Das Friedensprojekt Euro und seine Opfer

Touristen vor der Akropolis in AthenWenn Sie noch zögern, wo Sie dieses Jahr Ihren Sommerurlaub verbringen wollen, könnte sozusagen im Ausschlussverfahren nachfolgende Info hilfreich sein.

Was bei der gegen Deutsche und Nordeuropäer aufgebrachten Stimmung längst zu befürchten war, scheint Realität zu werden: Man muss inzwischen als Tourist in Griechenland um seine Unversehrtheit und Gesundheit fürchten.

Am vergangenen Sonntag traf es nun einen niederländischen Rentner, der bei einem Strandspaziergang von zwei 45- und 48-jährigen Griechen gezielt angesprochen wurde, ob er Deutscher sei. Seine Entgegnung, Holländer zu sein, nützte dem 78-jährigen Adriano von der Burg wenig, fing er sich neben einer Tracht Prügel doch die Bemerkung „Deutscher oder Holländer, das ist das selbe. Was glaubst du, das du den Griechen antun kannst?“ ein.

Van der Burg wurde nach dem Vorfall mit einem Kiefer- und Nasenbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Nur weil aufmerksame Nachbarn des Holländers sich das Kennzeichen des Geländewagens der Täter notiert haben, konnte der Fall indes aufgeklärt werden.

Geradezu beruhigend könnte in dem Bericht, den wir den Deutschen Wirtschaftsnachrichten entnommen haben, der Hinweis auf einen angeblichen Alkoholeinfluss der Täter zum Tatzeitpunkt wirken. Dies impliziert doch, dass wir von nüchternen Griechen vermutlich weiterhin nichts zu befürchten haben. Aber mal ehrlich: Wollen Sie wirklich Ihr sauer verdientes Geld in einem Land ausgeben, in dem die Bewohner Sie für die eigene Unfähigkeit, einen funktionierenden Staat zu errichten, verantwortlich machen und im Suff statt ihrer Frauen ihre Gäste verprügeln?!

Helfen wir den Griechen doch lieber dadurch, dass wir ihren Schafskäse kaufen – und ihnen per Import ihren Ouzo wegtrinken, damit die Einheimischen keinen Blödsinn damit anstellen können. Das hilft dann vielleicht auch noch den Unerschütterlichen unter Nordeuropas Touristen, die sich trotzdem dorthin wagen.

In diesem Sinne: Jamas, wir kommen wieder. Aber erst wenn Ihr die Drachme wieder eingeführt habt.

(Foto oben: Touristen vor der Akropolis in Athen)