Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hält es ganz schlicht: „Ein Standpunkt.“ Das ist mehr als Understatement. Hat schon der Halbgott der Ökonomie den Volksverrätern gründlich ihre Finanzpolitik um die Ohren gehauen, dann ist das hier Hagel, Blitz und Donner direkt aus dem Olymp der Ökonomie. Was am 11. Juni 2012 ganz oben in der FAZ unter der Überschrift „Europa in Not – Deutschland in Gefahr“ steht, lässt sich nicht mehr toppen. Wenn sie es jetzt nicht in Berlin kapieren, dann kapieren sie es nie. Lesen Sie bitte zuerst den Lebenslauf von Otmar Issing (Foto), damit Sie wissen, wer von einer Gefahr für Deutschland spricht.

Hier die wichtigsten Sätze, die in der gesamten Republik verbreitet und verstanden werden müssen (Hervorhebung durch PI):

Auch die Existenz der Währungsunion selbst ist in Frage gestellt.

Weite Teile der europäischen Politik, die Europäische Kommission eingeschlossen, von der Finanzindustrie und den Medien erst gar nicht zu reden, geben sich mit diesen umfangreichen Hilfen nicht mehr zufrieden. Forderungen nach Eurobonds, nach einer Fiskalunion und neuerdings einer Bankenunion eröffnen eine völlig neue Dimension.

Diese Vorschläge haben eines gemeinsam, nämlich die Übernahme der Haftung für Schulden beziehungsweise fehlerhafte politische Entscheidungen anderer Staaten durch diejenigen Staaten, die sich an europäische Regeln gehalten und einigermaßen solide gewirtschaftet haben.

Eurobonds, also Anleihen anderer Länder, für die Deutschland an erster Stelle mithaftet, ließen Deutschland rasch seinen Status als erstklassiger Schuldner verlieren. Die unausweichliche Folge würde sein: Höhere Zinsen für deutsche Anleihen und später massive Verluste für den deutschen Staat, wenn der Haftungsfall eintritt – der durch die mit der Haftungszusage verbundene laxere Politik wahrscheinlicher wird. Das wird hier zwangsläufig zu stark steigenden Steuern und Leistungskürzungen führen.

Wie kann man das dem deutschen Bürger erklären, der keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen derjenigen nationalen Parlamente hat, für die er nun aber haften und zahlen soll?

Wie kann man weiter begründen, dass zum Beispiel solide Banken und Sparkassen mit ihren Rücklagen für die Einlagensicherung von Banken in anderen Ländern geradestehen, die nachweislich verantwortungslos gewirtschaftet haben?

Warum sollen deutsche, französische oder finnische Sparer indirekt für Misswirtschaft und überzogene Boni von Bankern in anderen Ländern haften?

Allen Vorschlägen dieser Art ist gemeinsam, dass sie mit der Absicht verbunden sind, Mitgliedstaaten oder Banken unter europäische Aufsicht und Kontrolle zu stellen. Dafür bedarf es jedoch umfangreicher Änderungen der Verträge, die – wenn sie denn überhaupt Wirklichkeit werden – viele Jahre dauern werden.

Wie soll man aber solchen Versprechungen trauen, wenn die gleichen Institutionen und Politiker Verträge und Verpflichtungen aller Art in Serie gebrochen haben?

Wie kann man von einer Europäischen Kommission eine objektive und wirksame Kontrolle erwarten, wenn diese Institution sich selbst immer wieder an vertragswidrigen Initiativen beteiligt oder Probleme verschleiert und damit deren Lösung verteuert?

Der Grundsatz, dass jedes Land für die Fehler seiner eigenen Politik haftet (No-Bail-out-Klausel), war nicht nur ein tragender Bestandteil bei der Gründung der Währungsunion, er ist und bleibt ein unverzichtbares Element einer Union souveräner Staaten.

Da die Währungsunion noch lange keine voll etablierte politische Union sein wird, der Weg dahin ist lang und steinig, widerspricht es diametral dem demokratischen Prinzip und jeder wirtschaftlichen Vernunft, Bürger in Haftung zu nehmen, die keinerlei Einfluss auf die verantwortlichen Parlamente haben.

Ein Staat, der immer wieder neue Hilfen verlangt, aber permanent eingegangene Verpflichtungen nicht erfüllt, hat keinen Platz in der Währungsunion.

Ein Deutschland, das in falsch verstandener Solidarität durch die Übernahme unübersehbarer Verpflichtungen am Ende in Schulden ertrinkt, wird den Zorn seiner Bürger heraufbeschwören und sie noch weiter von der europäischen Idee entfernen, als dies inzwischen unglücklicherweise schon der Fall ist.

Der Zukunft Europas würde Deutschland damit einen Bärendienst erweisen.

Bitte auswendig lernen und bei jeder Gelegenheit zur Sprache bringen. E-Mails an die Bundestagsabgeordneten schreiben und Rechenschaft verlangen. Zehn mal pro Tag bei der Kampagne „Stoppt die EU-Schulden- und Inflationsunion!“ mitmachen. Zu Demonstrationen gehen. Die Merkel-Regierung will vor dem 1. Juli 2012 den ESM durchpeitschen. Ab 1. Juli 2012 tritt der ESM in Kraft.

Aus den Worten Otmar Issings geht übrigens ganz klar hervor, dass sich Bürger zusammentun sollten, um vor dem Bundesverfassungsgericht Klage einzureichen. Denn in Haushalte, die wir nicht durch Wahlen beeinflussen können, brauchen wir nichts einzubezahlen. Das Prinzip nennt sich „Demokratie“.

Wenn es aber um die Aushebelung der Demokratie geht, dann ist die Regierung Merkel ganz vorne mit dabei, wie ein WELT-Artikel vom 30. Mai beweist, den man ebenfalls gelesen haben sollte. Die Regierung Merkel ist ganz vorne mit dabei, wenn es um die Abschaffung der Souveränität geht. Auch das bedeutet nichts anderes als das Ende der Demokratie, denn wir sind der Souverän – das Volk.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso bei der Debatte im Europaparlament am 14. September 2011:

„Das dauert alles zu lange. Die Märkte sind ungeduldig, die Demokratie ist zu langsam.“

» Terminhinweis in Sachen Halbgott: 14.06.2012 Thilo Sarrazin in Menden

image_pdfimage_print

 

61 KOMMENTARE

  1. Man hat das Pferd von hinten aufgezäumt!
    Erst die Politische,dann die Währungsunion, wäre erfolgversprechender gewesen ,aber das wussten wohl die „Macher“,wäre so schnell nicht durchsetzbar gewesen und wird es wohl auch in Zukunft nicht sein!
    Was hat man den Euro gelobudelt,gegen jeden tiefgründigen Verstand und nun???

  2. Deshalb ist das Anti-Bank-Geplärre auch so lächerlich und ALLE, inklusive der Freien Wähler-Demos, zielen weitgehend in die falsche Richtung. Das liegt alles nur einen Milimeter neben Occupy…

  3. überzogene Boni von Bankern

    So etwas gibt es nicht.

    Die Neo-Libs und Neo-Cons erzählen uns tagtäglich, dass die hohen Boni ein „Verdienst“ der fleissigen und tüchtigen Banker sind.

    Wer viel Geld bekommt hat auch viel geleistet. So ist das nun einmal, wenn man ganz oben ist:

    Bob Diamond, seines Zeichens Chef der britischen Großbank Barclays, hat nicht nur einen wertvoll klingenden Namen, er erhielt im Jahr 2011 außerdem insgesamt 17,7 Millionen Pfund Gehalt, entsprechend 21,7 Millionen Euro – und das trotz schlechter Zahlen.

    Den Neo-Libs und Neo-Cons sei Dank, dass sie sich nicht von dem Pöbel einschüchtern lassen!

  4. Nachstehende Textstelle suggeriert dem Leser, wir würden von Dummköpfen regiert:

    Wenn sie es jetzt nicht in Berlin kapieren, dann kapieren sie es nie.

    Leider ist dies nicht der Fall.
    Unsere Politiker werden zwar von uns gewählt, jedoch arbeiten sie nicht für uns!
    ALLE Entscheidungen unserer Vertreter, die hier ständig mit Unwissen entschuldigt werden, sind nur rational nachvollziehbar, wenn Vorsatz angenommen wird. Daher sind auch Aufklärungsmails Zeitverschwendung.
    Wir sollten uns in Erinnerung rufen, daß im letzen Jahrhundert die wirtschaftliche und physische Vernichtung Deutschlands auf der Agenda stand. Diese wurde nur aufgeschoben, als man Deutschland während des kalten Krieges brauchte. Der kalte Krieg ist aber mittlerweile beendet, und Deutschland wieder zur ‚Gefahr‘ geworden, da wirtschaftlich überaus stark.
    Daher auch die (unter der aktuellen Regierung verstärkte) Immigration, die erhöhten Beitragszahlungen zu übernationalen Institutionen, und aktuell der ESM.

    Da mein Kommentar wohl wieder zensiert wird, folgen einige interessante Statements zu dem Thema etwas später.

  5. Was soll das?
    Unsere Obersten in Berlin wissen ganz sicher, wo das Ganze hinschlingert. Sie vertrauen darauf, daß das blöde Volk es ohnehin nicht nachvollziehen kann und hofft ansonsten, daß es so schlimm nicht werden wird.
    Wenn die FAZ aber die Wahrheit unter das Volk bringen darf, dann sieht es gar nicht gut aus. Der Wahlpleps soll auf den Untergang moralisch vorbereitet werden.

    Mit Sicherheit haben die Merkelsundschäublesundwesterwelles für sich für persönlich finanzielle Sicherheit in der Schweiz bzw. in Übersee gesorgt.

  6. Es ist zum Haareausraufen (wenn da nicht schon so wenige wären)!!!!
    Da räumen selbst die Menschen, die maßgeblich an der Entstehung des Euro beteiligt waren wie Issing oder Sarrazin die irrsinnigen Fehlentwicklungen ein, niemand reagiert an verantwortlicher Stelle, NIEMAND!
    Heute morgen stand in der Aachener Zeitung ein kleiner Bericht, dass die 58-jährige Merkel, falls sie wiedergewählt würde (!) in 2013 sich vorstellen könnte, nicht die ganze Amtszeit Kanzlerin zu bleiben sondern EU-Präsidentin nach der Hälfte ihrer Amtszeit zu werden! Daher weht der Wind, Madame hat Lust auf gewaltigere Aufgaben als bloß Chefin von Schland zu bleiben…
    Die (s) ist alternativlos!

  7. Thilo Sarrazin sagte schon richtigerweise:
    Griechenland(und andere) wird/werden auf unsere Kosten durchgefüttert werden.

  8. Verfassungsklage…
    …., dass ich nicht lache!
    Ergebnis, 50 Seiten blabla, Urteil genannt, keinerlei Effekt, ausser zusätzlichem bürokratischem Aufwand!
    Wird man aus den bisherigen Urteilen in Sachen EU, EURO und Co. nicht schlau?

  9. #5 attempto (12. Jun 2012 09:44)

    Dem pflichte ich bei. Das ist nicht Dummheit, sondern Verrat.

  10. Bezeichnenderweise regt sich kein Parlamentarier, kein verfassungsrichter und kein Staatsanwalt darüber auf, dass der Hosenanzug auf etwas verzichtet, worauf er nicht verzichten kann, weil es ihm nicht gehört.

    Nein, nicht das Geld der Leibegenen, denn das gehört dem Hosenanzug wirklich.

    Ich meine damit die Regierungsverantwortung und die Souveränität Deutschlands und seiner Bürger.

    Die Regierungsgewalt ist Merkel nicht wie in einer Monarchie dauerhaft übertragen worden, sie bekleidet lediglich eine zeitlich eng begrenzte Verwalterstelle und nach Ablauf ihrer Amtszeit fällt die komplette Regierungsverantwortung an ihren gewählten Nachfolger.

    Nachdem sich der Hosenanzug mehr und mehr wie ein Diktator aufführt, stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob und wann ein Staatsrechtler sich dieses Themas annimmt.

    Nicht falschverstehen, ich erwarte nicht, dass ein Anderer die Kastanien aus dem Feuer holt, aber jeder so, wie er kann und staatsrechtliche Formulierungen muss man schon draufhaben, wenn ein Einspruch bzw. eine Klage Erfolg haben soll.

    Ansonsten, und da muss man realistisch sein, kann es unschön werden.
    Nicht alle Bürger sind tadellose Mitglieder der Schafherde.

    Wäre ich Merkel, ich hätte Angst.

  11. Es nützt alles nichts. Die ziehen das durch bis zum bitteren Ende. Solange den Leuten nicht klar gemacht werden kann, daß ihr Erspartes JETZT SCHON verloren ist, bleibt der Michel auf seinem Sofa hocken.

  12. #16 cgs

    Solange noch Fußball in der Glotze läuft…is dem Michl wichtiger als seine Zukunft und die seiner Kinder und Enkel.

    Von daher hat er nichts anderes verdient, klingt hart ist aber so.

  13. @#14 Religion_ist_ein_Gendefekt (12. Jun 2012 10:07)

    Betrachte es mal so: Schwarz-Gelb ist zwar von uns gewählt, sie arbeiten aber für Andere…
    Wann wurden nochmal die SHAEF-Gesetze aufgehoben? Achja, nachdem sie in nationales -Recht überführt wurden…

  14. DANKE für den Hinweis ❗
    Da die eudssr ein sozialistisches System darstellt, das von BR-Deutschen Raubtiersozialisten nach kräften gefördert wird, kann der Bürger nur auf ein mildes zusammenkrachen hoffen :mrgreen:

  15. #17 nicht die mama (12. Jun 2012 10:16)

    Nicht Frau Merkel, sondern du solltest Angst haben.

    Es sei denn, du bist Beamter oder reich. Aber ansonsten wirst du, wie viele andere Deutsche auch, unter die Räder kommen.

    Und über den „normalen Deutschen“ lacht Frau Merkel.

    Sie sieht ja, wie leicht er sich z.B. jetzt über die Fussball-EM manipulieren lässt.

  16. @ #17 nicht die mama (12. Jun 2012 10:16)

    Vergiß es!
    Selbst wenn ein solcher Prozeß mit wehenden Fahnen gewonnen würde, was extrem unwahrscheinlich ist, hätte das kaum Auswirkungen auf die Politik. Siehe die Entscheidung zu EFSF, nach der die Haushaltskompetenzen beim Parlament bleiben müssen. Daher wurde das Konstrukt zum ESM umgemodelt. Damit bleibt die Finanzhoheit zwar beim Parlament. Es hat eben leider nur so viel Geld, wie ihm der (ungewählte) Gouverneursrat übrig läßt.

    Uns Bürgern bleiben wohl nur 2 Möglichkeiten. Entweder durch das Tal der Tränen durch, oder…
    Letzteres wird sicher scheitern.

    Scheitern wird übrigens auch die Politik Merosopuis. Es heißt nicht umsonst:
    „Deutschlands Elend ist der Welt Ruin“

  17. „Wenn sie es jetzt nicht in Berlin kapieren,….“

    Es geht in der „Eurorettung“ doch nicht um das Verständnis von irgendwelchen Sachverhalten, sondern um die Verfolgung der Ideologie der „Vereinigten Staaten von Europa“. Da ist logisches Denken geradezu Kontraproduktiv. Dummerweise ist beim Vorbild USA z.B. ein Grundpfeiler für das Miteinander der Bundesstaaten die NICHTHAFTUNG der Staaten untereinander.
    Das wirklich einzige Mittel eines Bürgers ist die Wahlstimme einer rechten,konservativen Partei zu geben. Mag zwar viele schmerzen, aber so ist es nunmal.
    Und ein ganz klein wenig Resthoffnung setze ich persönlich in das Bundesverfassungsgericht, denn der ESM ist definitiv verfassungswidrig.
    Resthoffnung deshalb, weil auch dort die Marionetten installiert sind, allen voran Voßkuhle, ein persönlicher Freund Barossos.

  18. #19 Hokkaido (12. Jun 2012 10:47)

    Sie sieht ja, wie leicht er sich z.B. jetzt über die Fussball-EM manipulieren lässt.

    Also: ohne Fussball-EM würden jetzt hunderttausende auf den Strassen gegen den Euro demonstrieren?

    Ich kann den Blödsinn nicht mehr hören.

  19. Wir wurden nicht gefragt, ob wir den Euro wollen, wie kann man nur drauf kommen, dass wir gefragt würden, ob wir ihn wieder los haben wollen. Meiner Schätzung nach würden das 90% aller unterschreiben, die nicht grade Vielflieger oder Globalplayer wies so schön neudeutsch heisst, sind. Dem Normalbürger bringt der Euro schlicht gar nix. Und die Bequemlichkeit im Urlaubsland dieselben Scheine und Geldstücke zu haben, taugt auch nur in einem kleinen Teil der Welt. Selbst in England kommt man mit Euro nicht weit. Für die Firmen ists zwar praktisch, keine Umrechnungsverluste zu haben, effektiv Schadets aber auch nix, weil den geringeren Gewinn, eh der Steuerzahler ausgleicht. Wahrscheinlich würden viele Firmen, weil dann wieder in DM valutiert würde, sogar nen grösseren Gewinn erzielen.

  20. „Wäre ich Merkel, ich hätte Angst.“ Wovor? Ich habe wirklich das Gefühl, daß sich NIEMAND für die oben geschilderten Vorgänge interessiert. Und am Ende wird Merkel wiedergewählt. Oder eben Rot-Grün, oder Rot-Grün-Piraterie. Dann geht das Merkel nach Brüssel und wird Königin. In 15 Jahren erzählt sie uns dann als „Grand Dame“ im DDR-Fernseh (vielleicht dann mit Kopftuch), warum sie das schon alles geahnt hatte und niemand auf sie hören wollte und es wird geklatscht.

  21. #21 uli12us:
    „Wir wurden nicht gefragt, ob wir den Euro wollen, wie kann man nur drauf kommen, dass wir gefragt würden, ob wir ihn wieder los haben wollen.“

    Niemals werden sie uns fragen, egal, um was es geht.

    Aber jeden Tag hämmern sie uns ein, dass wir das alles bestimmen würden.
    Wenn wir doch nur so handeln würden beim Einkaufen, beim Autofahren, beim Müllsortieren. Wir würden damit die ganze Welt retten können.

    Dabei werden wir immer ohnmächtiger.

  22. #19 Hokkaido (12. Jun 2012 10:47)
    #22 byrdland (12. Jun 2012 11:35)

    Ich spreche nicht von jetzt.

    Ich spreche von der Zeit, da Merkels „Neuerungen“ ihre Früchte tragen werden.

    Glaubt Ihr, eine zweite RAF oder sowas wäre unmöglich?

  23. Wie kann man den offenen Bruch mit dem Grundgesetz anklagen? Wie kann man das grundgesetzliche Recht auf Widerstand durchsetzen? Wie kann man die gewählten Mitglieder des Bundestags davon abbringen, gegen das Grundgesetz, gegen unsere Haushaltsautonomie, gegen unser aller Hab und Gut zu votieren?
    Ich habe bestimmt 100 Petitionen oder mehr über die zivile Koalition verschickt, mich der Verfassungsklage angeschlossen….
    Muss ich mich vor dem Reichstag verbrennen, um einen deutschen Frühling auszulösen?

  24. #3
    An Bänkern braucht man sich nicht hochziehen – Politiker haben alles getan, ihre Staatsanleihen an sie loszuwerden – Versicherer werden sogar gesetzlich gezwungen in die „sicheren Staatsanleihen“ zu investieren. Nur zum Besten des Verbrauchers, natürlich …
    Nur sind Staatsanleihen der einzige Weg Schuldenpolitik zu betreiben – weiter Wohltaten und Aktionismus zu verteilen.
    Die Bänker kommen danach.
    Das war 2008 genauso – Programme, Gesetze und die Versicherungen, dass Ausfälle für großzügige Kredite ohne Sicherheiten von Staatsbanken getragen werden, haben zu den Verwerfungen geführt.
    Als Banker würde ich auch nicht auf dem Dreck sitzen bleiben wollen, der mir als sicher angedreht oder zu dessen Kauf ich gesetzlich verpflichtet wurde.
    Und Boni?
    Das sind Vertragsverhandlungen, die zum Zeit der Einstellung offebar Sinn gemacht haben – denn da wollte man die Kontakte des Top-Bankers für Milliardengeschäfte …
    Wenn es dann anders kommt, muss man sich trotzdem an die Verträge halten – oder sollen Arbeitnehmer ihren Lohn zurückzahlen, wenn sie vertraglich dazu berechtigt waren?

  25. Mit der EURO-krise erleben wir gerade ein historisches Erdbeben ungeahnten Ausmasses.
    Der Frieden in Europa ist gefährdet und die Deutschen werden wieder schuld sein, egal was sie tun. (EURO Austritt oder Fiskalunion)
    Soll keiner der Verantwortlichen später sagen er habe es nicht gewußt.

  26. manager-magazin: Erstmals in diesem Jahr sind die deutschen Ausfuhren im April geschrumpft. Die schwache Nachfrage aus Europa sorgt für ein überraschend deutliches Minus, auch die Aufträge aus Übersee nehmen ab. Zugleich fragen auch die Deutschen weniger Güter aus dem Ausland nach.

    regionales.t-online: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Berlin im ersten Quartal 2012 angestiegen. So gingen in den Monaten Januar bis März 331 Firmen pleite, wie das Amt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Das seien 3,1 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Den Angaben zufolge betrug das Schuldenvolumen 878,8 Millionen Euro. Aufgrund der beantragten Insolvenzverfahren sind 1.600 Arbeitsplätze gefährdet. Die meisten Pleiten wurden im freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungsbereich gezählt. Besonders betroffen sind vor allem Firmen in Charlottenburg-Wilmersdorf mit einem Anteil von 26, 6 Prozent.

    Die Welt: Immer mehr Junge und Alte von Armut bedroht

    Wie lange werden wir uns den Luxus von EU und Euro noch leisten können?

  27. Issing ist doch ein Mitverantwortlicher dieser Mittelmeer-Muschelwährung.

    Der 1000jährige Oiro und das 1000jährige Europa. Die Menschen, die dafür versklavt werden müssen, muss man nicht mehr im Osten suchen, sondern daheim….

  28. #28 Westzipfler:
    „Muss ich mich vor dem Reichstag verbrennen, um einen deutschen Frühling auszulösen?“

    Das bringt gar nichts. Das wird totgeschwiegen. Wie die Verbrennung von Pfarrer Roland Weisselberg in Erfurt wegen der Ausbreitung des Islam. Man wird dann als Irrer abgestempelt.
    Das tat man auch mit Pfarrer Oskar Brüsewitz, der sich wegen der kommunistischen Unterdrückung in der DDR in Zeitz verbrannte.
    Den erklärte man auch für geisteskrank. Und –
    Die Kirchenoberen haben ihn bei seinem Kampf gegen die „Verderber“ im Stich gelassen.

    Wie die Zustände in der BRD geändert wurden, haben die 68er Kommunisten gezeigt.

  29. Man kann es bald nicht mehr lesen. Wo waren die ganzen „Schlaumeier“ und „Experten“ bei der €-Einführung?…Wo waren deren Proteste und Warnungen? Der typisch deutsche „Radfahrer“ (bei Aly nachzulesen) hat sich den politischen „Visionären“ und „Selbstdarstellern“, den „profilierungssüchtigen Dauerquatschern“ und „Hochstaplern“ unterwürfig angedient, wie von 33-45.Und das Gleiche hat sich jetzt bei der Energiewende wiederholt. Jetzt, wo das „Kind in den Brunnen gefallen ist“, sollten sie lieber schamhaft die Klappe halten. Ich jedenfalls, der wirtschaftspolitische Laie, habe bei der €-Einführung vor 10 Jahren gesagt, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, wenn die Weichwährungsländer nicht mehr abwerten können. Und wie blind muß man damals angesichts des Jugoslawienkrieges gewesen sein, wenn der € den Frieden in Europa garantieren sollte.
    Aber wie sagte der 2000 verstorbene Rudolf Heribert Mühlfenzl alias „Rufus Mücke“ in seinem wöchentlichen Kommentar immer?…“In den Wind gesprochen!“

  30. @ 39 logik:

    Alles kalter Kaffee. Zypern wäre schon vor Monaten im Insolvenzverschleppungsfonds gelandet, wenn es keinen Kredit der Russen bekommen hätte.

    Dasselbe wie Griechenland: die halbe Bevölkerung im öffentlichen Dienst. Durchschnittliches Einkommen: 37 – 38000 Oiro. Durchschnittlich wohlgemerkt. Kuba nix dagegen.

    Der Club Med hat als einziger kapiert, warum es bei dem Friedensprojekt Oiro ging: um die deutsche Kohle abzugreifen….

  31. PHOENIX RUNDE: Brauchen wir noch mehr Europa – und die Fiskalunion? – Mittwoch, 13. Juni 2012, 22.15 Uhr

  32. # 3 Hokkaido

    Sie haben gerade noch die Kurve bekommen . Ich dachte schon sei meinen das bittttterernst .

  33. #33 Wotan47 (12. Jun 2012 12:51)

    Was hier stattfindet ist Versaille ohne Krieg!
    —————
    Der Geist von Versailles hat Deutschland niemals losgelassen. Wir Deutschen haben im 19en Jahrhundert bewiesen ,welchen Wert ,Freiheit und Frieden für uns haben kann. Schwache politische Führungen und den daraus folgenden Katastrophen vereitelten eine Weiterentwicklung für uns und für die Welt.
    Eine ähnlich schwache Regierung steht wieder am Ruder,—aber wer ist der Lotse???,der sagt wo es lang geht.

  34. Vor einigen Tagen erschien ein Leserkommentar in der „Welt“, der mich zum Grinsen brachte. Wozu die Aufregung, es sei doch alles nur virtuelles Geld, schrieb der Leser.

    Hat er recht ? Am Anfang ja, doch dann wird es schwieriger. Ein Geldfälscher wird sich im allgemeinen nicht damit zufrieden geben, seine frisch gedruckten Geldbündel in einen Tresor zu packen um sich daran zu erfreuen. Er wird versuchen sein Falschgeld „in den Umlauf“ zu bringen . Sein Betrug wird erst dann erfolgreich, wenn es ihm gelingt entweder ein allgemein anerkanntes werthaltiges Tauschmittel oder Sachwerte, wie z.B. Immobilien zu ergattern. Das kann auch ein nicht beanstandeter Buchungssatz auf einem Konto sein.
    Recht gut kann ich mich an einen Zeitungsbericht über Griechenland erinnern, circa 2004 oder 2005. Damals fiel den Brüsseler Eurokraten auf, das die abgerechnete Fläche für den subventionierten griechischen Olivenanbau das 5-fache der tatsächlichen Fläche beträgt. Lange vor der Lehman Brothers Pleite hat es nichts mit den bösen Bankstern zu tun. Und auch lang bevor die heutigen „Rettungsmilliarden“ geflossen sind. Eine angemessen heftige Reaktion der Verantwortlichen in Brüssel ist mir nicht in Erinnerung.

  35. Sicherlich bin ich nicht die Einzige, die schon vor Einführung des Euro wußte, daß dieses Projekt ein unrühmliches Ende nehmen würde, und zwar aus folgenden Gründen: Keine gleichwertige Wirtschaftskraft der Mitgliedsstaaten, keine gemeinsame Steuerpolitik, keine gemeinsame Sozialpolitik, und auch unterschiedliche Mentalitäten – wie soll da etwas so Kompliziertes, wie eine gemeinsame Währung funktionieren? Ich gab dem Euro keine zwei Jahre und rechnete fest, mit der Wiedereinführung der D-Mark, verbunden mit horrenden Kosten für Deutschland. Ich habe mich getäuscht, der Euro hat bereits 10 Jahre überlebt.
    Nun frage ich mich, wieso ich mittelreif gebildete MenschIn das alles in meinen einfachgestrickten Gedankengängen vorhersehen konnte, und diverse „Experten“ dermaßen in die Irre gelaufen sind.
    Mein Resümee: Weil das so gewollt ist! Politiker (die meisten zumindest) sind selbstverständlich keinesfalls dümmer, als der Rest der Bevölkerung, nur durchtriebener. Sie wissen, was sie tun…und das ganz genau. und sehr zielstrebig. Oder etwa doch nicht?

  36. #29 nicht die mama (12. Jun 2012 11:56)

    Glaubt Ihr, eine zweite RAF oder sowas wäre unmöglich?

    — — —

    Jein. Es wird zunehmend schwerer, eine Unterscheidung zwischen Attentaten, die die „Staatsgewalt“ durchführt und solchen, die unabhängig davon durchgeführt werden, zu treffen.

    Beispiele: Celler Loch, NSU, Mannichl oder auch Barschel-Pfeiffer-Affäre.

  37. #29 nicht die mama (12. Jun 2012 11:56)

    Ich ergänze: Die RAF agierte nicht losgelöst in (West-)Deutschland, sondern ihr wurde auch von der „DDR“ geholfen. Insofern könnte auch eine „neue RAF“ Schützenhilfe von aussen bekommen.

    In den allermeisten Fällen wird der „Volkszorn“ von aussen gesteuert und in die gewünschte Richtung gelenkt (z.B. „Farbrevolutionen“, französiche Revolution).

    Wenn er sich nicht lenken lässt, dann wird geschossen (17. Juni, Tiananmen, etc.).

  38. Warten wir noch ein paar Tage.

    Politische Opposition gegen den Wahnsinn in Deutschland und Europa wird es in Deutschland nicht geben, da die Opposition von Merkels Schlägertruppe ANTIFA klein gehalten wird.

    Die Euro-Schmarotzer in Brüssel und in den mit vielen Euros bedachten Ländern kämpfen in der Euro-Krise um ihr eigenes Leben, denn sie wissen, und da gebe ich dem Merkel recht, dass mit der Zerschlagung des Euros auch ihr Macht eine „gewesene“ sein wird.

    Ein Brüssel, wie heute, wird es nicht mehr geben. Das Leben in „Saus und Braus“ – ohne Steuern und viel Knete – wird dann Vergangenheit sein.

    Wir können eigentlich nur abwarten in der „Nische“ den Fall des Euros irgendwie zu überstehen. Hoffentlich geschieht es schnell, damit es weniger teuer wird.

    Und dann müssen alle Verantwortlichen vor Gericht! alle, die uns belogen haben bzw. Verträge gebrochen haben.

  39. #35 Woolloomooloo

    Issing ist doch ein Mitverantwortlicher dieser Mittelmeer-Muschelwährung.

    Die Hauptschuldigen hier sind Schröder und Eichel, da sie die Maastricht-Kriterien aufgeweicht haben und noch als ‚Sahnehäubchen‘ wider besseren Wissens den Beitritt Griechenlands in die Euro-Zone zugestimmt haben. Den Rest machte der bundesdeutsche Hosenanzug mit beispiellosen EU-Vertragsbrüchen und bzw. -manipulationen zum Nachteil Deutschlands.

  40. #49 Antidote (12. Jun 2012 16:03)

    Wir können eigentlich nur abwarten in der “Nische” den Fall des Euros irgendwie zu überstehen. Hoffentlich geschieht es schnell, damit es weniger teuer wird.“
    ——————————————-

    Ich fürchte nur, dass das Ganze über eine Fiskalunion unerträglich lange hinausgezögert werden wird.
    Die daraus resultierende Inflation kann sich im schlimmsten Fall über Jahre hinziehen in denen wir (Steuerzahler)in D über Steuern und Abgaben gnadenlos ausgeblutet werden und unser Geld in die Pleiteländer umverteilt wird.
    Merkel wird sich nächste (Wahl)jahr zurückziehen und Rot-Grün dann die Sache beschleunigen.
    Mir wäre ein Crash auch lieber, aber ich glaube inzwischen nicht mehr so recht daran.

  41. TUT ETWAS!!!

    Liebe Mitmichel,

    bitte tut etwas gegen den ESM, auch wenn es nur darin besteht, sich der Petition:

    „Petition: Finanzpolitik – Keine Ratifizierung des ESM-Vertrages und des Fiskalpaktes vom 27.04.2012“

    anzuschließen. Diese Petition braucht 50.000 Unterzeichner!

    Steuermichels STOPPT den ESM!!!

  42. #29 nicht die mama (12. Jun 2012 11:56)

    #19 Hokkaido (12. Jun 2012 10:47)
    #22 byrdland (12. Jun 2012 11:35)

    Ich spreche nicht von jetzt.

    Ich spreche von der Zeit, da Merkels “Neuerungen” ihre Früchte tragen werden.

    Glaubt Ihr, eine zweite RAF oder sowas wäre unmöglich?

    Der Euro-Betrug geht nicht mehr lange gut. Es kommen furchtbare Zeiten für ganz Europa.

    Wenn der verbrecherische Eurowahn alles ruiniert hat ist auch ein deutscher Gusch Emunim möglich.

  43. #53 Jannice (12. Jun 2012 19:04)
    Theorie optimaler Währungsräume “optimum currency area theory” Ihren Namen erhielt die Theorie durch eine 1999 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnete Arbeit von des Kanadiers Robert A. Mundell aus dem Jahre 1961. Der Euro erfüllt keine der Bedingungen,die Mundell für eine funktionierende Währungsunion aufgestellt hatte. Das Nobelkomitee hat 1999, also kurz vor der tatsächlichen Einführung des €, durch die Verleihung des Nobelpreises auf die Bedingungen aufmerksam gemacht. Aber unsere Politiker wähnten sich schlauer als der Nobelpreisträger.

    Über die geistigen Fähigkeiten, die ethisch-moralischen Standards und das Verantwortungsbewußtsein eines Dr. Kohl dürfte sich ja mittlerweile jeder ein Urteil gebildet haben.

  44. Euro-Gründervater Issing: Deutschland in Gefahr

    Noch ein Rentner, der langsam zu Vernunft findet.
    Warum nicht früher im Dienst?

    Issing kritisiert die Vorschläge zur Rettung des Euros, aber nicht den Euro selbst.
    Er übersieht jedoch, dass diese „Rettung“ die unvermeidliche Folge der Fehlkonstruktion “Euro“ ist.

    Das Ding funktioniert einfach nicht.
    Entweder abschaffen oder zumindest auf Nord-Euro reduzieren.

  45. #50 HKS (12. Jun 2012 17:43)
    <blockquote
    Die Hauptschuldigen hier sind Schröder und Eichel, da sie die Maastricht-Kriterien aufgeweicht haben und noch als ‘Sahnehäubchen’ wider besseren Wissens den Beitritt Griechenlands in die Euro-Zone zugestimmt haben. Den Rest machte der bundesdeutsche Hosenanzug mit beispiellosen EU-Vertragsbrüchen und bzw. -manipulationen zum Nachteil Deutschlands.

    Zustimmung.

    In den 70er/80ern sagte man noch:
    „Die Sozis können nicht mit Geld umgehen“.

    Simpel, traurig – und wahr.

    Dann aber hat der „Genosse der Bosse“ es geschafft, die damaligen Wähler mit vermeintlicher volkswirtschaftlicher Kompetenz in die Irre zu führen…

  46. @#58 Kartoffelstaerke (12. Jun 2012 20:58)

    Natürlich war rot-grün mit dem traurigen Versagergespann Schröder/Fischer ein Unglück für Deutschland, aber schlimmer noch war der großartige Historiker, der in seiner Verblendung rücksichtlos gegen die Zukunft kommender Generationen den Euro durchdrückte um sich damit ein Denkmal bzw. einen Platz im „Gechichtebuch“ zu sichern.

    Zu einem Schandmal wird es wohl noch reichen und sein Platz im „Gechichtebuch“ wird ihm sicher nicht sonderlich gefallen.

  47. Der Bundestag schickt laut einem Bericht zunehmend wichtige EU-Vorlagen wegen schlechter oder fehlender Übersetzungen ins Deutsche zurück nach Brüssel. Besonders betroffen vom Übersetzungsproblem sind demnach der Innen-, der Finanz-, der Haushalts-, der Wirtschafts- und der Verteidigungsausschuss des Bundestages. Laut der Zeitung fehlen zunehmend auch deutsche Fassungen von Dokumenten, die für die Schuldenkrisen-Bewältigung wichtig sind. EU-Vorlagen würden inzwischen sogar als «Beratungshindernis» angesehen, heißt es.
    http://www.eu-info.de/dpa-europaticker/212012.html

    Wenn das mal keine Absicht ist. 🙂

  48. Ohne wenn und aber: Deutschland muß raus aus dem Euro,- oder es erstickt im Schlamm! SOFORT!

  49. Der (vorerst) letzte Treppenwitz in der gesamten Euro-Geschichte sind ja die 100 Milliarden an Spanien vom Wochenende.

    Mit der Aktion haben „unsere“ Eurokraten den Lebenslauf des Euro um so ziemlich 2 Monate verkürzt, denn:

    Italien muss wohlweislich 19.6% Anteil am ESM aufbringen, also 19.6 Milliarden. Am Kapitalmarkt.

    Italiens derzeitiger Zins am Markt beträgt allerdings ca. 5.8% für 10 jährige Laufzeiten – und die soll es dann weitergeben – via ESM – an Spanien zu 3%.

    Das wird selbst den Italienern früher oder später auffallen…die werden sich dann dieses Geld auch vom ESM holen (wollen).

    Zudem wurden mit den 100 Milliarden auch all diejenigen verprellt, die zurzeit noch spanische Staatspapiere besitzen, denn solche sind den 100 Milliarden jetzt untergeordnet, werden also erst in 2. Linie zurückbezahlt.

    Aber wer hält schon noch spanische Anleihen?

    Antwort: Nur noch spanische Banken!

    Im fazit bedeutet das, dass die Kreditwürdigkeit der spanischen Banken mit der 100 Milliarden Finanzspritze herabgestruft wurde, weil ihre „assets“ nun subordiniert sind, more haircuts, mehr Abschreibungen bei Haben als bei Soll hereinkommt.

    Das macht Sinn.

    Allerdings keinen Sinn machen die Rallies an den Aktienmärkten weltweit, vordergründig. Denn schlau genug ist die Finanzbranche um die gleichen Schlussvolgerungen zu ziehen wie meine Wenigkeit.

    Deshalb ist genauer betrachtet der Anstieg nur dahingehend auszulegen, indem man davon ausgeht, dass Deutschland mit dieser Farce seine letzte Scheu abgegeben hat, und durchblicken liess, dass es, wenn alles noch schlimmer kommt (und es wird) es eben auch den Eurobonds, der Fiskalunion und einer europaweiten Bankeneinlagenversicherung zustimmen wird.

    Wetten?

Comments are closed.