Matthias Dusini und Thomas Edlinger haben ein neues Buch herausgebracht: In Anführungszeichen. Glanz und Elend der Political Correctness. Das muss PI natürlich empfehlen, unter anderem auch deshalb, weil es dem SPIEGEL nicht so ganz gefällt. Hier ist die Seite des Suhrkamp-Verlags mit einer Leseprobe!

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21 KOMMENTARE

  1. Buch bestellt … morgen geliefert … nächste Woche weiss ich mehr.
    PC und PI sind keine neuen Musikgrupppen, obwohl gerade bei PI die Musik spielt.
    Im obigen Spiegel-Artikel begeistert mich besonders die Aussage: … zwischen berechtigten und unberechtigten Ansprüchen zu unterscheiden, bzw. nicht zu unterscheiden. Hier wird der Drogeneinfluss bei den Medien besonders deutlich. Unsere Kommunikation hat sich bereits soweit verselbständigt, dass Logik, Verstand und Gewissen in Prozent ausgegeben werden und wie ein Fussballspiel ohne Ball mit tausenden von meinungsbeflissenen Müßiggängern ausgetragen wird. Wenn Logik zum Irrsinn mutiert, ist die deutsche PC nicht weit.
    Manchmal frage ich mich, warum ich viele Jahre studiert habe, die Welt bereist, mit politisch Verantwortlichen am runden Tisch gesessen habe, um dann letztendlich dem unsinnigsten aller deutschen Sprichwörter Recht zu geben: Der Klügere gibt nach.
    Korrektness beginnt bei jedem selbst, je nach seiner persönlichen Einstellung und seinem Verständnis.

  2. Ich fürchte, das Wiener p.c.-Buch ist nicht das, was Kewil sich davon verspricht, Dusini ist schließlich „Falter“-Redakteur, Edlinger Redakteur beim ORF, aus dem Vorwort:

    „Auch wenn Schwarze in Wien heute nicht mehr riskieren, nach ihrem Tod vom Tierpräparator abgeholt zu werden, erleben sie zahlreiche Diskriminierungen. Sie werden als Drogendealer und Asylbetrüger diffamiert und als Neger beschimpft. … Traumatisiert von alltäglichen Erlebnissen des Rassismus möchten afrowiener Aktivisten die sprachliche Säuberung ausweiten, empfinden auch Begriffe wie Schwarzfahren und Schwarzgeld als diskriminierend. Wird damit die Grenze vom berechtigten Einwand gegen historisch belastete Begriffe überschritten und das Stadium eines paranoiden Angstsystems erreicht, in dem die semantische Umgebung fortwährend gefährliche Signale sendet? Sind Wörter die Ursache oder die Folge von Traumatisierungen, sind sie Ausdruck einer notwendigen Sensibilisierung oder einer maßlosen Idiosynkrasie?“

    http://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783518126455.pdf

  3. SPON-Leser SteveFfm sagt, worum es gehen sollte:

    Die sprachlichen Auswüchse der PC sind schwer erträglich. Wie geht mir das ewige „Liebe Freundinnen und Freunde“ doch auf den Senkel. Am schlimmsten: „Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder“, obwohl es schon ganz neutral DAS Mitglied ist. Anderes Beispiel: Schokokuss. Wer das seinen Kindern beibringt, „fährt auch mit Fahrradhelm zu seiner eigenen Sterilisation“ (irgendein Comedian) und glaubt, durch Mülltrennung und Windräder die Welt zu retten. Wie soll denn da zwischen Negerkuss (Eischnee auf einer Waffel mit Schokoüberzug) und Mohrenkopf (Bisquit mit Marmeladefüllung und Schokoüberzug in Riffelpapier) unterschieden werden? Erstere heißen in Frankreich übrigens „Têtes de nègre“, also Negerköppe. Sollen sich unsere Tugendwächter mal nicht so anstellen. Von wegen maximalpigmentierte Schokoschaumspeise.

  4. Der Irrsinn hinter der PC äussert sich doch darin, das Wort „Neger“ durch „Schwarze“ zu ersetzen.

    „Neger“ stammt von „Negro“ und bedeutet damit bereits „Schwarzer“.

    😀 😀 😀

    Wer in ein Land geht, wo ihm die Sprache und Wörter nicht gefallen und sich dann darüber beschwert und die Änderung fordert, der darf sich nicht wundern, wenn er nicht gemocht und schlimmstenfalls sogar zur Rechenschaft für seine unverschämten Forderungen gezogen wird.

    „Love it or leave it“
    Liebe es oder geh.

    Ps: Ich bin gespannt, wann die Wörter „Bereicherung“ und „Fachkräfte“ dermassen negativ belegt sind, dass sie als „rassisstissche Beleidigung“ auf den Index kommen wie der Neger.

  5. #4 Stefan Cel Mare

    „Welcher Glanz?“

    Eben-t! Mit nichts kann man ein Herrschaftssystem so gut weiter befestigen als mit (Schein-)Kritik an demselbigen. Nepper, Schlepper, Bauernfänger, uralte Masche.

  6. Ich habe das Buch schon fast durch, es ist teilweise gut, aber Sarazzin wird gebasht und Bahners hochgejubelt. Mehr demnächst

  7. Dem Spiegel passt doch vor allem eines nicht:

    Es ist kein Zufall, dass es auf beiden Seiten des Atlantiks rechte Populisten gibt, die es sich zum Bannerspruch gemacht haben, politically incorrect zu sein, sich aber darauf beschränken, Muslime und „Gutmenschen“ zu verhöhnen.

    Da hat der Spiegel aber sehr unrecht. Darauf beschränken wir uns nämlich schon lange nicht mehr.

    Am liebsten verhöhnen wir „Qualitätsjournalisten“.

    Ach, und überhaupt:

    Enteignet Augstein!

  8. Eigentlich sollte man seine Zeit nicht damit verschwenden, sich mit dem zeilenschindenden Gelabere solch eines dummen SPIEGEL-Jüngelchens …
    http://achtmilliarden.files.wordpress.com/2009/02/1_web.jpg%3Fw%3D300%26h%3D199
    … zu beschäftigen. Egal, nur zwei Sätze seien herausgegriffen:

    Die aufgeklärte Kritik der political correctness darf zu keinem Zeitpunkt eine nostalgische Sehnsucht nach einer weniger korrekteren und deshalb vermeintlich freieren Zeit zulassen.

    Seit wann hat so ein dummer kleiner Wichtigtuer darüber zu entscheiden, wer was und wann zulassen darf? Es war auch keine „vermeintlich“ freiere Zeit, sondern es war tatsächlich eine freiere Zeit, aber woher soll dieses Bübchen das auch wissen.

    Denn diese Zeit gab es nicht (oder höchstens für weiße, heterosexuelle, christliche Männer, die gerne mit ungebildeten Frauen schlafen).

    Hä? Jetzt dreht unser Oskar ja völlig durch. O Oskar, sage uns, was mag das bedeuten?

    Zum Thema politisch-korrekter Tugendterror übrigens ein guter (und langer) Martenstein:
    „Noch nie stand eine Gesellschaft, die keine Diktatur ist, so unter Kontrolle.“
    http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend/komplettansicht

  9. #10 crohde01 (28. Jun 2012 18:42)
    Ich habe das Buch schon fast durch, es ist teilweise gut, aber Sarazzin wird gebasht und Bahners hochgejubelt. Mehr demnächst

    Alles klärchen. Das genügt mir, um das Ding im Laden liegen zu lassen. Danke für die Warnung!

  10. #6 nicht die mama:
    „Der Irrsinn hinter der PC äussert sich doch darin, das Wort “Neger” durch “Schwarze” zu ersetzen.

    “Neger” stammt von “Negro” und bedeutet damit bereits “Schwarzer”.“

    Das ist selbst bei politisch Inkorrekten schon Usus.

  11. Ein wichtiger Aspekt der political correctness kommt in dem Buch „In Anführungszeichen“ zu kurz: dass sie nämlich in Amerika auch aus dem Wissen um die Schuld entstand, eine Gesellschaft auf den Leichen und Trümmern der indigenen Zivilisation errichtet zu haben. Und zwar mittels der Jahrhunderte andauernden Versklavung von Afrikanern, deren Nachfahren noch heute im Schnitt ärmer sind als die Nachfahren der weißen Profiteure, früher sterben und häufiger im Gefängnis landen….
    Als diese passage im SpOn las, kamen mir andere Fragen in den Sinn. Wieso existiert diese offenbar aus Schuldgefühl entstandene PC nur in „weißen“ Ländern. „Wegen Hitler“, wegen der Rassendiskriminierung usw…, aber was ist mit den bösen Seiten der Geschichte in der muslimischen Welt zum Beispiel? Dass etwa in der arabischen Welt irgendwo Gedenkmonumente zur Erinnerung an die Untaten der arabischen Sklavenhändler errichtet würden, undenkbar.

  12. #16 johann:
    „Wieso existiert diese offenbar aus Schuldgefühl entstandene PC nur in “weißen” Ländern.“

    Es scheint sich um ein Unterdrückungssystem zu handeln, das der weisse Westen erfunden hat.
    Die Mächtigen haben sich damit eine Keule geschaffen, mit dem jedes Volk in die Demut und Ohnmacht geprügelt werden kann.

  13. Gute Nachrichten!

    Fast 90 Prozent der Menschen sind der Ansicht, dass Politiker die Wahrheit zur Krise verschleiern

    Über drei Viertel der Menschen fühlen sich in der Euro- und Verschuldungskrise durch die Politik mit ihren Interessen und Anliegen nicht vertreten.

    Den Aussagen der Bundesregierung misstrauen 60 Prozent der repräsentativ befragten Bürger. Den Oppositionsparteien vertrauen sogar 70 Prozent nicht mehr.

    76 Prozent sind der Ansicht, dass die Verantwortlichen die Krise nicht im Griff haben.

    Jetzt die Schlechte, statt rechts zu wählen, wählen sie weiter ihre Henker oder gehen erst gar nicht zur Wahl.

    allerdings glauben sie derzeit mehrheitlich (noch) nicht, dass ihr persönlicher Lebensstandard und der ihrer Familie (50 Prozent) oder die Demokratie in Deutschland (56 Prozent) bedroht sind.

    http://www.berlinerumschau.com/news.php?id=55888&title=Umfrage%3A+90+Prozent+der+Deutschen+halten+Politiker-Gerede+zur+Krise+f%FCr+L%FCgen&storyid=1001340886578

    Krasse Fehleinschätzung, denn z.B. der ESM wird erst durch Aushebelung der Demokratie möglich. Genauso hat der deutsche Wohlstand seit Euroeinführung abgenommen statt wie oftmals suggeriert zugenommen. Die Quittung für den kommenden Rettungsschirm, der maßlosen Zuwanderung aus islamischen Ländern und die Etablierung linker Werte wird der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahren so stark zusetzen, daß sie sich wünschten, keine Deutschen mehr zu sein.

  14. Erstaunlicherweise war es ausgerechnet ein Artikel über „political correctness“ in den USA (in der linksradikalen Zeitschrift „Konkret“), die mich vor 20 oder 25 Jahren zum Nachdenken brachte. Damals war das hier bei uns alles noch kein Thema – wie auch das Kopftuch. Mir war die pc-Kiste aber von Anfang an nicht geheuer. Ich habe mich noch lange Zeit danach für links gehalten; was der SPIEGEL da so schwafelt über Rechtspopulisten, die nix „pc“ halten, ist also überwiegend Käse. Übrigens hat damals auch noch kein Mensch das Wort Rechtspopulist gekannt. Wäre interessant, wenn jemand mal nachrecherchiert, wer es sich ausgedacht hat und wann es erstmals publiziert wurde.

  15. Mathias Dusini ist Kulturjournalist und hat sich in der Vergangenheit auch mit Themen wie Ausdruckstanz und Auratraining beschäftigt. Jetzt legt er sich mit den Homosexuellen und Frauen an – wie mutig !! Zum Islam stand in der Leseprobe nichts.

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