Wilders‘ Meldeseite – eine Falle für Journalisten?

Da hat man sich von Süddeutscher bis Focus schon die Hände gerieben – endlich, endlich habe sich Wilders einmal verzockt. Diesmal wendet sich seine neue Meldeseite nicht an den Islam, sondern an Osteuropäer. Das muss doch der Beweis für Rassismus sein!?

(Von Arent)

Was lag da für Schreiberlinge wie Thomas Kirchner in der Süddeutschen näher als Wilders mal eben zum „Europafeind“ zu stilisieren – was in etwa so sinnvoll ist wie Ahmadinedschad Islamhass vorzuwerfen. Oder in der ZEIT – da schreibt Wiederholungstäter Jörg Lau genüsslich davon, dass „Geert Wilders seinen Rassismus ausweitet“. Das Problem: Die Journalisten haben in ihrem Freudentaumel eine Kleinigkeit übersehen.

Auf Facebook & Co. macht gerade die Runde, was Kirchner, Lau & Co. mit ein paar Klicks selber hätten herausfinden können: Geert Wilders ist mit der Ungarin Krisztina (Foto oben) verheiratet.

Diese übersehene Tatsache sorgt in Leserbriefen dann auch für Heiterkeit. Ob Wilders seinen „Rassismus“ gegenüber Osteuropäern in seiner Ehe auslebt? Vielleicht hat er ja die Meldeseite geschaltet, weil er seiner Frau mal so richtig die Meinung sagen wollte? Oder er fühlt sich von seiner Frau massiv diskriminiert. Vielleicht ist es bei Laus daheim ja auch üblich, Frauen aus rassistischen Motiven zu heiraten. Man weiß es nicht.

Man könnte nun vermuten, dass Geert Wilders eine Seite zu Osteuropäern exakt deshalb geschaltet hat, weil er mit einer Osteuropäerin verheiratet ist. Zuzutrauen wäre es ihm allemal. Und so sind Kirchner, Lau & Co. auch prompt in seine Falle getappt. Das einzige, was sie jetzt tun können, ist sich still verhalten und hoffen, dass niemand etwas merkt. Natürlich werden diese Zeitungen keine Richtigstellungen drucken. Einen Rassismusvorwurf wieder zurücknehmen, weil man nicht in der Lage ist, Wikipedia anzuklicken? Aber vielleicht klopft den offensichtlich politisch hochmotivierten Journalisten ja eine andere Zeitung auf die Finger. Denn bei aller Liebe für Diffamierung sollte man schon etwas geschickter vorgehen…