Nigeria: Wieder drei Anschläge auf Kirchen

Christenverfolgung wird in Nigeria zum unerträglichen Alltag. Diesen Sonntag standen drei Kirchengemeinden auf der Liste der separatistischen Islamisten. Ihr Ziel ist die Abtrennung eines islamischen Scharia-Staates im Norden (Vorbild: islamischer Sudan  und seit 2011 abgetrennter Südsudan). Der Boko-Haram-Anführer begründet die neuerlichen Anschläge frecherweise mit der Gegenwehr, die aufgebrachte Christen dort mittlerweile leisten. Offenbar erwartet die mit Al-Qaida vernetzte Sekte, deren Name übersetzt „westliche Bildung verboten“ heißt, dass sich Christen ohne Gegenwehr ausrotten lassen.

OÖnachrichten.at:

Ein Augenzeuge schätzte die Zahl der Toten auf bis zu 20. „Überall am Boden lagen Leichen“, sagte er. In der Vergangenheit hatte sich wiederholt die radikal-islamische Sekte Boko Haram zu Anschlägen auf Kirchen von Christen bekannt.

Innerhalb weniger Minuten wurden in der Stadt Zaria zwei Kirchen durch Explosionen erschüttert. Ein Selbstmordattentäter fuhr nach Angaben eines Pastors mit einem Auto in einen Eingang und tötete dabei mindestens drei Menschen. Bei einem weiteren Bombenanschlag auf eine Kirche starben vier Kinder, die vor dem Gebäude spielten. Bei einem dritten Anschlag blieb die Zahl der Opfer zunächst unklar.

Erst vor einer Woche hatten militante Islamisten zwei Kirchen im Norden Nigerias angegriffen und auf Gläubige geschossen. Die Sekte Boko Haram kündigte an, ihre Anschläge auf Christen weiter fortzusetzen. Der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau, sagte, es handle sich um Racheakte für die Ermordung von Muslimen in anderen Gebieten Nigerias. Die Sekte hat Verbindungen zu anderen islamistischen Gruppen in der Region, darunter Al-Kaida.

Nigeria ist mit mehr als 160 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Der Anteil von Christen und Muslimen ist weitgehend ausgeglichen, allerdings gibt es regionale Unterschiede: Der Islam dominiert den Norden, das Christentum den Süden. Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird. Die wichtigsten Ölfelder von Afrikas größtem Produzenten befinden sich im Süden des Landes.

Die nigerianische Regierung versucht, gegen Boko Haram vorzugehen. Neulich hat sie ein Nest der Sekte ausgehoben, wobei leider ein entführter deutscher Ingenieur ums Leben kam.

Mittlerweile hat BILD gemeldet, dass es zu anarchischen Zuständen gekommen ist mit vielen Toten und Verletzten. Jugendliche Christen zündeten aus Rache eine Moschee an, was den Konflikt wohl weiter verschärfen wird:

(…) Bei Bombenanschlägen auf zwei Kirchen und anschließenden Vergeltungsaktionen aufgebrachter Jugendlicher sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zeitung „Daily Trust” wurden 125 Menschen verletzt. Sie wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Die koordinierten Angriffe auf die Goodnews Church und die Christ the King Catholic Church ereigneten sich in der nordwestlichen Stadt Zaria. Sie wurden von Selbstmordattentätern ausgeführt. In der etwas südlich gelegenen Stadt Kaduna griffen jugendliche Christen anschließend Muslime mit Stöcken und Messern an und ließen eine Moschee in Flammen aufgehen.

» Chronik der Anschläge in Nigeria bei der Rheinischen Post