politik-digital.de hat drei Kleinparteien befragt, wie sie das Internet nutzen und welche Möglichkeiten sie sehen, damit ihre Themen zu kommunizieren und bekannter zu werden. Hintergrund für diese Reportage ist der historische Erfolg der Piraten, urplötzlich wie Phoenix aus der Asche in einige Länderparlamente gestiegen zu sein. Kann man es durch eine gelungene Internetpräsenz schaffen, schnell ins öffentliche Bewusstsein zu kommen, und wie wichtig sind daneben die klassischen Methoden wie Kundgebungen, Demonstrationen und Infostände? Sebastian Frankenberger von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Michael Stürzenberger von der Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie (DIE FREIHEIT) sowie Michael Maercks von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) haben zu dem Thema Stellung bezogen.

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39 KOMMENTARE

  1. Das Internet wird total überschätzt!!!

    Größte Fehlleistung aller individuell kooperierenden selbstständigen Menschen und familiär aufgebenden desorientierten eingentlich wirklichen autonomen Zellen, innerhalb von Gemeinschaft und (nicht oder) Gesellschaft!

  2. Mal ganz abgesehen von den Protestwählern glaube ich, daß es bei den Wahlen nicht mit rechten Dingen zugeht und der Erfolg der linksgerichteten Piraten-Partei mit Stimmenverschiebung erreicht wurde.

  3. #1 WahrerSozialDemokrat (17. Jun 2012 00:06)

    Das Internet wird total überschätzt!!!

    Sehe ich auch so. An der eigenen Webpräsenz hat der Erfolg der Piraten sicher kaum gelegen. Aus meiner Sicht war der Hauptfaktor, dass die Piraten einen Identifikationsfaktor erzeugt haben (Pirat wollte wohl jeder schon mal gerne in irgendeiner Lebensphase sein …). und dass sie sich politisch ein Thema zu eigen gemacht haben wo es eigentlich unkontrovers ist dass sich etwas ändern muss (denn das klassische Urheberecht und alles was dazu gehört funktioniert im Internetzeitalter nicht mehr so ganz), insofern war auch die Hemmschwelle der Journalisten gering, sich dem Thema zuzuwenden.

  4. Wer den kleinen Tabak-Nazi und Grundrechteverächter Frankenberger in Verbindung mit Demokratie zu Wort kommen lässt, hat sich eh disqualifiziert.

  5. … der historische Erfolg der Piraten, urplötzlich wie Phoenix aus der Asche.

    Nach meiner Meinung ist das geplant. Die Wut der Bürger ist aufzugreifen und zu kanalisieren. Es muß eine Fliegenfängerpartei, die bei Bedarf später problemlos eingebunden werden kann, dem Bürger anzubieten.

  6. Der historische Erfolg der Piraten liegt vor allem bei ihrem Einsatz gegen die Vorratsdatenspeicherung und der Entkriminalisierung von File-Sharing. Damit konnten sie in die Schlagzeilen kommen und sich als Protestpartei etabliert. Es ist nun mal hip bei den Jungwählern Piraten zu wählen wie es zum guten Ton für pensionierte Oberstudienräte gehört, dass sie die Grünen wählen.

  7. Ob Kampfbegriffe wie „linksgrün“ und „Nazikeule“ eine konstruktive Debatte über die Themen Multikulturalismus und speziell den Islam in Deutschland voranbringen, ist fraglich.

    Das stimmt natürlich und wurde von Michael Stürzenberger nicht bedacht.
    Trotzdem hätte die Einschätzung von „politik-digital“ noch um einiges abwegiger ausfallen können: „Die Partei selbst versteht sich als bürgerlich-liberale Partei, Kritiker sehen sie hingegen als nationalliberal bis rechtspopulistisch.“
    „Rechtspopulistisch“ ist längst zum bedeutungslosen Allround-Abwertungs-Beiwort verkommen und besagt nicht mehr als „Ich find euch irgendwie nicht links genug“ – und „nationalliberal“ klingt gar nicht mal übel.

  8. Internet hin oder her, Demonstration hin oder her, Infostände hin oder her, solange es an der grundsätzlichen Bereitschaft zur Kommunikation fehlt, werden es nur noch sogenannte Protestparteien (ohne Themen oder politisches Programm) schaffen, den altehrwürdigen Parteien, Kopfschmerzen zu bereiten.

    Im Internet, bei der Demos und am Infostand ist Kommunikation nur in dem Maße möglich, wie es der politische Gegner zuläßt. Und ob ich im Internet, bei der Demo oder am Infostand nicht wahrgenommen (oder gar denunziert und bekämpft) werde, ist letztlich egal.

    Irgendwie beschleicht mich ohnehin das Gefühl, dass gerade im Internetzeitalter, mit seiner ganzen Fülle an Informationen, wo sogar jeder einzelne seine politischen Vorstellungen einem breiten Publikum zugängig machen kann, die Bereitschaft sich mit diesen Informationen auseinanderzusetzen diametral gesunken ist.

    Wer es verlernt (oder nie gelernt) hat, seine politischen Gegner in erster Linie als Mensch zu sehen, wird das Internet nur dazu mißbrauchen, seinen politischen Gegner noch würdeloser zu behandeln.

    Die Schlammschlachten, die im Internet geführt werden, sind zu allem geeignet, nur nicht zur “politischen Willensbildung”.

  9. „…Hintergrund für diese Reportage ist der historische Erfolg der Piraten, urplötzlich wie Phoenix aus der Asche in einige Länderparlamente gestiegen zu sein…“
    ………………………………………………………………………………………………

    Über Piraten und andere Zeitgenoss_innen…..

    “Deutschland braucht uns, wir werden nicht kneifen”

    „Die Proteste gegen den Euro-Wahnsinn waren bisher zwar nicht übermäßig gut besucht, aber die Freien Wähler bleiben dabei: Sie wollen zur Bundestagswahl 2013 antreten und sich damit von einer Regionalpartei zur einer bunedesweiten Kraft mausern. Einen moralischen Sieg können man bereits verzeichnen: Die Piraten blieben der letzten Veranstaltung fern weil sie nicht mit bösen Rechtsrdikale zusammen demonstrieren wollen. Soviel also zu den Prioritäten welche die Piraten in Hinblick auf die Zukunft Deutschlands setzen: Lieber das Land in den Abgrund rauschen lassen als sich mit als Rechtsradikal diffamierten Bürgern zusammen auf einer Demo sehen zu lassen.

    Aber wenden wir uns von den präpubertären Piraten ab und den Freien Wählern zu, die gerade den Entschluß gefasst haben bundesweit Verantwortung zu übernehmen zu wollen…“
    (Weiterlesen)

    http://fakten-fiktionen.net/2012/06/deutschland-braucht-uns-wir-werden-nicht-kneifen/

  10. #3 Ungemütlich

    Mal ganz abgesehen von den Protestwählern glaube ich, daß es bei den Wahlen nicht mit rechten Dingen zugeht und der Erfolg der linksgerichteten Piraten-Partei mit Stimmenverschiebung erreicht wurde.

    Doch, es ist durchaus realistisch.
    Ich verweise auf

    http://www.pi-news.net/2012/06/duisburg-menschenverachtung-der-bunten-art/#comments

    wo im Kommentarbereich einige Dinge über die gegenwärtige Indoktrination an den Schulen zutage getreten sind.

    Gewaltbereite Gruppierungen dürfen mit Billigung der Schulbehörden ihre Hetzschriften in den Schulen auslegen.
    Lehrer organisieren unter Mißachtung des beamtenrechtlichen Neutralitätsgebots Demonstrationen gegen Oppositionsparteien.

    Wie es einem Lehrer ergeht, der auf der „falschen“ Veranstaltung spricht, haben wir in den letzten Tagen erleben dürfen.

    Schüler von heute wachsen mit linken Dogmen auf. Von daher ist es verständlich, daß eine Partei mit linken Positionen mehr Stimmen bekommt.

    Beim Kampf gegen die linke Ideologie müssen wir in den Schulen ansetzen. Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, daß unsere Kinder weiter mit diesem Virus in Berührung kommen.

  11. Der Erfolg der Piraten liegt nicht am Internet und nicht an Twitter, sondern an der Medien-Berichterstattung zur Berlin-Wahl, wo bewusst alle Aufmerksamkeit von den „bösen rechten“ Kleinparteien Die Freiheit und Pro, denen man offenbar seitens der Medien ebenso unrealistische Wahlchancen zubilligte wie sie selbst es taten, auf die vermeintlich harmlosen, anarchistisch (= links) angehauchten Piraten abgelenkt wurde. Nach den dadurch zustande gekommen 9% in Berlin sind die Piraten erstmal ein Selbstläufer. War die mediale Piraten-„Bericht“-Erstattung zur Berlin-Wahl völlig unkritisch, versuchen die vom 9%-Erfolg und vom Irrwitz der Piraten unangenehm überraschten Medien nun mittels kritischer bis feindseliger Behandlung der Piraten die Geister zu bannen, die sie gerufen haben.

  12. 80% der Bevoelkerung sind voellig unpolitisch, die Zugehoerigkeit zu einer Partei ist eine Gesinnung. Man ist entweder BMW oder Mercedes, Ford oder Opel. Genau wie ein Auto nach dem Bauch gekauft wird und nicht nach objektiver ergebnisoffener Preis/Leistung Bewertung, so wird auch bei Wahlen nie etwas Bewegendes passieren. Die CDU hat ihre Stammwaehler wo einige wenige zur FDP hinpendeln bei Zweitstimme. Die SPD hat eine grosse Basis die von buergerlich bis Jusos reicht, entscheidend sind nicht die Inhalte sondern der SPD-Nimbus der sozialen Gerechtigkeit. SPD Anhaenger hoffen ggf. auf Sarrazin aber werden niemals CDU waehlen wegen der Verauslaenderung. CDU Spiesser werden niemals Pro waehlen. Weil ja die CDU mal gut war und an sich serioeus ist, und ohnehin im voraus fest steht dass die Kleinen die 5% nicht schaffen. Die Wahlergebnisse haengen von der Demographie ab und der Medialitaet eines jeweiligen Kandidaten. Nur ein kleiner Teil, der ohnehin besonders politisch bloed ist, schwankt zwischen rechts und links und entscheidet damit die Wahlen, maW praktisch alle waehlen ohnehin immer das Gleiche oder gehen nicht hin.

  13. Parteien greifen in der Regel Strömungen in der Gesellschaft auf. Daraus ergibt sich die Wählerfluktation.
    Die Piraten sind das typische Zeichen einer Überflußgesellschaft, der Luxus des politischen Übermuts, den sich die Spaßgesellschaft leistet.
    Kleine Parteien werden dann zum Zug kommen, wenn ihre Themen die Gesellschaft spürbar belasten und diese von den Monopolparteien nicht deutlich genug vertreten werden. Ihre Chance liegt also darin, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Dafür ist Geduld und Ausdauer erforderlich.

  14. Die Piraten sollen nach dem Willen der Etablierten (vielleicht mit der Ausnahme der Grünen, die sie nach dem Beinahe-Rauswurf im Saarland endgültig hassen dürften) die Quadratur des Kreises hinbekommen: Protest sein, ohne echten Protest darzustellen. Tatsächlich sind die Inhalte der Piraten ein Konglomerat linker Zeitgeistigkeit.

  15. die piratenpartei haben wir -zenzursula- zu verdanken. gegen kinderporno ist jeder. verfolgung im net sei aber nur vorwand. über die netverfolgung befürchtete die netgeneration allgemeinen staatlichen zugriff auf ihr geheimes persönliches computer-heiligtum.

  16. piraten-partei. -nomen est omen-
    ihr ziel..sie wollen wie alle letzlich an die macht. in ihrem falle aber das staatsschiff entern und ausrauben. beim angriff setzen sie nicht ihr niedliches emblem, sondern auf top den jolly roger.
    agieren können sie mittlerweile auch unter der wortbedeutung als freibeuter, korsaren, seeräuber.

  17. Die Piraten sind eine Kost-Nix-Partei. Alles im Internet ist kostenfrei und „wenn jeder sich entsprechend einbring“ ein gemeinsames Produkt von dem alle was haben. Sie sind sozusagen eine deutsche „Open Source Partei“.

    Nur sind bislang alle Gruppen, die mit kostenlosem Open-source starteten wieder zurück gerudert. Natürlich gibt es noch den Thunderbird oder den Firefox, doch die Entwickler haben eine Umwegfinanzierung gefunden. Die einen verdienen direkt damit, die anderen indirekt.

    Jetzt mit dem Erfolg der Piraten zeigt sich, dass die Stärke – Ehrenamt – eigentlich eine Schwäche ist. Man kann die politische Arbeit heute nicht mehr ehrenamtlich tun, noch nicht einmal die Arbeit in einer Partei. Man kann zwar für weniger Geld arbeiten als andereswo, aber nicht ohne Geld.

    Das hat die Konsequenz, dass sich die Partei mehr und mehr einer konventionellen Partei wird anpassen müssen und mehr und mehr die Unterscheidbarkeit verlieren wird. Tut sie das, dann wird sie eine konventionelle Partei, tut sie es nicht, wird sie kollabieren, einfach weil sie die Aufgaben nicht bewältigen kann, die vor ihr liegen. Die ToDo-Liste wird länger und länger, aber es gibt keinen mehr, der es tut.

    Damit steht die Partei vor einem Scheideweg und vor der Entscheidung zwischen Pest und Cholera und ich wüßte keinen 3. Weg.

    Rein allgemein auf politischer Ebene sollte klar sein, dass man für die Lösung der derzeitigen Probleme reale Fachkompetenz braucht. Und die einzige, die m.E. bei den Piraten wirkliche fachliche Kompetenz hatte das war die Martina Weibrand. Die hat nämlich verstanden, dass sie erst mal ihre Ausbildung fertig machen müsste und damit meinte sie noch nicht mal die Studien um das Buch „Das Kapital“. Sie meinte wirklich ihr reales Studium. Dieses Wissen ist keineswegs bei allen Piraten vorhanden.

    Und es gibt zu jede Problem immer drei Gruppen von Menschen:

    a) die einen können ein Problem lösen. Solche Leute braucht man in einer Partei!
    b) die anderen können ein bestimmtes Problem nicht lösen und wissen das. Solche Leute kann man auch sehr gut gebrauchen, weil diese der Gruppe a helfen können und sich aus den wirklich wichtigen Entscheidungen raushalten
    c) die letzte Gruppe kann ein Problem nicht lösen, glaubt aber sie könne es. Solche Leute sind gefährlich. Die müsste man aus der Partei ausschließen. Hier haben die Piraten – und nicht nur die – einen extremen Nachholbedarf.

  18. So, jetzt mal Butter bei die Fisch:

    die „Erfolge“ sowohl der „Freiheit“ als auch von PRO beruhen bislang zu 99% auf der Existenz von PI und anderen Blogs – und damit auf dem Internet.

    Dies gilt für die Islamkritik generell.
    Ebenso übrigens – let´s face it! – gilt dies für die Salafisten. Ohne das Internet würde kein Mensch den Namen Pierre Vogel jemals gehört haben.

    Ohne das Internet hätten die Salafisten wiederum niemals etwas von den ProNRW-Demos mitbekommen – und daher weder in Solingen noch in Bonn einen solchen Aufstand gemacht, der sie in Folge auf den Präsentierteller von Medien und Politik gesetzt hat.

    Die Verklärung der „Strasse“ ist pseudo-revolutionärer Romantizismus.

    Auch PRO nutzt die „Strasse“ nur zur gezielten Inszenierung von „Events“. Und das machen sie richtig gut – wie ich vermute, weniger auf Basis einer ausgefeilten Medienstrategie, sondern weil sie es einfach „im Urin“ haben. Egal, dennoch Chapeau.

    Selbst Sarrazin wäre ohne Internet nicht die Grösse, die er heute ist. Ohne die unzähligen Leserkommentare in den (Internet-)Kommentarspalten der MSM etwa.

    Mir geht dieser pseudo-revolutionäre Romantizismus, wie er auch hier im Kommentarbereich zunehmend an Beliebtheit gewinnt, mehr und mehr auf den Senkel.

    Wir sind das, was wir sind, durch das Internet und nur durch das Internet. Und das ist gut und nicht schlecht.

    Gäbe es nur die „Strasse“, dann – let´s face it again – würden wir zu einem idealen „Opfa“ der in den Bodybuilding- und Kickbox-Studios gestählten „jugendlichen“ Kampfmaschinen (deren Internet sich als „Moschee“ bezeichnet) werden. Keine wie auch immer geartete „Öffentlichkeit“ würde uns davor bewahren.

  19. #10 Wonderland (17. Jun 2012 02:16)

    Wer es verlernt (oder nie gelernt) hat, seine politischen Gegner in erster Linie als Mensch zu sehen, wird das Internet nur dazu mißbrauchen, seinen politischen Gegner noch würdeloser zu behandeln.

    Ah, und in den 70ern wurde also etwa Franz-Josef Strauss von den Linken „in erster Linie als Mensch“ gesehen?

    Das wüsste ich aber.

    Der wesentliche Unterschied von damals zu heute besteht in der heute offen zur Schau getragenen Gewaltbereitschaft. Und diese haben wir in erster Linie dem Einbruch einer uns „bereichernden“ fremden Kultur zu verdanken.

  20. #23 Stefan Cel Mare (17. Jun 2012 10:55)

    Insgesamt guter Kommentar. Natürlich ist das Internet DIE Informationsquelle der heutigen Zeit. Allerdings schreiben und lesen hier Menschen, die in ihrem Alltag auf der „Straße“ leben und nicht im Internet als Illusion vorhanden sind.

    Nur durch die Aktionen auf der „Straße“ werden sie und ihre Aktionen medial im Bereich des Internet bekannt und so einer breiten Öffentlichkeit diese Informationen zugänglich gemacht.

    Diese Wechselwirkung sollte man nicht verkennen. Schon immer waren es die Proteste auf der Straße, die eine Änderung bewirkt haben und nicht die philosophischen Betrachtungen im stillen Kämmerlein.

  21. #25 Ungemütlich (17. Jun 2012 14:39)

    Menschen, die in ihrem Alltag auf der “Straße” leben

    Ich lebe in meinem Alltag nicht auf der “Straße”. Und ich kenne etliche Leute, denen es ähnlich geht. Öhm… wir haben Wohnungen.

    Schon immer waren es die Proteste auf der Straße, die eine Änderung bewirkt haben und nicht die philosophischen Betrachtungen im stillen Kämmerlein.

    Schade… wenn das Karl Marx und W.I. Uljanow gewusst hätten…

  22. #26 Stefan Cel Mare (17. Jun 2012 15:51)

    Ich lebe in meinem Alltag nicht auf der “Straße”. Und ich kenne etliche Leute, denen es ähnlich geht. Öhm… wir haben Wohnungen.

    🙂 Da habe ich mich doch nur an Ihren Duktus gehalten… Was Anführungszeichen bedeuten, müssen Sie halt noch lernen.

    Ein Tipp von mir: Gehen Sie ruhig mal aus Ihrer Wohnung raus. Frische Luft tut gut.

  23. #27 Ungemütlich (17. Jun 2012 16:11)

    Ein Tipp von mir: Gehen Sie ruhig mal aus Ihrer Wohnung raus. Frische Luft tut gut.

    DAS erwartet schon der Hund von mir. Allerdings zieht er das naheliegende kleine Wäldchen der „Strasse“ vor.

    Und genau dahin zieht es ihn im Moment auch wieder…

  24. @ #24 Stefan Cel Mare (17. Jun 2012 11:06)

    In den 70ern war es sogar möglich, dass der Wahlhelfer der KPD und der Wahlfelfer der NPD zurr gleichen Zeit und am gleichen Ort ihre Wahlplakate aufhängen konnten, ohne um ihr Leben zu fürchten. … Im Zweifelsfall haben die danach sogar noch gemeinsam ein Bierchen getrunken.

    Heute undenkbar, weil sich niemand mehr abends auf die Straße wagt, das Bier in der Kneipe unbezahlbar geworden ist und es schon lange keine Kneipe mehr gibt, in der deutsch gesprochen wird. Wie man das durch mehr Internetpräsens kompensieren möchte, ist mir ein Rätsel. Wir müßten auch erstmal 30-40 Jahre zurückrudern, um die Zustände wieder herzustellen, die uns befähigt hatten, soziale Kompetenzen zu erlernen. Im Internet geht so was jedenfalls nicht.

  25. #1 WahrerSozialDemokrat:

    Das Internet wird total überschätzt!!!

    Stimmt. Stürzenberger nutzt PI zweimal pro Woche als Propagandaplattform für „Die Freiheit“, nützt aber auch nichts.

  26. #29 Wonderland (17. Jun 2012 17:28)

    Alles sehr wahr. Aber das Internet ist weder für diese Entwicklungen verantwortlich, noch kann es sie zurückdrehen.

    Bei näherem Nachdenken:

    – Bier in der Kneipe unbezahlbar – nach der Euro-Einführung schlagartig
    – keine Kneipe mehr, in der deutsch gesprochen wird – Masseneinwanderung

    sind das doch genau unsere Themen.

    Die „sozialen Kompetenzen“ werden heute zwar – anders, als noch bei uns – in der Schule gelehrt, wovon in der Praxis aber wenig ankommt. Oder verstehen wir da etwas falsch?

  27. #31 Stefan Cel Mare

    Mit „sozialen Kompetenzen“, die heute in der Schule gelehrt werden, ist etwas anderes gemeint als damals.

  28. @ #31 Stefan Cel Mare (17. Jun 2012 18:43)

    Stimmt haargenau und weil wir es so noch gelernt haben, reden wir selbst in den neuen Medien genauso unbefangen darüber, wie wir es gelernt haben. Es ist auch richtig, daß wir in der Schule gelernt und außerhalb der Schule den sozialen Umgang miteinander geübt haben.

    Hier sitzt der Hase im Pfeffer, wie kann ein „kaltes Medium“ wie das Internet menschliche Wärme vermitteln?

    Das Internet ist an dieser Entwicklung nicht schuld, es taugt aber auch nicht dazu, dieser Fehlentwicklung entgegen zu wirken.

  29. #34 Wonderland (17. Jun 2012 19:45)

    Soweit stimme ich dem zu, bis auf einen Punkt: das Internet ist kein „kaltes Medium“. Oder waren die in früheren Zeiten gepflegten Brieffreundschaften ebenfalls auf einem „kalten Medium“ beruhend?

    Technisch wäre es ohne weiteres möglich, statt der Kommentare hier etwa Videokommentare abzugeben. Aber wollen wir das wirklich – oder hat es vielmehr (mindestens) einen guten Grund, dass wir das so veranstalten, wie wir es veranstalten?

    Das Internet führt neue Möglichkeiten der Kommunikation und somit auch „neue“ soziale Kompetenzen ein. Es schafft keine existierenden ab – das tun wir schon ganz alleine.

  30. Ich glaube, dass der Erfolg der Piraten verglichen zu der „Die Freiheit“ und anderen Kleinstparteien nur in einem begrenzten Maße eine Frage des Verbreitungsraums (Straße oder Internet) ist, und zu einem großen Teil eine Frage der anvisierten Zielgruppe.

    Ich finde, die derzeitigen Kleinstparteien, die Islamkritik u. a. Themen dieses Themenkomplexes in ihrem Programm vertreten, sich irgendwie zu viel um ihre eigenen Wünsche und Ansichten kümmern und zu wenig bereit sind, Abstriche zu machen, um eine junge dynamische Zielgruppe anzusprechen. Der Erfolg der Piraten ist nur deswegen so groß, weil sie auf die Jugend sezten. Und der Erfolg der Partei „Die Freiheit“ (und mancher anderen Parteien dieser Art, wie die Christliche Mitte, PROs usw) ist vor allem deswegen so gering, weil sie nicht genug auf die Jugend setzt. – Das müßten sie bescheiden von den Piraten abgucken, denn das können die Piraten wirklich gut.

    Ansonsten finde ich die Kommentare von Stefal cel Mare in diesem Strang sehr interessant und allgemein treffend.

  31. @ #35 Stefan Cel Mare (17. Jun 2012 20:59)

    Oder waren die in früheren Zeiten gepflegten Brieffreundschaften ebenfalls auf einem “kalten Medium” beruhend?

    … Also wenn ich damals zwietracht mit jemandem hatte, war es eine, zwischen demjenigen und mir (analog freundliche Brieffreundschaften.

    Was ich aber sagen wollte, die Beißhemmung war damals (unabhängig von z.B. politischen Einstellungen) wesentlich ausgeprägter, weil man sich sowohl auf der Straße, wie in der Kneipe, getroffen und trotz differenzen miteinander, sogar echt gute Gespräche geführt hat.

    Im Vergleich zu Internet …?

  32. #36 Kybeline (17. Jun 2012 21:09)

    Ansonsten finde ich die Kommentare von Stefal cel Mare in diesem Strang sehr interessant und allgemein treffend.

    Das freut mich natürlich.

    Trotzdem sehe ich einen Punkt etwas anders. Die Piraten ihrerseits waren nämlich an keiner Stelle genötigt, „Abstriche zu machen, um eine junge dynamische Zielgruppe anzusprechen.“ Die jüngste Abgrenzung von den „Rechten“ ist ihnen nicht von ihrer Zielgruppe, sondern von den MSM und der etablierten Politik im Rahmen des allgegenwärtigen „Kampfs gegen Rechts“ aufgenötigt worden.

    Im Gegenteil waren und sind die Piraten dafür bekannt, sich strikt an den bei ihnen eingeführten Prozess der Willensbildung zu halten. Auch wenn sie das manchmal etwas seltsam aussehen lässt, ist das ein Teil ihrer Stärke.

    Ich denke, der Punkt liegt woanders. Während die islamkritischen Parteien im wesentlichen eine Negativposition formulieren, nämlich die Abgrenzung zum Islam, liegt der Schwerpunkt der Piraten in einer positiven Vision: das Internet ist nunmal da, es verändert die Gesellschaft – so oder so -; jetzt lasst uns dies als Chance für mehr direkte Demokratie und andere hehre Ziele begreifen.

    In der Tat: die Jugend will vorwärts gerichtete Ziele. An dieser Stelle hapert es bei uns bislang noch.

  33. @ #13 Israel_Hands (17. Jun 2012 02:23)

    Der Erfolg der Piraten liegt nicht am Internet und nicht an Twitter, sondern an der Medien-Berichterstattung zur Berlin-Wahl, wo bewusst alle Aufmerksamkeit von den “bösen rechten” Kleinparteien Die Freiheit und Pro, denen man offenbar seitens der Medien ebenso unrealistische Wahlchancen zubilligte wie sie selbst es taten, auf die vermeintlich harmlosen, anarchistisch (= links) angehauchten Piraten abgelenkt wurde. Nach den dadurch zustande gekommen 9% in Berlin sind die Piraten erstmal ein Selbstläufer. War die mediale Piraten-”Bericht”-Erstattung zur Berlin-Wahl völlig unkritisch, versuchen die vom 9%-Erfolg und vom Irrwitz der Piraten unangenehm überraschten Medien nun mittels kritischer bis feindseliger Behandlung der Piraten die Geister zu bannen, die sie gerufen haben.

    So und nicht anders ist es !

    NIX IST KOSTENLOS ZU HABEN!!
    … das müssen auch „Piraten“ einsehen.

    Schaut mal in deren Diskussionsforen rein, was nach Anmeldung auch als Nonpirat möglich ist.

    Eine unterirdische Diskussion auf Klein-Erna-Niveau.

    Keine Strukturen, keine Lösungsansätze, nicht einmal eine ungefähre Richtung!

    Unter anderem stellen die ihr bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) selbst in Frage usw. Kommentar: Grauenhaft, Auflösung Der Piraten überfällig.

    ****************

    Technik überlastet: Piraten rufen zu Spendenaktion auf

    http://nachrichten.t-online.de/technik-ueberlastet-piraten-rufen-zu-spendenaktion-auf/id_57203512/index

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