Chamfort berichtet in einer seiner Anekdoten, Madame de Rochefort sei gefragt worden, ob sie Lust hätte, die Zukunft im voraus zu wissen. „Nein“, habe die lebenskluge Dame erwidert, „sie ist der Vergangenheit allzu ähnlich.“ Diese Antwort bringt eine Weltsicht zum Ausdruck, die man heute konservativ nennen würde – nämlich dass immer die gleichen Spiele gespielt werden, wenn auch in wechselnden Kostümen –, und zwar in einer Zeit, als es den Begriff „konservativ“ vermutlich noch gar nicht gab. Madame de Rocheforts Worte beschreiben eine Überzeugung, die jahrhundertlang galt, weil sie empirisch immer wieder neu bestätigt wurde. Allerdings fallen diese Worte am Vorabend der welthistorischen Zäsur, mit welcher der Versuch anhebt, sie von grundauf zu widerlegen.

Die Rede ist, natürlich, von der Französischen Revolution. Es gab, im Zusammenspiel mit der sie begleitenden industriellen Revolution, keinen tieferen Bruch in der Geschichte. Damals begann sich alles umzukehren, was bis dahin galt, und heute sind die „Ideen von 1789“ zumindest in der westlichen Welt Gemeingut, übrigens auch bei den meisten, die sich für konservativ halten. Es handelt sich bei diesen „Ideen“ um ein Konglomerat von Glaubensartikeln, die bekanntlich eine ungeheure welthistorische Karriere hingelegt haben. Die fundamentalsten sind der Glaube an die prinzpielle Gleichwertigkeit aller Menschen, an die Demokratie als bester aller Staatsformen und an die Notwendigkeit permanenter Emanzipation, die notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden muss, auf dass der gesellschaftliche Fortschritt nimmer ende.

(Die Fortsetzung dieses anspruchsvollen Essays aus dem EF-Magazin von Michael Klonovsky ist hier! Bei Interesse kopieren! Immer wieder verschwinden solche Texte online auf Nimmerwiedersehen. Allfälligen Analphabeten, falls sie bis hierher vorgedrungen sind, wird von der Lektüre abgeraten. Sie werden ratlos zurückbleiben.)

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27 KOMMENTARE

  1. „…Allfälligen Analphabeten, falls sie bis hierher vorgedrungen sind, wird von der Lektüre abgeraten. Sie werden ratlos zurückbleiben.)“

    😆

    Hast aber wieder nicht Zitat/ Kopie kenntlich gemacht! 🙁 Da werden vermutlich schon einige zuvor scheitern… obwohl der Sprachstil sich überdeutlich wohlwollend unterscheidet!!! 😉

  2. #3 WSD:

    Ich kenne Kewil schon etwas länger und weiß, dass er außerstande ist, einen Fehler zu korrigieren. Im konkreten Fall geht es nur darum, eine schlichte Anstandsregel zu befolgen: Wer andere ausführlich zitiert, hat das Zitat kenntlich zu machen, Schluss aus.

  3. Die Frage ist interessant, Klonovskys Abhandlung ist es nicht.

    Er ist wirklich hysterisch, von welcher Beschleunigung redet er zum Beispiel?

    Es gibt freilich genug Menschen, welche denken, sie müßten ständig auf dem neuesten Stand sein, aber MÜSSEN tun sie es nicht.

    Ich sage dir was, Michael, du mußt dich nicht sorgen, da kommt nichts mehr, wir leben heute quasi in der passendsten Welt, die es für uns geben kann, so wie es in dem Film „Matrix“ dargestellt wurde.

    All das, was dir Sorgen bereitet, sind Gifte, welche uns zu dem Zweck verabreicht werden, um als Gegengewicht unserer Lebenskraft ein Gleichgewicht herzustellen, eine Welt, welche sich nicht ändern muß, um uns zu beherbergen.

    Neu ist das nicht. Lies mal die ersten paar Sätze des Tao und du wirst sehen.

    Hmm. Oder es passiert dabei doch was. Aber nicht aus der inneren Logik dieser Welt heraus, sondern vielmehr aus den Samen, welche lange vor ihr gepflanzt wurden.

  4. Der Mensch ohne Heimat und ohne Heimatgefühl, einzig dem Heute zugetan

    Berufsnomaden ohne spezielle Heimat

    Es gibt anscheinend keinen besseren Verbreiter linken Denkens, keinen besseren Humus für linke Wertvorstellungen als den Kapitalismus …

    Nichts anderes bedeutet: die EUdSSR!

    Großartiger Essay, man könnte noch vieles andere herausgreifen, z. B.:

    … islamischer Fundamentalismus in harter, sprich terroristischer, und weicher, sprich infiltrativer Form

    Schön gesagt. Soviel zur gebräuchlichen politkorrekten Unterscheidung zwischen Islamismus und Islam.

  5. Sehr weit scheinen wir Analphabeten ja in der Tat nicht gekommen zu sein bei so wenigen Kommentaren 🙂

  6. Das ist einer dieser Essays, bei dem man auch nach vierzig Zeilen nicht weiß, worum es eigentlich geht und was das Ganze soll. Ich halte mich lieber trivial mit einem Buch über Kiefer Sutherland auf, in dem man zum Beispiel erfährt, wie der „24“-Serienheld zu seinem deutschen Namen Bauer gekommen ist. Amerikanische Fans hatten schon gemutmaßt, dass die deutsche Figur „Bauer“ beim Schachspiel…, aber es war viel schlichter wie meistens: Ursprünglich sollte er Jack Barrett heißen, klang seinen Erfindern aber zu harmlos, da traf es sich gut, dass es bei der Produktionsfirma eine Ellen Bauer gab, also Jack Bauer, den FOX nach wütenden Moslemprotesten vor die Kamera treten und erklären ließ:

    „Hi. My name is Kiefer Sutherland. And I play counter-terrorist agent Jack Bauer on Fox’s ,24’. I would like to take a moment to talk to you about something that I think is very important. Now while terrorism is obviously one of the most critical challenges facing our nation and the world, it is important to recognize that the American Muslim community stands firmly beside their fellow Americans in denouncing and resisting all forms of terrorism. So in watching ,24’, please, bear that in mind.”

    Womit wir wieder beim eigentlichen Thema wären.

  7. Jüdische Organisationen gehen gegen Beschneidungsurteil vor

    Mithilfe von Spendengeldern aus Europa, den USA und Israel soll ein Fonds Lobbyisten und Anwälte finanzieren, um gegen das Kölner Beschneidungsurteil vorzugehen. Einer der Geldgeber ist Multimillionär Edi Gast.

    Jüdische Organisationen bereiten eine öffentliche Kampagne gegen das Urteil des Kölner Landgerichts vor, mit dem Beschneidungen von Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet werden. Das berichtet die FTD. Spender aus Europa, den USA und aus Israel haben bereits Millionen in einen Fonds eingezahlt, der vor allem Lobbyisten und Anwälte finanzieren soll.
    Nach Informationen der FTD hat allein der in der Schweiz lebende jüdische Multimillionär Edi Gast 10 Mio. Euro gezahlt, um gegen das Beschneidungsurteil vorzugehen. Jüdische und islamische Verbände prüfen zudem die Option, einen weiteren Beschneidungsfall durch eine Selbstanzeige eines Arztes vor Gericht zu bringen und notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe zu klagen.

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:religioes-motivierte-koerperverletzung-juedische-organisationen-gehen-gegen-beschneidungsurteil-vor/70062755.html

  8. Wenn die Beschneidung eines Pimmels einen Gläubigen Gott näher bringt und dies per Gerichtsbeschluss amtlich festgestellt werden sollte, plädiere ich dafür, dass nach dem Ableben bei uns lebender Inder auch deren Witwen verbrannt werden dürfen. Gehört, glaube ich, auch zur Religion dazu.

  9. In Klonovskys Essay stecken viele kluge Sätze, z.B.:

    „Dass sich die Angehörigen eines Volkes oder eines Kulturkreises stärker von ihren Vorfahren getrennt fühlen als von anderen zeitgenössischen Völkern und Kulturkreisen, ist welthistorisch beispiellos. Die Zeit trennt mehr als der Raum, weil es den Raum nicht mehr gibt. Die modernen Verkehrs- und Kommunikationsmittel haben ihn aufgehoben. Zugleich deklariert die moderne Mentalität die Gegenwart als den aktuellen Aggregatzustand einer notorisch an-zustrebenden Zukunft und damit zur einzig gültigen Zeit, außerhalb derer sich aufzuhalten etwas für Spinner oder Finstermänner ist.“

    Leider wirkt der Essay an sich als eine strukturlose Sammlung guter Gedanken. Es ist auch höflich gegenüber dem Leser, Ausdrücke wie „präzendenzlos“ zu definieren.

    Die These, daß sich 1789 alle Paradigmen in Europa änderten, ist simplifizierend. Viele Denker, die eine radikal neue Welt anstrebten, z.B. Rousseau, lebten vor der Französischen Revolution.

    Es wäre schön, gewesen, wenn sich Klonovsky die Mühe gemacht hätte, den Essay besser zu strukturieren und vielleicht auch in zwei Teile aufzuspalten. Manchmal ist weniger mehr.

  10. Das ist tatsächlich ein sehr interessenter und anregender Artikel und insbesondere an einem verregneten Sonntagnachmittag auch gut in seiner Länge zu bewältigen.

    An einigen Stellen merkt der Autor an, daß die Aussage wohl primär auf den westlichen Menschen (also uns) zutrifft. Für mich trifft alles auf den westlichen Menschen und nur ihn zu. Das Traurige ist, daß die Moslems diese Entwicklung entweder bewußt ausnutzen oder sie ihnen ohnehin zugute kommt. Eine Entwicklung des Menschen zum Besseren kann man damit ad acta legen. Es wird nur anders, und so wie es ausschaut, werden auch archaische Verhaltensweisen wiederkehren. Vielleicht ist das dem Entropiesatz der Physik in einer universelleren Domäne geschuldet.

    In einem Punkt ist mir allerdings der Autor zu optimistisch, das betrifft die Künstliche Intelligenz. Hier gibt es – Gott sei Dank – fundamentale Grenzen.

  11. #15 CP (15. Jul 2012 16:56)

    “Präzendenzlos” muß nicht definiert werden. Es heiß nämlich „präzedenzlos“ (Schreibfehler!, leider mehrfach) und das findet man in jedem Fremdwörterlexikon – oder man kann es googeln.

  12. Michael Klonovsky ist der Oscar Wilde unserer Tage. Scharfsinnig und sprachgewaltig.
    Ganz nebenbei wirft er in kurzen Sätzen Gedanken ein, die andere in ganzen Büchern auswalzen würden. In dicken Büchern. Beispiel:

    Frauen nahezu jeden Alters entwickeln ein im Grunde „sexualdarwinistisches“ Interesse an der Optimierung und am Erhalt ihrer Schönheit, das aber zugleich ihrer Fortpflanzung entgegensteht. Sie werden durch Selbstoptimierung immer attraktiver – und immer unfruchtbarer. Sie senden permanent sexuelle Signale aus, aber sie wollen sich allenfalls später und maßvoll fortpflanzen.

    Na, wer könnte das treffender, kürzer oder besser ausdrücken? Chapeau!

  13. Na schön, habe es jetzt ganz durchgelesen.

    Wird etwas besser gegen Ende, aber während es legitim ist, Fragen nicht zu beantworten, sondern nur aufzuwerfen, ist es nicht legitim, Fragen völlig im Formlosen zu belassen, und „Wird jetzt alles neu?“ ist eine völlig formlose Frage.

    Einen Aspekt möchte ich hier noch einmal aufgreifen, nämlich den, ob es möglich ist ohne Sinn zu leben.

    Nun, genau das ist eben nicht möglich, deswegen reproduzieren sich die Menschen auch nicht mehr.

    Wer Kinder in die Welt setzt, der sieht einen Sinn im Leben, und wenn es ein ganz primitiver ist, der auf Neid basiert.

    Nein, nein, nein… was soll die Verwunderung?

    Wissen wir nicht, daß es das erklärte Ziel der Vereinten Nationen ist, die Weltbevölkerung zu senken? Und wie ginge das besser als dadurch, uns zu sagen, daß unser Leben sinnlos ist?

    Mehr steht doch nicht dahinter.

    Das eigentliche Problem dabei ist, daß jene, welche moralisch am verkommensten sind, sich am wenigsten von solchem Gerede erreichen lassen, also daß dieser Weg, die Weltbevölkerung in Grenzen zu halten, gewissenlose Menschen züchtet.

    Die werden dann aber die Zivilisation, welche wir heute noch haben, nicht aufrecht erhalten können. Und dann geht es so weiter wie es schon oftmals weiter ging… die Geschichte des Römischen Reichs ab 400 A.D. ist doch geradezu lustig. Erst Westgoten, dann Wandalen und Ostgoten, schließlich der Islam.

    Wenn die Kacke erstmal anfängt zu dampfen, wird man die Fliegen nicht mehr los.

  14. Kompliment an den Verfasser, dessen Buch „Der Held – ein Abgesang“ wärmstens empfohlen werden kann.

  15. Man kann getrost sagen, dass die Menschheit aus der Geschichte bislang nichts oder nicht viel gelernt hat. Ob sich das heute ändert? Durch die neuen Technologien kann heute die ganze Welt zusehen, wenn in Afghanistan eine Frau erschossen wird. Ich habe ein bisschen Hoffnung, das diese Bilder eine Wirkung haben (insbesondere innerhalb der Umma), mehr Wirkung, als Bücher und Zeitungsartikel, die eh nur von wenigen gelesen werden. (Was wäre, wenn wir Handys und YouTube schon während dem 3. Reich gehabt hätten? Hätte der Holocaust gar nicht stattgefunden, wenn unzählige Videos ins Internet gestellt worden wären?)

    Ein anderer Punkt ist die Kaperung des Begriffs „Fortschritt“ von den selbsternannten „Gesellschaftsgestaltern“. Während Fortschritt in der Technik etwas ist, was jeder beurteilen kann, ist der „Fortschritt“ in der Gesellschaftsentwicklung ein rein behaupteter. Das ist ein echtes Problem. Gerade die Grünen sind Meister darin, mit flotten Formulierungen und Adjektiven ein Bild von einer anscheinend natürlich stattfindenden Entwicklung zum besseren zu zeichnen (bunter), und jeder, der Kritik anmeldet, gilt als „Rückständig“, also Fortschrittsfeindlich. Während die Grünen den technischen Fortschritt nicht mögen, sind sie beim „gesellschaftlichen“ ganz eifrig dabei. Das kranke daran: bezahlt wird dieser Quatsch über Transfers von den Beschäftigten innerhalb der Realwirtschaft. Man kann sich gegen den Umbau der Gesellschaft noch nicht mal durch Konsumverweigerung wehren, so wie man immerhin beim Einkaufen eine Wahl hat, welche Firma, welches Produkt man unterstützt.

  16. Wie stellt sich Kolokowsky den weiteren wissenschaftlichen Fortschritt im Westen, den er beschreibt eigentlich vor, wenn Intelligenz sich nicht mehr fortpflanzen will – was ja offensichtlich ist.(Israel ist da die Ausnahme)
    Alle Bemühungen, Bevölkerungen mit niedrigem IQ durch Bildung anzuheben sind bislang gescheitert.

    Eigentlich beschreibt er nur die Lebenswelten der satten globalen Oberschicht der post nationalen Institutionen und Arbeitswelten.

    Am Boden sieht es anders aus. Der weiße Todestrieb zieht Völkerschaften an, die sehr wohl an ihrem Weiterbestehen als Einheit interessiert sind.Außer uns Weißen, sehen sich alle Rassen und Völker als Einheiten mit Gruppeniteressen, die sie mehr oder weniger aggressiv durchsetzen und ihre wesentlich äh- simpleren Gesellschaftsmodelle verbreiten.

    Die Transformationsprozesse, die Zersplitterung der westlichen Gesellschaften, ihre Geschichtslosigkeit und pseudo Modernität, beschleunigen nur den Aufstieg des archaisch islamischen Zwangskollektives in Europa,oder die Afrikanisierung/ Hispanisierung der USA und das wird dem bunten Treiben, außerhalb kostspielig geschützter Enklaven, ein Ende bereiten.

    Weder komplexere Wohlstands- Gesellschaften, noch Demokratie sind unter diesen Umständen eine Option.

    Ich halte es für einen Fehler, die Transfomation der westlichen Gesellschaften für einen „natürlichen Prozess“, einen sich Führerlos von selbst ergebenden zu halten.

    Zu viele dieser Veränderungen gehen auf gezielte Politik zurück, das neue, wenn man so will, ist die Kombinationsfähigkeit ( bis hin zur Verschmelzung), der linken mit den transnationalen Konzernen und Finanzistituten, und sowohl sozialistischen, wie auch islamischen und faschistischen Prinzipien der Massenführung.

    Die Bausteine sind allerdings alt und so brutal und primitiv wie immer schon. Die Antriebskräfte der Akteure sind unverändert seit den Anfängen der Menschheit,sie kleiden sich nur in neue Begriffe.Nichts neues ist im Menschen entstanden, was nicht bereits zu biblischen Zeiten beschrieben wurde.

    Nichts an dem Prozess ist alternativlos, es wird nur jede Alternative emsig zugeschüttet.

    Wenn z.B. der Geschichtsunterricht in den Schulen abgeschafft wird, kann man wohl kaum davon sprechen die Jugend würde „geschichtsloser“. Sie wird bewusst von ihren Vorfahren abgeschnitten, so wie Städte und Gemeinden bewusst mit „Vielfalt“ angefüllt werden, um Heimat zu zerstören.Oder die gepamperte LGTB Community Führerschaft, die vorgibt Menschenrechte zu vertreten und nichts als Tyrannei verbreitet.Der Beispiele sind viele.

    Die Eliten sind irre – das ist klar. Ein Beispiel?
    Geißler erklärte bei einer Diskussionsrunde, Milton Friedman sei ein Gegner der Aufklärung und der Freiheit gewesen!!!! Und niemand warf dem Esel ein Wasserglas ins Gesicht.

    Mit der Aussage, dass die Blutgerüste der französischen Revolution heute auch in der CDU angebetet werden, liegt der Artikel leider richtig.
    Ich kann so was immer nur in geringen Dosen verkraften…

  17. Ich sehe die Ideen der Franzmann-Revolution als Folge der amerikanischen von 1763-1776, obwohl sie in der Realität ungleich blutrünstigender war.

  18. #19 Ein Fremder aus Elea(15. Jul 2012 17:54) Na schön, habe es jetzt ganz durchgelesen.
    Wird etwas besser gegen Ende, aber während es legitim ist, Fragen nicht zu beantworten, sondern nur aufzuwerfen, ist es nicht legitim, Fragen völlig im Formlosen zu belassen, und “Wird jetzt alles neu?” ist eine völlig formlose Frage.
    —————
    Ist es heute noch legitim, bei den herrschenden hochfrequenten Veränderungen, sich an Luther zu halten?
    Ich habe jedenfalls im Frühjahr mit einigen Freunden fast 1000 Cypressen gepflanzt. Meine Enkel werden etwas zum Heizen im Winter haben!

  19. „Bei diesem Eindruck muss es hier bleiben. Der Autor hatte angekündigt, dass er die von ihm aufgeworfene Frage nicht werde beantworten können. Fragen wir abschließend nach dem Gegenteil: Was ändert sich nicht, vielleicht nie? „Die Sonne wird immer scheinen, und Bäume werden immer wachsen, und Frauen werden immer Kinder haben“, hat Adolf Hitler einmal darauf geantwortet. Pardon, es war Mao Tse-tung. So präzendenzlos, dass wir den einen zitieren dürften und den anderen auf einmal nicht mehr, wird sich auch der präzedenzloseste neue Weltzustand nicht darbieten. Ohne den Teufel vermag dieses Menschengeschlecht, vernetze es sich, wie es will, so schnell nicht auszukommen.“
    Das sind die Schlußsätze von Herrn Klonovsky, sehr belesen und „gebildet“ und damit Ehrfurcht erheischend. Aber auch er scheitert wie Faust und alle Geisteswissenschaftler, die immer versuchen, sich selbst am Haarschopf aus dem „Gefängnis“ der Evolution zu ziehen, wie übrigens auch alle Religionen.
    Was bleibt:
    Viel beschriebenes Papier, viel Durcheinander und kein Ergebnis. Klonovsky sollte mal Konrad Lorenz lesen.

  20. Sicherlich viele gute Gedanken.Aber im Grunde nichts Neues.

    Man braucht sich nur die Texte über die Jugend im alten Hellas oder im auseinanderbrechenden Imperium Romanum lesen, um wissen : nichts Neuartiges.

    Es gibt Bemerkungen, die sachlich die die halbe Wahrheit sagen.
    Neben den finalen Geschichtsdenken im Christentum gab es auch noch die griechisch-römische Historia, die sich munter weiterentwickelt hat.

    Was wirklich angst macht bei diesem Essay, sind die nicht zu übersehenden oft falschen Verallgemeinerungen, die sich ins Nichts auflösen, wenn sie belegt werden sollten.

    Was der Autor so eindrucksvoll beschreibt, sind Luxusprobleme einer Großstadtbevölkerung, aber nicht der Bevölkerung außerhalb der Metropolregionen.

    Was tatsächlich ängstigt und einem zum Denken gibt, ist die totale Ökonomiesierung unseres Denken nach Kosten-und Effiezienzprinzipien einerseits, und anderseits die Ausrichtung des Lebens einzelner Menschen nach Marketingzielen. Ereignisse sind keine Ereignisse mehr, sondern Events; und überall bestimmt der Glamour-Effekt und Spaßfaktor ein
    Geschehen oder Veranstaltung.

    Und zum Schluß noch einige Gedanken zur Französischen Revolution.Sie hat ihr Vorbild in der amerikanischen Revoultion und beide wurden seit dem Beginn des 18.Jhdt. geistig und literarisch vorbereitet .

    Das wichtigste Ergebnis war, neben den rechtlichen und politischen, dass die RK Kirche ihre Macht über das Denken, über die neu austrebende Naturwissenschaft und Philosphie endgültig verloren hat. Das war für mich eine der bedeutendesten Siege des menschlichen Verstand und Vernunft über sogeannte Glaubensgewissenheiten.

    Dem von manchen sogenannten Konservativen gepflegte Pessimismus und Schwarzseherei kann ich überhaupt nichts abgewinnen.Das blockiert nur die Denkanstrengungen.

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