Demonstration gegen Scharia in Tunesien August 2012Die in Tunesien durch Wahlen an die Macht gekommene Islampartei Ennahda will die Gleichstellung der Frau aus der Verfassung streichen und sie durch die islamischen Gesetze der Scharia ersetzen. Diese besagen, dass Frauen keine Eigenständigkeit besitzen, sondern dem Willen ihrer männlichen Verwandten unterworfen sind. In der Gesellschaft genießen sie nicht mehr die gleichen Rechte, zum Beispiel vor Gericht und im Erbrecht. Gegen die islamische Gesetzgebung sind 6.000 Frauen und auch Männer auf die Straße gegangen (Foto).

Deutschlandfunk:

Tausende Menschen haben gestern Abend in Tunesiens Hauptstadt Tunis demonstriert: Sie befürchten, dass sich die regierende Ennahda-Partei dem Druck von Islamisten beugt und die Rechte der Frauen beschneiden könnte. Die Protestierenden, vorwiegend Frauen, lehnten eine Formulierung im Verfassungsentwurf ab, in dem es heißt, Frauen und Männer ergänzten einander. Stattdessen müsse das Gesetz von 1956 in Kraft bleiben, nach dem beide Geschlechter vollständig gleichberechtigt sind. Die Demonstrantinnen forderten, die Regierung solle sich besser um Probleme wie Arbeitslosigkeit und Entwicklung in den Regionen kümmern. (…)

Die Gemeinsamkeit aller Ideologen zeigt sich darin, dass sie sich eben nicht um Probleme kümmern, sondern halsstarrig ihre Systeme ausbauen wollen – in diesem Fall den Islam nach Vorschrift des Koran. Der Kampf der Frauen wird aussichtlos sein, wenn es nicht genug säkulare Männer in Tunesien gibt, die keinen Bock auf Rückkehr ins Mittelalter haben.  Ein Video bei der FAZ zeigt die Demonstration und Interviews mit Teilnehmerinnen.

Links:

» Interview „Man spürt den Durst nach einem Neubeginn“ – Claudia Roth über ihre Reise nach Libyen und Tunesien
» Frauenrechte in Tunesien: “Ich bin bereit zu sterben” (Emma)
» PI über Tunesien: Tunesieun als Urlaubsland?, Polnischer Priester geköpft, Augenwischerei in den Medien, Touristen werden beschimpft

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45 KOMMENTARE

  1. Da hat man vor den Wahlen die Menschen belogen. Kommt mir bekannt vor. Nur dort bringt es härtere Konsequenzen mit sich!

  2. soll ich mal ganz ehrlich sein?
    ich FREUE mich ueber diese entwicklung in tunesien (sowie in den anderen „arab spring“ staaten)!!!
    das sollte denen dort eine lehre sein und allen, die in (noch) freien westlichen laendern leben die augen oeffnen. manche lernen es eben nur auf die harte tour…

  3. Somalischer Pirat zu 12 Mal lebenslänglich verurteilt

    Selbstverständlich nicht in Deutschland – hierzulande gibts als Strafe für Piraterie, Entführungen, Folter und Erpressung nur lebenslänglich Harz-IV mit Recht auf Sippennachzug (siehe Hamburger Kasperletheater) – sondern in den USA.

    Dort weiss man wie man mit Allahs übelstem Gesindel richtig verfährt.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article108605560/Somalischer-Pirat-muss-lebenslang-in-USA-in-Haft.html

  4. Wenn der Imam in einer Moschee predigen darf, dass die Gläubigen in die Hölle kommen wenn sie eine bestimmte Partei nicht wählen, dann gibt es keine freiheitliche Demokratie. Und genau das ist in Tunesien passiert. Jetzt rächt sich, dass die Dörfer lange benachteiligt wurden. Bildung ist dort quasi inexistent.

  5. Man sollte ganz genau hinschauen, was die Ennahda da fein islamisch klausuliert, scheinbar ganz harmlos und doch mörderisch und bevormundend schariakonform ausdrückt – und warum die Frauen dagegen protestieren:

    „Männer und Frauen ergänzen einander“

    – und genau diesen urislamischen Wortlaut mit dem unseren ganzen deutschen Islamräte und ihren Erklärungen abzugleichen. Und voilá: Nichts scheuen die so wie den schlichten Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Statt dessen kommt da immer ein „Männer und Frauen sind vor Allah/Gott gleich“ (und nicht etwa im täglichen Leben und auf allen Rechtsgebieten, die eine Gesellschaft so hat).

    Das ist immer ein Schariavorbehalt. Aber man muß eben wissen, was die scheinbar gleichen Worte im Islam und im westlichen Rechtsstaat bedeuten.

  6. Was ist denn das für ein Artikel? Der erste Abschnitt ist nicht nur einfach sachlich falsch, sondern, den Worten nach zu schließen, auch noch zusätzlich tendenziös formuliert worden.

    Tatsache ist es vielmehr, daß die tunesische Nahda-Partei die Gleichstellung von Mann und Frau nicht abschaffen will, sondern die Regelungen der alten Verfassung übernimmt und etwas präzisiert (und ja, ich habe die Verfassungsvorschläge selbst gelesen).

    Die Aufregung dreht sich alleine um eine bestimmte Formulierung eines Verfassungsartikels (28), aus dem man theoretisch eine Nicht-Gleichstellung schließen könnte – gepaart mit diffusen Ängsten, die von antireligiöser Seite geschürt werden (ebenso, wie umgekehrt die religiöse Seite ihre Propaganda betreibt).

    Dagegen steht allerdings ein vorheriger Artikel (22), der die Gleichheit ausdrücklich formuliert.

    Es sei noch angemerkt, daß in der verfassungsgebenden Versammlung die Uneinigkeit über die Verfassungsvorschläge so bedeutend ist, daß es wahrscheinlich dort keine Annahme der Verfassung geben wird, sondern sie anschließend dem gesamten Volk zur Annahme (ja/nein mit einfacher Mehrheit) vorgelegt werden wird.

    Das Erbrecht in Tunesien war schon immer gemäß der Scharia geregelt, da muß also nichts geändert werden, damit dies so ist. Eine gerichtliche Benachteiligung von männlicher und weiblicher Aussage hat es zuvor nicht gegeben und wird auch nicht angestrebt.

    Richtig ist weiterhin, daß die Richtersprüche in Tunesien stets (und das heißt seit etwa 60 Jahren) an der Scharia angelehnt waren, da diese eine Quelle der tunesischen Gerichtsbarkeit darstellt – dies aber ist Sache der judikativen Gewalt, nicht der Verfassung.

    Es gibt eine Menge zu kritisieren an der tunesischen Regierung oder am Vordringen religiöser Macht im Lande, eine große Menge sogar, doch wären ein gewisses Maß an Sachkenntnis und dafür ein Weniger-Maß an Tendenz durchaus hilfreich, wenn man darüber einen Artikel verfaßt. 🙂

  7. # 8 felixhenn

    „Bildung ist dort quasi inexistent.“

    Und das ist ein Teil des Problems, dass in den dicht mit Mohammedanern besiedelten Ländern, wie Pakistan, Ägypten, usw. Bildung bei riesigen Bevölkerungsgruppen quasi nicht existiert. (Hat aber sicher nichts damit zu tun, dass der Islam nicht bildungsinteressiert ist.)

    Diese ungebildeten Massen und die indoktrinierte und machtgeile ulema bilden eine extrem gefährliche Mischung (Koran und Sunna unterstützen ja alle dunklen Seiten des Menschseins). Die westlichen Zauberlehrlinge haben nur noch nicht begriffen, dass sie die gerufenen Geister nicht mehr los werden.

    Die dumm gehaltenen, fehlinformierten Menschen des Westens werden einen hohen Blutzoll entrichten müssen. Und das ist der bittere Teil der Geschichte.

  8. Lasst sie mal demonstrieren. Kommt nix bei raus – außer in ein paar Jahren der Galgen oder die Steinigung. Echte Moslems haben eine Krämerseele und vergessen demzufolge nichts.

  9. Wann darf ich endlich lesen:

    „Deutsche Feministinnen demonstrieren gegen Scharia!“

    20.000 Frauen, angeführt von Alice Schwarzer, marschieren durch Berlin? Na, liebe Emma, wär das nix?

  10. Der Rechtsstatus der Frau sei, so fordert es die Scharialobby, zum Mann komplementär, aber nicht mit ihm gleichberechtigt, le statut de la femme, « complémentarité et non égalité »

    —–

    Man mag es ja kaum glauben, dass man ausgerechnet in jenem Land, in dem die „Jasmin-Revolution“ den sogenannten „Arabischen Frühling“ ausgelöst hat, zu dem Schluss gekommen ist, dass Frauen nur Anhängsel von Männern sind …

    Spätestens nach einer Sitzung der Kommission „Rechte und Freiheit“, in der die Ennahdha Partei den Grundsatz der Gleichheit zwischen Männern und Frauen zu überdenken gedachte, ist klar, wohin die Reise gehen soll. Darin wurde nämlich eine Diskussion ausgelöst, die zur Abstimmung von Artikel 27 führte, und der beinhaltet die Definition des Status und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

    Wenn es nach der Mehrheit dieser Kommission geht, dann hat die Frau künftig keinen Status und die Rolle ist mehr als fragwürdig. Das was die Mehrheit (12:8 Stimmen, darunter neun von der Ennahdha Partei) in der Verfassung festgeschrieben haben möchte, liest sich so: “Der Staat schützt die Rechte von Frauen und ihre Leistungen nach dem Grundsatz der Komplementarität mit dem Mann in der Familie und als Partner des Mannes in der Entwicklung des Landes. Der Staat garantiert die Chancengleichheit von Frauen in allen Verantwortlichkeiten. Der Staat garantiert den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, gleich welcher Art.“

    Das heißt nichts anderes, als dass die Frau in Bezug auf die Familie im Zusammenhang mit dem Mann als „komplementäre” Person bezeichnet wird, oder als „assoziiert“ im Bereich der Entwicklung des Landes. Kurz: Die Frau ist ein Anhängsel des Mannes. Selbiger kann sich selbst definieren, die Frau ergänzt ihn oder wird als Zusatz betrachtet. Ganz schlechte Karten zum Beispiel für Single-Mütter, aber die haben ohnehin kein Recht auf Existenz, wie im November Souad Abderrahim – eine RepräsentantIN der regierenden Ennahdha – wissen ließ. Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass diese Definition zwölf Stimmen bekam, waren vier von Frauen aus der Ennahdha Partei …

    Da muss es nicht weiter wundern, dass diese Version des Verfassungsartikels nur acht Stimmen erhalten hat: „Der Staat garantiert die Rechte der Frauen und ihre Leistungen in allen Bereichen. Es ist verboten, Gesetze, die diese in irgendeiner Weise einschränken könnten, zu erlassen. Der Staat muss gegen sämtliche Formen der Diskriminierung, physische oder psychische Gewalt gegen Frauen ankämpfen.” …

    „Ich bin verzweifelt und verängstigt, wenn Frauen keine Rechte als Individuum, sondern nur in Verbindung mit dem Mann bekommen“, erklärte Salma Hajri von der Tunesischen Vereinigung Demokratischer Frauen. Und auch Frauenrechtlerin Selma Mabrouk von der Ettakatol Partei ist besorgt. Sie stellte auf ihrer facebook-Seite die berechtigte Frage: „Wie soll das mit Artikel 22 der Verfassung, der besagt, dass Bürger gleiche Rechte und Freiheiten vor dem Gesetz besitzen ohne jegliche Diskriminierung, übereinstimmen? Die Antwort ist leicht gefunden: Gar nicht!

    Kim Kovalsky: Frauen sind nur Anhängsel von Männern
    The Intelligence 09. August 2012

    http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/kommentare/4764-frauen-sind-nur-anhaengsel-von-maennern.html

    Tunisie : Le statut de la femme provoque une grande polémique
    Monday, 06 August 2012 07:47

    L’adoption samedi, en Tunisie, d’un projet d’article de la future constitution sur le statut de la femme, « complémentarité et non égalité », a été vivement dénoncée par les associations de femmes tunisiennes et de défense des droits humains. …

    Le code du statut personnel garantissant l’égalité des sexes, qui autorise notamment les femmes à divorcer et interdit la polygamie, a été adopté en Tunisie en août 1956.

    Source: APAnew
    by Bouba Sow

    http://blogs.mediapart.fr/blog/giuliettalasubversive/060812/tunisie-la-femme-declassee-ennahda-depose-un-projet-de-loi-po

  11. … lehnten eine Formulierung im Verfassungsentwurf ab, in dem es heißt, Frauen und Männer ergänzten einander.

    An der Aussage, daß Frauen und Männer einander ergänzen sollten ist eigentlich nichts verkehrt.

  12. #15 Stefan Cel Mare

    die Alice Schwarzer hat keine Zeit, sie hat zu tun in ihrem Kampf für (!) die schariakonforme Jungenbeschneidung

    „Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt.“

    http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUid%5D=103&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Byear%5D=2012&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bmonth%5D=07&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bday%5D=02

    „Alice Schwarzer, wie könnte es auch anders sein, ist für die Beschneidung von kleinen Jungen. Ihr Hauptargument ist, dass dadurch viele Krankheiten minimiert werden können.“

    http://www.das-maennermagazin.com/blog/genitalverstuemmelung-von-jungen-und-maedchen

  13. #8 Felixhenn:

    „Und genau das ist in Tunesien passiert. Jetzt rächt sich, dass die Dörfer lange benachteiligt wurden. Bildung ist dort quasi inexistent.“

    Aber ganz im Gegenteil – Tunesien zählt bildungsmäßig nämlich zur Spitze aller „arabischen“ Länder. Und was Frauen betrifft: das Universitätsstudium wird von mehr Frauen als Männern abgeschlossen.
    Allerdings liegt die Arbeitslosenrate bei Akademikern in Tunesien deutlich höher, als bei Ungebildeten – was mit anderen Worten heißt, daß Tunesien seine Leute zwar ausbildet, ihnen aber anschließend keine adäquaten Arbeitsplätze bietet, und so z.B. der Diplombiologe als Taxifahrer, der Geologe als Kellner und die Diplom-Psychologin als Kabelzusammensteckerin in einem Kabelwerk endet (ein gehöriger Teil aller Kabelbäume in „deutschen“ Autos wird in Tunesien zu Löhnen um die 100-200€/Monat zusammengesetzt…).

    Zwar kann man die Bildungsqualität nicht in jedem Fach unbedingt mit der in Deutschland oder der USA vergleichen, ich würde sagen, sie liegt dort etwa bei 50-70%, doch einen direkten Vergleich mit anderen Staaten Nordafrikas, Arabiens und des Mittleren Ostens braucht Tunesien jedenfalls nicht zu scheuen.

    Tunesien ist übrigens selbst unter den islamischen Staaten als „gottloser Staat“ bekannt, in dem der (ohnehin etwas liberalere) Maliki-Islam weit von der Orthodoxie entfernt ist.

    Umso schlimmer ist der Rollgriff, mit dem islamreligiöse Parteien, scheinbar auch mit der Unterstützung westlicher Kreise und Länder, dort das Land unter die Knute zwingen wollen. Dieser Versuch wird, wenn er so fortgesetzt wird, mit Sicherheit noch viel Unruhe im Land erzeugen…

  14. #17 Antifo

    Willst du die (freiheitlich demokratische) Gleichberechtigung von Mann und Frau oder willst du die juristisch gesehen völlig islamkonforme Herabstufung der Frau im Namen einer „Ergänzung“ (complementarité) stiftenden ehelichen Harmonie?

  15. Immer dieses unsinnige „Mittelalter“-Klischee… Wie kommen wir eigentlich darauf, von „Zuständen wie im Mittelalter“ zu reden? Macht sich mal irgendwer die Mühe, mal nachzusehen, ob damals wirklich alles so schrecklich war, wie diese dumme Redensart suggeriert?

  16. #19 Tuniswolf

    Malikitische Rechtsschule, hier türkisgrün, die Fiqh-Schule Nordafrikas – echter Scharia-Islam.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8d/Madhhab_Map2.png

    Schariafreund Timothy Winter genannt Abdal-Hakim Murad ist Malikit:

    „Timothy Winter ist Mitglied des Pembroke College in Cambridge und Mitglied der Sheikh Zayed Lectureship in Islamic Studies. Er ist ebenso Direktor der islamischen Studien am Wolfson College und Verwalter des The Muslim Academic Trust, Direktor des The Anglo-Muslim Fellowship for Eastern Europe und Präsident der Britischen Freunde von Bosnien Herzegovina.

    Seine Projekte sind meist muslimische-christliche Beziehungen, islamische Ethik und die Orthodoxe Antwort auf den islamischen Extremismus (orthodox Muslim response to extremism)

    Er besucht regelmäßig islamische Kurse in Kairo und Jeddah …“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Timothy_Winter

  17. #17 Minotaurus:

    >>>
    Der Staat schützt die Rechte von Frauen und ihre Leistungen nach dem Grundsatz der Komplementarität mit dem Mann in der Familie und als Partner des Mannes in der Entwicklung des Landes. Der Staat garantiert die Chancengleichheit von Frauen in allen Verantwortlichkeiten. Der Staat garantiert den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, gleich welcher Art.“

    Das heißt nichts anderes, als dass die Frau in Bezug auf die Familie im Zusammenhang mit dem Mann als „komplementäre” Person bezeichnet wird, oder als „assoziiert“ im Bereich der Entwicklung des Landes. Kurz: Die Frau ist ein Anhängsel des Mannes.
    <<<

    Nein, dieser Schluß liegt zwar nach der Interpretation des Westens nahe, hat aber aus der Blickrichtung des islamischen Partei eine andere Bedeutung.

    Im Islam herrscht nämlich prinzipiell erst einmal eine Gleichheit von Frau und Mann, allerdings, und jetzt kommt es, werden Mann und Frau als komplementäre Wesen, also sich "gegenseitig ergänzend" angesehen. Nach Definition des Islam haben Männer und Frauen unterschiediche Aufgaben, die sich aus natürlichen Gründen, z.B. der Körperkraft, der Säugung von Kindern und anderen typischen "Neigungen" und "Fertigkeiten" ergibt. Aus diesem Blickwinkel ist also der Verfassungsvoschlag der Nahda weit weniger empörungsbedürftig, sondern folgt genau der Linie, die zu erwarten war, nämlich der Berufung auf religiöse Grundlagen.

    Nebenbei:
    Die Diskussion über diese "natürliche Ordnung" ist übrigens auch in westlichen Ländern bei weitem noch nicht abgeschlossen, wird aber mit gesellschaftlichem Zwang übergangen (was letztendlich auch zur "Gender"-Diskussion führt, die das genaue Gegenteil einer natürlichen Ordung postuliert).

    Es hilft hier nicht, aus einem ideologischen Lager in ein anderes hineinzurufen, sondern man muß sich schon hinausbemühen, um zu verstehen, aus welchen Gründen etwas so ist, wie es ist.

    Wie "Q" in seinem Beitrag schreibt – das Klischeedenken hilft in der Sache nicht wirklich weiter, wenn man nich das Klischee zunächst hinterfragt.

  18. @ #18 Antifo (14. Aug 2012 20:39)

    An der Aussage, daß Frauen und Männer einander ergänzen sollten ist eigentlich nichts verkehrt.

    Es geht hier um einen verfassungsrechtlichen Grundsatz und nicht um Biologie oder ums Privatleben !

  19. @ #20 Tuniswolf:

    Interessante Einsichten. Vielleicht hast Du Lust, Dein Wissen in einem Essay über Tunesien zu konzentrieren? Würde Dir PI oder auch die Achse bestimmt gerne abnehmen.

  20. Die gottesfürchtige tunesische Frau sei complementary zum Ehemann einzuordnen, „komplementär“, nach Allahs Gesetz also eine Stufe tiefer stehend.

    —–

    Hoffentlich können die Tunesier das Kalifat stoppen. Starke stolze Frauen, ein nachahmenswertes Vorbild für Deutschlands kirchentagsbewegte oder rot-grüne Multikulturfreundinnen; Bilder von gestern, 13. August:

    „Für die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau.“ Pour l’égalité totale des droits entre hommes et femmes.

    http://www.youtube.com/watch?v=Ea8oljWcTl0

    Tunisian women protest inequality bill labeling them ‚complementary‚ to men (…)

    The rally came on the anniversary of the passage of the Personal Status Code (CSP) of 1956, which established equality between women and men, abolished polygamy and the practice of repudiation, under which husbands could divorce simply by saying so three times. It instituted judicial divorce and required mutual consent of both parties for a marriage. …

    The proposed constitution guaranteed „the protection of women’s rights … under the principle of complementarity to man within the family and as an associate of man in the development of the country.“

    Tunisian women’s rights activists fear that the language of the article “represents a step toward rolling back their rights.”

    A petition addressed to the NCA was put forward with more than 8000 online signatures, saying “the state is about to vote on an article in the constitution that limits the citizenship rights of women, under the principle of their complementarity to men and not their equality.

    http://www.rt.com/news/tunisia-women-rights-rally-609/

  21. Die gottesfürchtige tunesische Frau sei complementary zum Ehemann einzuordnen, „komplementär“, nach Allahs Gesetz also eine Stufe tiefer stehend.

    —–

    „Für die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau.“ Pour l’égalité totale des droits entre hommes et femmes.

    http://www.youtube.com/watch?v=Ea8oljWcTl0

    Hoffentlich können die Tunesier das Kalifat stoppen. Starke stolze Frauen, ein nachahmenswertes Vorbild für Deutschlands kirchentagsbewegte oder rot-grüne Multikulturfreundinnen; Bilder von gestern, 13. August:

    Tunisian women protest inequality bill labeling them complementary‚ to men (…)

    The rally came on the anniversary of the passage of the Personal Status Code (CSP) of 1956, which established equality between women and men, abolished polygamy and the practice of repudiation, under which husbands could divorce simply by saying so three times. It instituted judicial divorce and required mutual consent of both parties for a marriage. …

    The proposed constitution guaranteed „the protection of women’s rights … under the principle of complementarity to man within the family and as an associate of man in the development of the country.“

    Tunisian women’s rights activists fear that the language of the article “represents a step toward rolling back their rights.”

    A petition addressed to the NCA was put forward with more than 8000 online signatures, saying “the state is about to vote on an article in the constitution that limits the citizenship rights of women, under the principle of their complementarity to men and not their equality.

    http://www.rt.com/news/tunisia-women-rights-rally-609/

  22. „20.000 Frauen, angeführt von Alice Schwarzer, marschieren durch Berlin? Na, liebe Emma, wär das nix?“

    Wozu? Wir leben bereits in der GRD (Gender-Republik Deutschland), die auf die Wuensche von Frauen zugeschnitten ist und ihnen alle nur erdenklichen Rechte, aber kaum Pflichten einraeumt. Nicht umsonst sind Frauen die alleinigen Gewinner bei Ehe, Scheidung, Unterhalt, Arbeit, Foerderungsprogramme, etc. Warum also noch gegen irgendwas demonstrieren, da doch der Feminismus bereits Volksreligion geworden ist?

  23. #19 Minotauros (14. Aug 2012 20:43)

    “Alice Schwarzer, wie könnte es auch anders sein, ist für die Beschneidung von kleinen Jungen. Ihr Hauptargument ist, dass dadurch viele Krankheiten minimiert werden können.”

    So gesehen, müsste ich schon längst durch „viele Krankheiten“ gezeichnet sein. Eigentlich ist es dann ja ein Wunder, dass ich noch lebe…

  24. Also, dass Männer und Frauen sich „ergänzen“ ist zunächst einmal eine sehr vernünftige Formulierung. Genau dies war auch der Stand der Dinge im Nachkriegsdeutschland. Und das ist m. E. vernünftiger, als Frauen beim Medizineingangstest durch geringere Leistungsanforderungen zu bevorteilen.

    Ich denke kein Staat ist gezwungen die Rolle von Männern und Frauen nach dem Modell des Westens zu definieren oder gar zu erzwingen und die Perversionen die das westliche Modell mittlerweile hervorgebracht hat, nachzuahmen.

    Die Frage ist natürlich (insbesondere wenn man das Radikalen-Problem in Tunesien betrachtet), ob die Formulierung ein Einstieg in die im Islam sonst übliche Entrechtung (bzw. Schlimmeres) der Frau ist. Aus den vorliegenden Formulierungen kann man das so nicht entnehmen.

  25. Ich befürchte ja, dass das Demonstrieren nichts bringen wird.

    Und das ist hier bei uns genauso, nur dass es für uns noch (!) nicht ums Ganze geht wie bei diesen Tunesierinnen.

    Kommt aber auch noch, wenn das so weitergeht.

  26. #29 Bernd Kraut (14. Aug 2012 21:18)

    Das gilt aber alles nur, solange es gegen weisse deutsche Männer geht.

    Wird die deutsche Ehefrau von ihrem türkischen Gatten vermöbelt, sieht das schon ganz anders aus.

  27. #24 Tuniswolf (14. Aug 2012 21:02)

    Im Islam herrscht nämlich prinzipiell erst einmal eine Gleichheit von Frau und Mann, allerdings, und jetzt kommt es, werden Mann und Frau als komplementäre Wesen, also sich „gegenseitig ergänzend“ angesehen.

    „Predator“ und „Prey“, Jäger und Beute, „ergänzen“ sich ebenfalls „gegenseitig“.

  28. #9 ruhrgebiet (14. Aug 2012 20:00)

    dann beten wir mal alle, dass sie erfolg haben

    Ja schon aber was und zu wem beten? Mit oder ohne Kompass?

  29. Ich sollte mich berichtigen, man hat Männer und Frauen im Nachkriegsdeutschland nicht unbedingt als „sich ergänzend“ angesehen. Nein man hat sie doch tatsächlich als von Natur verschieden angesehen.

    Ich habe hier ein „Wissen auf den ersten Blick“ Lexikon, da werden Männer und Frauen als totale Gegensätze beschrieben. Ich will die Gegensatzpaare jetzt nicht aufzählen. Kraft und Schönheit habe ich aber von 1970 (da muß ich das gekauft haben, noch in Erinnerung). Ich hab das übrigens immer als Vollendung der Dualität in der Welt: Positiv/negativ gesehen. Aber keine Ahnung, wie tief das im Grund der Welt verwurzelt ist. Aber vielleicht ist ja der Gegensatz eine grundlegende Konstituente der Realität.

    Aber Gleichberechtigung soll schon sein. Wie man die Gleichberechtigung gestaltet, sollte schon Sache Tunesiens sein, solange die elementaren Menschenrechte nicht verletzt werden. Natürlich bin ich skeptisch!

  30. #21 Minotauros

    Willst du die (freiheitlich demokratische) Gleichberechtigung von Mann und Frau oder willst du die juristisch gesehen völlig islamkonforme Herabstufung der Frau im Namen einer “Ergänzung” (complementarité) stiftenden ehelichen Harmonie?

    Wenn wir die Gleichberechtigung hätten wir’s ja gut. Im GG ist aber festgeschrieben, daß der Staat „die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ fördern und „auf die Beseitigung bestehender Nachteile“ hinwirken soll.

    Im Ergebnis davon erläßt die schwarz-gelbe Koalition dann völlig sinnfreie Gesetze zur Erhöhung des Frauenanteils in DAX-Unternehmen.

    Derartiger Tittensozialismus kann mir gestohlen bleiben.

  31. #4 bright knight
    Du menschen- und frauenverachtendes Etwas
    Typen wir du passen in Wahrheit bestens in ein islamisches Land wie z. B Saudiarabien
    da kannst dann dein Machogehabe und deinen Frauenhaß ausleben.
    Wahrscheinlich kriegst du keinen mehr hoch um eine Frau zu befriedigen deshalb gibst du hier so einen Schleim von dir

  32. #25 Eckhardt Kiwitt, Freising

    Es geht hier um einen verfassungsrechtlichen Grundsatz und nicht um Biologie oder ums Privatleben!

    Siehe #37.

    Als das Grundgesetz verfaßt wurde gab es diesen „verfassungsrechtlichen Grundsatz“ in seiner jetzigen Form noch nicht.

  33. #28 Minotauros

    Die gottesfürchtige tunesische Frau sei complementary zum Ehemann einzuordnen, “komplementär”, nach Allahs Gesetz also eine Stufe tiefer stehend.

    Gott schuf Eva dem Adam als „Gehilfin“ (1. Mose 3, 18). Eine Forderung nach Gleichberechtigung läßt sich daraus nicht ableiten.

    „Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ihr in Reinheit und Gottesfurcht lebt.“ (1. Petrus 3, 1)

    Bei uns sind die Frauen übergleichberechtigt …

  34. Mehr Scharia wagen….

    Empfiehlt auch Moslem und Zentralratsgeneral Eimann Maizeck für Deutschland.

    „Scharia und Demokratie sind vereinbar“

    Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime sagt, die Scharia sei nicht per se antidemokratisch. Terroristen bekämpfe man am besten mit dem Islam. Ein Interview.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12692090/Scharia-und-Demokratie-sind-vereinbar.html

    Klar, die Pest bekämpft man ja auch mit noch mehr Pesterregern… 🙄

    Nach Eimanns Logik dürfte diese Entrechtungsdebatte in Tunesien nicht existieren, die Islamisten-Mohammedaner wurden ja aktiv mit mehr Islam erfolgreich „bekämpft“. 😀

  35. #41 nicht die mama (14. Aug 2012 23:51)

    Islamisten-Mohammedaner wurden ja aktiv mit mehr Islam erfolgreich “bekämpft”.

    Ganz genau! Dahinter verbirgt sich wohl der fromme Wunsch der Schafsherde, dass wenn man dem Wolf nur genug Lämmlein zu fressen bringt, er eines Tages doch ein Einsehen haben werde und zum Vegetarier werden möge.

    Ich hatte ja immer die Hoffnung gehabt, dass aus der Geschichte gelernt werden könnte. Konkret: dass der Überzeugung „Nie wieder Faschismus“ auch mit der Erkenntnis einhergeht, dass man gegen die Feinde der Freiheit KÄMPFEN muss… aber nein, das Appeasement war damals auch doch eine gute Sache, nicht?

    Meine Hoffnung kann ich wohl begraben, denn das ist wohl zu viel verlangt!

  36. Man muss sich über eins im Klaren sein. 6.000 Frauen demonstrierten und auf dem Land auch ein Teil. In keinem Nachrichtenmagazin kam dass die Demo durch Sitzblockade, Lärmterror etc. (also wie in Deutschland) behindert oder verhindert wurde. Ergo existiert dort mehr Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit wie in Deutschland. Dies bei einer Islamistischen Regierung. Das zeigt wie weit unsere „Demokratie“ auf den Hund gekommen ist.

  37. Nachtrag: Ich weise diesbezüglich auf die Demos in München und Stuttgart hin, wo der Mob die Kundgebung stören durfte.

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