„Einige verweisen gar auf die Meinungsfreiheit“

Es soll tatsächlich einige Konservative geben, die aus lauter Protest „gegen die da oben“ die sogenannte Piratenpartei wählen. Deren Aufwind würde den Grünen schaden, heißt es da. Das mag sogar stimmen – allerdings sind auch die Inhalte praktisch identisch. Und „Rechte“ werden innerhalb der inzwischen stramm linken Piratenpartei wie Aussätzige behandelt. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den Blog der politischen Geschäftsführerin Marina Weisband (Foto).

Was dabei zunächst ins Auge fällt, ist die völlige Unfähigkeit der Dame, sich klar und präzise auszudrücken. So könnte man nach dem Lesen des aktuellen Beitrags unter dem lyrischen Titel „Mir reichts jetzt“ gar auf die Idee kommen, Fräulein Weisband würde den jüdischen Journalisten Michel Friedman für einen Nazi halten:

Keine Stunde später musste ich mich von Friedmann dafür anschreien lassen, dass wir Nazis in der Partei dulden. Und er ist leider nicht der einzige.

Auch was die Unterscheidung zwischen „rechts“ und „rechtsextrem“ angeht, zeigt sich die Oberpiratin unbedarft. So ist das Parteimitglied Bodo Thiesen, welches die Existenz des Holocaustes angezweifelt und den Überfall auf Polen gerechtfertigt hatte, für sie schlicht ein „Rechter“:

Aber gefragt werde ich immer wieder nach den Rechten in unserer Partei. Dass sie parteiintern bei uns nichts zu melden haben und wenigstens regelmäßig auffliegen, ist dabei nicht interessant. (…)

Die meisten Piraten, die ich kenne, sprechen sich völlig klar gegen diese Menschen aus. Als das PAV (Parteiausschlussverfahren, Anmerkung PI) von Thiesen gescheitert ist, haben alle kollektiv gekotzt. Aber einige schaffen es nicht, sich ohne Relativierungen einfach klar von solchem Gedankengut zu distanzieren. Einige verweisen gar auf die Meinungsfreiheit.

Ja, ein geradezu empörender Verweis für eine Pseudo-Bürgerrechtspartei, in welcher die Forderung nach Straffreiheit für Holocaustleugnung zur Absetzung eines gewählten Kandidaten führt. Weiter schreibt Weisband in ihrem wirren Elaborat, die Grünen hätten „bei ihrer Gründung ein gewaltiges Nazi-Problem“ (sic!) gehabt und stellt klar, dass „rechtes Gedankengut keinen Platz bei uns hat“.

Die Verbreiter dieser Meinungen und Lügen dürfen nicht auf Veranstaltungen eingeladen werden, keine Ämter bekommen, nicht für die Piraten sprechen.

Viele hätten ihre „rechte Ansichten aus ihrem Elternhaus oder von ihren Schulfreunden mitbekommen“. So etwas aber auch!? Und wir dachten bisher, Rechts sein läge im allgemeinen Rechtsfahrgebot oder dem Studium der Rechtswissenschaft begründet. Gut, dass uns Marina Weisband („Ab welchem prozentualen Verhältnis von Medikamenten und Frühstück wird es eigentlich bedenklich?„) endlich aufgeklärt hat.

Abschließend fordert die Piratenkönigin alle Mitglieder zu einer Distanzierung von „Islamophobie“, „Homophobie“ und „Sexismus“ auf. Bleibt die Frage: Wie viel Drogen muss man schlucken, um eine Partei mit derartigem Spitzenpersonal zu wählen? Wie masochistisch muss man gerade als Konservativer dafür sein?

» Marina Weisband bei Studio Friedman