Linksextremer Bombenleger will Kalifat gründen

Bernhard FalkPierre Vogel und Sven Lau erhalten Verstärkung für die Errichtung eines Kalifats. Der aus Mönchengladbach stammende linksextreme Bombenleger Bernhard Falk (Foto) wurde 1997 wegen verschiedener Sprengstoffattentate angeklagt und 1999 verurteilt. 2008 kam er aus dem Gefängnis, wo der Linksindoktrinierte seine neue geistige Heimat fand: Den Islam. Heute nennt er sich Bernhard Unzun.

Er gründete als Aachener Physik-Student die RAF-Nachfolgeorganisation „Antiimperialistische Zelle“ (AIZ) und beging eine Reihe von Attentaten (Liste unten), um diverse Politiker einzuschüchtern. Nun fühlt sich der mittlerweile 44-Jährige und im Ruhrgebiet Wohnhafte erneut zu Großem berufen, wie man aus den Finanznachrichten erfährt:

Nach 13 Jahren Haft droht der militante Linksextremist Bernhard F. dem deutschen Staat mit neuer Gewalt – diesmal als Islamist. Der 44-jährige Terrorist sagt Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge den Glaubenskrieg an. Ein potenzielles Anschlagsziel hat der Extremist demnach schon ins Auge gefasst: den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein.

(…) Das Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) von Bund und Ländern in Berlin ist eingeschaltet. Von F. gehe „ein großes Bedrohungspotenzial“ aus, zitiert die WAZ Sicherheitskreise. Bernhard F. gilt als gefährlich: In den 1990er-Jahren war er Kopf der Antiimperialistischen Zelle (AIZ), einer militanten Nachfolgeorganisation der Roten Armee Fraktion (RAF). Vier Mordversuche auf Politiker, dazu zahlreiche Bombenattentate und Brandanschläge, gingen unter anderem auf sein Konto. Im Gefängnis trat F. zum Islam über. Seit seiner Freilassung 2008 etablierte er sich in islamistischen Kreisen. Im Internet ruft F. nun zur „Errichtung eines internationalen Kalifat-Staates“ auf. Er mache der „islamischen Gegenmacht“ gemeinsame Militärobjekte der „Imperialisten USA/BRD“ schmackhaft, berichtet die WAZ: neben der US-Luftwaffenbasis Ramstein auch das Lager der amerikanischen Atombomben in Deutschland. Diese Botschaft alarmierte das LKA Rheinland-Pfalz. F. stellt inzwischen ultimative Forderungen. Berlin müsse die deutschen Truppen aus Afghanistan abziehen, sich von den USA und Israel abwenden – nur dann „ist der Koran keine Gefahr für Deutschland“, sagte er in einem Interview. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Ein Sprecher verwies auf die Dortmunder Polizei. Der sei die „Person bekannt“. LKA und Verfassungsschutz in NRW haben offenbar erst spät auf die Drohungen von F. reagiert. Warnende Hinweise auf die extremistischen Aktivitäten des Terroristen habe es gegeben, sie seien aber „auf dem Weg nach oben verhallt“, sagte ein Fahnder der Mediengruppe.

NRW-Innenminister Jäger muss sich auf den Kampf gegen Rechts™ und die Bandidos konzentrieren. Man sollte den Mann nicht überfordern und die Angelegenheit Bundesbehörden überlassen.

Hier noch einiges zu Falk / Unzun:

Der STERN berichtete 2005 über eine Verfassungsbeschwerde. Der islamkonvertierte Linksterrorist wollte das Urteil anfechten, da man ihn mittels GPS überführt hatte. Er war der Meinung, dies verstoße gegen den Datenschutz.

Der FOCUS schrieb 1997 einiges über Werdegang, Gedankenwelt und Umfeld des fleißigen Marx- und Trozki-Lesers sowie bekennenden RAF-Fans, der selbst der linken Szene nicht ganz geheuer war:

Bernhard Falk kennt die Gründe für das Unrecht auf der Welt. Ruhig und freundlich las der 30jährige frühere Physikstudent seine Erklärung vor. Auf hundert Seiten, in zwanzig Kapiteln, mit etlichen Tabellen, Zahlen und Zitaten glaubte er die Drahtzieher allen Übels zu demaskieren: die USA, Deutschland und der „auch als Israel bekannte“ zionistische Staat. Diese drei Mächte seien, so Falk, „besonders gefährlich“.

Sein Traktat „an die Linke“ verkündete Falk am vergangenen Freitag im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Die beiden Angeklagten, so die Ermittlungen der Karlsruher Bundesanwaltschaft, sollen Mitglieder der linksextremistischen Terrorgruppe „Antiimperialistische Zellen“ – AIZ – sein.

Nach textlinguistischer Auswertung der schwafeligen Bekennerschreiben sollen „mindestens acht Personen“ an der Formulierung der ersten AIZ-Pamphlete beteiligt gewesen sein. Nur die letzten Texte soll „mit Wahrscheinlichkeit“ Falk allein verfaßt haben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzte die „Antiimperialistische Zelle“ anfangs auf 25 bis 50 Mitglieder. Doch seit Fahnder die Verdächtigen aus dem Verkehr zogen, ist die Truppe faktisch erledigt, die Sicherheitsexperten als die Enkel der Roten Armee Fraktion fürchteten.

Der Spuk der AIZ begann mit einem Anschlag auf das Rechtshaus der Universität Hamburg im November 1992. Das letzte Attentat traf drei Jahre später im Dezember 1995 das peruanische Honorarkonsulat in Düsseldorf. Dazwischen lagen sieben Attacken, bei denen oft nur durch glückliche Umstände Menschen nicht zu Schaden kamen.

In der linken Szene blieben die Schwarzpulver-Desperados isoliert.

Berüchtigt waren die endlosen politischen Pamphlete der AIZ. Darin arbeitete die Gruppe – Spottname: Antiintellektuelle Zelle – die Geschichte der RAF auf, beklagte wirr das Elend der Welt und machte die Bundesrepublik für alles Unglück verantwortlich.

Als die beiden Angeklagten später zum Islam konvertierten, wandten sich sogar sympathisierende „Soligruppen“ kopfschüttelnd ab. In ihrem letzten Bekennerschreiben schwärmten die Revoluzzer: „Wir haben den Islam als revolutionäre Waffe in voller Schärfe und Schönheit kennenlernen dürfen.“

Hungerstreiks in der U-Haft, mit denen Bernhard Falk und Michael Steinau in RAF-Manier ihre „Isolationshaft“ geißelten, verpufften in der linksextremistischen Szene ohne Widerhall. Heute betreut das Islamische Zentrum Hamburg die Angeklagten, die sich als „erste muslimische politische Gefangene deutscher Nationalität“ deklarieren.

In diesem Frühjahr zerbrach die langjährige Freundschaft der bombigen Kumpane. Falk nahm Steinau übel, daß er sich in der Justizvollzugsanstalt Lübeck mit Kay Diesner solidarisierte. Dem Neonazi wirft die Staatsanwaltschaft Polizistenmord und den Anschlag auf einen PDS-Buchhändler vor. Diesner sei sein „bester Freund hier in Lübeck“, schrieb Steinau in wirren Briefen. Ursula Ehrhardt, damals Verteidigerin von Steinau, legte ihr Mandat nieder.

Die Freundschaft von Steinau und Falk begann während der Kindheit in Rellingen bei Hamburg. In der Schule galten die Kinder aus bürgerlichem Hause als Außenseiter. Wenn die anderen Fußball spielten, trafen sich beide zur Lektüre von Marx und Trotzki. 1986 legte das Duo jeweils ein Einser-Abitur hin. Später studierte Falk in Aachen, Steinau in Hamburg Physik.

Den Weg zum militanten Linksextremismus fanden beide 1992. Das Landgericht Aachen verurteilte die Sonderlinge 1994, weil sie an vier Shell-Tankstellen Benzinschläuche zerschnitten. Damit wollten sie gegen den „Imperialismus des Mineralölkonzerns“ protestieren.

Nach den Ermittlungsakten der Bundesanwaltschaft entwickelten sich die Außenseiter später zu dem, was Verfassungsschützer „Wochenend-Terroristen“ nennen: An Arbeitstagen gingen sie ihrem Studium nach, an manchen Sonntagen verübten sie Bombenattentate im Namen der AIZ. Als die Fahnder im Februar 1996 Steinau und Falk in Witzhave bei Hamburg verhafteten, standen sie im Verdacht, ein Attentat gegen den Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Freimut Duve zu planen.

In der Aachener Studentenbude von Falk fanden Kriminalbeamte ein RAF-Plakat und ein Foto der verstorbenen Ulrike Meinhof. Was Falk und Steinau vielleicht nicht wußten: Freimut Duve war ein Jugendfreund der Meinhof.

Ebenfalls aus dem FOCUS die Liste der Attentate:

Von 1992 bis 1995 verübte die „Antiimperialistische Zelle“ neun Terror-anschläge in Deutschland

21. NOVEMBER 1992 HAMBURG

Brandanschlag auf das Rechtshaus der Uni. Sachschaden: 1,5 Mio. Mark

18. AUGUST 1993 SOLINGEN

Feuerbarrikade vor dem Elternhaus eines ehemaligen Beamten der Spezialeinheit GSG-9

17. NOVEMBER 1993 KÖLN

Neun Schüsse auf das leere Gebäude des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall

5. JUNI 1994 DÜSSELDORF

Rohrbomben explodieren vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle. Bei der Detonation gehen nur Scheiben zu Bruch

24. SEPTEMBER 1994 BREMEN

Versuchter Sprengstoffanschlag auf die Geschäftsstelle des FDP-Landesverbands

22. JANUAR 1995 WOLFSBURG

Bombenanschlag auf das Haus des CDU-Politikers und Ex-Staatssekretärs Volkmar Köhler

23. APRIL 1995 ERKRATH

Ein Sprengsatz explodiert vor dem Haus des CDU-Politikers Theodor Blank.

17. SEPTEMBER 1995 SIEGEN

Sprengstoffanschlag auf das Haus des Verteidigungsexperten der CDU, Paul Breuer

23. DEZEMBER 1995 DÜSSELDORF
Sprengstoffanschlag auf das Büro des Honorarkonsuls von Peru, Engelbert Heitkamp

Was früher wohl eher exotisch war, ist heute gang und gebe: Der Islam übt eine gewissen Faszination auf die Linken aus und erhält regelmäßig ihre Solidarität. Man positioniert sich gerne gegen jeden, der Kritik an Islam und Scharia übt. Anti-deutsch und anti-israelisch zu sein ist angesagter denn je und quasi Mainstream. Von daher dürfte dieser Mann heute mehr geistige Sympathisanten haben als jemals zuvor.

» Meldung vom 5.11.1997 „Anklage gegen RAF-Nachfolger“