Multikulti-Gewalt in Mazedonien

Die Republik Mazedonien ist ein kleiner Binnenstaat im Zentrum der Balkanhalbinsel mit einer Landfläche von fast 26.000 qkm und ca. 2,1 Millionen Einwohnern. Die offizielle Landessprache ist Mazedonisch, seit 2008 ist aber auch die albanische Sprache als Amtssprache in Gemeinden mit über 20 % Anteil an albanisch-stämmigen Mazedoniern anerkannt. Die multikulturelle Bevölkerung Mazedoniens setzt sich aus zwei Dritteln slawischen Mazedoniern, fast 25 % Albanern und einem kleineren Anteil an Türken, Roma, Bosniern, Serben und anderen Nationalitäten zusammen. Die Religionszugehörigkeit unterteilt sich in Mazedonien in fast 65 % mazedonisch-orthodoxe Gläubige, 25 % Muslime und ca. 10% Anhänger anderer Glaubensrichtungen.

Klingt alles wunderbar nach „bunt“ und „vielfälltig“, eine pluralistische Gesellschaft, die uns von unseren Medien und unserer Politik auch für die Zukunft Deutschlands als alternativlos und wünschenswert dargestellt wird. In der Realität führt dieser Multi-Kulti-Traum aktuell zu Hass und Gewalt.

Der Schweizer BLICK berichtet:

Skopje/Belgrad – Zahlreiche Gewaltausbrüche haben in Mazedonien den nationalen Konflikt zwischen der albanischen Minderheit und der slawischen Mehrheit angeheizt.

In der Nähe der Stadt Struga im Westen des Landes an der Grenze zu Albanien demolierten Unbekannte am Dienstag einen Linienbus mit Steinen, berichteten die Medien am Mittwoch in Skopje. Wenig später wurde am anderen Ende des Landes bei Strumica ein 31-Jähriger von Unbekannten krankenhausreif geschlagen. Schon in der letzten Woche war es zu massiver Gewalt meist junger Albaner und Mazedonier gekommen. In der Hauptstadt Skopje wurde ein Linienbus schwer beschädigt und eine Fussgängerbrücke in Brand gesteckt.

Auch der Auslöser für die derzeitigen Unruhen ist nicht wirklich überraschend:

Die ohnehin angespannte Lage zwischen der Minderheit und der Mehrheit hatte sich durch einen Karnevalsumzug im westlich gelegenen Dorf Vevcani Ende Januar zugespitzt. Dabei waren der Koran und die Muslime satirisch dargestellt worden.

Die Regierung hatte die beiden Völker zur Ruhe aufgerufen. Zuletzt war es 2001 zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gekommen. Damals waren den Albanern mehr Rechte versprochen worden, die jedoch bis heute kaum umgesetzt wurden.

Die wirkliche Zahl der Albaner in Mazedonien ist unklar. Wegen nationaler Ausschreitungen war die letzte Volkszählung im vergangenen Jahr auf halber Strecke abgebrochen worden. Nach zwei Jahrzehnten alten Daten stellten die Albaner damals ein Viertel der zwei Millionen Einwohner. Inzwischen behaupten sie, wegen der hohen Geburtsrate sei ihr Anteil auf bis zu 40 Prozent gewachsen.