Mordanschlag auf Juden: Linksextreme Täter?

Sieben Menschen, die meisten von ihnen Holocaust-Überlebende, starben 1970 bei einem Brandanschlag auf eine jüdische Seniorenresidenz. Die Täter vermutete man im rechtsextremen oder islamischen Milieu. Nach neuesten Erkenntnissen könnte es sich bei ihnen jedoch auch um Linksextremisten gehandelt haben.

Der Focus berichtet:

Inzwischen existieren laut FOCUS deutliche Indizien, dass deutsche Täter aus dem linksradikalen Millieu hinter dem Anschlag stecken – und nicht wie einst vermutet Rechtsradikale oder palästinensische Terroristen. Der Anarchist und leidenschaftliche Judenhasser Dieter Kunzelmann hatte sich im Herbst 1969 in einem jordanischen Palästinenser-Camp zum Terroristen ausbilden lassen und war im November 1969 über München nach Berlin zurückgekehrt. Der frühere Radikale Alois Aschenbrenner erinnerte sich im FOCUS an den Besuch von Kunzelmann und seiner Truppe in München: „Die waren total radikalisiert. Die redeten nur noch vom israelischen Feind, wollten eine richtige Front aufbauen.“ Seit 2005 ist belegt, dass Kunzelmann im November 1969 den gescheiterten Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Berlin verübt hatte.

Laut einem Vermerk des Bundeskriminalamtes vom 13. April 1976 hatte der RAF-Aussteiger und Kronzeuge Gerhard Müller von einem Gespräch zwischen den beiden RAF-Frauen Gudrun Ensslin und Irmgard Möller berichtet. Nach FOCUS-Informationen habe sich Ensslin laut Protokoll über den Münchner Brandanschlag aufgeregt: „Diese Arschlöcher. Gut, dass die Sache den Neonazis untergeschoben wurde.“ Der Kronzeuge schlussfolgerte, dass die beiden Terroristinnen „wussten, wer den Anschlag durchgeführt hatte“.

In linken Archiven wird die Gewalttat trotz ungeklärter Täterschaft als rechtsmotivierte bezeichnet