Tunisair verbietet Alkohol während Ramadan

Ja der arabische Frühling. Was wurde er von den Gutmenschen und Spaßmenschen mit Vorschusslorbeeren überschüttet! Endlich Freiheit, Demokratie, das Ende der Geschichte. Alle Menschen haben sich lieb und stehen gänzlich ohne Ideologie und Scheuklappen in fruchtbaren Geschäftsbeziehungen zueinander. Kurz – als wenn dies ginge – der gemeinschaftliche Endsieg von Kapitalismus und Menschenrechten.

Groß war die Ernüchterung zunächst vor allem bei denen, die es direkt etwas angeht. Plötzlich gehörte man in Libyen eben nicht mehr zum Stamm der Herrscherfamilie und war nur noch Opfer und nicht Profiteur von Korruption. Oder man wurde nun als koptischer Christ in Kairo verprügelt und fand sich unter einem Muslimbruder-Präsidenten wieder. Und Frau will man da gleich gar nirgends mehr sein: Die Kopftücher schossen an der ganzen südlichen Mittelmeerküste wie Pilze aus dem Boden. Wer bei fünf keines auf dem Kopf hatte – oder zumindest auf eine Zypresse geklettert war – dem konnte es passieren, dass er (oder vielmehr sie) wie auf dem Tahir-Platz übel vom Mob befingert wurde.

Nun erreicht der Frust auch die bisher wohlwollenden Spaßgesellschafter in Europa. Ägypten steht auf der Kippe, sich aus der Liga der Bikini-Urlaubsländer zu verabschieden. Zumindest entsteht dort ein Geist, der auch unbedarftes Hotelpersonal erfasst, der westlicher Freizügigkeit wesentlich kritischer gegenüber steht, als dies unter Mubarak noch der Fall war.

Auch in Tunesien hat sich der Wind gedreht und den Menschen recht gegeben, die schon vor zwanzig, dreißig Jahren gesagt haben, dass die Magreb-Staaten für klassisch westliche Demokratien einfach nicht reif sind. (Woran sich seither leider nichts geändert zu haben scheint, so lange der Ungeist des Propheten so tief in den Köpfen der Menschen spukt.)

Entsprechend den Vogel abschießen tut dort aktuell Tunisair, eine auch von europäischen Reiseveranstaltern gerne für Charter genutzte halbstaatliche Fluglinie, die zur Zeit plakativ und gehorsam auf Ramadan macht. Sie stellt kurzerhand (auch unter dem Protest Einheimischer) für den aktuellen Fastenmonat den Ausschank von Alkohol ein. Sicher bleibt das nicht die letzte archaische Spielregel, an die sich Tunesier und Nordafrika-Touristen künftig werden gewöhnen müssen.

Ist es denn so schwierig zu erkennen, dass jeder Machtzugewinn des Islam in einer Gesellschaft mit Freiheitsbeschränkungen, Unterdrückung und gesellschaftlicher und staatlicher Disfunktionalität einher geht? Es gibt nicht einmal einen Einzelfall, wo man das Gegenteil beobachten könnte! Wer daraus nicht lernt ist nichts anderes als unverantwortlich!

Was treibt unsere deutschen Machtbesitzer vor diesem Hintergrund nur um geradezu paranoid das Vierte Reich zu fürchten während man die Lehre eines faschistoiden Religionsstifters sogar noch in Form von Islamunterricht bei uns an die Schulen holt und die Tür für Einwanderer mit dieser Software weit offen hält?!