Die Opfer der bunten Republik

Staatstrauer, Lichterketten, Umbenennung von Plätzen und Straßen, Gedenk-Stätte, Gedenk-Steine, Gedenk-Stelen und Gedenk-Tafeln: vielfältig sind die Möglichkeiten der kollektiven oder genauer der kollektivierten Trauer und Betroffenheit, sofern es sich nicht um Todesopfer als Kollateralschäden der kulturellen Bereicherung handelt.

(Von Jerry Blackwater)

In solchen Fällen wird es schon schwierig auch nur einen stillen Trauermarsch zu organisieren. Der „Tag der Opfer der bunten Republik“ öffnete erstmals in 2011 eine besondere Gelegenheit, durch viele dezentrale, kleine Zeichen Einzelner dem politisch gewollten Vergessen entgegenzutreten, durch dieses Gedenken unsere Toten zu würdigen und dabei auch selber ein Stück Würde zurückzuerlangen.

Dieses Jahr fällt der „Tag der Opfer der bunten Republik“ auf den 7. Oktober (immer der erste Oktober-Sonntag, siehe hier und hier. Einige im Internet zu findende Listen geben einen Eindruck von der Vielzahl der Fälle, auch wenn diese Listen alles andere als vollständig sind: „Liste der von Ausländern in Deutschland getöteten Deutschen“ und „Liste von durch Ausländer begangene Straftaten“, sowie die Internetseite zum Buch „Deutsche Opfer – fremde Täter“ mit interaktiver Karte.

Richtigerweise werden in manchen Listen nicht nur die Todesopfer aufgeführt, sondern auch diejenigen, deren Gesundheit zerstört worden ist und die Zeit Lebens mit ihren Angehörigen leiden werden, wenn sie überhaupt wieder das Bewusstsein erlangen. Häufig werden solche Fälle nur in den Lokalnachrichten erwähnt, wie der Überfall auf eine junge Frau aus Hagen im August 2012. In der Presse wundert man sich über die „unfassbare Brutalität“ des mutmaßlichen Täters „mit türkischen Wurzeln“ und teilt mit, dass versucht werden soll, das Gesicht der 22-Jährigen wiederherzustellen.

In mindestens zwei Fällen, die zudem als Justizskandale emotional belasten, wurden Facebook-Gruppen gegründet (siehe hier und hier) und erreichen damit wiederum viel Aufmerksamkeit.

Es ist sicher nicht verkehrt, wenn man zu den „Opfern der bunten Republik“ auch diejenigen zählt, die sich in ihrer Not gewehrt haben und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden (z.B. hier).

Hier abschließend die Worte von Angehörigen eines vor 13 Jahren erstochenen jungen Mannes:

Es heißt, „die Zeit heilt alle Wunden“.
Welche Wunden? – Unsere nicht!