Bereits im Vorfeld der EM wurde viel darüber diskutiert, ob die deutsche Mannschaft wohl in der Lage sei, sich in Polen anständig zu benehmen. Die erste Fußballerfloskel, die zur Bestürzung in den Medien führte, ließ nicht lange auf sich warten. Die Frankfurter Rundschau schildert die Affaire, deren ungeahnte internationale Ausmaße noch gar nicht bekannt sind:

Mit einer unbedachten Äußerung löst Hans-Dieter Flick eine Affäre aus. Der Assistent von Bundestrainer Löw entschuldigt sich zwar direkt. Dennoch darf man gespannt sein, wie internationale Medien seine Worte vom Stahlhelm aufgreifen.

Die gesellschaftliche Verantwortung des DFB-Teams stellte noch nie eine vergleichbar hohe Herausforderung dar wie jetzt. Vor dem Hintergrund des bei Danzig durch einen deutschen Angriff ausgebrochenen Zweiten Weltkriegs, die am Spielort Lwiw in Zwangsarbeit- und Vernichtungslagern verübten Gräueltaten der Nazis und der politischen Situation in der Ukraine will jedes Wort sorgsam abgewogen sein. Und jedem Wort wird ein Gewicht beigemessen, das Spieler und Trainer überfordern kann.

Flick war am Freitag überfordert. Er hat auf die Frage nach der Gefahr durch Freistöße von Cristiano Ronaldo eine Flick-Affäre ausgelöst: „Da heißt es einfach Stahlhelme aufsetzen und groß machen.“ Die Pressekonferenz wurde eilig in den Internetausgaben vieler Zeitungen und Zeitschriften hochgeladen und kommentiert: Focus („Peinlicher Fauxpas“), SZ („Fettnäpfchen“) Stern („unpassende Wortwahl“) und Bild („im Ton vergriffen“).

Wir versinken im Boden vor lauter Fremdschämen…

Aber es kommt noch schlimmer. Diesmal ist es ein Presseorgan, das vollkommen unüberlegt ausgerechnet einen MICHAEL STÜRMER unter dem verenglischten Titel „Go east“ (was ja nichts anderes heißt, als sich Richtung Osten aufzumachen!) von einer AUTOBAHN BERLIN-WAHRSCHAU schreiben lässt:

Pünktlich zur EM ist die Autobahn Berlin-Warschau fertiggestellt

Politisch völlig unsensibel geht es weiter. Diesmal gegen unsere lieben Kulturschätze, den Islam und den Sozialismus:

Die 500-plus-Kilometer-Reise gibt Zeit, über Wechselfälle deutsch-polnischer Geschichte nachzudenken. „Der Islam gehört zu Deutschland“? Ohne die Polen würde es heute heißen: Dem Islam gehört Deutschland.

Im Jahr 1683 stießen die Türken mit Heeresmacht vor bis unter die Mauern von Wien, der Kaiser floh, Zittern und Zagen erfasste die Deutschen. Wäre nicht der Polenkönig Johann Sobieski gewesen, der mit seinen Panzerreitern herunterdonnerte, flankiert vom badischen Türkenlouis und vom kurbayerischen Max Emanuel mit ihren Truppen, dann hätte der Sichelmond triumphiert.(…)

Doch im Niedergang des Sowjetimperiums waren es die Polen, vom Papst bis zu den Kämpfern der Solidarnosc, die für die Freiheit aufstanden – auch die der Nachbarn. Autobahnen haben keinen Namen. Trotzdem sollten an der neuen Strecke ein Zeichen und ein Name an Johann Sobieski erinnern, Retter des Abendlands.

Ein geeigneter Träger für eine solche Beschilderung lässt sich durch Googeln leicht ermitteln: Das Projekt, das auf Kulturgüter entlang unserer AUTOBAHNEN aufmerksam macht, nennt sich „BRAUNE SCHILDER“. Es grenzt fast an ein Wunder, dass ein solches Projekt in unserem Land existieren darf. Natürlich müsste man das Abendland-Schild mit reichlich Abstand zu Berlin platzieren, idealerweise an der deutsch-polnischen Grenze. Hier unser Vorschlag:

„Sie verlassen Deutschland und gelangen in das christliche Abendland der großen Polen Johann Sobieski und Karol Woijtyla“

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34 KOMMENTARE

  1. Er meinte vermutlich einen Eisenhelm, in Anspielung auf die schwere polnische Kavallerie welche 1683 Wien und das Abendland gerettet haben.

    Aber für manche Jounallien gibt es nur die Jahre 1933 bis 1945 im Geschichtsjahr. Ansonsten – who cares….

  2. Schlimm genug, dass die halbe Welt sich auf diesen Stahlhelm stürzt.
    War es nötig, dass Opdenhövel gestern im Gespräch mit Bierhoff diese Lapalie ungefragt zum Thema macht? Und dieser Beckmann hinterher auch noch seinen schleimigen Senf dazugibt?

  3. Ja ja, alle Jahre wieder, the same procedure as… oder so ähnlich, liesse sich dieser Wahnsinn am besten beschreiben.
    Bei der letzten Meisterschaft gönnte man Katrin Müller-Hohenstein ihren „inneren Parteitag“ nicht, dieses mal dann kam Phillip Lahm dran, von Monsieur Platini wie ein Schuljunge gemaßregelt zu werden, dann sorgte Bierhoffs Anregung zu einem „Kamingespräch“ für Hyperventilation, und jetzt auch noch das Erwähnen des Stahlhelms durch Flick…..
    Man weiss bald nicht mehr wo man hintreten soll vor lauter Fallstricken.
    Vielleicht sollte man mal öfter auf die Blockwarte aus dem eigenen Land zeigen, die hinter jeder Ecke lauern, um bei jedem noch so kleinen Windhauch einen Orkan herbei zu reden. :mrgreen:

  4. Ich glaube auf den Dreck, den die Frankfurter Rundschau schreibt, braucht man keinen Furz geben.
    Nicht nur, dass dort die Rassistin Mely Kiyak ihre entartete Schmutzkolumne abhält, die DuMont-Gruppe zu der die FR ja gehört, hat sich zu NS-Zeiten Hitler und dessen Nationalsozialisten wohlfeil und freiwillig angedient und dadurch jedweder moralischer Instanz in der Zukunft entzogen.

  5. Seitdem ich weiß, welche riesige Prämie „unsere“ Spieler beim Titelgewinn erwartet, weiß ich nicht, ob ich einen solchen erhoffen soll.
    Uwe Seeler ist lieber neben dem Sport noch „richtig“ arbeiten gegangen, als für viel Geld ins Ausland zu nwechseln.

    Wenn sich unsere „Jungs“ ggf. beim Gewinn freuen, weiß man nicht ob sie sich über den sportlichen Erfolg, oder über den €-Regen erfreuen.

    Schön auch, wenn man in der Fernsehzeitung dann von Müttern der deutschen Nationalspieler polnische und türkische Gerichte präsentiert bekommt.

    Schön bund, aber deshalb sind wohl auch Prämien als Anreiz notwendig, damit jemand noch in der Nationalmannschaft spielt.

  6. Was erwartet man von Menschen mit Hauptschulniveau,….die den ganzen Tag mit
    Vokabeln, wie Sieg, Angriff, Niederlage, Verlust und Schußlinie hantieren?

  7. Ach das Wort:stahlhelm ist ein skandal! FAZ onaniert auf höchstem Niveau!!!

  8. Ich verstehe das nicht. Sonst lässt man hier immer Israel und den ZdJ (setze ich bewusst gleich, dass letzterer ersteren in Deutschland repräsentiert) hochleben und nun ist man empört darüber, dass mit -vermeintlich geschichtspolitischen- Schlagwörtern Politik gemacht wird.

  9. #5 Achmett_Schachbrett

    Als jemand, dessen Verwandtschaft teilweise in Auschwitz umgebracht wurde, kann ich mit Israel befreundet sein und mich gleichzeitig über die Auswüchse der politischen Korrektheit in diesem Land amüsieren. Was die Frankfurter Rundschau geschrieben hat, kommt ja nicht von Herzen. Die gucken doch nur, ob sie irgendwen der politischen Inkorrektheit bezichtigen können. Damit wollen sie Exempel statuieren und die Zeitungsleser erziehen. DDR 2.0.

  10. Der Ehrenmord gehört zu Doitschelan aber nicht zum Islam:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article106484123/Orhan-S-und-Maenner-als-tickende-Zeitbomben.html

    Gewalt, sagt Kazim Erdogan, kenne keine Ethnie, keine Religion und keine Sprache. Und dann äußert der vielfach ausgezeichnete türkische Psychologe noch eine Bitte an die Presse: aus dieser Gräueltat keinen muslimischen Fall zu machen.



    Orhan S. erstach seine Frau und schnitt ihr dann die rechte Brust und den Kopf ab.

    Seine sechs Kinder waren zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung. Während der Tat rief er „Allahu akbar“ (Gott ist groß)

  11. @#13 Eurabier (09. Jun 2012 20:22)

    Das ist der Islam, so wie er zu Deutschland gehört. Oder wie wir Ossis in Anlehnung an den Sozialismus sagen würden, der real existierende Islam.

  12. #10 Achmett_Schachbrett
    Israel ist ein Hort der Freiheit und der Demokratie. Und trotzdem finde ich es richtig, dass es nicht verpflichtend für die Fußballnationalmannschaft war, nach Ausschwitz zu gehen. Dies muss Herzensangelegenheit sein und darf nicht mit moralischem Zeigefinger erwartet werden. Warum Graumann allergisch auf das Wort „Kamin“ reagiert, kann man vielleicht nachempfinden. Der Verstand muss einem aber doch sagen, dass Bierhoff mit „Kamingesprächen“ etwas Positives meinte. Das hätte Graumann erkennen können und müssen.

  13. Wenn der Islam zu Doitschelan gehört, warum haben sich eben wieder alle DFB-MohammedanerInnen des Mitsingens des Liedes der Deutschen verweigert?

  14. #3 TheNormalbuerger

    Schlimm genug, dass die halbe Welt sich auf diesen Stahlhelm stürzt.
    War es nötig, dass Opdenhövel gestern im Gespräch mit Bierhoff diese Lapalie ungefragt zum Thema macht? Und dieser Beckmann hinterher auch noch seinen schleimigen Senf dazugibt?

    So sind die nunmal, die können nicht anders. Aber allemal besser als wenn der Todenhöfer was dazu sagt.
    Hoffentlich schreibt Grass jetzt nicht ein Gedicht darüber…

  15. #4 7berjer

    Die Blockwarte im Land leisten nichts außer Blockwart zu sein.

    Sie arbeiten nicht konstruktiv im Sport, für den Sport. Sie sind Blockwart in einem Zeitungsverlag oder – wesentlich besser bezahlt im – ÖR TV.

    Sie leisten nichts außer den Leistungsträgern aufs Maul zu schauen und wehe ….

    Blockwarte waren vor 70 Jahren bereits nicht beliebt.
    Aus welchen Löchern kriechen die heute ?

  16. @ #10 Achmett_Schachbrett:

    Dann können Sie noch nicht lange PI-Leser sein, denn PI hat die bisweilen absurden Einlassungen der ZdJ-Spitze immer wieder kritisiert. Ich sehe das Problem auch weniger darin, dass mit vermeintlich historisch belasteten Reizworten „Politik gemacht wird“, sondern dass sich der ZdJ bis auf die Knochen blamiert.
    Der ZdJ repräsentiert übrigens nicht Israel in Deutschland, sondern die jüdischen Gemeinden Deutschlands.

  17. So Freunde, um 20:45 Uhr war Anstoß und unsere Jungs halten bis jetzt gut mit. Frage mich nur – wenn die Nationalmannschaft es wieder bis ins Finale schafft, wie viele absurde Gesetzesvorlagen und Geldverschwendungsmaßnahmen, mit denen wir das Loch, das vor Deutschland liegt, noch ein bißchen größer und tiefer machen, bevor wir reinfallen, wird das Merkel in den nächsten Wochen durchpeitschen, während die Deutschen sich im kollektiven EM-Freudentaumel befinden?
    Ich bin dann mal weg! 😉

  18. #1 Dreadnought

    Aber für manche Jounaillen gibt es nur die Jahre 1933 bis 1945 im Geschichtsjahr. Ansonsten – who cares…

    Genau, wen interessiert schon, was diese selbsternannten Meinungsführer und Schmierblätter schreiben?

  19. Natürlich hat er sich verhauen, heute haben wir doch das viel leichtere und bessere Kevlar aus dem unsere Helme, übrigens optisch nach amerikanischem Vorbild, geformt sind.

  20. Also „sensibel“ sein und zugleich soviel Testosteron abpumpen, daß auch ein paar Tore fallen?
    Na denn man tau!

  21. „Mit einer unbedachten Äußerung löst Hans-Dieter Flick eine Affäre aus.“

    Öhmmh … wie war das noch mit Subjekt – Prädikat und Objekt?
    WER hat die „Affäre“ ausgelöst?

  22. linke Flanke, rechte Flanke, Verteidiger, Stürmer, Angriff, Schuss – Toooor, Kampf, kämpferisch, Torschuss, Stutzen… ja wo kommen wir denn da hin, wenn da solche Wrte gebraucht werden… Nazi 6 setzen!

  23. Ich glaube, die deutschen Fans haben in Lemberg „SIEG“ gerufen (natürlich ohne „Heil“). Und wir haben auch gesiegt.

    Müssen wir uns jetzt ein neues Wort für „Sieg“ ausdenken?

  24. Stahlhelm ist auch ein böses Wort?

    Ich finde deutsche Fahnen in Lemberg noch viel böser. 😀 😀

  25. #23 Kahlenberg 1683 (09. Jun 2012 22:47)

    Stimmt, haben sie. Ebenfalls: „Steht auf, wenn ihr Deutsche seid!“

  26. Mesut Özil hat heute diskriminiert, und zwar Toni Kroos und Jogi Löw. So heute geschehen bei seiner Auswechslung in Lemberg.

    Die Böhmer sollte sich mal um seine „Integration“ kümmern.

  27. In Deutschland haben die Nazis scheinbar wieder die Macht ergriffen !!!!! Alles voller Fahnen !!!

  28. PI:

    Die Frankfurter Rundschau schildert die Affaire,

    Falsch! Die „Frankfurter Rundschau“ behauptet, dass es eine Affäre sei und hätte wohl gerne eine daraus gebastelt. Hans-Dieter Flick hat sich auch nicht entschuldigt, wie behauptet, auch nicht „indirekt“. Und FR-Sportredakteur Müller weiß genau, dass Militär-Metaphern beim Fußball gang und gäbe sind.

    #9 hallodeutschland:

    Ach das Wort:stahlhelm ist ein skandal! FAZ onaniert auf höchstem Niveau!!!

    Idiot!

  29. Die Kacke muß den Regierenden bis Oberkante Unterlippe stehen , dass sie ständig die gleichgeschalteten Staatsmedien ins Gefecht schicken , um ihre Ablenkungsballons steigen zu lassen .

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