Polizei schnappt „Dr. Gehirnschaden“

Im Internet nannte er sich „Dr. Gehirnschaden“, inszenierte sich als knallharter Sprechsänger, fantasierte davon, Polizisten aufzuschlitzen. Gereicht hat es bei Meikel Köhler (Foto) dann doch nur für den feigen Mordversuch an einer alkoholisierten Obdachlosen, die er auch dann noch mit Tritten gegen den Kopf malträtierte, als sie bereits am Boden lag. Am vergangenen Montag klickten in Köln die Handschellen. Der Möchtegern-Gangster war Polizeibeamten aufgefallen – weil er eine rote Ampel überquert hatte.

Im Netz hat Meikel Köhler eine Reihe an Spuren hinterlassen, die Aufschluss über seine Persönlichkeit und sein Seelenleben geben können. Im sozialen Netzwerk „rockz“ (Link) etwa gibt der Sohn einer türkischen Mutter unter Heimatland „Türkei“ an, als Tätigkeit „Ich bin im Ruhestand“. Auf dem Profilbild ist er mit einer drallen Blondine zu sehen, streckt die Zunge raus.

Mitte 2009 gibt Köhler in seinem Blog (Link) bekannt, dass er sich von „Askertone“ in „Dr. Gehirnschaden“ umbenannt habe. Er wolle mit seinem Rap nämlich seine Psyche widerspiegeln, begründet der spätere Gewalttäter den Schritt. Als Label gibt der Berliner „Geistes-Gestörte-Atzen“ an.

Insgesamt fünf Lieder (Link) hat Meikel Köhler unter diesem Namen auf Myspace eingestellt. In einem fantasiert er davon, seine Psychologin zu ermorden („Sabine du Hure“), in einem anderen lässt er seinem Hass auf die Polizei freien Lauf („Tod der grünen Pest“). In „zu krank“  nuschelt der 23-Jährige:

Der Hass staut sich in mir, also geh‘ ich auf die Straße. Ich will paar Leute totsehen und das ohne Verarsche. (…) Ich hab‘ kein Beuteschema, mich befriedigt nur das Töten. (…) Ich bin kranke Atze, viel zu krank für diese Welt, also werde ich euch schlachten und ich nehme euer Geld. Ich töte nur zum Spaß, steche ein auf paar Leute, denn ich bin Menschenjäger und die Opfer meine Beute.

Auch auf Facebook (Link) trieb „Dr. Gehirnschaden“ sein Unwesen. Unter Aktivitäten gibt er „kiffen“, „Graffiti“ und „Marihuana“ an. Gefallen tun ihm unter anderem die Rapper Haftbefehl, Mc Basstard und Kool Savas. Unter „Lieblingszitate“ schreibt Köhler:

Auf das Urteil des Berliner Landgerichts darf man gespannt sein…

(Foto oben: „Dr. Gehirnschaden“ mit seinem Hund. Selbstverständlich achtet PI die Persönlichkeitsrechte unschuldiger Tiere.)