Halal-Supermärkte: Keine Antwort von Kaufland

Aufgrund des letzten Beitrags der PI-Serie „Halal in Deutschland“ wandten sich erneut PI-Leser an eine Supermarktkette – dieses Mal Kaufland -, um zu erfragen, worin sich die Schlachtung der dort zum Kauf angebotenen Halal-Produkte von der Schlachtung der Nicht-Halal-Produkte im Sortiment unterscheiden. Leider ist bei PI bis heute keine Antwort von Kaufland eingegangen.

Im Gegensatz dazu hatte ein anderes Unternehmen den Mumm, sich der Kritik an seinen Halal-Produkten zu stellen. Ein PI-Leser hatte nämlich Halal-Wurst beim Handelshof-Kanne in Bielefeld entdeckt und sich mit folgendem Schreiben an das Unternehmen gewandt:

Schönen guten Tag,

ich freue mich ja immer sehr, wenn ich neue wohlschmeckende Produkte bei Euch finde, aber was ich da vorhin in der Bratwursttheke liegen sah, hat mich von weiteren Käufen abgehalten und gleich zur Kasse getrieben.

Geht es Handelshof-Kanne finanziell so schlecht, dass Ihr solche ekelhaften Produkte ins Sortiment nehmen müßt?

Mit nachdenklichen Grüßen

Peter XXX

Der Geschäftsführer des Unternehmens ging daraufhin ausführlich auf das Anliegen des PI-Lesers ein, indem er ihm folgende Antwort zukommen ließ:

Guten Tag Herr XXX,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Informationen und auch Kritik an unser Sortimentsgestaltung.

Ich habe den Punkt sofort mit unserem Fleischeinkaufsleiter, Herrn XXX in Köln besprochen. Die „Helal“-Definition ist, wie auch im Film zu hören, sogar in der muslimischen Welt umstritten.

Es gibt kleinere Metzger, wie der gezeigte, die in Deutschland schächten (dürfen), aber auch andere, besonders Großbetriebe, die die Tiere vor dem Schlachten betäuben. Herr XXX kann bezeugen, dass das bei den Lieferanten, die er persönlich besucht hat, es definitv so gemacht wird und die trotzdem das „Helal“ Zeichen führen dürfen.

Generell eine Garantie für Wurstprodukte zu geben, ist zur Zeit nicht möglich. Wir gehen aber, auch Dank Ihrer Information, den Dingen nach und werden Sie zeitnah informieren.

Wir nehmen den Tier- und Artenschutz sehr ernst, was Sie z.B.: auch daran erkennen können, dass wir Artikel, wie z.B.: Stopfleberprodukte oder im Fischbereich Schillerlocken vom Dornhai, seit langem nicht mehr im Sortiment haben.

Mit freundlichen Grüßen aus Bielefeld

XXX

Hier stellt sich natürlich die Frage, warum den bisherigen Leseranfragen an Aldi Nord und Kaufland nicht ebenso proaktiv begegnet wurde wie von Handelshof-Kanne? Weiß man bei Aldi Nord und Kaufland etwa nicht, auf welche Weise die Halal-Produkte im Sortiment hergestellt werden?

Neben dem Halal-Fund in Bielefeld gingen noch weitere Einsendungen von Lesern bei der PI-Redaktion ein:

In Maintal-Dörnigheim wurde folgende Halal-Hänchenbude gesichtet:

Aus einem Laden im Westfalen-Einkaufszentrum in Dortmund erreichte die PI-Redaktion Bilder von Halal-Wurst:

Auch der Allfrisch-Markt in Osnabrück setzt auf Halal:

Dieses Foto zeigt einen Halal-Laden in Chemnitz:

Um ein klareres Bild über die Verbreitung des Halal-Handels in Deutschland zu bekommen, bitten wir unsere Leser, uns weiterhin Fotos von Unternehmen in Deutschland zu schicken (info@blue-wonder.org), die Halal-Produkte zum Verkauf anbieten. Jede neue Stadt, von der ein Foto mit dem Halal-Siegel eingesendet wird, wird auf der PI-Halal-Deutschlandkarte, die sich stetig füllt, eingetragen:

Bisherige PI-Beiträge zur Halal-Aktion:

» Lesereinsendungen 1
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» Lesereinsendungen 12