1500 „Teufelsanbeter“ in Pforzheim

Am 11. April erschien in der FAZ ein Artikel von Rüdiger Soldt über die Jesiden in Pforzheim, die sich dort seit 2001 per Asyl und Familiennachzug verachtfacht haben. Heute leben dort etwa 1500 Jesiden. Die „Teufelsanbeter“ sind übrigens den Moslems verhaßt. Der Bürger macht sich so seine Gedanken, hochbezahlte Journalisten nie. 

Hier ein paar Auszüge:

PFORZHEIM, im April. An die Namen Ahmed und Ali hatte sich die Lehrerin Stefanie Willgeroth gewöhnt. In die Südstadtgrundschule in Pforzheim kommen schon lange Kinder aus verschiedenen sozialen Brennpunkten und aus 27 Nationen. Aber vor einigen Jahren hießen die Grundschüler in den Klassen plötzlich Chiavan, Mehir, Nercivan, Khudur, Saleem, Baktash. Sie sind Kinder jesidischer Familien, die aus der nördlichen irakischen Provinz Ninawah geflüchtet sind…

„Die jesidischen Kinder werden bildungsfern erzogen, die Eltern sind Analphabeten. Wir müssen denen zeigen, wie man Toiletten benutzt, und ihnen beibringen, dass rohe Eier für das Schulbrot untauglich sind“, sagt Frau Willgeroth…

Die pädagogische Herausforderung für die Schule ist groß. „Wir mussten für den Unterricht ein eigenes Curriculum entwickeln, wir brauchten Dolmetscher, die Kurmandschi sprechen, das ist ein kurdischer Dialekt“, sagt die Rektorin. Die Jesiden sind eine kurdische Volksgruppe, die der Glaube an eine vorislamische Religion verbindet…

Aus Sicht der Muslime sind sie „Teufelsanbeter“, was dazu führte, dass die Jesiden von den Muslimen seit Jahrhunderten als „Ketzer“ verfolgt werden…

… archaische Organisation in Großfamilien mit durchschnittlich acht Kindern…

Die Lehrerin Susanne Koch hat drei Jahre Erfahrungen gesammelt mit dem Unterrichten jesidischer Schüler. Sie sagt, dass sie als Lehrerin eigentlich noch eine medizinische, sozialpädagogische und psychotherapeutische Zusatzausbildung benötige. „Wir Lehrer stoßen immer wieder an unsere Grenzen.“ Diesen Befund würden die Pforzheimer Kommunalpolitiker ohne Zögern sofort unterschreiben…

Seit 2001 hat sich die Zahl der Jesiden in Pforzheim verachtfacht. Etwa 1500 Jesiden leben derzeit in der badischen Stadt — erst kamen die Männer, dann folgten die Mütter mit ihren zahlreichen Kindern. Vor allem in den Jahren 2010 bis 2012 kamen jeden Monat dreißig neue Flüchtlinge. Pforzheim dürfte damit die Stadt mit den meisten jesidischen Flüchtlingen in Deutschland sein.

„Damit haben wir ein richtiges Alleinstellungmerkmal“, sagt Anita Gondek, die Integrationsbeauftragte. Eine Spezialität, die der Stadt, den Lehrern und den Sozialarbeitern ziemlich viel abverlangt. Das zeigt sich zuerst bei den Kosten: 1,7 Millionen Euro kostet die Betreuung der irakischen Flüchtlinge Pforzheim jedes Jahr — bei einem Etat von 440 Millionen Euro. Einige jesidische Familienväter arbeiten bei einem großen Tierfuttermittelhersteller; ihr Gehalt reicht in der Regel nicht, um eine Großfamilie zu ernähren. Deshalb sind sie meistens Hartz-IV-Aufstocker. Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD) fürchtet hohe finanzielle Belastungen und große gesellschaftliche Probleme. Bezahlt werden müssen Ganztagsunterricht, Dolmetscher, hohe Sozial- und Jugendhilfe…

Und so weiter. Alle Artikel sind so. Kein deutscher Journalist stellt die naheliegende Frage, warum gerade wir in Deutschland für Jesiden, Kurden, Türken, Tunesier, Nigerianer, Libanesen, Palästinenser, Marokkaner, Sudanesen, Iraker, Kosovaren, Albaner, Zigeuner und Afghanen zuständig sind. Warum nicht Saudi-Arabien oder Brasilien oder Dubai oder Polen oder Kasachstan oder Japan? Wo steht, daß „wir müssen“, daß wir „benötigen“? Warum ist der deutsche Steuerzahler für Lust und Leid jedes Menschen zuständig, der hier durch die offenen Grenzen hereinspaziert?

(Die 1,5 Millionen Euro sind übrigens wohl ein Druckfehler, das reicht doch nicht mal für HartzIV. Und in Celle leben vermutlich mehr Jesiden als in Pforzheim. PI hat schon einige Artikel über Jesiden veröffentlicht. Nehmen Sie unsere Suchfunktion!)