mitanhören muss, wie sich Fuchs und Hase Gute Nacht wünschen, und am nächsten Morgen aufgeregt berichten soll, wie in Altentreptow wieder einmal das Schicksal der Welt entschieden wurde.

  12. Statt aus lächerlichen Schmierereien unreifer Jugendlicher einen Nazi-Popanz aufzubauen, in dessen Folge eine ganze Jugend in Generalverdacht gebracht wird, daß dieselbe „irgendwie möglicherweise doch“ zu den „tumben Nazis“ gehören könnte, sollten sich diese Herrschaften mal mit der aktuellen Realpolitik auseinandersetzen. Die würde, wenn sie denn in vernünftiger Form stattfände, für gewöhnlich dafür sorgen, daß braunen wie roten Demagogen von vornherein das Wasser abgegraben würde.

    Kein Interesse daran, Medien? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  13. Bei dem ganzen Mist, der täglich in der Zeitung steht, könnte man meinen, dass Adolf noch irgendwo aufm Dachboden lebt und sein Unwesen treibt.
    Das Wort „Nazi“ inner Überschrift ist ein Verkaufs-Garant.

  14. Genosse Bayer spricht das aus, was ich seit Jahrzehnten feststelle :

    Der gesamte Ostteil dieses Landes ist von Nazis und Rechtsterroristen überschwemmt !!
    Schenkt diese Einöde doch den Polen, soll sich doch der Komorowski mit denen auseinandersetzen !

    😯

  15. Um es kurz zu machen, wie kann ein Journalist es verantworten, aufgrund des vereinzelten Auftretens von Nazi-Schmierereien die ganze Jugend einer Stadt, ohne jeglichen Beweis, unter generellen Nazi-Verdacht zu stellen?

    Das ist in Deutschland normal.

    Von den LinksRotGrünen wird doch auch jeder Andersdenkende, jeder Vernunftbegabte und jeder Nutzer seines gesunden Menschenverstandes pauschal als sog. „Rechtspopulist“ unter Naziverdacht gestellt.

  16. #3 Fensterzu (05. Feb 2012 21:11)

    Kinder und Jugendliche machen das, was von den Erwachsenen verboten oder verpönt ist. Manche werden “Autonome”, das ist gut, weil unsere Journaille ihre Ausbildung in den wilden sechzigern gemacht und ihre wirren Ideale den Nachfolgern aufgezwungen hat.
    ———–
    Das ist so. Und sie wissen genau, dass sie mit diesem Thema die grösste Aufmerksamkeit und Wirkung erzielen.
    Das ist eine Sichtweise. Eine andere ist, dass es genau die sind, die jetzt das Fass aufmachen, die Schmierer/Auftraggeber sind.
    Das bringt wieder Millionen für den Krampf gegen rächtz.

  17. Wie schon einige hier vermuten, steckt eine gewisse Absicht hinter diesem ansonsten völlig sinnfreien Artikel. Wieso sollte sonst jemand mit absolut haltlosen Vermutungen im Nebel herumstochern?
    Der „Journalist“ erweckt den Eindruck, ein bißchen enttäuscht über die fehlenden echten Hinweise auf Nazis zu sein. Immerhin gibt es schon eine „Schule gegen Rassismus“, da wird doch auch noch ein Projekt inklusive jobs „gegen rechts“ drin sein. Noch ein paar von diesen Artikeln, dann dürfte es geschafft sein…….. Wer bezieht überhaupt noch so eine „Zeitung“?

  18. Den letzten Satz des Artikels haben sie wohl überlesen:
    „Insofern sprechen momentan alle Anzeichen eher dafür, dass eine Clique von frustrierten Kindern und Jugendlichen dahinter steckt.“

  19. tztz, „Kampf gegen Rechts“ im Jahre 2012

    Den nächsten K(r)ampf gibt es dann im Jahre:
    2016
    2020
    2024

    etc.

    Ich fordere, dass „alle“ Nachkommen von Mördern/Vergewaltigern/Kinderschändern sofort nach ihrer Geburt in den Knast kommen, denn die haben auch diese krimminellen Gene in sich! Und das Ganze über Generationen hinweg!

  20. Max und Moritz
    Schluß
    Als man dies im Dorf erfuhr,
    War von Trauer keine Spur.
    Witwe Bolte, mild und weich,
    Sprach: »Sieh da, ich dacht‘ es gleich!«
    »Jajaja!« rief Meister Böck.
    »Bosheit ist kein Lebenszweck!«
    Drauf so sprach Herr Lehrer Lämpel:
    »Dies ist wieder ein Exempel!«
    »Freilich«, meint‘ der Zuckerbäcker,
    »Warum ist der Mensch so lecker!«
    Selbst der gute Onkel Fritze
    Sprach: »Das kommt von dumme Witze!«
    Doch der brave Bauersmann
    Dachte: Wat geiht meck dat an!
    Kurz, im ganzen Ort herum
    Ging ein freudiges Gebrumm:
    »Gott sei Dank! Nun ist’s vorbei
    Mit der Übeltäterei!«

  21. Tja, die Kids im Osten fallen nicht mehr auf „Journalisten“ rein, die ihnen anbieten zu einem „Interview“ Hoodies oder Jacken von Lonsdale oder Pitbull zu leihen.
    Jetzt müssen diese „Journalisten“ selber zum Malstift greifen oder gleich alles erfinden.
    Wie war das mit den Linken?
    Wenn dir einer im Wege steht suche alles um ihn zu diskriminieren; Wahrheit ist dabei nur hinderlich.

  22. Der „Kampf gegen Recht(s)“ erinnert mich immer an die Geschichte vom Glaser der wenn die Geschäfte schlecht liefen, den Lehrling mit der Steinschleuder bewaffnet los geschickt hat. :mrgreen:

  23. Das um sich greifende Denunziantentum nimmt immer widerlichere Formen an . In der DDR sprachen die Spitzel wenigstens nicht über ihre ( Un ) Taten und rühmten sich derer nicht . Dieses Denunziantentum erinnert eher an das 3. Reich , wo man sich anschließend noch öffentlich seiner Spitzeleien brüstete. Der “ Kampf gegen Rechts “ ist nichts weiter als eine verkommene Ideologie , die das Ziel hat von den wirklichen Problemen abzulenken. Sie soll das korrupte Parteiengefüge am Leben erhalten . Der Kampf gegen die Links/Grünen Nazis , die sich mit dem demokratischen Gewande lediglich tarnen , ist darum oberstes Gebot.

  24. In der Jugend fand ich immer genau die Leute besonders übel, die davon überzeugt waren, dass „früher alles besser“ war. Heute muss ich – wenn auch nur zum Teil – Abbitte leisten. Wenn ich daran denke, wie ich nach der „Wende“ die ersten Trabbis bejubelt habe – nicht ahnend, dass darin die Stasi einreiste. Und schon gar nicht wissend, dass gut zwanzig Jahre später so mancher Journalisten-Kollege sich bemüßigt fühlen würde, überall „Nazis“ zu erschnüffeln. Wohl wissend, dass ihm bei diesem Thema der Beifall gewiss sein und niemand sich an mittelalterliche Hexenjagden gemahmt fühlen würde. O tempora, o mores!

  25. Jahn sagte, die Stasi habe die Ursachen des Rechtsradikalismus in der DDR nicht richtig erforscht.

    „Sie wollte den Beweis führen, dass diese rechtsextremistischen Positionen vom westlichen Klassenfeind gekommen sind“, sagte er.

    „Es sollte nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Denn die DDR war gegründet auf dem antifaschistischen Mythos.“

    http://www.focus.de/politik/deutschland/extremismus-behoerdenchef-stasi-wollte-neonazis-nicht-wahrhaben_aid_711346.html

  26. #29 pellworm
    Lieber Pellworm – Beifall. Ich bin der Meinung, dass diese Denunzianten sich exakt so benehmen wie die Leute, gegen die sie vorgehen.

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