Es ist schon ein kleines Wunder, dass deutsche Hochschulen immer noch Forschung und Lehre auf hohem Niveau betreiben, trotz Bologna-Studienreform und trotz der finanziellen Daumenschrauben, die bereits seit den 80er-Jahren permanent angezogen werden. Für Arbeitsgruppen in experimentellen Wissenschaften ist es geradezu typisch, dass die jährliche Grundausstattung an Sachmitteln von einem ursprünglich fünfstelligen DM-Betrag „in der guten alten Zeit“ auf einen lächerlichen vierstelligen Euro-Betrag geschrumpft ist.

(Von Jerry Blackwater)

Darüber wurde bisher kaum laut geklagt, und auch nicht über die inzwischen zumindest in Hessen von einem Verwaltungsgericht als verfassungswidrig eingestufte niedrige Besoldung der Wissenschaftler. Ich ziehe mein Baseball-Käppi vor dem Berufs-Ethos dieser Idealisten! Solange es ihnen gelingt, noch hinreichend Drittmittel zur Unterstützung ihrer Forschung einzuwerben, ist ihre Welt noch halbwegs in Ordnung. Leider wird es damit langsam aber sicher eng. Die Ablehnungsquote beim wichtigsten Förderer, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wird mit nahe 70 % angegeben, was meines Erachtens bereits beschönigt ist.

Aus Sicht der Politik war es dringend geboten, das allgemeine Elend mit einer Aktion zu kaschieren, die medienwirksam vermitteln soll, wie toll doch der Wissenschaftsstandort Deutschland ist; die Exzellenzinitiative wurde geboren, eine Art „Deutschland sucht die Super-Uni“ und das funktioniert folgendermaßen: alle Universitäten, die sich Chancen ausrechnen, treten in diesem Wettbewerb an, gründen Gremien für Graduiertenschulen, für sogenannte Exzellenzcluster und für Zukunftskonzepte. Zahlreiche Angehörige der Universitäten arbeiten mindestens ein Jahr an der Gesamtdarstellung unter Mithilfe von Agenturen für die Hochglanzbroschüren und Werbefilme. Nicht zuletzt werden die Universitäten herausgeputzt, ein neuer Anstrich für alle Abteilungen und Gänge, die die externe Gutachtergruppe besichtigen könnte, was manchen an Potemkin’sche Dörfer erinnern mag. Alle teilnehmenden Universitäten hoffen darauf, mit dem Titel „Exzellenz-Universität“ gekrönt zu werden, oder zumindest ihren Exzellenz-Cluster finanziert zu bekommen. Am 15. Juni 2012 war es wieder so weit. Die Entscheidung der dritten und letzten Runde der Éxzellenz-Initiative wurde bekannt gegeben und offizielle 2,4 Milliarden Euro standen zur Verteilung an. Herbe Enttäuschung für Freiburg, Göttingen und Karlsruhe, die ihre Exzellenz-Titel wieder abgeben mussten, Riesenfreude dagegen bei den elf Gewinnern, darunter die Universität Bremen, die ihre grauen Fassaden prompt mit überdimensionalen roten Exzellenz-Fahnen schmückte.

Nur einen Monat nach dem Medienspektakel geht an den Sieger-Universitäten das Gerücht um, dass weit weniger Geld für die einzelnen Projekte zur Verfügung gestellt wird, als ursprünglich geplant. Von Kürzungen im Bereich von 20 bis 30 Prozent ist die Rede. Eigenartig ist, dass man in den Medien darüber fast keine Meldung findet. Lediglich Radio Bremen berichtete, dass die DFG den Universitäten Kürzungen angekündigt hat.

Das wäre doch die Gelegenheit für investigative Journalisten, während des Sommerlochs zu recherchieren, ob der Gesamtbetrag gekürzt worden ist (dazu genauestens nachrechnen!), oder ob es für die vielen Exzellenz-Projekte jeweils nur ein kleineres Stück vom Kuchen geben kann. Ach ja, ich vergaß, investigative Journalisten gibt’s nicht mehr.

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31 KOMMENTARE

  1. Ein Land, das über relativ wenig Bodenschätze verfügt, sollte sich mehr auf seinen wichtigsten Rohstoff stützen: Auf Wissen und Können seiner Bürger. Das ist in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt worden.

    Aber es hat auch sein Gutes: Ungebildete Menschen bedeuten viele billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft!

  2. Denk ich an Deutschland in der Nacht,so bin ich um den Sclaf gebracht,Recht hat er gehabt der Heinrich Heine.

  3. Ich glaube nicht das wir in Deutschland genügend tun, um Forscher als lebenslangen Beruf und als Neigung hinreichend attraktiv zu machen!

    Ich würde sagen, dass wir in Zukunft ein echtes Problem haben!

    Ich denke die deutsche Mentalität hat sich gewandelt und ich sehe diese Entwicklung eher in das Negative hinein.

  4. Nur einen Monat nach dem Medienspektakel geht an den Sieger-Universitäten das Gerücht um, dass weit weniger Geld für die einzelnen Projekte zur Verfügung gestellt wird, als ursprünglich geplant. Von Kürzungen im Bereich von 20 bis 30 Prozent ist die Rede. Eigenartig ist, dass man in den Medien darüber fast keine Meldung findet. Lediglich Radio Bremen berichtete, dass die DFG den Universitäten Kürzungen angekündigt hat.

    Tja, also wenn ich die DFG wäre und ich würde sehen, daß Bremen besser als Göttingen bewertet wird, dann… äh…

    Ja, was soll man dazu sagen?

    Daß ein Riß durch unsere Eliten geht?

  5. @ 1 Kodiak (04. Aug 2012 22:40)

    Aber es hat auch sein Gutes: Ungebildete Menschen bedeuten viele billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft!

    Viele Unternehmen haben ihre Standorte in China und Indien. Das liegt aber wie Du sagst auch am Bildungsstand, denn China und Indien haben einen noch viel geringeren Bildungsstand als Deutschland. NOCH!

    Der geringe Bildungsstand wird durch die Armut in Indien und China verursacht.

    Diese beiden Länder sind Billiglohnländer, wo die Produktion und die Löhne sehr günstig sind.

    Lasst uns dumm und arm werden, ist die Devise der deutschen Regierung!

  6. Mit zunehmenden Kürzungen für den Bildungsbetrieb, insbesondere die indirekten Kürzungen duch Erhöhung der Zahl der zu betreuenden Studenten pro Professor / wiss. MA sind die Lehrstühle mehr und mehr auf Drittmittel ausgewichen. Doch mittlerweise kriechen die Unis auf dem Zahnfleich, daher gehen 10…30% der eingeworbenen Drittmittel sofort vom Lehrstuhl an die „Uni-Verwaltung“ – das bedeutet wieder weniger Finanzmitttel für Forschung und Lehre.
    Letztendlich die überbordende Bürokratie. Jeder Euro der eingenommen und ausgegeben wird muß dreifach nachgewiesen werden – wehe, die Kostenplanung für ein Forschungsprojekt ist nicht auf den Cent exakt, dann tritt der GAU im Bürokratismus der Verwaltung ein. Man muß also das Ergebnis schon kennen, um eine Finanzplanung machenzu können – ein Hoch der Bürokratie.
    Und das schlimmste: Die wenigsten Professoren haben noch die Eier, sich gegen die dämlichen Anordnungen zu stemmen…

    Hurra wir verblöden! Für uns bezahlt der Staat…

  7. „…Für Arbeitsgruppen in experimentellen Wissenschaften ist es geradezu typisch, dass die jährliche Grundausstattung an Sachmitteln von einem ursprünglich fünfstelligen DM-Betrag „in der guten alten Zeit“ auf einen lächerlichen vierstelligen Euro-Betrag geschrumpft ist…“
    ……………………………………………………………………………………………..

    Dafür werden aber Migrations, iSSlam, Gender, Nachhaltigkeits und was weiss ich was für „Wissenschaft_innen“ mit ordentlichem €uronensegen bedacht.
    Diese Fehlleitungen werden sich in Zukunft noch als Pferdefuß für die ehemalige Ideenschmiede Deutschland erweisen. :mrgreen:

  8. In BaWü wollte der Kretschmann sogar die Gymnasien abschaffen!

    Das scheiterte bisher nur daran, dass die Gymnasien eine sehr starke Lobby haben, die auch ganz massiv aggressiv gegen diese rotgrüne Forderung angegangen ist!

  9. Kein Sozialist käme auf die Idee, von Saudi Arabien zu verlangen, alles Öl zu verschenken. Aber unser einziger „Rohstoff“ den wir haben, wird schon seit Jahrzehnten systematisch ruiniert und verschenkt. Wenn sich das nicht rächt, werden alle Naturwissenschaften ad absurdum geführt.

    Ach wie schön wäre es doch, wenn wir einmal echte Wissenschaftler in der Politik hätten und keine FDJ-Physiker.

  10. Ach ja, ich vergaß, investigative Journalisten gibt’s nicht mehr.

    Doch, doch, es gibt sie schon noch, die heldenhaften Watergate-Reporter, die jedem Loch in einer Kleinstadtstraße nachspüren und jedem nicht entdeckten Schimmelfleck in einem (deutschen) Imbiss und dann heulen wie die Wölfe.

    Wenn die Behörden etwas untersagen oder verbieten: Die Bürokratie behindert die Wirtschaft!!!

    Wenn die Behörden etwas nicht rechtzeitig verhindern oder untersagen: Haben die Behörden geschlafen??? Hat die Politik versagt???

  11. Ich bekam Ende letzten Jahres eine Brandmail meines alten Fachbereiches, der händeringend drei Planstellen für Laboringenieure mit Industrieerfahrung suchte. Ich habe mir dann mal die Mühe gemacht, und die Besoldung nach angegebener Gruppierung herausgesucht und bekam einen Lachkrampf! Ein Ingenieur, der nach „mehrjähriger Industrieerfahrung“ nicht mindestens das Doppelte verdient, sollte erst recht nicht auf Studenten losgelassen werden.

    @Kodiak & Wilhelmine

    Aber es hat auch sein Gutes: Ungebildete Menschen bedeuten viele billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft!

    Aua! ungebildete Menschen sind wenig produktiv, ihr Arbeitsangebot entsprechend wenig knapp. Ein gebildeter Mitarbeiter lässt sich auch entsprechend ausbilden, ist entsprechend produktiv und verdient dementsprechend viel Geld. An einem Ungebildeten verdienen wir BÖSEN Kapitalisten leider deutlich weniger als an einem hochbezahlten aber produktiven Facharbeiter.

  12. Der Uni Bremen den Exzellenzstatus zu geben und ihn den anderen genannten Unis abzuerkennen, sagt doch schon alles über das Niveau und Zielrichtung der Auswahl.
    An der Uni Bremen ‚lehrt‘ übrigens der extrem linke Prof. Fischer-Lescano, der seine Hauptaufgabe darin sieht, nichtlinken Politikern mehr oder weniger gefälschte Dissertationen nachzuweisen.

  13. Seit den 80er-Jahren ist hier viel falsch gelaufen mit den Universitäten und auch den Fachhochschulen. Ende der 70er-Jahre ging man von einem „Studentenberg“ in den 80er-Jahren aus, der danach zu sinkenden Studentenzahlen führen sollte.

    Mittlerweile sind die Unis und FHs zu Massen-Ausbildungsanstalten geworden, die den Abgängern einen Anspruch auf gute Einkommen sichern sollte. Aber es wird zuviel Mittelmaß produziert. Nicht mehr Akademiker braucht das Land, sondern mehr sehr gute Akademiker.

  14. Gestern in der HAZ:

    Hannovers Uni-Präsident verlangt Mathe-Nachhilfe
    Defizite zu hoch: Kommt jetzt das Vorsemester für Schulabgänger?
    1mmer mehr Studienanfän¬ger der technischen und naturwissen¬schaftlichen Fächer haben Probleme mit der Mathematik. Jetzt zieht Hannovers Uni-Präsident Erich Barke Konsequen¬zen: Schon ein halbes Jahr vor dem regu¬lären Beginn des Studiums sollen die Schulabgänger an der Hochschule ma-thematische Defizite ausgleichen. „Das Niveau, das viele Gymnasiasten an die Universität mitbringen, reicht nicht aus“, bemängelt Barke. Er fordert ein ver-pflichtendes Vorsemester – mit dem Ziel, die hohen Abbruchquoten in den techni-schen und naturwissenschaftlichen Fä¬chern zu senken. Mit seiner Forderung steht Barke nicht allein da: Die TU9. der Zusammenschluss der neun führenden deutschen Technik-Universitäten, un-terstützt den Vorstoß.
    Die Defizite zeigten sich an den ex¬trem hohen Durchfallquoten bei Klau¬suren, sagt Barke. So hätten beispiels¬weise bis zu 90 Prozent der Teilnehmer eine Elektroteehnik-Grundlagenklau-sur an der hannoverschen Uni nicht be¬standen. Auch dreiwöchige Mathe-In¬tensivkurse, die die Uni Studienanfän¬gern der MINT-Fächer vor dem Studium auf freiwilliger Basis anbiete, hätten nicht den gewünschten Erfolg gezeigt.
    Die Diskussion über ein verpflichten¬des Vorsemester vor allem für die Inge-nieurwissenschaften werde innerhalb der TU9 intensiv geführt, sagt Jürgen Hesselbach, Präsident der Uni Braun-schweig, die wie die Leibniz-Uni dazu-gehört. Gegen Abbruchquoten von fast 50 Prozent in den Ingenieur- und knapp 40 Prozent in den Naturwissenschaften müsse etwas getan werden. Hesselbachs Hochschule hatte zunächst ein achtwö-chiges freiwilliges Mathe-Angebot ein-geführt, in dem der Stoff der ersten bei¬den Semester im Sommer vor dem Studi¬enstart konzentriert vermittelt wird.
    Über ein obligatorisches Vorsemester können die Hochschulen nicht allein ent-scheiden – zuständig sind die Wissen-schaftsministerien der Länder. Im nie-dersächsischen Ministerium heißt es, für derartige Pflichtangebote gebe es derzeit keine Diskussionsgrundlage. Vor allem die Fachhochschulen setzten seit Jahren erfolgreich auf freiwillige Mathe-Kurse für Studienanfänger; dort stiegen die Bewerberzahlen spürbar.
    Auch der Präsident der Hochschulrek-torenkonferenz, Horst Hippler, hatte jüngst ein Vorsemester ins Gespräch ge¬brach. Einen eigenen Weg geht man in Baden-Württemberg: An den Unis Karls¬ruhe und Stuttgart gibt es ein „MINT-Kolleg“, die Kurse können studienvorbe¬reitend oder -begleitend in den ersten zwei Semestern oder vor Studienbeginn als Gasthörer absolviert werden.
    Der Philologen verband plädiert dafür, die schulischen Unterrichtsinhalte und die Anforderungen der Hochschulen im Fach Mathematik besser abzustimmen und Arbeitskreise zu institutionalisie¬ren.

    VON JULIANE KAUNE

  15. #1 Kodiak (04. Aug 2012 22:40)
    Aber es hat auch sein Gutes: Ungebildete Menschen bedeuten viele billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft!

    Die Wirtschaft kann mit ungebildeten Menschen absolut nichts anfangen – jedenfalls die deutsche (noch) high-tech Wirtschaft. Die sind völlig unproduktiv, zu keiner qualitativ hochwertigen Arbeit zu gebrauchen.
    Nimmt die Menge an ungebildeten Menschen stark zu und die der gut Ausgebildeten stark ab entwickeln wir uns in Deutschland Richtung Indien oder Bangladesch – mit zunehmender Geschwindigkeit.
    Good by du Land der Dichter und Denker und des high-tech.

    Good day du deutscher Idiotenstadel, der die autochthone Bevölkerung auspresst wie eine Zitrone um den €uro, die nicht integrierbaren riesigen Migrantengruppen aus den Südland – wo immer das liegt – ad infinitum bis zum eigenen absehbaren Exitus zu alimentieren.

    Und, ist das nicht irre, die deutschen porentief gehirngewaschenen Mähs wählen ihre Metzger Jahr für Jahr aufs neue.

    Wer so handelt dem ist nicht mehr zu helfen. Gott kann offenbar nicht alle Idioten vor sich selber beschützten.

    Requiescat in pace Deutschland so wie ich es kennen und lieben gelernt habe und das nie wieder so sein wird wie es einmal war – meine wunderschöne (gewesene) Heimat. Mir ist nur noch zum heulen zumute.

  16. @#11 Pantau
    Es geht um die Verrichtung der einfachsten Arbeiten – Anlernzeit 3 Tage bis 3 Wochen. Da kommen der Industrie und den Dienstleistungsbranchen die Dummen gerade recht. Um bei irgendeinem American Diner die Türen aufzuhalten und grinsend ein Sprüchlein aufzusagen, braucht es eben nicht viel.

  17. @#12 HKS

    Da haben Sie Recht. Die Uni Bremen war in Deutschland immer die einzige Hauptschule, an der man promovieren konnte. Jedoch ist es typisch deutsch, Eliteunis zu „ernennen“. Wie kamen eigentlich die richtigen Eliteunis wie Oxford, Cambridge, Aachen oder Harvard zu ihrem „Status“?

    Elite schafft man durch maximale Freiheiten, eigenes Haushalts- und Besoldungsrecht, eigenverantwortlichen Gebühren usw. und natürlich durch Werben um Studenten und Forschungsaufträge. Wer Elite ist und wer nicht, stellt sich dann von alleine heraus. Elite schafft man nicht dadurch, dass man jene Hochschule, welche am bravsten Männchen gemacht hat mit zusätzlichem Geld bewirft.

  18. #16 Kodiak

    Wer braucht solche Mitarbeiter? Türaufhalter werden nicht zwingend benötigt, sondern würden nur beschäftigt, wenn sie tatsächlich fast nichts kosten, da sie entsprechend wenig produktiv sind. Von „gerade Recht“ kann also nicht die Rede sein. Sie würden höchstens zusätzlich beschäftigt – wenn es das deutsche Recht denn gestatten würde, derart gering produktive Mitareiter ANGEMESSEN (also sehr gering) bezahlen zu können. Brauchen tut diese Leute heutzutage kein Mensch.

  19. #1 Kodiak (04. Aug 2012 22:40)

    Aber es hat auch sein Gutes: Ungebildete Menschen bedeuten viele billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft!

    Das ist ein Denkfehler;
    Die personalintensiven Industrien, in denen auch ungebildete Menschen Jobs und ein geregelten Einkommen hatten, existieren nicht mehr in Deutschland.
    Die, in denen es noch Produktion durch Handarbeit gibt, sind auf Grund der geringen Lohnkosten in China.
    Der hier verbliebene Rest ist so hochautomatisiert, dass noch noch wenige gut qualifizierte Fachkräfte benötigt werden, um die Maschinen einrichten und bedienen zu können.
    Der Dienstleistungssektor, wie zB Gastronomie ist eigentlich eine Domäne für Neben- und Studentenjobs und mittlerweile stellen viele Handwerksberufe, wie zB in der Elektro- Sanitär- und Heizungsinstallation hohe Anforderungen an die berufliche
    Grundausbildung .
    Die Abwanderung von personalintensiven Industrien hatte durchaus auch die Verschärfung der Situation für die Gastarbeiter ab der zweiten Generation, hauptsächlich Türken, zur Folge, weil sie auf Grund ihrer mangelhaften Schulbildung schlicht und ergreifend keine Chance auf dem verbliebenen Arbeitsmarkt haben.
    Das I-Tüpfelchen auf diese Misere bildet selbstverständlich die hinzugekommene Trägheit und Dekadenz der Deutschen, die sich zum grossen Teil für ein Studium in Betriebs- und Sozialwissenschaftlichen Fächern entscheiden (mein letzter Stand waren pro Jahr und Fach 8000 !) während dem eine gleiche Anzahl unbesetzter Lehrstellen in technischen Berufen gegenüberstehen.
    Die viel gepriesene Flut an Unternehmensgründungen von Migranten sind in der Regel Reinigungsfirmen, zwielichtige Import- Exportläden, Taxiunternehmen, Mikrogastronomie, Wettbüros, Spielhallen, Gebrauchtwagenhandel und Internetshops.
    Dass diese Art von Unternehmen viel zum Abgaben- und Steueraufkommen beitragen, bezweifle ich doch stark.
    Im Prinzip sind aus meiner Sicht auch viele Deutschen selber keinen Deut besser, die sich nicht aufraffen können oder wollen, um einen Beruf zu erlernen sondern stattdessen endlose weiterführende Schulen auf Kollegs besuchen und Webdesigner werden wollen – und somit keine Vorbildfunktion für Migranten darstellen.

  20. Hauptsache es ist genug Geld für Griechenland und das bedingungslose Grundeinkommen (bereits ab Asyl-Antragsstellung) in Teutonien vorhanden.

    Notfalls druckt Herr Draghi die Noten persönlich nach.

  21. Macht sie fett und impotent.

    Mit Privat-Tv und Klippschule sind wir bald soweit.

    Die ganze BRD-Bildungspolitik ist der Tierversuch am lebenden Kind!

  22. Kein Kommentar…..

    Streit um Subventionen für bunte Bio-Möhren 😯

    „Der Bund der Steuerzahler hat die staatlichen Subventionen für die Züchtung und Erforschung von bunten Bio-Möhren als Steuergeldverschwendung bezeichnet. „Das ist eine Liebhaberei, die nicht zu rechtfertigen ist“, sagte der Leiter der Abteilung für Haushalts- und Finanzpolitik, Matthias Warneke. Zuvor hatte er ein Versuchsfeld im sachsen-anhaltinischen Bernburg besucht…“

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M501614aa016.0.html

  23. Für Arbeitsgruppen in experimentellen Wissenschaften ist es geradezu typisch, dass die jährliche Grundausstattung an Sachmitteln von einem ursprünglich fünfstelligen DM-Betrag „in der guten alten Zeit“ auf einen lächerlichen vierstelligen Euro-Betrag geschrumpft ist.
    **************
    Nun, wir haben unsere Schwerpunkte verlagert. Weg von den MINT-Fächern, hin zu den betreuenden, erziehenden und sozialen Fächern und dafür braucht man weniger Geld.

  24. Das größte Übel ist m.E. die Personalpolitik. Da die Profs zum einen häufig keinen Bock auf Lehre haben, wird diese – wie auch alles andere in Organisation und Verwaltung, was notwendig ist, um den Tagesbetrieb des Instituts am Laufen zu halten – vom akademischen Mittelbau gestemmt. Von „Ghostwriter-“ und Sekretärsaufgaben für die Profs ganz zu schweigen.

    Exakt jener Personalbestand im Mittelbau aber ist permanenter Fluktuation unterzogen, weil es dort kaum noch Dauerstellen gibt. Und da man andererseits im Hochschulbereich in Summe aller Verträge, die man in der BRD hatte, nur zwölf Jahre befristet angestellt werden darf, vermeintlich „arbeitnehmerfreundlicherweise“ danach fest angestellt muß, es ja aber wie gesagt solche Dauerstellen außer der Handvoll Professuren gar nicht gibt, heißt das für jene engagierten Wissenschaftler, die teuer auf Steuerzahlerkosten ausgebildet wurden, dann entweder ins Ausland zu gehen oder in die Zwangsarbeitslosigkeit.

    In der freien Wirtschaft kann man dann natürlich auch versuchen, mit Mitte/Ende dreißig noch irgendwo ein Bein an die Erde zu kriegen, aber deren Gehälter auf Doktorandenniveau zielen eher auf billige Uniabgänger ohne Familie und Fragen nach höherem Gehalt werden mit der lapidaren Auskunft beschieden, man könne ja gehen, es stünden schließlich genügend Arbeitslose vor der Tür. Massen-Abitur und Massen-Uniabschlüsse machen’s möglich. Jeder hier, der den Betrieb nicht von innen kennt, kann froh sein, daß er nicht weiß, welche personifizierten Unfähigkeiten in Theorie und Praxis heutzutage promoviert werden.

  25. Die Abschaffung des weltweit beliebten deutschen Diplomingenieurs („Heaven is, where the engineers are Germans“ im Zuge des Bologna-Prozesses mit dem Argument, bessere Beschäftigungschancen im Ausland zu haben (zu viele Ingenieure in Deutschland ?), war natürlich auch eine Mogelpackung. Auch hier ging es tatsächlich nur darum, massiv Geld zu sparen.

  26. Forschung und Entwicklung kommen auf Steuerzahlers Kosten, so den USA und China zugute, da in Europa weder Anerkennung noch Unterstützung der Politik zu erkennen ist und daher ist das süße Nichtstun einbesserer Zeitvertreib

  27. #23 Stoerenfried (05. Aug 2012 00:31)
    Macht sie fett und impotent.

    Mit Privat-Tv und Klippschule sind wir bald soweit.

    Die ganze BRD-Bildungspolitik ist der Tierversuch am lebenden Kind!
    ………..
    Wieso mit Privat- TV????
    Sind GEZ- Reichsrundfunkanstalten sinnvoller, welche auf Befehl des Grünen von Morgens bis abends von Energiewende und Klimalüge zu labern haben, etwa „nivofoller?“. Immer daran denken: Goebbels GEZ- Erben regnet dank von ihm (Goebbels)erfundenen Zwangsgebühren die Kohle vom Himmel, während „Private“ sich wirtschaftlich zu verhalten haben und zudem von linken Ideologen gegängelt werden.
    Und das ist das Ergebnis von unterwürfiger Propaganda und befohlenem Schwatzen der GEZ- Schleimer:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/intendanten-gehaelter-was-die-chefs-von-ard-und-zdf-verdienen/4652560.html
    Und immer dran denken: Die so freizügig verteilte Kohle wird der verblödeten Zipfelmütze mit Gewalt abgepresst…..

  28. Ich habe – als mit unbeschränktem Vertrag vollbeschäftigter Forschungs-Wissenschaftler mit einem Faible für die Praxis und mittlerweile 30 Jahre an deutschen Unis tätig, aktuell an einer süddeutschen Uni – seit ein paar Monaten eine neue und bildhübsche Mitarbeiterin (wofür ich meinem Herrgott danke…).
    Nach ihrem Diplom hat sie sich vier Jahre lang als Projektentwicklerin für ein deutsches High-Tech-Unternehmen in Indien, Brasilien, der Ukraine, in Costa Rica und in Argentinien sowie in den USA und Zentralafrika in einer eisenharten Machowelt von Ingenieuren und Anlagenbauern qua ihrer überzeugenden fachlichen Kompetenz mit Erfolg durchgesetzt. Hut ab!!
    Nun kam sie zurück an die Uni, um ihre Dissertation zu schreiben.
    Als Inhaberin einer vollen Stelle wird sie mit (alte Regelung) BAT IIa besoldet. Das ist knapp 1/4 ihres bisherigen Einkommens, das von ihrer alten Firma noch mit einer großzügigen Spesenregelung aufgewertet wurde.
    Wenn sie heute an der Uni ein notwendiges Meßinstrument zu einem lächerlich niedrigen Betrag bestellen möchte, wird sie von Seiten der kafkaesk aufgeblähten Uni-Verwaltung mit wochenlangen, hinhaltenden Scharmützeln und seitenlangen Rechtfertigungsprotokollen und –formularen belästigt. Und – besonders erhellend – Preisangebote müssen zwar mindestens dreifach eingeholt werden, doch muß unter den angefragten Anbietern mindestens eine Firma sein, die von Seiten der Uni in einer Firmenliste vorgegeben ist.
    Ha, ha, ha! Und sich in politologischen Seminaren zur „Nachhaltigen Internationalen Sozialen Gerechtigkeit“ über die Korruption in Nigeria empören…
    Die erfolgreiche deutsche Universität Humboldtscher Ausrichtung ist tot, das Niveau der nunmehr installierten BA-Studiengänge bodenlos. Und das Masterstudium erreicht bei weitem nicht die Qualität der auf dem Bologna-Scheiterhaufen geopferten Diplom-Studiengänge.
    Die absehbaren Konsequenzen? Bologna wird die deutsche Volkswirtschaft in den nächsten Jahrzehnten einen zwei-, wahrscheinlich aber sogar einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten.
    Denn wenn es auf dem globalen Arbeitsmarkt für deutsche Uni-Absolventen je ein Alleinstellungsmerkmal gab, das angelsächsische ‚Master‘– oder ‚Dr.‘-Absolventen alt aussehen ließ, dann war das ein deutsches Diplom in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften (zu den anderen Wissenschaftszweigen kann ich mich nicht qualifiziert äußern).
    Wer will das so?

    Don Andres

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