Randale bei Prozessauftakt gegen Mehmet Y.

Aus Hass gegenüber seiner ehemaligen Ehegattin erschoss er zwei Frauen, verletzte einen Mann lebensgefährlich. Kleinlaut geworden ist er dennoch nicht. Beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Berlin verlangte Türke Mehmet Yildirim gestern viel mehr einen neuen Anwalt. Als ihm dies verwehrt wird, versucht er den Gerichtssaal zu verlassen. Ein Gerichtssaal, in dem er, wäre er wie vorgesehen abgeschoben worden, wohl gar nicht sitzen würde.

Die „WELT“ berichtet:

Er hat keine Scham – so scheint es zumindest. Oder er will so etwas wie Schuldgefühle gar nicht erst aufkommen lassen. Stattdessen ist Mehmet Y. nur mit sich selbst beschäftigt. Auch an diesem ersten Prozesstag vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin. Er wolle einen anderen Verteidiger, fordert er lautstark. Und als der Vorsitzende Richter das ablehnt, will der 25-Jährige den Saal verlassen, muss von Justizbediensteten gezwungen werden zu bleiben. Er muss gezwungen werden, sich anzuhören, was am 4. August 2011 in der Kolberger Straße in Berlin-Wedding geschah.

Mehmet Y. ist angeklagt wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs. An jenem 4. August wollte die Familie seiner geschiedenen Ehefrau Feride C. gegen 10.15 Uhr mit einem Auto zur Ausländerbehörde fahren. Mehmet Y. soll unvermittelt vor den Mitsubishi getreten sein und mit einer Pistole Ceska Modell 75 mindestens zwölf gezielte Schüsse auf das Auto abgegeben haben. Er habe „aus Rache, Hass, Eifersucht und Verärgerung wegen des Verlustes seines Aufenthaltsstatus“ geschossen, heißt es im Anklagesatz. Er habe seine Ex-Ehefrau sowie deren Familie töten wollen, weil er sie „für die Trennung und die nicht akzeptierte Scheidung verantwortlich“ machte.

Feride C. blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Getötet wurden ihre 22 Jahre alte Schwester Leyla und ihre 45 Jahre alte Mutter Nevin. Getroffen wurde auch ihr Bruder Ferit C. Der 27-Jährige saß am Lenkrad des Wagens und wurde durch zwei Schüsse an der linken Schulter verletzt. Ein weiterer Schuss streifte seine linke Schläfe. Ferit C. lag vier Tage im künstlichen Koma. „Ich weiß nur noch, dass ich es knallen hörte und dass jemand schrie. Dann wurde mir heiß, und ich fiel mit dem Kopf aufs Lenkrad“, sagte er später.

Wir hoffen auf ein kultursensibles Urteil…

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