Boualem Sansal - algerischer SchriftstellerWarum hat es die Kritik an den faschistoiden Elementen des Islam so schwer? Das Problem ist ganz einfach: Es kommt kaum Kritik von innen. Es gibt einen Mangel an Intellektuellen im Islam, die sich getrauen, den Islam zu kritisieren. Das hat verschiedene Ursachen: Reiche Staaten wie Saudi Arabien geben sehr viel Geld für pro-islamische Propaganda aus und machen ihren Einfluss in internationalen Gremien geltend. Damit haben sie es geschafft, den Islam in den Bereich des Sakrosankten zu rücken.

Die Auswirkungen bekommen wir tagtäglich zu spüren, indem man uns auffordert, im Islam eine Religion des Friedens™ zu sehen. Hinzu kommen die repressiven Elemente, die der islamischen Lehre selbst innewohnen: Das Blasphemie-Verbot, das Apostasie-Verbot. Die mangelhafte und einseitige Bildung in islamischen Ländern, die gesellschaftliche Stagnation und die restriktive Politik tun ihr Übriges. Es fehlt also „das Substrat“, auf dem eine gesunde Religions- und Gesellschaftskritik von innen wachsen könnte. Intellektuelle Kritiker leben meist im Exil und gelten dann als „Verräter“.

Boualem Sansal ist ein Schriftsteller von außergewöhnlichem Format. Der Algerier gehört zu den wenigen Intellektuellen, die IN ihrer Heimat über Tabus schreiben.

Es ist beispielsweise ein absoluter Tabubruch, als algerischer Schriftsteller über die Parallelen zwischen Hitlers Nationalsozialismus und dem islamischen Nationalismus zu schreiben. Das gehört sich nicht – seine Kollegen hingegen schreiben fleißig weiter über den längst vergangenen Kampf gegen den Kolonialismus und glorifizieren ihn. Der Exil-Iraker Najem Wali sagt über Sansal:

Nur eine Handvoll Autoren, darunter Sansal, haben die Unabhängigkeitsbewegungen und insbesondere deren Beziehungen zum Faschismus und Nationalsozialismus hinterfragt– etwa das freundschaftliche Verhältnis des Muftis von Jerusalem zum Nazi-Regime und seinen Besuch in Berlin, wo er von Hitler persönlich empfangen wurde, oder die Allianz des irakischen Ministerpräsidenten Raschid Ali al-Kilani mit dem nationalsozialistischen Deutschland und das Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung von Bagdad am 1. und 2. Juni 1941. Auch die Verbindungen der algerischen Revolutionäre zu deutschen Nationalsozialisten blieben ein Tabuthema.

Der Mann, dessen Bücher in seiner Heimat verboten sind, beging im Mai einen weiteren Tabubruch. Die taz:

Herr Sansal, dieses Mal sind Sie für viele einen Schritt zu weit gegangen. Sie haben das größte Tabu gebrochen, das ein arabischer Intellektueller brechen kann. Sie sind nach Israel gereist. Warum?

Sansal sagt dazu schlicht und ergreifend, dass er zu dem internationalen Schriftstellerkongress nach Israel eingeladen wurde und nicht aufhören wird, sich mit anderen Schriftstellern zu treffen –  auch mit israelischen – und zwar wo immer es ihm gefällt. Über seine Heimat und den Nahost-Konflikt spricht Sansal sehr nüchtern:

Algerien trat nie für einen Frieden mit Israel ein, sondern will, dass Israel verschwindet.

Die UNO wollte bereits 1948 zwei Häuser, Palästina und Israel. Die Araber lehnten dies ab. Das war der Anfang der heutigen Situation. Mit dem Abkommen von Oslo haben auch die Palästinenser in die Lösung zweier Häuser eingewilligt. Die Diskussion geht eigentlich nur noch um technische Fragen – wo verläuft die Grenze und was geschieht mit den israelischen Siedlungen. Das zweite Problem ist, dass die Islamisten von der Hamas Israel zerstören wollen.

Über die islamische Revolution, die die Diktaturen im arabischen Raum ablöst sagt Sansal, dass es den islamischen Gesellschaften nach der Unabängigkeit nicht gelungen sei, mittels Kapitalismus oder Sozialismus etwas Sinnvolles auf die Beine stellen, Ansätze von Demokratie gingen in Bürgerkriegen unter, Dikaturen setzten sich durch. Die taz nennt das, was derzeit geschieht, „postkoloniale Mythenbildung arabischer Nationalisten und Islamisten“. Oder mit Sansals Worten:

Die Unabhängigkeit hat in den meisten arabischen Ländern nicht zu Freiheit und zu einem besseren Leben geführt, wie es sich die Menschen erhofften. Egal ob die Regierenden auf den Kapitalismus oder den Sozialismus setzten, es scheiterte immer daran, dass es Diktaturen waren. (…) Deshalb glauben viele Menschen jetzt, dass der Islamismus die Lösung, ja die einzige Lösung, ist. Das ist gefährlich. Denn hinter dem Islamismus stehen eine starke Ideologie und starke Unterstützer.

Lange hat man gedacht, der Islamismus wäre eine unbedeutende Irrlehre, die vom Weg der Religion abgekommen ist. Das ist nicht so. Es handelt sich um eine echte faschistische Ideologie, mit einem politischen Projekt und einer Strategie, um sich die Welt untertan zu machen. Erst waren die Islamisten Individuen, dann haben sie Gemeinden und Regionen kontrolliert. Jetzt lenken sie ganze Staaten mit ihrer Verwaltung und ihrer Armee… in Marokko, Ägypten, Tunesien, auf gewisse Art auch in Algerien.

Hierfür lieben ihn seine Fans und hassen ihn seine Gegner:

In den arabischen Ländern hat der Intellektuelle keinen Platz. Es gibt nur die Macht und das Volk. Der Intellektuelle und sein Einfluss ist ein Produkt des Okzidents des 18. Jahrhunderts, der Aufklärung. In unseren Ländern sind wir nichts weiter als Verräter, Kreaturen des Westens. Unser Jahrhundert der Aufklärung steht noch aus. Was mir Sorge bereitet: Die Stimme der arabischen Intellektuellen ist nie zu hören. Egal bei welchem Problem auf dieser Welt mischen sich die westlichen Intellektuellen ein, halten Kongresse ab, schreiben Manifeste. Die arabischen Intellektuellen schweigen. Wir müssen uns befreien, von der Macht, der Religion, von der arabo-muslimischen Kultur, die einen Araber dazu zwingt, wie ein Araber zu denken.

Das ganze Interview bei der taz

Links:

» Sansal hat für sein Buch „Das Dorf des Deutschen“ den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2011 erhalten
» Rezension von Najem Wali zu „Das Dorf des Deutschen“ bei NZZ Online
» Homepage von Boualem Sansal
» Die Märkische Allgemeine  hat eine Reporter zu Sansal nach Algerien geschickt
» Sansal in der FAZ: Was uns Algeriens Tragödie lehrt 
» Sansal in der FAZ: Ich schreibe gegen das tödliche Schweigen

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22 KOMMENTARE

  1. Sansal will den Arabischen Frühling auch in seinem Land! Wer das fordert ist entweder dumm oder er ist ein verkappter Islamist.
    Wer in Deutschland einen Friedenspreis bekommt ist ohnhin suspekt.

  2. Solange noch solche Stimmen aus dem Maghreb zu hören sind, solange gebe ich diese Weltgegend noch nicht vollends an die Barbarei verloren!

  3. herr sansal ist ein freidenker und damit kein mohammedanist. er lebt gefährlich. imame werden gegen ihn hetzen und das wird wirkung zeigen a la mohammedanismus.

  4. Wie man eine so bemerkenswerte und treffende Analyse abqualifizieren kann wie der Dummbabbler Orwell…. ist unverständlich. Traurif aber wahr. Im dumpfen Hass auf alles was nicht zur europäischen Kultur gehört kann man nur mit alberen Verschwörungstheorien antworten. Dabei wäre es dringend notwendig solche und andere mutige und islamkritische Intellektuelle zu unterstützen. Vergessen wir nicht ein kleiner Nucleus innerhalb des sog. Arabischen Frühlings stand und steht sehr nahe dieser Sicht von Wali.
    Aber grundsätzlicher immer noch steht das eigentliche epochale Ereigniss noch aus, nämlich der Beginn einer arabischen Aufklärung so wie es im europäischen Kulturraum im 18. Jahhundert geschah und die christl. Religion auf dem Prüfstein der Kritik stand. Erst dadurch war die Emazipation des westl. Menschen möglich, die Dynamik von Technik und Forschung und die krit. Auseinandersetzung mit Reliion überhaupt. Natürlich steht am Ende eines solchen Prozesses auch das Ende der Religion oder deren „Verbannung“ ins Private. Aber man kann noch früher zurückgehen bis ins Jahr 1517 Luthers Thesen und die Geschichte des Protestantismus. Schon vor 40 Jahren lange bevor man die Gefährlichkeit des polit. Islamismus (Iran 1979, Afghanistan nach 1980) haben wir diskutiert im Freundeskreis und kamen zu dem Ergebnis im Islam fehlt ein Martin Luther der Beginn der bürgerlichen Aufklärung) Und das kommt nicht vom Westen und auch nicht durch undifferenzierte Islamkritik sondren einzig und alleine nur aus diesem Kulturkreis. Und ich wünsche diesen Menschen das dieser Tag kommt und sie sich endlich befreien können. Menschen wie dieser Schriftsteller und viele andere auch z.B. in der Türkei sind der Kern – ich hoffe es zumindest – eines wirklichen arabischen Frühlings. Erst dann und nur dann wenn die Religion nur noch Privatsache ist und man diese kritiesieren kann dann können Produktivkräfte entfesselt werden nur dann blühen Philosofie, Wirtschaft, Technik Kultur
    Dann gehören die Mitterwertigkeitskomplexe unter denen arabische Menschen leiden der Vergangenheit an. Aber es ist leider ein langer dornenreicher Weg er dauerte im 17 und 18 Jahrhundert in Europa auch lange und noch 1632 wurde Bruno den Flammen übergeben weil er „ketzerische“ Gedanken hat.
    Der arab. Kulturraum lebt geistig noch im europ. Mittelalter aber befreien daraus können sich die Menschen nur selbst

  5. Warum hat es die Kritik an den faschistoiden Elementen des Islam so schwer?
    ————–
    Weil seit Jahrzehnten die zielgerichtete Gehirnwäsche funktioniert!

    Speziell bei uns wird den Menschen,gebetsmühlenartig der Feind von Rechts in die Köpfe einsuggeriert.
    Dies macht die Menschen blind vor der perfiden Politik der Linken.
    Staat,Medien und Justiz bilden hier eine Einheit.

  6. Schade, gerade habe ich versucht das Buch “ Das Dorf des Deutschen“ über Kindl zu bekommen. Leider gibt es das noch nicht über Kindle.

  7. @ #4 TVLadyMilena

    Luther, den Bauernfeind, den Antisemiten, den Sexisten als Aufklärer zu bezeichnen…, also nee!

    Der Sansal meint alles ehrlich, ich glaube kaum, daß er ein Taqiyya-Meister ist.
    Was er nicht begreift, der Islam ist nicht reformierbar(Reform = Wiederherstellung)! Jeder, der also den Islam reformieren will, geht damit zu dessen eigentlichen Wurzeln, das machen alle Salafisten korankorrekt vor.
    Beim Christentum war es vollkommen anders. Es enthält Trennung von Staat und Kirche, Rechte des Individuums usw. Das NT ist nicht nur nicht voll mit Kriegsbefehlen, es ist eben nicht das wortwörtliche direkte Wort Gottes und seit jeher diskutierbar… Wer also das Christentum reformiert, geht zu seiner Wurzel zurück, zu Jesus christus und dieser war kein Krieger, wie Mohammed und ist auch kein Kriegsgott, wie Allah.

    „“Sind Judentum und Christentum so gewalttätig wie der Islam?““
    http://derprophet.info/inhalt/judentum-gewalttaetig.htm/

  8. #5 Heinrich Seidelbast:

    Weil seit Jahrzehnten die zielgerichtete Gehirnwäsche funktioniert! Speziell bei uns wird den Menschen,gebetsmühlenartig der Feind von Rechts in die Köpfe einsuggeriert.

    Pack die Textbausteine wieder ein, passen hier nicht. Warum hat es die Islamkritik aus islamischen Ländern so schwer? Auch weil sie von islamkritischen Foren wie PI nicht wahrgenommen wird. Im April war Sansal eine halbe Stunde lang im Phoenix-Interview, ich habe mir die Mühe gemacht, ganze Textpassagen abzuschreiben, in denen er über Algerien sprach, das durch den Islam zu einer „blockierten Gesellschaft“ geworden sei, die in lähmenden Stillstand geraten ist: hat bei PI keinen Menschen interessiert. Im Juni ist ihm in Paris der „Prix du roman arabe“ wieder aberkannt worden, weil er zum israelischen Schriftstellerkongress nach Jerusalem gefahren ist: hat bei PI keinen Menschen interessiert. Im Juli endlich gab es einen Sansal-Thread von Stürzenberger: ein (1) sog. Kommentator außer mir (zarizin) hat Sansal überhaupt zur Kenntnis genommen. Dürfte auch diesmal anders sein, fängt schon trostlos genug an mit einem, der den Namen „Orwell“ missbraucht.

    Sansal hat 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten, auch seine Dankesrede enthielt Islamkritik. Hat auch keinen interessiert.

  9. „Das hat verschiedene Ursachen: Reiche Staaten wie Saudi Arabien geben sehr viel Geld für pro-islamische Propaganda aus und machen ihren Einfluss in internationalen Gremien geltend. Damit haben sie es geschafft, den Islam in den Bereich des Sakrosankten zu rücken.“

    glaub ich nicht, ich persönlich kenne niemanden, der gerade Saudi Arabien toll findet, das Land ist das absolute negativ Beispiel für einen islamischen Gottesstaat, sogar der Spiegel schreibt neuerdings kritisch
    über das Land, speziell im Zusammenhang mit möglichen Panzer Exporten dorthin

  10. Die arabischen Intellektuellen schweigen. Wir müssen uns befreien, von der Macht, der Religion, von der arabo-muslimischen Kultur, die einen Araber dazu zwingt, wie ein Araber zu denken.


    Boualem Sansal kann sich ganz beruhigt zurücklehnen. Denn so schlecht sehen die arabischen Intellektuellen gar nicht aus.
    Im Vergleich mit den deutschen Intellektuellen.
    letztere schweigen bei Kritik an für sie lebensgefährliche Religionen ebenso. Woran das wohl liegen mag ? …einer ´ne Idee ?
    Und wenn sie nicht schweigen, dann reden sie den für sie lebensgefährlichen Religionen nach dem Mund und/oder fabulieren sich hirnrisigste Aussagen über sie zurecht, wie Friedensreligion und überhaupt: die andern Religionen haben auch mal und sind böse, und die Kreuzzüge und der Papst erstmal … weia.
    Fazit: deutsche Intellektuelle, die überall im Westen Aufklärungsfundamentalismus und Aufklärungsterrorismus detektieren befinden sich mit ihren Arab-Intellektuellen auf dem gleichen kognitiven Stand.

  11. Ein großes Problem und eine nur schwer zu überwindende Hürde in islamischen Gesellschaften — aber auch anderswo ! — sind Dogmen.

    Dogmen, die jede Kritik, jedes Hinterfragen, jedes dialektische Denken unterdrücken wollen und sollen gemäß der Devise:
    Denk nicht, „glaube“.

    Dogmen, mittels derer Macht gefestigt, ja zementiert und verabsolutiert werden soll.

    Denn es geht nicht um „Religion“. „Glauben“ dürfen die Schäflein gern. Nur „wissen“ sollen sie nicht. „Erkennen“ sollen sie nicht. Also vernebelt man ihre Sinne mit Dogmen — und mit Riten, die mich an Voodoo erinnern.

    Es geht um Einfluss, um Macht — und um Geld.

  12. Wir müssen uns befreien, von der Macht, der Religion, von der arabo-muslimischen Kultur, die einen Araber dazu zwingt, wie ein Araber zu denken.

    Sehr mutig, sehr richtig. Allerdings auch sehr schwierig. Denn der Islam ist so angelegt, dass er eine Befreiung verhindern will.

    Irgendeine äußerst raffinierte Kamarilla hat den bis dahin primitivsten Glauben im gesamten Mittelmeerraum aus strategischen Gründen so umgestaltet, dass er für jeden Herrscher ein willkommenes Mittel darstellt, sich seiner zu bedienen.

    Man muss sich das mal vorstellen: Die Beduinen taten nichts weiter als Steine anzubeten, während alle anderen Völker rund um das Mittelmeer einen ausgefeilten Jenseitsglauben entwickelten. Die primitivsten Stämme bekamen plötzlich innerhalb kürzester Zeit die „perfekteste“ Religion. „Perfekt“ in dem Sinne, dass diese Religion kaum abzuschütteln ist, da sie alle wehrhaften Elemente eingebaut hat, deren man sich überhaupt bedienen kann.

    Der Islam ist DAS perfekte Herrschaftsinstrument. Er wurde erfunden, um zu herrschen. Es ist kaum vorstellbar, den Islam zu säkularisieren. Dort, wo es ansatzweise gelungen war, hat er sich wieder Bahn gebrochen. Zu verlockend ist es für die Herrschenden, sich seiner zu bedienen.

    Nicht ohne Grund sagte Hitler, er hätte es lieber gesehen, die Deutschen hätten den Islam anstatt das „verweichlichte Christentum“.

    Unsere linksgrünen Spinner erkennen leider nicht, dass der Islam ein Herrschaftsinstrument ist, dass sie schon aus Prinzip bekämpfen müssten.

    Die Befreiung vom Islam wird sehr sehr lange dauern und sie wird nur möglich sein mit einer Revolution der Frauen und der Jugend. Die Männer werden die Macht nicht freiwillig abgeben. Denn von Männern wie Sansal gibt es zu wenig. Der Islam zieht Feiglinge heran.

  13. #1 Orwell 2012: Sansal will den Arabischen Frühling auch in seinem Land!

    —————-

    Sansal will einen echten arabischen Frühling, in dem die Religion auf den Prüfstand kommt, sich säkularisiert und als Herrschaftsinstrument verbannt wird.

  14. @ #14 D.Mark (05. Aug 2012 15:06)

    Unsere linksgrünen Spinner erkennen leider nicht, dass der Islam ein Herrschaftsinstrument ist, dass sie schon aus Prinzip bekämpfen müssten.

    ———-

    Bist Du Dir da sicher ?

  15. Für mich ist Sansal ebenfalls ein bemerkenswerter, weil unendlich mutiger Mensch.
    Es wäre wunderbar, wenn es Menschen wie ihm möglich wäre, den Islam zu reformieren.

    Allerdings, auch ich frage mich, wie das möglich sein soll. Selbst wenn eine Generation von „Aufgeklärten“ den Koran nicht so eng sehen wollte und würde, die nächste “ islamistische“ Gegenbewegung würde, gestützt durch das geschriebene Wort mit seiner unzweideutigen Macht, die Massen sofort wieder einfangen können.

    Es wird nämlich immer wieder übersehen, dass das Christentum auf dem Neuen Testament beruht, wo nichts von all den Mohammedanischen Gewaltphantasien zu lesen ist.
    Die unselige Vergangenheit der christlichen Religion beruhte auf der Mißachtung von Christi Worten durch die interessierten Machteliten und der Lese- und Lateinunkundigkeit der Masse der seinerzeitigen Christen.

    Sie konnten es nicht besser wissen.

    Die Muslime, die den Koran lesen können, wissen es besser als alle gutmeinenden Reformer. Erstere haben das Wort auf ihrer Seite, die anderen müssen das Wort gegen dessen Unzweideutigkeit als Lüge bezeichnen. Wo bliebe da Mohammed und damit der Grundlage dieser „Religion“?

  16. „“Historiker Goldhagen „Der politische Islam knüpft an die Nazis an“

    Europa muss lernen, dem fundamentalistischen Islam die Stirn zu bieten – das fordert der US-Politologe Daniel J. Goldhagen im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Er wirft den politischen Islamisten vor, argumentativ in der Tradition der Nazis zu stehen. Appeasement helfe nicht weiter…““
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/historiker-goldhagen-der-politische-islam-knuepft-an-die-nazis-an-a-450090.html

    Anm.: Aber der politische Islam ist der echte Islam! Sollte man einen lauen Islam im Lande haben, besteht jederzeit die Möglichkeit, daß dieses Ungeheuer aufwacht, ob im Orient oder Okzident!

    „“Der Islam war von Anfang an eine massive Bedrohung für Europa (und die Welt). Der Islam hat sich ausschließlich durch Krieg, Genozid, Sklaverei und Zwangsislamisierung verbreitet von Spanien bis Indonesien von Mali bis Usbekistan…““
    http://derprophet.info/inhalt/anhang34.htm/

  17. Heta beschwert sich, weil Boualem Sansal nicht genügend gewürdigt wird…

    Gut, Heta mag damit sogar Recht haben, aber diese Nichtwürdigung ist doch auch gewollt.

    Ich als ausgesprochener Nichtliterat kenne Arafat aus Funk und Fernsehen und weiss, dass Arafat einen Nobelpreis für Terrorismus Frieden erhalten hat. 😀

    Ich weiss auch, dass ein Obama einen -rassistisch motivierten?- Nobelpreis fürs Appeasenfür Frieden erhalten hat. 😀

    Aber ich kenne Boualem Sansal weder aus Funk noch aus Fernsehen und habe auch nicht gehört, dass er einen Nobelpreis verliehen bekam.

    Gut, er konnte auch keinen Nobelpreis bekommen, die waren ja für die Arafats und Obamas vorgesehen.

    Aber was ich sagen will, ist:
    Von Leuten wie Sansal weiss man als Normalbürger nichts, die tauchen nichtmal in halbwegs kulturlastigen Sendungen auf.

    Die soll man bei uns auch garnicht wahrnehmen, sie beleidigen den Islam.
    Was sollen denn da unsere Schätze sagen?

    Ausserdem ist Islam sowieso Frieden.

  18. Boualem Sansal ist der letzte bedeutende Schriftseller Algeriens, der sein Heimatland noch nicht verlassen hat. Obwohl er in ständiger Gefahr lebt, harrt er in Bourmerdès stur aus, einer Ortschaft in der Nähe von Algier. Zu verlieren hat er nur noch sein Leben, sagt er. Alles andere wurde ihm längst genommen. Doch weder das Berufsverbot noch die soziale Ächtung, ja nicht einmal die Morddrohungen konnten ihn bislang davon abhalten, Algerien zu kritisieren. Seinen Posten als hoher Regierungsbeamter verlor er schon 2003. Dann wurden seine Bücher verboten. Man zwang seine Frau, ihren Beruf als Lehrerin aufzugeben. Der Bruder wurde so lange mit aberwitzigen Steuerbescheiden drangsaliert, bis er seine Firma schließen musste.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/friedenspreistraeger-boualem-sansal-ich-schreibe-gegen-das-toedliche-schweigen-11368141.html

    Sansal was the recipient of the 2012 Editions Gallimard Arabic Novel prize for his book „Rue Darwin“. The prize is awarded by the Arab Ambassadors Council, based in Paris. However, after the Council learned that Sansal had attended the Jerusalem Writers Festival earlier in the year, they revoked the 15,000 euros prize money he had been slated to receive.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Boualem_Sansal

  19. #19 nicht die mama:

    Heta beschwert sich, weil Boualem Sansal nicht genügend gewürdigt wird… Gut, Heta mag damit sogar Recht haben, aber diese Nichtwürdigung ist doch auch gewollt.

    Von PI nicht gewollt? Ich sprach von PI, dass Boualem Sansal bei PI niemanden interessiert. In den MSM kommt Sansal durchaus vor: eine halbe Stunde auf Phoenix, ein Interview im Wiener „Standard“, eins bei der „taz“, der verweigerte Preis in Paris, der Friedenspreis des deutschen Buchhandels…, Sansal letztes Jahr in der „Welt“: „Das Problem heißt Islam“:

    http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article12485666/Das-Problem-heisst-Islam.html

    „In seiner Heimat verfolgt, in Frankfurt geehrt: Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat in der Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten“ (mit Dankesrede):

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/friedenspreis-boualem-sansal-lobt-arabischen-fruehling-11495465.html

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