500 Jahre genug. Warum noch protestantisch?

Andreas TheurerIm August machte Andreas Theurer, ein Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Schlagzeilen, weil er mitsamt seiner Frau zu den Katholiken überwechselte. Theurer schrieb dazu auch ein Buch: „Warum werden wir nicht katholisch?“ Da fragt er sich, ob es angesichts 500 Jahren Kirchenspaltung heute noch vertretbar sei, getrennt zu bleiben wegen eigentlicher Nebensächlichkeiten. Theurer schreibt:

Müssen wir als Evangelische um Christi willen die Kircheneinheit verhindern, damit wir weiterhin unsere Sonderlehren beibehalten können, mit denen wir uns sowohl von der biblisch-apostolischen Lehre wie auch von allen katholischen, orthodoxen und altorientalischen Kirchen weltweit absetzen?

Und:

Nun nähert sich mit dem Jahr 2017 das 500-jährige Reformationsjubiläum und immer deutlicher wird auf protestantischer Seite das Bemühen, die seither hinzugekommenen Unterschiede zu betonen und sich damit als „Kirche der Freiheit“ gegenüber dem dogmatisch und ethisch festgelegten Katholizismus zu profilieren. Dass die Spaltung der Christenheit dadurch nur noch immer mehr vertieft wird und der Protestantismus sich selbst immer weiter von seinen einstmals in Bibel und Bekenntnis gegebenen Grundlagen entfernt, wird dabei unsererseits zumeist achselzuckend in Kauf genommen.

Ich bin sicher: Wäre Luther eine katholische Kirche entgegengestanden, wie wir sie heute kennen, so hätte er gewiss nicht die Kirchenspaltung riskiert, und es wäre auch kaum ein wirklich frommer Mensch auf die Seite der Reformation getreten. Was uns heute trennt, ist auf katholischer Seite nicht so gravierend, dass es die Spaltung wert ist.

Bei kath.net findet man insgesamt 5 Leseproben des Buches, siehe diese Seite und die Links darunter!