Drei orthodoxe Christen im Gazastreifen entführtDer Gazastreifen ist der Inbegriff des fundamentalen Islam. Dazu braucht man nur einen Blick in die „Charta“ der dort regierenden Hamas zu werfen, die ein Ableger der ägyptischen Muslimbrüder ist. Außerdem treiben dort Salafisten ihr Unwesen. Für Christen zählt Gaza zum „Heiligen Land“, aber unter der Scharia geht es alles andere als heilig zu für die 2.000 orthodoxen, 300 römisch-katholischen und etwa 150 evangelikalen Christen. Es gab in der Vergangenheit Anschläge auf einen Bibelladen und ein Kloster. Seit geraumer Zeit mehren sich auch die Fälle von Entführungen und Zwangskonversionen (Foto: Protest der orthodoxen Gemeinde).

Die Masche läuft so ab, dass Menschen entführt und nur gegen Konversion zum Islam freigelassen werden. Oder man lockt arbeitslose Familienväter mit Jobs, indem man ihnen Arbeit gegen Konversion anbietet. In Gaza herrscht hohe Arbeitslosigkeit und nicht jeder findet Arbeit bei caritativen Organisationen.  Für die Familienmitglieder, die noch nicht volljährig sind, hat im Islam der Vater das alleinige Sorgerecht und folglich zwingt die Hamas die minderjährigen, getauften Kinder zur Konversion. Daran sind schon einige christliche Familien im Gazastreifen zerbrochen. Kath.net berichtet über einen aktuellen Entführungs-Fall in der orthodoxen Gemeinde von Gaza:

Dutzende Christen im Gazastreifen haben am Montag gegen erzwungene Konversionen durch Muslime demonstriert. Dies berichtet „Israelnetz.com“. Auslöser war offenbar die Entführung dreier Christen. Die Kundgebung fand vor der Orthodoxen Kirche von Gaza statt. Der griechisch-orthodoxe Erzbischof Alexios teilte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ mit, ein junger Mann namens Ramis al-Amasch sei am Samstag von einer islamistischen Gruppe entführt worden. Zuvor habe diese versucht, ihn zu zwingen, vom Christentum zum Islam überzutreten. Auch zwei Mädchen würden gegen ihren Willen festgehalten.

Die Familie des Christen habe Anzeige bei der Polizei erstattet, allerdings habe diese bislang nichts unternommen, so der Geistliche weiter. Er fügte hinzu: „Es gibt einige Gruppen, die versuchen, junge Christen davon zu überzeugen, zum Islam zu konvertieren. Sie entführen sie von ihren Eltern und Familien. Sie bedrohen sie.“ Er forderte die Behörden auf, einzugreifen und Entführungen zu stoppen. Der Erzbischof betonte, in den vergangenen Jahren habe es ein gutes Verhältnis zwischen Muslimen und Christen gegeben.

Ajman Batnidschi, ein Sprecher der Hamas -Regierung, teilte unterdessen laut „Ma‘an“ mit, es habe keine Entführungen im Gazastreifen gegeben. Die Polizei in dem Gebiet habe den höchsten Respekt vor Christen. (…)

Auch die taz hat über den Fall berichtet. Von dort stammt das Foto oben. Die taz zitiert Erzbischof Alexios:

„Sie schaffen sie weg von ihrer Familie und ihren Angehörigen und bedrohen sie“, sagte Alexios. Im Falle von Ramiz al-Amash seien die schwer bewaffneten Kidnapper mit dem Entführten in drei Jeeps vor dem Krankenhaus aufgetaucht und hätten Ramiz erlaubt, kurz seine kranke Mutter zu besuchen.

Spürnase Henry the 9th hat einen Link zu einem nicht online erhältlichen Artikel der FAZ geschickt, wo es unter anderem heißt:

entfuehrte Christen in Gaza Juli 2012

Ob die drei Christen „freiwillig“ bei dieser „Menschenrechtsorganisation“ und an einem „sicheren Ort“ untergebracht sind, darf man nach Lage der Dinge bezweifeln.

Wichtig ist, dass die Christen in Gaza von außen gestärkt werden, um die Abhängigkeit von der Hamas zu reduzieren. Es gibt keine Möglichkeit, Christen in Gaza direkt zu unterstützen, da deutsche Banken kein Geld nach Gaza überweisen dürfen. Trotzdem haben wir drei erprobte Wege gefunden, wie Spenden dort sicher und gezielt bei Christen ankommen und würden uns freuen, wenn PI-Leser ihre Solidarität zeigen:

Katholische Kirche in Gaza

Das Bild oben zeigt die einzige römisch-katholische Gemeinde in Gaza. Sie wird von Pater Musallam geleitet und gehört zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. Ihr gehören 300 Christen an. Das anerkannte Hilfswerk „Kirche in Not“ kann Spenden an das Patriarchat in Jerusalem weiterleiten, von wo aus sie sicher nach Gaza gebracht werden. Zum Spenden bitte auf das Kirchen-Bild klicken. Als Verwendung bitte links „Existenzsicherung“ anklicken und rechts daneben „Kirchengemeinde Gaza“ oder „christliche Familien Gaza“ eintragen.

Missionarinnen der Barmherzigkeit (Orden Mutter Teresa) in Gaza

Die Missionarinnen der Barmherzigkeit vom Orden der Mutter Teresa haben ein Kloster in Gaza. Sie arbeiten zum Beispiel im Heim für behinderte Kinder, das die katholische Gemeinde betreibt. Wer die Ordensfrauen bei ihrer Arbeit unterstützen möchte, kann einen Brief mit einer Spende an Missionaries of Charity schicken: 37 Jabsheh Street P.O.B. 556 Israel-91004 Jerusalem. Bitte legen Sie ein Schreiben mit dem Stichwort: „For Latin Convent Gaza“ oder „For a christian family in Gaza“ bei. Das Versenden von Spenden ist zwar ungewöhnlich, aber bis jetzt gab es keine Probleme.

Christen in Gaza

Der Franziskaner-Orden ist überall im Heiligen Land aktiv und hat zwei Projekte in Gaza, die man im online-Spendenformular anklicken kann: „Gazastreifen – Hilfe für die Christen“ und „Gaza Notfall“. Zum Spendenportal der Franziskaner bitte das Bild mit dem christlichen Nachwuchs von Gaza anklicken.

Links:

» Open Doors – Gazastreifen: Angst vor Kirchgang
» Charta der Hamas

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17 KOMMENTARE

  1. Anscheinend ist die Situation der Christen ist nicht so schlimm, wenn ich die Sprüche führender Vertreter der Kirche lese. Der Hass gegen die Juden ist bei denen viel größer, als die Angst von HAMAS. Die Suppe, die sie kochen, müssen die selber auslöffeln.

  2. man stelle sich mal das Geschrei bundesdeutscher Israelkritiker vor, würde auch nur der Hauch des Verdachts aufkommen, das Christen und Juden Muslime entführen und zwangskonvertieren würden.

  3. Am besten gefällt mir am Islam die tolerante und weltoffene Friedlichkeit.

    /ironie

    .

    Ich finde es übrigens (und zwar ohne Ironie) beruhigend, dass auch die taz sich des Themas annimt. Wäre zu schön, wenn in ihren Redaktionstuben die Scheuklappen, die christliches Leid ausblenden, endlich fielen.

  4. Mal angenommen durch diesen Spendenaufruf käme eine mehr als stolze Summe zusammen… was würde es an der Situation der zu unterwerfenden Christen in Gaza ändern? (ausser einer saftigen Erhöhung der Dhimmisteuern)

    Und würden dadurch Entführungen und Zwangskonversion nicht erstrecht befeuert?

  5. Das ist eine ziemlich merkwürdige Geschichte.

    Wenn sie angeblich vom Christentum zum Islam übergetreten sind, vor wem suchen sie dann Schutz???

    Andererseits, wenn ich eine christliche Frau mit drei minderjährigen Töchtern im Gazastreifen wäre, würde ich vermutlich aus Angst und um meine Töchter zu schützen so tun,
    als ob ich zum Islam konvertieren würde.

  6. #2 gavrosch (21. Jul 2012 07:43)

    Hatte ähnliche Gedanken. Wenn ich mir auch unsicher bin inwieweit es da Überzeugungswille oder Überlebenswille geschuldet ist.

    Anderseits verstehe ich auch nicht die miserable „Lobbyarbeit“ der katholischen Kirche, bzw. anderer Kirchen hier Vorort. Sicher sind die Kirchen nicht mehr so voll besucht wie einst, doch es sind mehr als ne Handvoll engagierter Christen jede Woche in den Kirchen, auch hier in Deutschland. Schon alleine mit der Einrichtung eines wöchentlichen Gebetes für die Verfolgten und der Dokumentation eines wöchentlichen Beispielfalls (daran sollte es nicht Mangeln) könnte eine Sensibilisierung erfolgen. Stattdessen wird Ökologismus und Genderismus in den Messen zum Teil erschreckend betrieben und um den Altar getanzt und dessisoliert die eigene Schwäche abgewickelt. Nichts gegen Feindesliebe, die darf aber nicht auf Kosten von Nächsten- und Geschwisterliebe gehen…

  7. Im Islam gibt es ohnehin nur die Zwangskonvertierung. Das fängt schon im zarten Kindesalter bei der Beschneidung an und hört bei enführten Terroropfern nicht auf.

    Islam ist Zwang. Daher gehört der Islam (den es ja nicht gibt) in Deutschland verboten!

    Islam ist Zwang! Islam ist Zwang!

  8. So hat das doch niemals in der taz gestanden. Das kann doch kein O- Ton sein, oder?
    Richtig müsste es doch in der taz so,lauten :
    Religiöse Aktivisten haben im Rahmen ihrer Aufklärungsarbeit
    in einigen Intensivkursen reaktionäre und verblendete Christen auf den wahren Weg zur Glückseligkeit eine Zeitlang moralische Unterstützung gegeben.
    Auf Grund des mangelnden christlichen Einsichtvermögens konnte kein annehmbarer Konsens gefunden werden.
    Die religiösen Aktivisten werden ihren unermüdlichen Kampf für die einzig wahre Religion unerschrocken weiter führen.
    Den Islam in seinem Lauf , hält weder Christ noch Jude auf.

  9. … 2.000 orthodoxen, 300 römisch-katholischen und etwa 150 evangelikalen Christen …</blockquote

    Also weniger als 2'500 Christen unter mehr als einer Viertelmillion Palästinenser.

    Zur Erinnerung:

    In der ersten Hälfte des 20. Jhds. betrug der Anteil der Christen unter den Palästinensern noch 25 bis 30 Prozent.

    Die Muslime leisten ganze Arbeit.

  10. Nur sollte man nicht vergessen, das der Antisemitismus und Hass auf Israel, der palästin. Christen keinen Deut anders ist als jener der paläst. Moslems.

  11. Heute in Gaza, und in Zukunft auch in der Bunten Republik. Alles nur eine Fragen der Zeit und der Masse. 🙁

  12. Das Beispiel zeigt wieder, dass sich jeder mit dem Begriff Menschenrechtsorganisation schmücken kann.

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