Im Jahre 2002 hat Osttimor („Timor Leste“) nach blutigen Kämpfen und mit einem enormen Durchhaltewillen der fast ausschließlich katholischen Timoresen die echte und von der Weltöffentlichkeit anerkannte Unabhängigkeit als Staat erhalten. Der erste Anlauf in 1975 war gescheitert, weil Indonesien auf die Unabhängigkeitsbestrebungen mit Einmarsch und einem über 25-jährigen brutalen Terrorregime zwecks „Pazifizierung und Integration“ als indonesische Provinz reagierte und erst nach dem Abtritt von Ministerpräsident Suharto bereit war, sich dem zuletzt weltweit geforderten Referendum zu unterwerfen.

(Eine bebilderte Bestandsaufnahme aus Osttimor anlässlich von zehn Jahren staatlicher Unabhängigkeit von Mr. Merkava)

Der Transit auf dem Weg nach Osttimor durch den indonesischen Flughafen Denpasar („Bali“) ist erst einmal reichlich unangenehm: geprägt von Schlangestehen, Gebührenabzocke

und repressiv-wichtigtuerischem Gehabe von unzähligen Uniformierten.

Unerklärlich, dass die zahlreichen westlichen Touristen nicht gleich auf den Hacken kehrtmachen. Aber wer mit Achselzucken seinen Urlaubsort auch in Ländern mit Christenmord sucht, dem fällt dieser Empfang sicher nicht einmal auf.

Der Empfang auf dem bescheidenen Flughafen von Dili, der Hauptstadt von Osttimor, ist auch nicht gerade luxuriös, aber unter den Augen der reichlich vorhandenen, entspannten Internationalen Polizei geht alles ruhig und sogar halbwegs freundlich vonstatten.

Irgendwie war in den 70er- und 80er-Jahren immer wieder vage in Europa angekommen, dass irgendwo in Indonesien ein kleiner Landzipfel mit ein paar hunderttausend Leuten unbedingt selbständig werden wollte und dass Indonesien dieses irgendwann mit Gewalt verhindern wollte. Dass sich hinter den spärlichen Informationen eine große Tragödie, vielleicht Völkermord, zumindest aber Massenmord durch die indonesische Armee, Persistenz eines kleinen Volkes, Verrat durch die USA und insbesondere durch den westlichen Nachbarn Australien wegen Rohstoffanbiederung verbarg, ist kaum nach Europa durchgedrungen. All’ dieses ist nun im Rahmen einer Ausstellung im neu eröffneten Archiv und Museum des Widerstandes in Osttimor beeindruckend, aber auch würdig aufbereitet worden.

Die Hauptstadt Dili erscheint eher kleinstädtisch, ganz attraktiv am Meer gelegen und auch die Zerstörungen durch das seinerzeitige Wüten der indonesischen Truppen und später der aus Indonesien gesteuerten brutalen Milizen sind nicht mehr direkt wahrzunehmen.

Allerdings ist das Land bettelarm und lebt im Grunde genommen von seinen zahlreich vorhandenen Beschützern von UNO, internationaler Polizei, EU und reichlich NGOs (Non Governmental Organisations), die die Lebenshaltungskosten und die Hotelpreise für ein Entwicklungsland in geradezu schwindelerregende Höhen hieven.

Regierungsgebäude erstrahlen in besonderem Glanze und auch die Fahrzeugflotten vor dem Regierungssitz brauchen keinen internationalen Vergleich zu scheuen.

Da kommt der Korruptions-Score von Transparency International sicher gerade recht, dass man sich ja doch vom Platz 146 (von 180) auf den 128. „vorgearbeitet“ hätte.

Die unbeirrte katholisch-christliche Ausprägung zeigt sich auch in großen Symboliken,

wobei das Zusammenleben mit der ganz wenig in Erscheinung tretenden, kleinen moslemischen Minderheit oberflächlich eigenartig unproblematisch erscheint.

Auch die lange und grausame Besetzung durch die islamische Zentralregierung in Jakarta schien weniger religiöse, sondern hauptsächlich Motive von Macht und neu entdeckten Rohstoffen im Meer bei Osttimor zu haben. Selbst die noch heute in anderen indonesischen Gebieten angeprangerte Schikane von Minderheiten durch das Militär erscheint mehr als eine machtpolitische Einschüchterungstaktik als der uns in Europa so sattsam bekannte aggressive Herrschafts- und Unterdrückungsislam, was sowohl in persönlichen Gesprächen in unterschiedlichen Schichten in Osttimor als auch in manch interessanter – wenn allerdings auch mit Vorsicht zu genießender – Literatur zum Thema zu finden ist. Zum diesjährigen zehnten Jahrestag der Eigenstaatlichkeit Osttimors kam immerhin der indonesische Präsident als – noch ein wenig steifer – Gast angereist.

Wo soll die Reise nun hingehen, wenn nach der Präsidentschaftswahl Ende 2012 die Uno abzieht: Sicherlich weiter Aussöhnung so gut es geht mit dem mächtigen Nachbarn Indonesien, Ausbeutung der Rohstoffe in der Timor-See, die bereits in Abkommen mit Australien geregelt ist sowie die Steigerung des Tourismus.

Da liegt allerdings noch ein weiter Weg vor Osttimor: denn nur wer als Reisender deutlich abgehärteter als der durchschnittliche Palma-Besucher ist, das Infrastruktur-Abenteuer liebt und dafür bereit ist, auch noch relativ kräftig zu zahlen, ist in Osttimor als Tourist gut aufgehoben.

Portugiesisch, recht nette Leute und eine schöne Landschaft wären die Belohnung für die Mühsal.

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12 KOMMENTARE

  1. Der Stand der Christen in Indonesien wird immer schwieriger. Die Anzahl der Christen auf den Molukken ist rückläufig und auch auf Sulawesi werden Christen immer mehr unterdrückt. Das Militär hilft denen nicht, wenn da orthodoxe Moslems aus Sumatra mal wieder Massaker veranstalten.

    Ich habe christliche Freunde auf Java und Sulawesi, alle spielen mit dem Gedanken auszuwandern. Osttimor ist da eine Option. Man sollte die Moslems einfach alleine lassen, aber auch wenn mal wieder Erdbeben sind und die nach westlicher Hilfe schreien.

    Was da an Gelder in Sumatra veruntreut wurden, die hauptsächlich von Deutschen wegen dem Tsunami 2004 gespendet wurden, ist unglaublich. Und kein Journalist recherchiert und schreibt darüber.

  2. Interessanterweise waren die Ost-Timoresen und ihre „Integrationsunwilligkeit“ in unserer Öffentlichkeit keine Freiheitskämpfer sondern Terroristen oder Freischärler, also durchweg negativ belegt.

    Das erlaube man sich mal bei den Schlächtern aus der Bruderschaft der guten Mohammedaner.

  3. #2 felixhenn (15. Aug 2012 21:41)

    Auswandern bringt doch nichts, da, wie wir wissen, Mohammedaner die äusserst unangenehme Eigenart haben, uns Dreckskuffar in unsere Dreckskuffarländer nachzulaufen, um aggressiv mehr Islam zu fordern.

  4. Immer wieder wird unterschlagen, dass Kolonialimsus keine europäische Erscheinung ist. Mit der „Entkolonialisierung“ ging lediglich der europäische Kolonialismus zu Ende.

    Heute sind es viele der ehemaligen Kolonien, die nach dem Rückzug der Europäer ihrerseits als Kolonialmächte auftreten, meist viel brutaler als die Europäer jemals waren.

    Indonesien wurde in Osttimor nach Jahrzehnten des Terrors zum Rückzug gezwungen, aber weiterhin hält die Indonesische Kolonialmacht Acce, die Molukken und Westpapua unrechtmäßig besetzt.

    Die UN hat einen ihrer typischen dreckigen Deals mit Indonesien geschlossen. Indonesien hat sich aus Osttimor zurückgezogen und darf dafür seine übrigen Kolonien behalten.

  5. Irgendwie sehr erschreckend und traurig, egal wo man mit dem Islam zusammenlebt, es gibt immer extreme Ausschreitungen von Moslems , Indonesien, Jugoslawien, Israel, Indien, Frankreich…
    Eine schande das sich die Europäischen Regierungen nicht für solche Länder kümmert, die hilfe vor ethnischen säuberungen und terroranschlägen bräuchten

  6. Da gibt es noch die Insel Bali, die religionsmäßig auch unislamisch ist (meines Wissens nach ist die Hauptreligion in Bali der Hinduismus). Leider hat Bali sich nicht als unabhängiger Staat etabliert 🙁

    Wäre ich Bali, hätte ich mich schon längst vom islamischen Indonesien abgeseilt und als eigener Staat ein freies, unabhängiges Leben begonnen…

  7. BAli hat die Funktion, als Devisenesel für das „Mutterland“ Indonesien zu fungieren. Bali hat einen max 5% Bevölkerungsanteil, der muslimisch ist, aber diese sind optisch und akustisch allgegenwärtig (wie bei uns!) hauptsächlich in den Städten präsent, durch Kopftücher und plärrende Muezzins über klapprige Lautsprecher aus heruntergekommenen Minaretten an baufälligen Moscheen. Im krassen Gegensatz dazu die blitzblanken balinesischen hinduistischen Tempel, in denen Gamelan Musik den Kindern nach jahrhundertealten Melodien mündlich gelehrt wird, Riesige Baumheiligtümer, um die sogar Straßen herumgebaut wurden, weil es gar nicht ansatzweise zu der Idee kommen würde, diese dem Fortschritt zu opfern. Die Balinesen opfern, obwohl sie arm sind, große Teile ihres Einkommens für religiöse Zwecke, aber sie sind auch sehr solidarisch untereinander. Nach den beiden Bomben- Attentaten auf Touristen und Einheimische wurden die Balinesen nur mit Müh und Not von Ihren Brahmanen davon abgehalten, die moslemischen Mitbewohner ins Meer zu treiben. Dies wäre von den militaristischen Indonesiern der Hauptinseln vermutlich mit einer rigorosen Beatzung geahndet worden. Fakt ist auch hier, das sich die Musels stärker fortpflanzen und eine Einwanderung nach monetären Gesichtspunkten erfolgt, da man in Bali durch die reichen Touristen mehr Geld zu machen scheint als auf Java. Aber die Hardcore-Asylanten wollen immer noch nach Australien, wie der letzte Zwischenfall beweist, wo man schließlich für Australien statt für Indonesien als Bootsflüchtling bezahlt hatte.

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